Fotos © Julia Neig
Der Wahlberliner vor Ort 1
Die Europawahl 2019 ist erst im Mai, aber es ist nie zu früh, sich politisch zu informieren.
Gestern waren wir an der Freien Universität Berlin und haben dem früheren griechischen Finanzminister Yannis Varoufakis dabei zugehört, wie er sich das Europa der Zukunft vorstellt – unter Mitwirkung von DIEM25 (Democracy In Europe Movement 2025), seiner Bewegung, die auch in Deutschland zur Wahl antreten wird.
Damit bekommen wir nun auch langsam das, was Europa sicher nicht ärmer machen wird: Politische Kräfte, die nicht nur in einer Fraktion im Europaparlament zusammenarbeiten, sondern solche, die europaweit wählbar sind. Natürlich ist DIEM25 ein linkes Projekt und man muss nicht in allen Punkten seine Ansichten teilen, um es als Gewinn zu empfinden, Yannis Varoufakis zuzuhören – und ihm zu diskutieren. Ich hatte es gestern nur zu einer einzigen Zwischenbemerkung gebracht, auf die er aber sofort einging – der Inhalt bleibt mein Geheimnis, sofern Varoufakis es nicht ausplaudert.
Der Grieche, der Wolfgang Schäuble und der Troika so viel Ärger gemacht hat, hat ganz sicher das, was den meisten Politiker_innen hierzulande abgeht: Charisma.

Und eine Story natürlich auch, die gerade bei Student_innen gut ankommt, schließlich war er Hochschullehrer, bevor er in die Politik ging, um in Europa linke Spuren zu hinterlassen. Natürlich brauchen wir ein sozialeres Europa, eine neue Ära mit einem New Deal für die EU und vielleicht können wir gemäß Varoufakis den kategorischen Imperativ Immanuel Kants moralisch auf die Politik übertragen.
Aber warum bis 2025 warten? Jedes Jahr gibt es Gelegenheiten genug, auf irgendeiner politischen Ebene endlich die Konsequenzen aus einer Politik für Konzerne und Steuervermeider, für eine neoliberale EU, die immer weitere Arbeitnehmerrechte schleifen will, eine Politik die gegen die Menschen gerichtet ist zu ziehen und eine linke Partei zu wählen.
Leider konnten wir kein Foto so einstellen, wie es aufgenommen wurde, sodass man das große Interesse der Studierenden an der FU nicht sehen kann. Zwischen zwei Hörsälen wurde die Trennwand geöffnet und alles war bis auf den letzten Platz gefüllt. Selbst die kleinen Bildausschnitte mussten bearbeitet werden, denn wir nehmen hier die DSGVO in ihrer vollkommen idiotischen deutschen Anwendung natürlich ernst. Die Originalfotos speichern wir, falls man doch DSGVO-mäßig noch irgendwann zur Vernunft kommt.
TH
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