Viele Berliner Schulen ohne Leitung, kaum noch richtige Lehrer bei Neueinstellungen / #Tempelhof-#Schöneberg, #Berlin #Bildungspolitik #BerlinFail #Schulpolitik #Spreewald-#Grundschule #Spreewaldschule #SandraScheeres #SPD-Fail

Medienspiegel 50 

Viele Berliner Schulen ohne Schulleitung, manchmal auch ohne Stellvertretung (RBB24) / #Tempelhof-#Schöneberg, #Berlin #Bildungspolitik #BerlinFail #Schulpolitik #Spreewald-#Grundschule #Spreewaldschule

Berliner Schulen fehlt Leitungspersonal: Wenn niemand „zum Direx“ geschickt werden kann“, titelt der RBB und erzählt uns, dass gestandene Schulleiterinnnen wie Doris Unzeitig ihren Job schmeißen, obwohl er für Berliner Verhältnisse exzellent dotiert ist.

Teilweise sind Schulleiter_innenstellen seit 2014 vakant und an einigen Schulen kann nicht einmal auf die Stellvertreter_innen zurückgegriffen werden – die gibt es nämlich auch nicht. Damit das Desaster nicht so schlimm aussieht, werden die vakanten Positionen nach Schulformen einzeln gezählt: insgesamt haben in der Addition derzeit 45 Berliner Schulen keine Leitung. Die Berliner Zeitung, die den Notstand bereits am 17.08. gemeldet hatte, kommt auf 36 Schulleiter_innen und 120 Stellvertreterinn_en. Das heißt, dass mindestens 156 von ca. 700 staatlichen Berliner Schulen nicht ordnungsgemäß geführt werden können.

„Ein Fallbeispiel ist die gerade erst deutschlandweit in die Schlagzeilen geratene Spreewald-Grundschule in Schönberg. Wegen pöbelnder, gewalttätiger Schüler und renitenter Eltern sah sich Schulleiterin Doris Unzeitig genötigt, einen privaten Sicherheitsdienst zu engagieren.“

Wir lernen also, dass es an Berliner Schulen mittlerweile notwendig ist, die Lehrer vor den Schülern und deren Eltern zu schützen. Selbstverständlich vermeiden die Beiträge jede ethnische Zuschreibung, damit nicht etwa auch bei den härtesten Ideologen noch ein Nachdenken darüber einsetzt, ob die Integration vielleicht stellenweise nicht doch ein paar klitzekleine Schwachstellen aufweist und ob man unbedingt von noch stärkerem Zuzug träumen muss, wenn man das Hier und Jetzt nicht im Griff hat – aber da ich mich in Schöneberg zufällig ein wenig auskenne, brauche ich diese Angaben nicht und verstehe die Eltern in meinem Bekanntenkreis, die ihre Kinder auf Privatschulen schicken, koste es, was es wolle. Dass dadurch die Chancenungleichheit weiter steigt und welche Zukunftshypotheken damit aufgebaut werden, bedarf keiner Erläuterung.

Dass sich vor allem für „Brennpunktschulen“ wie die oben genannte keine Leitung finden lässt, erschließt sich ebenfalls beinahe von selbst. Die Lehrer_innen wollen einfach nur sich und ihrer Familie noch etwas länger erhalten bleiben – in psychisch nicht komplett zerrüttetem Zustand.

Zu dieser Entwicklung passt sehr genau, dass nun auch noch unfassbare zwei Drittel Hilfskräfte als Lehrer genau an solchen Schulen eingesetzt werden müssen, weil es nicht  mehr genug ausgebildetes Personal für die Besetzung freier Stellen gibt. Ich stelle mir gerade eine sogenannte Brennpunktschule vor, an der es keine Leitung gibt und an der überwiegend ungelernte „Hilfslehrer_innen“ sich durch den Alltag kämpfen  müssen.

Arme Lehrer-Amateure. Arme Kinder. Armes Berliner Schulwesen.

Je nach Stimmungslage und persönlicher Aufstellung (eigene schulpflichtige Kinder, die es in Berlin packen müssen oder glücklich kinderlos) zum Entsetzen oder nur zum Kopfschütteln noch dieses Interview mit der Berliner Schulsenatorin Sandra Scheeres, die bis 2016 als gelernte Erzieherin sogar das Wissenschaftsressort geleitet hat. Ich gehe davon aus, dass der RBB die Satzstellungen von Scheeres und die Gesamtdiktion weitgehend unverändert übernommen hat. „Wir haben die Entwicklung nicht verpennt“ ist das Interview überschrieben.

Würde mich interessieren, wo die beiden Kinder von Frau Scheeres ausgebildet werden. An einer Brennpunktschule oder doch lieber an einem netten, kleinen Privatinstitut? Ich will niemandem den guten Willen absprechen, selbst Politiker_innen nicht, aber manchmal braucht es Menschen mit Managerqualitäten. Besonders, um das absaufende Berliner Schulsystem noch irgendwie zu stabilisieren und von dort aus vielleicht ganz neu aufzurichten. Und zwar so, dass Wachdienste an Grundschulen (!) eines Tages überflüssig werden und junge Menschen wieder gerne den Lehrer_innenberuf ergreifen.

TH

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

AutismusJournal

Perspektiven und Reflexionen

Carolin Schnelle

Jungjournalistin

thomas post

Alternativen

Telepolis

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

ScienceFiles

Kritische Sozialwissenschaften

Zusammen gegen #Mietenwahnsinn

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

KuBra Consult

Acta, non verba

Nachrichten: ZEIT ONLINE Newsfeed

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Meike K.-Fehrmann (Autorin)

Frieda - Ein Demenz-Krimi / Warum Herr Hagebeck sterben muss / Kakerlaken-Schach / Die Rache stirbt zuletzt

SPIEGEL ONLINE - Politik

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Testkammer

Testen macht süchtig: Filme, Spiele, Bücher etc. im Fokus

Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino

„Film is a disease. When it infects your bloodstream, it takes over as the number one hormone. As with heroin, the antidote to film is more film.“

SPD erneuern

Unfrisierte Gedanken zur Wiedergewinnung von Relevanz

Ein Parteibuch

Noch ein Parteibuch

Jan Josef Liefers

Die offizielle Fanseite

Wortwechsel 15

Das Schreibblog von Anja, Armena, Elke und Thomas

The Blog Cinematic

Film als emotionalisierende Kunstform

%d Bloggern gefällt das: