Annegret-Kramp-Karrenbauer und DIE LINKE, die am besten Bescheid wissen sollte (zur Pressemittteilung von DIE LINKE Saar) // #Saarland #AKK #KrampKarrenbauer #DIELINKE #CDU #CDUBpt18 #CDUVorsitz #Honecker #Lafontaine #Maas #Altmaier

Medienspiegel 166 (Quelle)

Peter Altmaier, Heiko Maas, Annegret Kramp-Karrenbauer. Ist das Saarland eine Kaderschmiede für die Große Koalition?

Wir haben Oskar Lafontaine und Erich Honecker vergessen. Ersterer war auch mal kurzzeitig Minister im Bund, allerdings in einer rot-günen Koalition und da wich er dann schnell einer norddeutschen Kante namens Gerhard Schröder aus und machte seinen eigenen Laden auf. Letzterer allerdings führte sogar eine Partei, die immer ganz allein regierte. Die drei Eingangs Genannten allerdings sind typische Politiker_innen heutigen  Zuschnitts. Unauffällig, pragmatisch, kompromiss- und damit mehrheitsfähig. Das ist der Stil unserer Zeit, der aber von einer Ostdeutschen namens Angela Merkel erst zum Stil unserer Zeit gemacht wurde. Gleichwohl hat dies den Saarländer_innen sicher geholfen die speziell mit ihr offenbar gut auskamen.

Aber Oskar ist doch das totale Gegenteil. Immer, wenn Mehrheitsfähigkeit droht, bekommt er Panik und büchst aus.

Es sei denn, er hat die Macht allein, wie ab 1985 an der Saar. Irgendwie ist er vom  Typ weniger ein Saarländer als die anderen. Ich bin ja auch nicht nach Berlin gegangen, weil ich finde, das Saarland hat das letztgültige Wort und ist der beste Ort.

Selbst DIE LINKE im Saarland kann sich einen gewissen Stolz aber nicht verkneifen, dass es wieder eine Saarländerin ziemlich nach vorne geschafft hat.

Das ist eine typische Reaktion für kleine Länder, wo es nicht so selbstverständlich ist, dass jemand sich auf höherer Ebene durchsetzt, und von Durchsetzung kann man ja in den Fall sprechen – auch wenn die Show von gestern nicht darüber hinwegtäuscht, dass die Politik sich nicht wesentlich anders gestaltet hätte, wären Merz oder Spahn gewählt worden.

Unter den Saarländerinnen ist sie ja auch die erste, zur Feier dessen verwendet die saarländische Linke nicht einmal mehr den Unterstrich oder den Genderstern. Sie kennen keine Gender, keine Parteien, keine politischen Disparitäten mehr, sondern nur noch Saarländerinnen. Im Ernst: Auf Bundesebene gab es jahrzehntelang überhaupt keine relevanten Politiker_innen aus dem Saarland; das, was jetzt läuft, ist nur ein statistisch erklärbarer Ausgleich. Und natürlich haben Politiker_innen in der CDU Glück, dass nicht so konsequent gemittelt wird wie in der LINKEN. Wenn man dort nicht schon oben anfängt, wie Lafontaine, hat man, wenn man beispielsweise männlich ist, aus einer kleinen Gliederung innerhalb der Partei kommt und dann noch vielleicht einer Strömung angehört, die gerade nicht so angesagt ist, keine Chance, etwas zu werden.

Bei der CDU hingegen wirkt der Übergang von einer weiblichen Vorsitzenden zu einer weiblichen Vorsitzenden authentisch und natürlich, so wie er abgelaufen ist. Deswegen finde ich auch politische und mediale Statements, die sich jetzt mit dem Matriarchat beschäftigen und es begrüßen oder nicht, ein bisschen lächerlich (siehe etwa die Grünen, Anna Baerbocks Reaktion auf die Wahl).

Grenzt die saarländische Linke sich nicht genug ab, weil die neue CDU-Vorsitzende Saarländerin ist?

Offenbar hat man schon vergessen, dass AKK sich klar gegen Schwarz-Tiefrot ausgesprochen hat und hofft wohl, da kommt es noch zu einer Änderung der Haltung, weil, im Osten da geht ja mit etwas Pech bald nur noch entweder diese Kombination oder Einbindung der AfD in die Regierung. Aber vielleicht sagt AKK dann auch, das muss die Länderebene entscheiden.  Ich habe mir gerade mal die Stadtratsfraktion der LINKEn in Saarbrücken angeschaut, der Patricia Schumann angehört, die sich heute geäußert hat bzw. in der Mitteilung zitiert wird: Das nächste politische Supertalent wird, zumindest, sofern es DIE LINKE betrifft, vermutlich nicht dorther kommen. Und darum muss es doch gehen, nicht darum, eine bestimmte Landsmannschaft zu favorisieren.

Ich würde sogar einen Hamburger oder eine Hamburgerin akzeptieren, wenn sie oder er DIE LINKE mit Wums nach vorne bringen könnte. Mir ist dieses Statement der LINKEN, saarländische Dezenz hin oder her, doch etwas zu dezent ausgefallen. Dass das Saarland unter AKK nicht mit Mut gestaltet, sondern im Zeichen des langsamen Niedergangs verwaltet wurde, das hätte man deutlich mehr hervorheben müssen. Wenn die CDU-Politik unter der Leitung von Kramp-Karrenbauer auf Bundesebene genauso kreativ und innovativ ist, dann haben wir tatsächlich Merkel 2.0.

Warum wählen die Menschen bloß immer wieder solche Politiker_innen?

Ja, für DIE LINKE wäre Merz besser gewesen. Aber falls wir über Merkel & Co. sprechen – weil die Angst vor Veränderung immer noch größer ist als der Druck, der durch die leider tatsächlich stattfindende Veränderung ausgelöst wird. Daher hat Kramp-Karrenbauer auch gute Chancen auf die Kanzlerschaft. Dann wäre sie die erste saarländische Regierungschefin eines deutschen Staates seit Erich Honecker. Der war aber auch der letzte Regierungschef ebenjenes deutschen Staates.

TH

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