Paul-Robeson-Straße 17 – der große Name, das wichtige Ziel: Jedes Haus zählt! // #Mieterproteste @PaulRobeson17 #IGHAB @HeimatNeue #Mietenwahnsinn #PrenzlauerBerg #Berlin #Gentrifizierung @derjochen #Gemeinwohl

2018-06-24 MedienspiegelMedienspiegel 120 / Serie „Mieter!“

Bereits am 26.10.2018 wurde in der „Prenzlauer Stimme“ über den bevorstehenden Verkauf des Hauses Paul-Robeson-Straße 17 am Prenzlauer Berg berichtet.

Vorgestern erschien ein weiterer Artikel der Kiezzeitung über einen Besuch des Bezirksbürgermeisters Sören Benn (DIE LINKE). Wir hoffen, er konnte den Bewohner_innen der Paul-Robeson-Straße 17 Mut zusprechen, obwohl die Verwaltungsseite des Milieuschutzes nicht davor bewahrt, sich auf einen monate- oder gar jahrlangen Kleinrieg einlassen zu müssen, wenn man seine Bleibe behalten will.

Es versteht sich von selbst, dass wir von einem Bezirksbürgermeister unserer Partei den gleichen Einsatz für die Mieter_innen erwarten wie ihn z. B. Jochen Biedermann (Grüne) in Neukölln oder Florian Schmidt (Grüne) in Friedrichshain-Kreuzberg als Baustadträte leisten – über deren Aktivitäten haben wir bereits berichtet und bleiben dran.

Jedes Viertel ist besonders, aber der Prenzlauer Berg sticht leider als Berliner Paradebeispiel für Gentrifizierung heraus und ich stehe diesem Quartier zwiespältig gegenüber. Ich mag es, kenne es seit meinem ersten Berlin-Besuch vor 25 Jahren, habe damals gedacht: Wow, so viel erhaltene Original-Bausubstanz aus der Gründerzeit und der Vorkriegszeit bis 1914, die schönsten Häuser, die je hier gebaut wurden – und was man daraus alles machen könnte.

Das war lange, bevor ich selbst nach Berlin gezogen bin und die Gentrifizierungsproblematik kennenlernte. Zuletzt war ich am Prenzlauer Berg vor ein paar Wochen in einer persönlichen Angelegenheit, nicht zum Ausgehen, wie früher mal ganz gerne.

Ich stelle es mir stressig vor, zu den letzten Nicht-Gentrifizierern dort zu gehören, selbst wenn das eigene Haus noch außerhalb des Fokus der „Investoren“ steht. Dass über kurz oder lang in diesem Gebiet jedes Gebäude in deren Blick gerät, allein dies stellt eine höchst uanangenehme Situation für Mieter_innen dar. Es wird etwas passieren, wenn man in einem noch nicht luxussanierten Haus wohnt – und man möchte doch unbedingt dort bleiben, vor allem, wenn man eine gute Gemeinschaft ist.

Das Recht auf bezahlbares Wohnen ist eines, das wir uns erst wieder aneignen müssen, nachdem schon so viel von der Berliner Mischung zerstört wurde. Jede Hausgemeinschaft, die sich zusammenschließt, um für dieses Recht zu kämpfen, ist ein Gewinn für uns alle.

Seit dem Wechsel zu 2RG Ende 2016 ruhen die Hoffnungen der Menschen vermehrt auf der Berliner Stadtpolitik. Die Bundesregierung wird es nicht richten, im Gegenteil, sie befeuert den Auftrieb am Immobilienmarkt absichtlich bzw. nimmt ihn wegen übergeordneter Belange billigend in Kauf und schafft andererseits nicht einmal eine vernünftige Mietpreisbremse.

Alles hängt an denen, die vor Ort schauen müssen, dass diese Schieflage nicht die Soziale Stadt vollkommen sprengt oder ihr den Rest gibt, wenn man es auf die Verhältnisse am Prenzlberg bezieht. Es hängt davon ab, wie gut die Verantwortlichen in den Kiezen, Bezirken und im Senat mit den Mieter_innen izusammenarbeiten.

Der Name der Straße, in der nun wieder ein Haus auf dem Spiel steht, ist ein besonderer und er symbolisiert auf beeindruckende Weise das, worum es jetzt wieder geht. Den „Investoren“ wird das egal sein, sie wissen vermutlich nicht einmal, dass sie eine Symbolfigur der Bürgerrechtsbewegung angreifen.

Deshalb gilt heute unsere Solidarität den Mieterinnen und Mietern in der Paul-Robeson-Straße 17 am Prenzlauer Berg. 

Und als Gruß ein bisschen was von Paul Robeson. Seinen „Signature-Song“, das berühmte „Ol‘ Man River“, der leider etwas traurig ist und davon kündet, dass ein Kampf nicht einmal begonnen hat, der in der Realität bis heute andauert, lassen wir nicht ganz weg, stellen ihn aber auch nicht hier ein. Deshalb nur als Link die Filmversion von 1936.

Als Ausgleich etwas zum Ansporn besonders für die linken Politiker_innen in der Stadt, auf dass sie niemals vergessen mögen, dass sie für die Menschen da sind, nicht umgekehrt; dass sie gefordert sind, wenn es um die Existenz derer geht, die sich ihnen in Wahlen und Abstimmungen und mit ihren Sorgen und Hoffnungen anvertrauen.

Besonders berührt hat mich die folgende Filmaufnahme mit Robeson, gesungen wird ab ca. 1:30.

Auch wenn die gezeigte Welt vergangen ist und Paul Robeson bereits 1976 verstarb – die Kämpfe und Träume von heute sind keine wesentlich anderen als in seiner Zeit. Man muss nicht sehr abstrakt denken, um das zu erkennen.

Ich glaube, wenn Paul Robeson noch leben würde, käme er nach Berlin und würde seine mächtige Stimme für die kämpfenden Mieter_innen der Stadt erheben.

TH

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

AutismusJournal

Perspektiven und Reflexionen

Carolin Schnelle

Jungjournalistin

thomas post

Alternativen

Telepolis

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

ScienceFiles

Kritische Sozialwissenschaften

Zusammen gegen #Mietenwahnsinn

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

KuBra Consult

Acta, non verba

Nachrichten: ZEIT ONLINE Newsfeed

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Meike K.-Fehrmann (Autorin)

Frieda - Ein Demenz-Krimi / Warum Herr Hagebeck sterben muss / Kakerlaken-Schach / Die Rache stirbt zuletzt

SPIEGEL ONLINE - Politik

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Testkammer

Testen macht süchtig: Filme, Spiele, Bücher etc. im Fokus

Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino

„Film is a disease. When it infects your bloodstream, it takes over as the number one hormone. As with heroin, the antidote to film is more film.“

SPD erneuern

Unfrisierte Gedanken zur Wiedergewinnung von Relevanz

Ein Parteibuch

Noch ein Parteibuch

Jan Josef Liefers

Die offizielle Fanseite

Wortwechsel 15

Das Schreibblog von Anja, Armena, Elke und Thomas

The Blog Cinematic

Film als emotionalisierende Kunstform

%d Bloggern gefällt das: