Jedes Kind muss lesen lernen! – Hamburger Erklärung (Campact)

Jedes Kind muss lesen lernen! – Hamburger Erklärung (Campact)

Heute habe ich zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder eine Petition unterschrieben. Ich will das Mitmachen bei Petitionen nicht ins Beliebige treiben, daher beschränke ich mich auf Themen, die für mich zentral sind und weiß, für andere wichtige Themen gibt es andere Unterstützer_innen. Bildung zählt zu den für mich zentralen Themen. Sie ist für mich ein Gegenstand, mit dem man mich auf die Palme bringen oder begeistern kann. Je nachdem, wie man mit diesem kostbarsten aller Güter, der Vermittlung von Wissen und Erkenntnisfähigkeit, umgeht.

Wer in Berlin lebt, der muss davon ausgehen, dass der Anteil nicht uneingeschränkt lesefähiger Kinder im Alter von zehn Jahren in seiner Stadt, in seiner Umgebung, höher, nicht niedriger liegt als bei jenen 18,9 Prozent, die in der Petition genannt werden. Berlin liegt bildungsseitig fast in allen Belangen unter dem deutschen Durchschnitt, der ohnehin in den nächsten Jahren im internationalen Vergleich weiter zurückfallen wird.

Woher ich diese Sicherheit nehme? Berlin betreffend zum Beispiel aus der Tatsache, dass Grundschulen mittlerweile mit Hilfslehrer_innen „ausgestattet“ werden sollen, dabei hat qualifiziertes Personal Mühe genug, sich in „Brennpunktschulen“ klarzufinden. Dies ist nur einer von vielen Gründen, die dazu verleiten, sehr pessimistisch zu sein – und Pessimismus bezüglich der Bildungspolitik zieht unweigerlich Zukunftspessimismus nach sich.

Erwachsenenbildung als Reparaturbetrieb ist nicht unmöglich, aber fehlende Grundfertigkeiten in einer späteren Lebensphase als üblich und vorgesehen zu erlernen, ist mit ungleich höherem Aufwand verbunden.

Wenn dieses Land sozial und technlogisch nicht mittlefristig komplett abgehängt werden will, wird dieser Aufwand ohnehin betrieben werden müssen – aber vielleicht könnte man wenigstens zugunsten der gerade Geborenen und derer, die noch kommen werden und nicht in einer Bildungswüste aufwachsen sollten, mit dem Umdenken anfangen und ihnen allen eine faire Chance auf Bildung, Ausbildung, ökonomische und kulturelle Teilhabe geben. Es liegt nicht nur, wie vielfach suggeriert wird, an zu wenig Mitteln für die Schulbildung, sondern auch an ideologisch bedingten Fehlsteuerungen im Schulbetrieb, dass die Wissensvermittlung in schwieriges Fahrwasser geraten ist.

Weil ich dafür bin, dass Kinder wieder eine Chance auf lesen und schreiben können, auf Kreativität. Fantasie und Spaß an Wissen, Forschen und eigenständig denken erhalten sollen, was zweifellos den analytischen Umgang mit Wort und Text voraussetzt, habe ich die „Hamburger Erklärung“ unterzeichnet.

TH

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