Was und wie viel hat #Berlin mit der Scharia-Ökonomie am Laufen? – „Scharia-Staaten kaufen sich in westliche Gesellschaften ein“ (Telepolis) // #Scharia #Weltmännertag #MichaelMüller #SPD #DIELINKE #Grüne #Chebli #Katar #SaudiArabia #Kuwait #Neutralitätsgesetz #Verschleierung #Vivantes #Golfstaaten

Medienspiegel 117

Unter dem Titel „Scharia-Staaten kaufen sich in westliche Gesellschaften ein“ hat heute Telepolis wieder einmal einen längeren Beitrag zum Islam in Deutschland veröffentlicht – dieses Mal hauptsächlich über die Wirkung von Kapitalinvestitionen und Trendsetzung seitens erzkonservativer Golfstaaten.

Einige Stichpunkte? 

Wer Beiträge wie diesen gelesen hat, kann wenigstens nicht mehr, wie einst bei den Nazis, behaupten, er habe von nichts gewusst. Das ist der Vorteil der noch gültigen Informationsfreiheit.

Saudi-Arabien kommt gar nicht vor. 

Man muss Saudi-Arabien immer mitlesen, wenn es um solche Darstellungen geht. Kein anderes Land außer vielleicht der Türkei im Erdogan-Modus und jenseits der westlichen Verbündeten nimmt bei uns so viel Einfluss. Es gibt auch gute Beiträge aus Wirtschaftszeitungen darüber, warum so ein Wesens wegen des Herrn Kashoggi gemacht wird, aber das Morden im Jemen bei uns medial kaum und politisch überhaupt keine Rolle spielt. It’s the Economy again, Stupid! Und nicht nur die Rüstungsexporte, da geht es um mehr.

Und wieder Sawsan Chebli. 

Wenn sie schon mit einem Vivantes-Manager verheiratet ist und Vivantes der Stadt Berlin gehört und der Brötchengeber der Regierende dieser Stadt ist, was will man da erwarten? Bisher dachte ich immer, Müller, dieser Generaltechnokrat, merkt nichts, hat das Feeling nicht dafür. Jetzt wissen wir’s besser: Es ist der Einfluss des Clans, es sind die wirtschaftlichen Interessen, die ihn zu allem schweigen lassen, was Chebli sich leistet.

Deutsche Politik zu instrumentalisieren, ist wirklich leicht, weil es um kaum etwas anderes geht als die Kapitalinteressen. Daher hat sie den Untergang der sogenannten demokratischen Werte in gewisser Weise auch verdient. Mir kann das egal sein, ich warte eh auf die Rückkehr des Patriarchats. Und wenn sie auf diese Weise stattfindet, warum nicht.

Habe ich schon erwähnt, dass heute #Weltmännertag ist?

Natürlich. Sarkasmus off?

Als ich nach Berlin gezogen bin, fand ich die Offenheit und Vielfalt in dieser Stadt beeindruckend und befreiend. Aber es ist eine Verschiebung zu sehen. Immer mehr formale Progression (Ehe für alle etc.) geht einher mit einer Verengung im Alltag. Ich habe anfangs in Neukölln gewohnt. Auch damals gab es in der Sonnenallee schon viele der angesprochenen arabischen Läden, die teilweise nicht einmal deutsche Übersetzungen ihrer Ladenschilder anbieten, aber die Clans haben sich noch nicht so offen protzig dargestellt wie heute. Bei der Müller-Connection, über die ich jetzt erstmalig gelesen habe, frage ich mich, wie es passieren konnte, dass die Exekutive überhaupt vor einiger Zeit gegen eine der „Familien“ eingeschritten ist. Aber die Justiz hat ja auch noch mitzureden, diese(s) Juma ist noch nicht gelesen.

Ist der Regierende Bürgermeister Michael Müller ein Befürworter des Berliner Neutralitätsgesetzes?

Interessanterweise ja. Wir machen hier keine Aufrechnung, aber dafür verzeihe ich ihm (fast) die Chebli. Vielleicht denkt er auch selbst, das sei ein Kompromiss, sich fürs Neutralitätsgesetz zu verwenden und sich gleichzeitig eine Frau mit so kritischen Ansichten und Insignien im engeren Umfeld zu leisten. Oder es ist doch nur wieder die Stupid Economy. In Berlin muss man ja wirklich nehmen, was man kriegt, sonst kommt die Stadt nie wirtschaftlich auf die Füße.

Und DIE LINKE und die Grünen?

Was soll ich schreiben? Es gibt bei uns viele, die vorwärts in den Rückschritt wollen. Das kann man so lapidar festhalten und es gilt ja auch für bestimmte andere Politikfelder.

Ich musste lachen, als mir kürzlich von einer politischen Veranstaltung meiner Blase erzählt wurde, in der eine junge Spätpunkerin aufgetreten ist und sich wild für die Verschleierung ins Zeug gelegt hat. Die Menschen sind schon krass. Wie soll man mit solchen politischen Kräften dem Reaktionären in der Welt und dem Klassenkampf von oben begegnen?

Warum wollen Menschen hier genau das, wovor sie irgendwann weggelaufen sind?

Sie bilden sich vielleicht ein, sie seien ja nicht davor weggelaufen, sondern vor was anderem, den mangelnden Chancen dort und dergleichen – und sehen die wirtschaftlich-politische Rückständigkeit ihrer Herkunftsländer separat von der Weltanschauung. Das ist aber falsch. Das eine und das andere hängen zusammen.

Historisch betrachtet, gab es Konstellationen, gab es viele Jahrhunderte, in denen Europa eine alles andere als fortschrittliche Rolle gespielt und zudem die islamischen Länder höchst unfair behandelt hat, aber wir sind jetzt in 2018. Und ich kann nur die Relevanz dessen in den Vordergrund stellen, was sich jetzt und hier vor Ort zeigt und wohin es führt, wenn man nicht etwas mehr Widerstandsgeist entwickelt. Dieser Geist kann sinnnvollerweise nur von links kommen, in Form eines progressiven Internationalismus, aber ich merke nicht viel davon.

Ökonomie wurde doch immer schon politisch gesehen und zur Einflussnahme genutzt.

Keine Frage, das tut der Westen am meisten, nach wie vor. Und wenn er dabei den Kapitalismus allzusehr freidrehen lassen will, dann ist das ein Problem für links Denkende. Dies bedeutetet jedoch nicht, dass deswegen andere Einflüsse automatisch gut sind. Das gilt nicht für China, das gilt auch nicht für die Scharia-Staaten.

Nun ja. Man muss ab und zu mal einen Artikel wie den von Telepolis lesen und dann weiter sein Ding machen. Irgendwer wird sich schon der Sache annehmen. Das sind nicht wir, sondern jene, die noch wissen, was ein Angriffsmodus ist, die wissen, was sie wollen, und die sich jeden Tag wundern, dass die anderen nicht wenigstens in die Verteidigung gehen. Wie? So leicht ist es? Na denn!

Nicht erstaunlich deswegen, dass der Respekt vor den Kartoffeln nicht sehr ausgeprägt ist und mittlerweile ungeniert politische Forderungen vorgetragen werden, die eine emanzipierte, moderne Gesellschaft nur mit einer sofortigen Roten Karte beantworten dürfte. Aber Menchen sind halt krass.

© 2018 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

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