9. November: Wer so alles „Pogrom“ nicht richtig schreiben kann // #9Nov #9November #Pogromnacht #Reichspogromnacht #Reichsprogromnacht #Aufstehen #ZEIT # #Aufstehen #DIELINKE #taz #AfD

Akzente 9. November

Nein, es geht nicht um einen simplen Rechtschreibfehler. 

Wir machen hier auch Tippfehler und manchmal auch echte orthografische Fehler. Sorry dafür.

Aber dass man dieses zentrale Wort zum 9. / 10. November 1938 bezüglich seiner Schreibweise missachtet, das darf nicht sein. Allgemein nicht und nicht am 80. Jahrestag der früher euphemistisch „Reichskristallnacht“ genannten gezielten Anschläge, bei denen 1000 Synagogen und unzählige jüdische Geschäfte brannten oder sonst zerstört wurden, nicht bei den Ereignissen am Folgetag, als 30.000 jüdische Mitbürger in Konzentrationslager verschleppt wurden.

Bei einigen Quellen, die wir hier listen, wundert mich die Nachlässigkeit nicht, bei anderen schon. Und es lässt tief blicken – vor allem auf die mangelnde Tiefgründigkeit, mit der man sich dieses furchtbaren Themas annimmt.

Zählt wieder (nur) der gute Wille oder auch ausnahmsweise und ganz gegen den Trend mal die korrekte Ausführung? Ist es nur lästige Pflicht oder könnte man den Opfern der Reichspogromnacht und der Shoah vielleicht auch dadurch gerecht werden, dass man wenigstens „Pogrom“ richtig schreibt? Wenn man bei dieser Sprachverwahrlosung so weitermacht, heißt es in ein paar Jahren vielleicht „Reichsprogrammnacht“. Wie war das Programm in jener Nacht nochmal? Feuerwerk? Allgemeine, reichsweite Feuerwehrübung mit hohem Vergnügungsfaktor für die Massen?

„Der Begriff (der oder das) Pogrom steht für die gewaltsame Ausschreitung gegen Menschen, die entweder einer abgrenzbaren gesellschaftlichen Gruppe angehören oder aber von den Tätern einer realen bzw. vermeintlichen gesellschaftlichen Gruppe zugeordnet werden. Im Regelfall handelt es sich dabei um ethnische, politische oder religiöse Minderheiten, z. B. Mitglieder einer bestimmten Partei oder Religionsgemeinschaft.“

(Wikipedia) Von „Pro“ kann also keine Rede sein, es geht gegen Menschen und ist hier recht klar definiert.

Es geht doch nichts über einen guten Themenmix. Aber für unsere Freunde ist ja der Hambacher Forst auch ein Urwald. Immerhin weiß ich dadurch, von welchem politischen Kopf bei „Aufstehen“ dieser Tweet nicht stammen kann.

Danke, Partei, @Linksfraktion, Dietmar Bartsch.

Im Europaparlament hingegen sind sie sich nicht einig, trotz schlauer Gedenksprüche. Wer das als symbolisch ansehen mag, dem sei es gestattet.

Ich schwöre, als ich mich vor einer Stunde schon einmal mit der taz befasste, kannte ich diesen Tweet noch nicht, aber er verfestigt den Eindruck. Hauptsache, wir sind nicht populistisch. Das nehmen wir immerhin mit.

Das hat mich vom Hocker gehauen.

Das hier nicht so.

Irgendwie gehört es hier auch zum falschen Ton.

Für mich der Kracher. Blöd, wenn man eh das Gefühl hat, man kann jeden von den versuppten ZEIT-Beiträgen ganz leicht zerlegen (die politischen, nicht die kulturellen) und dann das. Ich werde von diesem Beitrag auch einen Gesamt-Screenshot machen, obwohl Tweets ja die unangenehme Eigenschaft haben, nicht korrigierbar zu sein. Man muss sie löschen und neu setzen, wenn man was falsch gemacht hat.

Die Liste ließe sich fast endlos fortsetzen, es sind auch viele dabei, die Stolpersteine fotografiert und sogar gesäubert haben – bei Letzteren will ich’s mal nicht so eng sehen.

Und es gab auch Menschen und Parteien, die „Pogrom“ korrekt geschrieben haben.

Die Stumpfheit der Erinnerung setzt mit der Abstumpfung gegenüber den Begriffen und ihrer Schreibung ein. Darum dieser Beitrag.

TH

SMSH 78-85

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