Das Dossier zu #Aufstehen – ein Projekt des Wahlberliners #Wagenknecht #Lafontaine #Bewegung

Dossier 1 / V 1.0 / „Opener“

2018-06-24 In eigener SacheVor neun Tagen hatte ich angesichts der immer zahlreicheren Meinungen zu „Aufstehen“ getwittert: „Der Kampf um die Deutung von #Aufstehen fächert sich aus. Muss mal ein richtiges Dossier dazu anlegen.“

Das Sätzchen wurde zu meinem Tweet mit den meisten „Impressionen“ bisher. Diese Bemerkung hat nur wenige Sekunden beansprucht, aber ihre Verbreitung belegt, wie enorm das Interesse an der „Linksbewegung Wagenknecht“ ist.

Und wir setzen es jetzt um. Beim „Wahlberliner“ wird ein neues Feature namens „Dossier“ eingerichtet und das erste Dossier befasst sich  mit der Bewegung „Aufstehen“.

Acht Wochen, nachdem der Wahlberliner mit einer neuen Präsenz reaktiviert wurde, ist es an der Zeit, das zweite Projekt anzugehen.  Das erste nennt sich „Filmfest“ und ist unsrem zweiten, dem kulturellen Standbein zugeordnet. Aber der Schwerpunkt dieses Magazins liegt, anders als bei seinem namensgleichen Vorgänger von 2011 bis 2017, bisher eindeutig auf dem Feld der Politik. Warum also nicht die Bewegung „Aufstehen“ und ihren Weg dokumentieren und kommentieren, von den Anfängen bis – ja, wohin?

Am liebsten würde ich das Feature „Studie“ nennen, aber dies wäre zu hoch gegriffen. Dazu steht mir nicht der Forschungsapparat zur Verfügung. Ich kann nur Quellen benennen, die selbst Meinungen darstellen und diese bewerten. Dabei wird immer meine persönliche Sicht eine Rolle spielen müssen. Objektive Ergebnisse zu besprechen, wäre nur möglich, wenn – ja, wenn „Aufstehen“ zu einer Partei und zu Wahlen antreten würde. Dann könnte ich sagen, dies war die Idee, so wurde es gemacht und das hat es erbracht.

Es wird eine Zeitleiste geben, anhand derer man die Entwicklung nachverfolgen kann und eine Quellensammlung, getrennt vom Archiv der eigentlichen Beiträge – normalerweise archivieren wir unseren Kommentar und die Quellen in einem einzigen Dokument.

Dieses Dossier zu „Aufstehen“ wird also in Versionen publiziert werden, die aber immer einen zusätzlichen, aktuellen Titel haben werden. Unproblematisch ist diese Vorgehensweise nicht, zum Beispiel wegen der im Laufe der Zeit immer mehr zunehmenden Zahl von Schlagwörtern, die wir als „Tags“ zum besseren Auffinden des Dossiers durch Suchmaschinen dem Dossier beifügen oder schlicht wegen der Länge des Beitrages. Wir werden ihn deshalb neben der üblichen Webseiten-Version deshalb auch als schlicht gestaltetes, aus MS-Word heraus generiertes PDF anbieten – auf unserer Seite „Spezial-Service“.

Wie das Dossier starten wird? Mit dem, was gerade neu ist? Wie gehen wir aber mit den  bestehenden Beiträgen um? Der erste erschien bereits am 25.06.2018, einen Tag nach dem Relaunch des Wahlberliners. Und wenn wir weiter zurückgehen zur Vorgängerpräsenz „Rote Sonne 17“, finden wir Überlegungen, die bereits auf die Bewegung hindeuten.

Ein Kompromiss ist manchmal das Mittel der Wahl: Es geht mit dem Hier und Heute los und schrittweise werden wir ältere Artikel beifügen. Ich will nicht verhehlen, dass dies nicht nur der Endlichkeit meiner Kapazität geschuldet ist, ich kann mich leider nicht ausschließlich mit diesem Projekt befassen.

Es geht auch darum, ältere Beiträge zu sortieren und gegebenfalls nicht dem Dossier beizufügen oder sie zu überarbeiten – aus Gründen der journalistischen Korrektheit selbstverständlich mit einem Verweis zu den weiterhin aufrufbaren Originalversionen.

Ich gebe gerne zu, dass meine Haltung zu „Aufstehen“ sich in den letzten Monaten ein Stück weit verändert hat. Nein, gerne gebe ich es nicht zu, es ist immer schwierig, sich korrigieren zu müssen, denn bestimmte Knackpunkte sehe ich bei dieser Initiative nach wie vor. Aber die vielen  Reaktionen auf die neue Bewegungsinitiative zweier führender Politikerpersönlichkeiten der LINKEn erzwingen eine gewisse Änderung der Perspektive, führen nun zu eindeutigerer Stellung- und Parteinahme, als dies zu Beginn meiner Befassung mit der Bewegung vorgesehen war.

Wird die eigene Meinung dezidierter und deutlicher vorgetragen, wird die Herangehensweise emotionaler, dann steigt die Gefahr, dass eine Enttäuschung eintritt und man diese auch noch auf einer Wepräsenz dokumentieren muss, wenn man vollständig bleiben will. Dies ist mir bewusst, gehört aber zum Lebensrisiko.

Außerdem stammt das Dossier zu „Aufstehen“ nun einmal von einem „Meinungsblog“ und eben nicht von einer Stelle, die vorgibt, wissenschaftlich-neutral zu arbeiten und das darf man dem Produkt anmerken. Es gibt außerhalb der sogenannten exakten Wissenschaften ohnehin keine Neutralität oder Objektivität. Eines Tages wird sicher auch „Aufstehen“ Gegenstand wissenschaftlicher Arbeiten werden. Die Daten, die darin publiziert werden, werden in dieses Dossier einfließen, sofern es sich zu einem Langfristprojekt entwickelt.

Trotz Knappheit der Ressourcen und der Tatsache, dass wir es aktuell mit einem Nukleus zu tun haben, nicht mit einem ausgeformten „Bewegungscharakter“, soll dieses kleine Werk auch einen Einstieg ins Thema für Menschen darstellen, die sich bisher nicht damit befasst haben oder ein Kompendium haben möchten, anstatt Hunderte von Quellen einzeln im Netz recherchieren und sortieren zu müssen. Die Gliederungsvariante „Zeitleiste“ muss allerdings vorerst die einzige bleiben, weil sie auf gegenwärtigem Stand der Dinge, dem „Es werde“, nicht dem „Es ist“, allein dazu führt, dass Übersichtlichkeit herrscht. Im Moment ist alles Prozess, nicht Bestand. Jedoch will ich nicht ausschließen, dass wir das Dossier zu einem späteren Zeitpunkt zumindest teilweise in die typische Buchform mit Gliederung nach Sachpunkten wandeln.

Das Schicksal von „Aufstehen“ und seiner Macher, seiner Unterstützer, Mitglieder, Sympathisanten, Gegner hat auf jeden Fall hohe Relevanz. Denn Vieles, was die Politik in Deutschland kennzeichnet, lässt sich anhand von „Aufstehen“ sehr gut erläutern, dies zeichnet sich bereits ab. Und natürlich geht es darum, auszuloten, wie weit linke Politik tatsächlich Realität werden kann. Wird es einen Ruck geben? Gar eine Achsenverschiebung? Oder müssen wir am Ende feststellen, dass alles bleibt, wie es ist, abzüglich der Tatsache, dass eine neue Hoffnung sich als trügerisch erwiesen hat? Und was können wir, was kann jeder Einzelne tun, um das zu verhindern?

Ob dieses Dossier auch praktische Tipps und Aufforderungen enthalten wird, ist noch nicht ausgemacht, denn das würde voraussetzen, dass wir trotz der Stellung des Wahlberliners als Meinungsmedium kommentarlos Unterstützung leisten. Das ist eine sehr schwierige Frage, denn kann ein Dossier mit einer Appellfunktion verknüpft werden und ein Wechsel zwischen Aufruf und Kommentierung, also auch Kritik, kann das funktionieren und glaubwürdig sein? Oder bedarf es dazu nicht wenigstens unterschiedlicher Rubriken innerhalb des Feature-Spektrums, das der „Wahlberliner“ anbietet? Oder aber: Entsteht daraus etwas ganz Eigenes, das in der Summe mehr ist als die einzelnen, tagesaktuellen Statements und Meinungen?

Bezüglich des Publikationsverfahrens ist entschieden, dass die einzelnen Beiträge zum Thema nicht aufgegeben, sondern im Wesentlichen nachträglich ins Dossier eingearbeitet werden. Es wird aber auch Aktualisierungen des Dossiers geben, die nicht auf bereits einzeln veröffentlichten Artikeln basieren.

Es sind noch einige Details zu klären und ich halte es für möglich, dass sich die Ausrichtung des Dossiers im Lauf der Zeit verändern wird. Auf seinen Tenor kann dies ohnehin zutreffen, denn dieser hängt selbstredend davon ab, wie die Dinge sich entwickeln werden. Was wir sehen, ist ein „Work in Progress“, dessen Gestalt heute nicht vollständig zu definieren ist. Über diese bestimmt nicht nur der Verfasser beim Wahlberliner, sondern zuvorderst diejenigen, die „Aufstehen“ initiiert haben und die es gestalten und prägen werden.

Thomas Hocke, Berlin, 19.08.2018

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