Isch over, Bayern (2) und … // #FCBPK #MiaSanMia #MiasanMimimi #FCBayern #Rummenigge #Hoeneß #Hoeness #Bernat #UCL #BayernPK #Menschenwürde

… dass es so schnell gehen würde, hätten wir doch nicht gedacht, als wir den Original-Beitrag nach dem 1:1 im Heimspiel der Uefa Champions League gegen Ajax Amsterdam geschrieben haben.

Die gesamte Pressekonferenz dauert etwa 30 Minuten, auf der einerseits würdevolle Behandlung für Spieler und Vereine eingefordert wird (von den Medien), andererseits wieder einmal in alter Hoeneß-Manier gegen einen Ex-Spieler des FCB nachgetreten wird. Diese krude Mischung, in der sogar der „Artikel aller Artikel“ des Grundgesetzes (Art. 1 GG – Menschenwürde) herangezogen, andererseits wieder ungebremst in die Grütze gehauen wird, hat etwas Apokalyptisches und ist eigentlich, wenn auch bedauernswerterweise, typisch menschlich. Der Bayern-Vorstand spiegelt, warum es auf und mit der Welt nicht besser wird.

Der Niedergang des FC Bayern ist leider auch für den Rest der Liga nicht bedeutungslos, weil kein Verein in Sicht ist, der die Münchener gleichwertig ersetzen könnte, während sie endlich reinen Tisch machen und jüngere Spieler und weniger verbrauchtes Vorstandspersonal holen.

Als Ulrich Hoeneß nach seiner JVA-Zwangspause wieder in den Vorstand zurückkehrte, hatte ich gleich ein schlechtes Gefühl: Ein großer Austeiler war er immer schon, aber der Verein funktionierte, weil er sehr kompakt und kaum angreifbar wirkte.

Aber kann man das als verurteilter Straftäter noch einmal erreichen, mit dem ständigen Gefühl, von allen schräg angesehen zu werden, wo Hoeneß doch immer schon sehr dünnhäutig war? Wie subjektiv muss das Weltbild sein, um den Job unter solchen Umständen noch ausführen zu können?

Wie es sich anhört, wenn die Koordinaten nicht mehr stimmen, weil man über den Zenit hinaus ist, und das gilt momentan für viele im Verein, das kann man auf dieser Pressekonferenz anschauen und nachhören. Wer schon darauf angewiesen ist, dass ihm die Welt so gespiegelt wird …

… lebt im Grunde nicht mehr in dieser Welt. Es ist seit Jahren offensichtlich, dass der FC Bayern keinen Nachwuchs mehr findet, der so gut ist wie seine alternden Stars einmal waren. Für die Trainer gilt leider das Gleiche. Sich nachträglich in die Kritiker der Kovac-Verpflichtung einzureihen, liest sich vielleicht etwas simpel, aber ich war von Beginn an skeptisch eingestellt, ich habe bloß nicht darüber geschrieben.

Die Fußballwelt hat sich verändert, in den letzten Jahren sogar besonders stark. Siehe die Angaben weiter unten im Originalbeitrag.

Das könnte man auch einfach zugeben und entweder sachlich und klar Veränderungen auch im Ligabetrieb fordern oder etwas kleinere Brötchen backen. Aber so ist das, wenn man zu lange Erfolg hatte manchmal – wenn es nicht mehr klappt, entsteht nicht ein neuer Aufbruch, nicht eine nüchterne Analyse des Ist, sondern erst einmal eine Wagenburg-Mentalität und es geht erst durch eine Krise, dann wieder aufwärts. Wäre das nicht so, wären auf ewig immer dieselben Vereine vorne und wie langweilig wäre das denn?

Interessant, dass das im Moment so einhergeht mit dem Zustand auf Nationalmannschaftsebene, der herrschenden Politik und überhaupt fast allem. Das macht es so schön delikat. Der Untergang ist nah. Und nach dem Untergang geht’s weiter.

