#Chemnitz über alles! / #Sachsen #c2608 #c2708 #c2808 #c2908 #Staatsversagen #AfD #Nazis #Messermigration #MEEDIA #Spiegel #Zeit #FAZ #Tagesspiegel #WeimarerVerhältnisse

Empfohlene Beiträge anderer Medien 53-61

Ich cancele heute eine eigentlich wichtige Veranstaltung zu migrationspolitischen Vorstellungen innerhalb meiner Partei mit sicher vielen interessanten Ideen von Open Border bis hin zu einem linken Einwanderungsgesetz – weil: Chemnitz. In Sachsen.

Es ist im Moment geradezu abstrus, sich Gedanken über die sinnvolle Weiterentwicklung von Integration und Migration zu machen, wenn der Mob auf der Straße tobt und dadurch die Möglichkeit zu sachgerechter und unaufgeregter Diskussion abwürgt.

Danke, Chemnitz? Ach nein. Es ist ja meine Entscheidung, jetzt anderes erstmal zurückzustellen und nach einiger Zeit wieder eine Fremdbeitrags-Empfehlungsliste zu erstellen. Was für ein Glück aber, dass sie nach der Wende nichts Eiligeres zu tun hatten, als Karl-Marx-Stadt wieder reaktionär umzubenennen. Dadurch ist es Marx erspart geblieben, dass sein Name im Zusammenhang mit Nazigewalt genannt wird. Schlimm genug, dass sich Szenen vor der berühmten Marx-Kopf-Plastik abgespielt haben. Mir tut der Mann so leid, nicht nur wegen der alltäglichen Politik in Deutschland.

53.) Staatsversagen!”: So hart gehen deutsche Medien nach den Chemnitz-Krawallen mit der Polizei ins Gericht

Zusammenfassung der Reaktionen in den Leitmedien in MEEDIA. Einige der weiter unten verlinkten Beiträge sind dort schon erwähnt. Klar, dass die BILD wieder den Bogen schlägt von einer Situation zu einer vollkommen anderen, anstatt jedes Ereignis in seiner Singularität zu beurteilen. So wird wieder alles relativiert.

54.) Zeit-Reporter Grunert: “In Sachsen ist es schon länger so, dass Videoteams auf Demos nicht mehr frei berichten können” (MEEDIA)

In einem Interview erklärt der Zeit-Reporter, dass in Sachsen die Journalisten mittlerweile eigene Sicherheitskräfte mitbringen und Schutzkleidung tragen, wenn sie von „Demonstrationen“ der rechten Szene berichten wollen.

55.) Wie die Polizei eine Stadt den Rechten überließ (Spiegel Online)

Immer wieder muss man konstatieren, dass der Spiegel nicht mehr ist, was er mal war. Dieser fast schon im BILD-Stil gehaltene, nur mit anderer Tendenz ausgestattete Bericht bedient dermaßen viele Klischees, dass er wohl auch deswegen zu den am meisten gelesenen über die Ereignisse vom 27.08. gehört.

56.) Die Brandstifter von der AfD (Süddeutsche Zeitung)

Ich bin ein bekennender Fan von Max Frisch (und Friedrich Dürrenmatt) und das Frisch-Stück kenne ich daher. Es lässt sich auf alle übertragen, die sich gegen erkennbare Ausfaserungen der Demokratie nicht wehren. Und da ich oben sagte, jedes Ereignis sei singulär zu betrachten, will ich nicht alles, was mir allegorisch zu „Biedermann und die Brandstifter“ einfällt, wie eine Abordnung von Matrioschkas ineinanderstellen und alle haben ein einziges Gesicht: Allgemeines Staatsversagen. Dass die AfD vom Verfassungsschutz nur beraten, aber nicht beobachtet wird, war mir neu und einer der schlimmsten Hetzerinnen, die immerhin Bundestagsabgeordnete ist, Beatrix von Storch, wurde nicht erwähnt, ich ergänze also hiermit.

57.) Der Abend, an dem der Rechtsstaat aufgab (Die Zeit)

Der Beitrag bisher mit dem besten Spät-Weimar-Feeling. Ich habe mich bisher immer geweigert, die heutigen Zustände mit den damaligen zu vergleichen. Auch, weil ich dachte, wir werden es doch nach der NS-Erfahrung nicht wieder genauso machen. Vielleicht hat es dieses Mal aber auch nur länger gedauert. Trotzdem auch Kritik an dem Beitrag, ebenso wie an dem des SPIEGEL: Hier ist es die Überschrift, die vor allem nicht zum Ende des Artikels passt. „Aufgeben“ hätte ja bedeutet, dass die Polizei sich zurückzieht, so liest es sich aber nicht.

58.) SPD, Grüne und Linke kritisieren Seehofers Schweigen (Der Spiegel)

Gehört der Innenminister nicht auch zu den Brandstiftern? Während ich darüber noch nachdenke, hat er gerade der sächsischen Polizei Hilfe angeboten. Klingt ein wenig nach US-amerikanischen Zuständen in den Heydays der Civil-Rights-Bewegung.

59.) Daniel H. war weder Hooligan noch AfD-Anhänger (FAZ)

Das muss ja auch gesagt werden – aber im Wesentlichen befasst sich die FAZ mit dem Drumherum, wie die anderen Medien auch, für die der Todesfalls selbst mittlerweile komplett nachrangig ist. Der Beitrag bietet aber eine recht gute Darstellung des Ablaufs bis zur Eskalation am Montag.

60.) Opfer von Chemnitz war Deutschkubaner – und links (Tagesanzeiger, Zürich)

Um etwas mehr über Daniel H., den Toten von Chemnitz, lesen zu können, musste ich bei Google durch bis Seite 2 unten und eine Schweizer Zeitung aufschlagen oder anklicken, das spricht Bände. Was ich lese, lässt eine Instrumentalisierung seiner Person nicht zu.

61.) Sawsan Chebli: „Wir waren zu naiv“ (Berliner Tagesspiegel)

Die rechten Hetzer reden von „Messermigration“, die gut Etablierten des Mainstreams versuchen den Armen vorzuschreiben, wovor sie Angst haben dürfen und wovor nicht. Und solchermaßen perverse Begriffsbildung einerseits und weiter spaltende Überheblichkeit andererseits sind der Grund, warum ich ein bisschen warte, bis ich wieder versuche, in fein gegliederte Sachdiskussionen live einzusteigen. Im Moment, befürchte ich, bin ich zu schwierig im Umgang.

Schade eigentlich, denn das wäre nach einer längeren Veranstaltungspause doch ein guter Re-Opener gewesen, endlich über konkrete Zukunftsvorstellungen zu diskutieren. Aber nächste Woche diskutiert Sahra Wagenknecht mit Kevin Kühnert und Jakob Augstein im Berliner Kultkino „Babylon“. Da wird es nicht so tiefschürfend zugehen, aber ich werde endlich wieder Spaß haben.

TH

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