Update – Vorweihnachtsgrüße an die hoffentlich bald gerettete Sanderstraße 11-11a // @Sander11_11a @HeimatNeue #BMV @BMieterverein @Mieterproteste @Gemeinwohl @DerJochen #Mietenwahnsinn #Neukölln #Berlin #Gentrifizierung #Vorkaufsrecht #Verdrängung #Milieuschutz #Milieuschutzgebiet #Sanderstraße #Advent #Gemeinsinn #BizimKiez

2018-09-14 Social Media Hotspot

SMH 146-149 / Serie „Mieter!“

Heute Abend bekamen wir netterweise von der IG Sanderstraße 11, 11a und Jochen Biedermann noch Retweets und stellen sie hier vor:

Wir wollen jetzt nicht ins Verfahren hineinkommentieren, dessen exakten Stand wir natürlich nicht kennen, glauben aber zu verstehen, was die Mieter_innen und der Baustadtrat von Neukölln sich wünschen und drücken alle Daumen dafür. Auf dass wir bald vielleicht doch „Tiefgrün“ setzen können!

2019-04-29 Der Anti-Verdrängungs-Berliner V 1.02

Zum ursprünglichen Beitrag:

Vor Weihnachten würden wir am liebsten nur noch gute Nachrichten vom Berliner Mietenwahnsinn verbreiten: Verdrängung gestoppt! 

Oder wenigstens eine Atempause. Atempause? Wie ruhig und friedlich kann Weihnachten sein, wenn man in einem Haus wohnt, nach dem ein Immobilienhai schnappen will und der das Zubeißen nur verschoben hat, weil in Urlaub?

Aber manchmal findet man doch was Schönes, zum Beispiel hier: Die Mietergemeinschaft Sanderstraße 11, 11a hat einen Advenstkalender gemacht, der auch als Mutmacher für andere dienen kann, die gegen Verdrängung kämpfen, zudem findet man hübsch animierte Tipps für die Gründung und den Betrieb einer Mieterinitiative gegen Verdrängung:

 

Der Tweet kam schon gestern, aber wir nutzen ihn heute, um endlich ein paar Zeilen über die Sanderstraße zu schreiben. Da sind wir nämlich verdammt spät mit dran und müssen uns entschuldigen, weil wir schon vor etwa zwei Monaten andeuteten, dass wir darüber berichten wollen. Deswegen kommt im nächsten Beitrag auch von uns eine neue Art von Kalender: Nämlich eine Übersicht über alle Verdrängungsfälle, über die wir geschrieben haben und die wir im Blick haben, damit sich die Struktur hier weiter verbessert.

Sachlich sieht es mit der Sanderstraße 11 und 11a derzeit so aus, dass der Investor wohl doch zum  Zuge kam, aber der Bezirk eine Abwendungsvereinbarung schließen will, die darauf ausgerichtet ist, den Mieter_innen ihre günstigen Wohnungen zu erhalten. Zu dieser Abwendungsvereinbarung hat der Investor Änderungsvorschläge gemacht, diese werden von Baustadtrat Jochen Biedermann geprüft.

Zunächst wollte der Bezirk das in Milieuschutzgebieten zu seinen Gunsten mögliche Vorkaufsrecht ausüben, doch die Regelungen zum Milieuschutz beinhaltet auch, dass ein Immobilienkäufer das Recht hat, eine Abwendungsvereinbarung zu unterzeichnen, um dies zu verhindern. Diese Option hat der Käufer der Sanderstraße 11 und 11a gewählt.

Es ist also noch nicht zu spät, heute unsere Solidarität mit „Sanderstraße 11_11a“ auszudrücken!

Wir haben noch einen wunderschönen animierten Tweet von den Sanderstraßen-Bewohner_innen gefunden:

Wir haben in dem Artikel, der eine Befassung mit dem Fall versprach, auch angedeutet, dass wir diese Ecke in Neukölln – also, dass wir einen Bezug zu ihr haben. Denn Neukölln-Nord war unsere erste Station in Berlin, bevor wir ein paar Kilometer westwärts gewandert sind. Und da haben wir ganz in der Nähe gewohnt und der direkte Bezug kam vor allem daher, dass die Sanderstraße eine der Ausweichmöglichkeiten war, wenn in unserer Straße abends kein Parkplatz frei war. Es gibt stärkere Bezüge im Leben, aber immerhin ist es einer, der das Feeling für Atmosphäre des Kiezes mitgeprägt hat und außerdem war es eine besondere Zeit, in der wir erste Schritte zum Kennenlernen der Stadt von einer Altbau-WG in Neukölln aus unternahmen.

Bei uns im Haus und so in der Gegend drumherum sagten sie übrigens „Kreuzkölln“ dazu, um ja nicht mit den Bewohner_innen aus anderen Ecken von Neukölln verwechselt zu werden. Es geht manchmal nichts über das Abgrenzungsdenken, auch bezirksintern und kiezgebunden. Wenn man aus 1000 Kilometern Entfernung in eine Stadt zieht, wirkt das zunächst etwas kurios, aber es hat auch etwas mit dem Gentrifizierungskreisel von heute zu tun: Der eigene Kiez steht hoch im Rang für Berliner_innen und dies sagt etwas darüber aus, wie wir kenntlich sein wollen und was es bedeutet, rausgeschmissen aus zu werden, durch überhöhte Mieten verdrängt zu werden aus dem gelebten, erlebten Raum, der über die Jahre eine unsere Identitäten geworden ist.

Heute ist Neukölln-Nord an sich so hip, dass es sich problemlos vom Leih-Image des benachbarten Bezirks Kreuzberg freimachen kann und seinen eigenen Mietenwahnsinn – nicht genießen, sondern verfluchen darf. Den gab es nämlich nicht, als wir dort lebten. Dafür in der Nähe eine Pizzeria, die genau das, was die Bezeichnung ausdrückt, nämlich ganze Pizzen, nicht etwa Achtelstücke, ab 2,50 Euro anbot.

Wie sie das kalkuliert haben, auch in Neukölln und vor dem Mietenwahnsinn, ist mir bis heute ein Rätsel. Ob es dieses Wunderrestaurant noch gibt, mitten im Verdrängungsgebiet? Leider fallen mir der Name und die Adresse nicht mehr ein, sonst hätte ich’s gegoogelt. Heute ist es jedenfalls nötiger denn je, dass die Menschen, die schon länger hier leben, angesichts steigender Mieten mal günstig außer Haus essen können.

Heute unter Zuhilfenahme das Sanderstraßen-Adventskalenders an unser erstes Weihnachten in Berlin in Neukölln-Nord oder Kreuzkölln zu denken, ruft sehr nostalgische Gefühle hervor und zaubert ein Lächeln mitten in den anhaltenden Ärger über den Mietenwahnsinn.

TH

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