„Liefern am Limit“ – die Segnungen des Plattformkapitalismus // #Arbeitswelt #Lieferando #Lieferheld #Deliveroo #Foodora #Flaschenpost #DeliveryHero

Medienspiegel 73

Fahrradkuriere: Anlieferungsluxus mit sozialen Kosten — DU PHAM

„Im Sog der Bequemlichkeit. In Westeuropa erlebt es im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhundert seine Blütezeit: das Dienstbotenwesen. „Der ideale Mensch fühlt Freude, wenn er anderen einen Dienst erweisen kann“, so der griechische Philosoph Aristoteles. Um heute in den Genuss des Bedientwerdens zu kommen, braucht es lediglich einen Internetzugang. Plattformkapitalismus at its best. […]“

über Fahrradkuriere: Anlieferungsluxus mit sozialen Kosten — DU PHAM

Wir haben einen Blogbeitrag zum Thema Plattformökonomie gefunden, der alle Regeln des journalistischen Storytellings berücksichtigt und dadurch ein besonders lebendiges, aber auch wenig erfreuliches Portärt der Fahrradkurier-Branche zeichnet. Ich verzichte heute auf Reflektionen über die automobile Variante des Kurierwesens, die ich aus meiner Studienzeit kenne. Irgendwie war das doch eine andere Welt und das Wort Plattformökonomie gab es damals meines Wissens nicht.

Anhand des verlinkten Beitrags kann man aber darüber nachdenen, ob diese postindustrielle Dienstleistungwelt, die wohl als Teil des Jobwunders angesehen wird, nicht vielleicht vorindustriell ist. Wir fallen also per App wieder in die Zeit zurück, als Menschen vor allem von anderen Menschen durch die Gegend gescheucht werden. Mag sein, dass die Roboter da Abhilfe schaffen werden, aber was wird aus den vielen Menschen, die heute noch die Arbeit machen, die morgen die Roboter übernehmen? Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis die ersten KIen auf Rennrädern durch die Städte strampeln und ohne Schichtwechsel auch in solchen Outdoor-Jobs 24/7 arbeiten können, aber alles, was prekär ist, schreit doch geradezu nach technischer Ablösung, damit für die Menschen nur noch die gute, die kreative, erfüllende Arbeit übrig bleibt.

Getränkeinseln mit automatischen Espressomaschinen gibt es ja schon, wie wir seit am letzten Sonntag wissen. Bei all den automatischen Freund_innen muss nicht mehr darüber nachgedacht werden, in welcher Vertragsform sie arbeiten sollen, sie gehören einfach den Unternehmen. Eine Steuerkarte sollen sie allerdings auch kriegen, damit sie sich am Sozialtstaat beteiligen können. Und das ist doch das Optimum: Die Dienstleistungs vor Ort kann ja nicht in Billigohnländer verlegt werden und daher ist eine faire Besteuerung möglich. Und die Auftraggeber der Roboter werden ein BGE haben, damit sie diese Dienstleistungen in Anspruch nehmen können. Ob da möglicherweise bei der Erarbeitung einer das BGE ermöglichenden Wertschöpfungskette Probleme auftauchen könnten, wollen wir an dieser Stelle mal nicht zu ausgiebig betrachten.

Das war jetzt nur ein wenig nach vorne gedacht, weil der letzte Beitrag hier die Rezension zu einem Tatort namens „Tiere der Großstadt“ war, der sich mit der Zukunft des Menschen in der selbstverfremdeten Welt beschäftigt.

Über das schwierige Hier und Jetzt der Lieferwelt als einem Teil der Plattformökonomie gibt der wirklich instruktive Beitrag oben Auskunft.

TH

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