TH

Der Originalbeitrag unten und Hertha BSC Berlin gegen Bayern.

... isch over, Bundesliga. 

Fünf Jahre ist das All German Final in Wimbledon nun her und die Bundesliga verabschiedet sich langsam, aber sicher, aus dem Konzert der Großen. Nach dem ziemlich ratlosen 0:2 am letzten Samstag in Berlin nun also ein kaum befriedigerendes 1:1 der Bayern gegen Ajax Amsterdam – dahoam.

https://twitter.com/FCBayern/status/1047231688340918272

Ein 1:1 gegen eine junge und bekanntermaßen aufstrebene Mannschaft wie Ajax Amsterdam, auch zuhause und mit Dusel am Ende, das kann mal vorkommen. Doch die Überalterung der Mannschaft bzw. das hohe Alter vieler Leistungsträger und die Probleme, auf diesem Niveau Ersatz zu finden, sind signifikant.

Vor wenigen Jahren noch stand der FC Bayern auf Platz 3 der wertvollsten Fußballvereine Europas, hinter den beiden spanischen Giganten, die wir alle kennen. Mittlerweile rangiert Bayern auf Platz 8, Tendenz weiter fallend. So gesehen, dürfte es gerade noch fürs Viertelfinale der Champions League reichen.

Im Liga-Wertvergleich hat die italienische Serie A die Bundesliga mittlerweile wieder überholt. Im Grunde war die Bundesliga ein Outperformer, als es zum historischen Finale Dortmund-München kam, denn schon damals waren die englische Pemier League und die spanische La Liga wertmäßig vorne – aber Bayern konnte als Einzelverein mithalten, hatte eine tolle Zeit mit Jupp Heynckes, Barcelona einige verletzte Spieler und Jürgen Klopp holte aus Dortmund das Optimum heraus. Und natürlich schießt Geld Tore, wenn es vernünftig  investiert wird.

Über die übrigen deutschen Vereine und deren teilweise blamable Leistungen auf internationaler Bühne, besonders seit 2017, wissen wir alle Bescheid. Damit ist die Bundesliga jetzt auch in der UEFA-Fünfjahreswertung innerhalb nur eines Jahres vom doch erstaunlichen Platz 2 auf den realistischeren 4. Rang abgerutscht. In der abgelaufenen Saison 17/18 hat sogar die fanzösische Ligue 1 besser abgeschnitten, steht aber im Fünfjahresvergleich noch um einiges zurück.

Die Bundesliga ist am Scheideweg. Eigentlich steht sie da schon seit Jahren still, kratzt sich am Kopf und weiß nicht weiter:

Will man das für Hasenzüchter und Kleingärtner geschaffene deutsche Vereinsrecht weiterhin behalten und damit den Einstieg von Großinvestoren jedweder Herkunft und Absicht verhindern und eine gewisse – scheinbare? – Ehrlichkeit und Basismäßigkeit des Fußballs bewahren und international weiter absinken oder macht man den Sprung nach vorne und wird so kapitalistisch wie die anderen? Der deutsche Markt wäre groß genug, um mit der EPL mithalten zu können, wenn man ihn ebenso durchkommerzialisieren würde. Dafür müssten die Großvereine wie der FC Bayern auch nicht quasi ein Staatsauftrag werden, wie in Spanien der FC Barcelona und Real Madrid.

Den ersten Schritt könnte man jetzt schon gehen. Endlich die erste Liga auf 20 Vereine anheben, wie es in allen größeren Ländern üblich ist und mal einen einen von vielen deutschen Sonderwegen beenden. Das wäre immerhin ein Signal.

Sonst kann man den Haus-und Hof-Hasthtag der Bayern #MiaSanMia in nicht ferner Zukunft ersetzen durch „Mammamia, mia san in der tiefen Fußballprovinz Europas!“

TH

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