Was machen die Parteien mit dem verregneten Sommer? #Sommerflut vs. #Hitzewelle #Walkampf #CSU #CDU #SPD #FDP #DIELINKE #Piraten #AfD

2018-09-01 Der verregnete Sommer - wie reagieren die Parteien

Medienspiegel 38 / Spottlight

Gefühlt hat es nie auch nur annährend so viel Niederschlag gegeben, seit ich in Berlin lebe, wie in diesem Sommer. Objektive Zahlen dürften das bestätigen.

Das ganze Jahr ist schon unglaublich nass und langsam kommt meine Erzählung ins hektische Rudern, die besagt, dass die Gegend, aus der ich stamme, immer schon tagelangen Landregen kannte, es in Berlin hingegen immer mal nur für ein paar Minuten vom Himmel tropft.

Diese Erzählung hatte 9 Jahre lang gehalten, was sie versprach, nämlich Unterscheidbarkeit herzustellen. Jetzt ist sie also in schweres Fahrwasser gekommen. Allerdings habe ich nicht nachgesehen, wie es jetzt in meiner alten Heimat aussieht, möglicherweise hat der Regen ja dort auch weiter zugenommen und das Meiste im Leben und bei den Statistiken ist bekanntlich relativ. Jedenfalls bezieht sich der Beitrag auf Deutschland im Ganzen.

Wie aber gehen die Parteien mit der aktuellen Wetter-Sonderlage um? Die Heute-Show hat sich darüber Gedanken gemacht und die obige Grafik entworfen. Ob die auch beim Wahl-O-Mat berücksichtigt werden wird? Eher nicht, denn solange es nicht stürmt und peitscht, ist der exzessive Niederschlag trotz seines Namens eher eine weiche Sache. Jemand muss aber nun ein wenig gesunde wettbewerbliche Härte reinbringen, deshalb haben wir für die einzelnen Aussagen eine Bewertung von 1 bis 10 vergeben.

CSU: 8/10. Die Forderung nach einer Flüchtlingsobergrenze in Niederschlagsbegrenzungsforderungen umzusetzen, ist einfach gut. Die Gleichsetzung bedient aber auch die Diktion der „Flüchtlingsflut“, gegen die eine Obergrenze einzurichten dann ja eine Art Deichbauprojekt wäre.

CDU 7/10. Der Merkel-Absolutismus, der aus einem „ihr“ einfach mal ein „wir“ macht und dadurch Mitnahme vorgaukelt, ist immer noch gut getroffen. Aber: Faktisch ist das „wir schaffen das“ nicht mehr Stand der Dinge. Die Leute vor Ort schaffen das – aber auch deswegen, weil die Situation mittlerweile eine andere ist als im Herbst 2015.

SPD 5/10. Faktisch stimmt die Aussage, aber das häte man origineller und pointierter bringen können, in einer typisch windelweichen Martin-Schulz-Diktion.

FDP 10/10. Den stark personalisierten, optisch / inszenierungsseitig hochgradig ausgefeilten Wahlkampf der FDP super auf den Punkt gebracht.

DIE LINKE 9/10. Die,mantra-artige Forderungssprache der Forderungspartei ebenfalls klasse abgebildet und auch eine Frage an die Realitätsnähe gleich mit verwurstet. Für eine Erweiterung dergestalt, dass Deutschland die gerechte Vergeltung für seine Exportflut bekommt, war in diesem knappen Slogan kein Platz mehr.

PIRATEN 10/10. Ich weiß gar nicht, ob die Piraten wirklich immer vor den Gefahren der Cloud gewarnt haben und mancher Datenkeller wäre ja demgemäß auch eher aufgebrochen als geflutet, aber allein die Tatsache, dass man hier eine gute Idee gefunden hat, diese in der Bedeutungslosigkeit versunkene Partei mal wieder mit einem treffenden Spruch zu bedenken, gibt’s die volle Punktzahl.

AfD 5/10. Je mehr die besonders Rechtslastigen das Bild bestimmen, desto wahrer. Aber  es gibt einen wesentlichen Unterschied zu den Sprüchen, mit denen die anderen Parteien bedacht worden sind: Diese alle könnten wirklich deren eigenem Wahlkampf entnommen sein bzw. rekurrieren auf deren Selbstdarstellung, während die AfD diesen Spruch übergestülpt bekommen hat. Etwas, das die Absurdität mancher AfD-Programmpunkte belegt wie „Stoppt die Freizügigkeit der Wolken – zurück zum identitätsstiftenden Regen der Vaterländer!“ wäre besser gewesen, selbstredend pointierer, besser ausgefeilt als unser Spontan-Einfall.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Ausgerechnet bei solch einem höchst klimarelevanten Thema werden sie einfach vergessen. Hoffentlich ergibt so viel Ignoranz, die von der heute Show vielleicht versehentlich für Toleranz gehalten wird, im Herbst kein verhageltes Wahlergebnis.

Durchschnitt auf der Zehner-Gag-Qualitätsskala: Sehr ordentliche 7,71. Bei unserem Feature „Filmfest“ wäre das für einen deutschen Film sogar eine herausragende Wertung, und die Heute Show ist ja immerhin eine deutsche Satiresendung, hat also mit ähnlichen Grundproblemen beim Humor der Zielgruppe zu kämpfen.

Wenn wir die Absenz eines Spruchs für unsere jahrelange Lieblingspartei mit null Punkten bewerten, die Zahl der zu berücksichtigenden politischen Kräfte konsequenterweise von 7 auf 8 anheben, kommen wir zu eine Wertung von 6,8/10. Für deutsche Satire des Jahres 2017 immer noch ordentlich und die Aussichten der Grünen werden ja wirklich von Umfrage zu Umfrage mehr davongeschwemmt.

Von wann stammt dieser Beitrag? Aus dem August 2017. Ein Jahr und wieder so viel passiert.

TH

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

Gentrification Blog

Nachrichten zur Stärkung von Stadtteilmobilisierungen und Mieter/innenkämpfen

- Sascha Iwanows Welt -

Wir können die Gegenwart nur verstehen, wenn wir die Vergangenheit studiert haben, die in einer Klassengesellschaft vorhandenen Gesetzmäßigkeiten kennen und unser Handeln darauf ausrichten. Um die Zukunft gestalten zu können, muss man also die Vergangenheit und die Gegenwart kennen!

AutismusJournal

Perspektiven und Reflexionen

Carolin Schnelle

Jungjournalistin

thomas post

Alternativen

Telepolis

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

ScienceFiles

Kritische Sozialwissenschaften

Zusammen gegen #Mietenwahnsinn

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

KuBra Consult

Acta, non verba

Nachrichten: ZEIT ONLINE Newsfeed

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Meike K.-Fehrmann (Autorin)

Frieda - Ein Demenz-Krimi / Warum Herr Hagebeck sterben muss / Kakerlaken-Schach / Die Rache stirbt zuletzt

SPIEGEL ONLINE - Politik

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Testkammer

Testen macht süchtig: Filme, Spiele, Bücher etc. im Fokus

Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino

„Film is a disease. When it infects your bloodstream, it takes over as the number one hormone. As with heroin, the antidote to film is more film.“

SPD erneuern

Unfrisierte Gedanken zur Wiedergewinnung von Relevanz

Ein Parteibuch

Noch ein Parteibuch

Jan Josef Liefers

Die offizielle Fanseite

%d Bloggern gefällt das: