Überschuldung durch Miete (SZ) – besonders ältere Menschen trifft es nun hart // #GdW #Wohnungswirtschaft @HeimatNeue @BGemeinwohl #Mietenwahnsinn_stoppen #Gentrifzierung #Ausbeutung #Mieterproteste #Solidarität #Milieuschutz #Altersarmut

2018-06-24 MedienspiegelMedienspiegel 138

Im Jahr 2017 stieg die Quote von Menschen über 70 Jahren, die überschuldet sind, um 35 Prozent an, heißt es in der Süddeutschen Zeitung vom 6.11.2018.

Was ist nur mit den Senior_innen los? Epidemie des Kaufrausch-Virus?

Der Beitrag stützt sich auf Angaben der Creditreform, der natürlich viele Aspekte beinhaltet und aus der Sicht einer allerdings als einigermaßen seriös bekannten Gläubigerschützerin geschrieben ist.

Der Zusammenhang wird nicht auf Basis einer Statistik hergestellt, aber dass dieser plötzliche Anstieg von Überschuldung um 69.000 Personen der Alterskohorte ab 70 Jahren vor allem den rasant steigenden Wohnkosten zu verdanken ist, liegt auf der Hand, denn warum sollten Menschen, die langfristige Gewohnheiten ausgeprägt haben, ausgerechnet im abgelaufenen Jahr zu tief in die Tasche gegriffen haben, um Konsumprodukte zu finanzieren?

Vielleicht in diesem Sinne: Anstatt die Miete nicht zu zahlen, was als hoch gefährlich empfunden wird und es auch ist, werden immer mehr Dinge auf Raten gekauft, die man früher ohne Finanzierung erworben hat – und dann geht der Überblick verloren.

Kein Wunder auch, dass die Zahl der älteren Menschen, die arbeitet, ständig ansteigt, das weist ja auch die Statistik der Bundesanstalt für Arbeit so aus. Die Tendenz belegt nicht nur, dass es nicht mehr so viele Frühverrentungen aus Gründen des Strukturwandels gibt. Immerhin fallen im Gegenzug dazu mehr Menschen gesundheitsbedingt aus der Arbeitswelt.

In der Statistik dürften sich aber auch die Arbeitenden abzeichnen, die im Grunde schon die Maloche hinter sich haben und sich auf einen entspannten Lebensabend freuen sollten. So gesehen, ist die Forderungen aus „Kreisen“, das Renteneintrittsalter sukzessive auf 70 Jahre anzuheben, wenn es in einigen Jahren soweit ist, nur noch eine Feststellung bestehender Tatsachen.

Aber auch für Jüngere werden die Mietpreissteigerungen und Kaufpreissteigerungen bei den Immobilien zum Problem, weil die Löhne und Gehälter nicht in gleichem Maß angehoben werden.

„Der beste Weg, damit künftig weniger Menschen in die Schuldenspirale geraten, seien mehr Vollzeit-Arbeitsplätze in Deutschland. Auch empfiehlt Creditreform, dass es mehr Wohnungen in begehrten Städten brauche, damit die Mieten in den Wohnungsinseraten nicht mehr so stark steigen wie in den vergangenen Jahren. Zudem fordert die Auskunftei, dass der Staat die Finanzbildung der gesamten Bevölkerung in der Schule verbessern sollte.“

Dieser letzte Absatz allerdings, der ein Zitat-Zitat darstellt, die Süddeutsche Zeitung gibt hier eine Aussage der Creditreform wieder, ist ärgerlich. Nichts gegen Finanzbildung, aber wichtig wär’s auch, etwas gegen die Altersarmut zu tun, denn bei kaum noch Geld genug zum Essen hilft die beste Finanzbildung nichts. Und „mehr Wohnungen“ klingt schon wieder, als habe man sich mit der privaten Immobilienlobby abgesprochen.

Was ja nicht unlogisch wäre, denn einer der größten, wenn nicht der größte Auftraggeber der Creditreform ist die Wohnungswirtschaft, die durch dieses Unternehmen die Bonität von potenziellen Kunden prüfen lässt.

Es kommt nicht nur auf die Zahl der Neubauten an, sondern vor allem darauf, für wen gebaut wird. Für ein exklusives Wunschklientel der privaten Wohnungswirtschaft oder doch für die Vielen, die derzeit auf Wohnungssuche sind? Bezahlbares Wohnen hilft oft  gegen Überschuldung.

TH

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