325. Und wie weiter? / #DerWahlberliner

In eigener Sache 5

Heute ist wieder einmal ein Beitrag in eigener Sache fällig – weil wir den Artikel-Ausstoß des direkten Vorgängerblogs „Rote Sonne 17“ übertroffen haben.

Dort sind derzeit noch 310 Beiträge abrufbar, ein paar haben wir bereits gelöscht, weil sie im neuen Wahlberliner wiederveröffentlicht wurden. Der hauptsächliche Unterschied ist – damals haben wir ca. 15 Monate gebraucht, um die über 300 Beiträge zusammenzubekommen – allerdings mit einem deutlichen Gefälle zum Ende hin, weil uns an der Präsenz vermehrt technische Aspekte gestört haben und wir das Konzept auch inhaltlich überdenken wollten.

Zum Beispiel die Rückkehr zum Plural betreffend, der beim „ersten Wahlberliner“ schon üblich war.

Der ist sicher heutzutage ein Sondermerkmal, aber er hat durchaus einen Sinn, weil er zum Beispiel prinzipiell die Mitarbeit von Personen absichert, die aus verschiedenen Gründen nicht unter eigenem Namen veröffentlichen wollen, für alle Beiträge zeichne ich daher bisher und vermutlich noch für eine Zeit persönlich verantwortlich. Als Gastbeiträge gekennzeichnete Artikel gibt es noch nicht, aber irgendwann wird das hoffentlich kommen. Ich schreibe also immer, wenn es um die Publikationen hier insgesamt geht, im „Wir“, bei manchen Beiträgen ist das allerdings zusätzlich ein Stilmittel, das zur Markenbildung rechnet und beim ersten Wahlberliner zumindest keine negativen Reaktionen erzeugt hat.

WIR haben den Output mal ausgerechnet: Den neuen Wahlberliner gibt es seit 75 Tagen und es wurden 325 Beiträge veröffentlicht. Das sind 4,33 Periode pro Tag. 

Das Ziel waren drei pro Tag, das haben WIR also geschafft. Wir schaffen eben auch mal was, wir sind Teil der aufgerufenen Gemeinschaft. Und es gibt noch einen wesentlichen Unterschied  zum Vorgängerblog. Die Beiträge sind im Durchschnitt länger. Ich weiß leider nicht genau, um wieviel länger, weil der Dienstleister, bei dem das Vorgängerblog angesiedelt ist, so einfache Features wie die Wörterzählung nicht anbietet, die Archivierung noch nicht abgeschlossen ist – und einige Beiträge, siehe oben, nicht im Archiv verblieben sind, sondern hier bereits wieder gezeigt werden. Natürlich kann man das alles einzeln erfassen, aber da stellt sich dann doch irgendwann die Zeitfrage.

Warum die längeren Beiträge?

Langfristige Leser_innen des Wahlberliners wissen, dass insbesondere die Film- und Fernsehbeiträge beim ersten Wahlberliner noch länger waren, die politischen dafür wesentlich weniger Anteil hatten. Insbesondere im Bereich Politik ist beispielsweise mit dem Format „Analyse“ eine Beitragsklasse hinzugekommen, die es in der Form und auch bezüglich der Zahl der Veröffentlichungen bisher nicht gab.

Außerdem starteten wir vor einigen Wochen es die weitere neue Rubrik „Dossier“. Dort werde Beiträge in Versionen veröffentlicht, die sich weiterentwickeln – und jede neue Version soll alles einschließen, was schon in der Vorversion stand, insofern ist die Wörterzahl, bei der wir aktuell die Grenze von 400.000 überschritten haben, bereits wegen des Dossiers „Aufstehen“ mit einer kleinen „Unschärfe“ verbunden, die sich verstärken wird, wenn wir ältere Beiträge hin und wieder aktualisieren und wiederveröffentlichen werden, denn der Aufwand dafür soll ja geringer sein als für eine komplette Neuerstellung. Trotzdem kommen dadurch natürlich genauso viele Wörter hinzu wie bei einem komplett neuen Beitrag. Das läuft dann innerhalb des Blogs, bisher gab es nur wenige Fälle von Übertragung aus „Rote Sonne 17″ und vom 2ersten Wahlberliner“, der nicht mehr öffentlich eingesehen werden kann.

Der Grund für die längeren Beiträge ist schlicht der Wunsch, mehr in die Tiefe zu gehen und uns nicht von Nutzern irritieren zu lassen, die ein begrenztes Lesevermögen haben.

Die kündigen mir sowieso irgendwann die Facebook-Freundschaft oder dergleichen unfreundliche Akte. Der Wahlberliner soll ein anderes Gepräge bekommen als das Vorgängerblog „Rote Sonne 17“ und wieder mehr an seine Ursprünge anknüpfen. Es soll damit auch absichtlich ein wenig gegen bestimmte aktuelle Tendenzen aufgestellt werden. Trotzdem trifft „Der Wahlberliner“ dabei auf wesentlich mehr Mitbewerber als beim Start der ersten Version im März 2011.

Warum so „anders“? Weil bestimmte Leser es mehr schätzen?

Das Leserverhalten hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert, da mache ich mir nichts vor. Der Start im zurückliegenden Juni war ziemlich mühsam, langsam zieht es etwas an, wobei wir noch lange nicht auf dem Niveau von 2012 bis 2016 angelangt sind. Das ist geradezu Knochenarbeit, würde ich es nennen, wenn es nicht doch eine Beleidigung für alle wirklichen Malocher wäre. Und sowas lohnt sich sowieso nur für eine recht eng begrenzte Leser_innengruppe, die es zu schätzen weiß.

Aber WordPress gibt die Nutzerzahlen „in echt“ wieder, das war bei Blogspot nicht der Fall, weil dort jeder neue Beitrag eine ganze Reihe von Zugriffe von allen möglichen Google-Administrationsstellen auslöst, die das Ergebnis verfälschen. Und es gab Perioden, in denen diese Zugriffe auf eine deutlich manipulierte Art stark anstiegen. Für mich etwas spooky, vor allem in einem seltsamen Adsense-Zusammenhang. Ich merke doch, dass ich mich bei WordPress mehr zuhause fühle, zumal ich jetzt erstmals zu einer Bezahlversion gegriffen habe, um bestimmte Dinge wie die Domain „Derwahlberliner.com“ einrichten zu können und insgesamt mehr Steuerungsmöglichkeiten zu haben. Aber wir wollen ja dahin kommen, dass nicht mehr Datentransfer, sondern faire Monetarisierung im Internet die Geschäftsbasis bildet. Dies ist mein Beitrag dazu. Scherz, muss auch mal sein. Außerdem natürlich in die andere Richtung, nicht in die des Inhalte-Erstellers. Aber das ist ein anderes Thema, das wir schon besprochen haben. Es wird uns sicher weiter beschäftigen.

Ein durchschnittlicher Beitrag kommt nach obigen Zahlen auf über 1200 Wörter. Es gibt doch auch zeitliche Grenzen?

Abgesehen davon, dass für den Wahlberliner der 27-Stunden-Tag eingeführt wurde und meine KI mir schon mitgeteilt hat, dass sie vorerst nicht daran denkt, hier zu übernehmen und alle meine Tippfehler auch (was ich strikt von ihr verlangen würde, der Authentizität wegen): ja. Und das wirkt sich auf andere Aktivitäten aus. Natürlich denke ich mir bei dieser Handhabe etwas bzw. sie hat Gründe.

Aber ich muss an dieser Stelle mal einen Gruß an Freunde und Freundinnen und politisch Nahestehende loswerden und um Entschuldigung bitten. Ich schaffe es derzeit kaum, zu  Veranstaltungen zu gehen, um sie dort zu treffen und auch das Schreiben konzentriert sich im Moment fast ganz auf dieses Blog. Die Gründe dafür werde ich sicher mal offenlegen, falls mich jemand fragt, aber wann das geht und wie ich das gestalte, hängt von der jeweiligen Person ab; in erster Linie davon, wie gut wir einander kennen.

Wenn der Output so weitergeht, werden nach einem Jahr die über 1400 veröffentlichten Beiträge des „ersten Wahlberliners“ erreicht sein, damals dauerte das fünf Jahre.

Da kann man sehen, was in Menschen drinsteckt, wenn sie nur wollen. Scherz Nr. 2.

Das nächste Ziel?

Die 500 natürlich. 500 veröffentlichte Beiträge. Ich würde gerne mal sehen, ob wir das in den nächsten 30 Tagen schaffen. Das wäre eine Steigerung auf fast 6 Beiträge täglich. Es wird trotzdem nicht ausreichen, um die inhaltlichen Ziele zu schaffen, die sich mit den vielen Beitragsrubriken verbinden. Das liegt unter anderem am Dossier „Aufstehen“, das wesentlich mehr Kapazität bindet als anfangs vermutet. Aber es ist ja eine freie Entscheidung, so umfassend die derzeit nur medialen Statements und Reaktionen, aber bald vielleicht auch die realen Ergebnisse zu dokumentieren. Dafür müssen andere wichtige Dinge wie die recht aufwendige China-Serie etwas zurückgestellt werden – obwohl China für uns alle noch mindestens genauso wichtig werden wird wie jede politische Organisation.

Auch das „Filmfest“ läuft langsamer an als ursprünglich geplant. Zum Ausgleich bemühen wir uns, jedes Mal, wenn ein „Tatort“ wiederholt wird, die dazu bereits für den ersten Wahlberliner oder Rote Sonne 17 geschriebene oder noch im Archiv verwahrte Rezension dazu in der Rubrik „Crimetime“ zu zeigen – oder verfassen nach Ausstrahlung eine neue, falls es bisher keine gab – was derzeit noch auf etwa 40 Prozent aller Tatorte zutrifft. Der Hintergedanke ist, wenn diese Beiträge erst einmal bestehen, kann ich sie bei weiteren Wiederholungen in einer lediglich noch einmal redigierten Version zeigen oder auf die bestehenden Versionen in den sozialen Netzwerken hinweisen. Der Arbeitsaufwand für „Crimetime“ wird also im Lauf der Zeit abnehmen.

Thomas Hocke, Berlin 07.09.2018 

 

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