#Wirhabenessatt – Gruß aus #Berlin zur #Agrarwende #Pestizide #Bodenspekulation #Massentierhaltung #Bauern #Ökologie #Monokultur #Landwirtschaft

2019-01-05 social media hotspot aktuelles format mit logos facebook instagram twitterWir sind nicht dabei, wie man sich anhand dieses Beitrags denken kann, aber wir grüßen alle, die heute wieder stundenlang in der Kälte unterwegs sind.

Meistens ist es ja an den Samstagen, an denen „Wir haben es satt“ unterwegs ist, schönes, sonniges Wetter. Wir erinnern uns an einen Samstag, da war es noch viel klarer als heute, aber so kalt, dass wir uns nach zwei Stunden in ein Café absetzten. Wir finden nach es nach wie vor wichtig, sich für bessere, nachhaltige Lebensmittel einzusetzen und grüßen alle, die heute dabei sind. Hier haben wir ein Interview mit „Whes“-Sprecherin Saska Richartz verlinkt, das sie dem RBB gegeben hat.

Wie bei vielen anderen Belangen, die den Umweltschutz und natürlich auch den Schutz von uns Menschen betreffen,  liegt die politische Verantwortung in Deutschland meist bei konservativen Hardlinern und Industrie-Lobbyisten wie jetzt bei Julia Klöckner, deren Mentalität sich ohnehin immer deutlicher als ziemlich von gestern oder noch weiter zurück herausstellt. Das macht die kontinuierliche Verbesserung der Nachhaltigkeit in allen Bereichen schwierig. Seit neun Jahren ist „Wir haben es satt“ nun aktiv und leider immer im kalten Januar, weil mit der Grünen Woche verknüpft ist, auf der die traditionelle Nahrungsmittelindustrie sich selbst hochleben lässt. Zum Agrarkomplex gäbe es viel zu sagen, aber dafür sind wir keine Spezialisten und schließen deshalb, wie immer bei Event-Darstellungen, mit einigen Impressionen aus den sozialen Netzwerken und ein wenig Kommentierung.

Hier ein Vorbericht des RBB:

Bei den Twitter-Trends für Berlin liegt #Wirhabenessatt gerade auf Platz 1 und #Agrarwende auf Platz 4. Das ist doch erfreulich und zeigt, dass auch in Zeiten anderer, sehr dringlicher Probleme noch immer Menschen (10.000 waren für heute angemeldet, Veranstalter sprechen derzeit von bis zu 35.000 Teilnehmer_innen) für mehr Lebensqualität beim Essen auf die Straße gehen. Haben wir schon erwähnt, dass dieses Thema und viele andere, wie der #Mietenwahnsinn, nicht voneinander zu trennen sind? Weil alles, was dabei hier sehen, Anzeichen dafür sind, dass unser Wirtschaftssystem einer grundlegenden Veränderung bedarf.

Wir fanden es, als wir selbst dabei waren, beeindruckend, von wo überall die Bauern und Bäuerinnen mit ihren Treckern angereist kamen, aber natürlich ist die Aktion per se nicht maximal umweltfreundlich. Wir finden’s aber nicht so übel wie im  Herbst im Hambacher Forst, wo 50.000 Leute überwiegend mit Autos und Bussen anreisten und dann durch den Wald trampelten, den schützen zu wollen sie vorgaben. Heute findet die Demo wenigstens statt, wo sie hingehört: In der Nähe des Regierungsviertels von Berlin.

Der Mensch wird auch dafür wieder eine naturferne Lösung finden. Soweit uns bekannt, arbeitet man schon an Mikro-Bestäubungsdrohnen, die ironischerweise aussehen wie echte Bienen. Genmanipulierte, wunderschön bunte Schmetterlinge, denen man auch die Resistenz gegen Umweltgifte mitgeben könnte, haben wir für eine fiktionale Geschichte schon vor mehr als zehn Jahren erfunden und Insektenstiche und dieses ständige Gebrumme und Gesumme müssen ja auch nicht sein, in dieser lärmgeplagten Zeit.

Ob Florian Schmidt auch dabei ist? Vermutlich hat er keine Zeit, weil er schon wieder am nächsten Coup gegen die Immobilienmafia tüftelt. Aber wenn wir Sprüche wie „Klasse statt Masse“ lesen, denken wir unweigerlich auch an die immer mehr Armen im Land, die gar nicht die Wahl zwischen Masse und Klasse haben.

Klingt doch wieder recht imposant und sieht auch so aus.

Gruß an die engagierte Lisa Paus, mit der wir via Twitter verbunden sind.

Das gefällt uns sehr gut, weil es darauf aufmerksam macht, dass allzu viele Menschen sich nicht satt essen können (Welthungerhilfe heißt es ja nicht umsonst) und dass gutes Essen erst die zweite Stufe nach dem satt werden darstellt. Wir haben es in Deutschland überwiegend satt, aber wir müssen auch an die denken, die froh wären, wenn sie satt würden.

Auch die konventionelle Landwirtschaft hat tolle Sachen drauf – wie schon Saskia Richartzs im Interview sagt: Auf die Qualität und die Nachhaltigkeit kommt es an. Das heißt vor allem: Weg von der EU-Politik der Förderung von Groß-Agrarindustrie.

Ein Gruß natürlich auch an meine Partei und speziell an Caren Lay – was schrieben wir oben? Die Themen sind miteinander verknüpft und das heutige Motto der LINKEn zeigt es deutlich. Man kann nicht Ökologie, faire Mieten und derlei Dinge denken, ohne über die Verteilung der knappen Güter zu reden.

Sehr schönes Bild aus Berlin-Mitte und 35.000? Wow. Das sind sogar mehr als zuletzt, als wir dabei waren, wenn wir die Zahlen richtig im Kopf haben.

Immer zu den richtigen Adressaten. Sonst sieht es bald nur noch so aus:

Vor dem Reichstag fliegen keine Bienen mehr, sondern liegen tot auf dem Rücken.

Konservative journalistische Spalter müssen natürlich auch ein paar spaltischerische Kommentare abgeben.

Wieso hat uns dieser Tweet von derselben Person gar nicht überrascht? Hilfe, Systemwandel! Es könnte sich ja was verbessern: Weg vom Schweinekapitalismus in jedem Sinn des Wortes. Kann das angehen? Wir meinen, es muss.

Damit für alle Torfköppe dieser Welt nochmal klar ist, dass der soziale und der ökologische Protest #unteilbar sind.

https://twitter.com/cj_schroeder/status/1086550480774488065

Und hier nochmal das Logo des Aufrufs, anderes Format und mit dem Motto der Demo. Essen ist politisch. Das ganze Leben ist politisch. Wird Zeit, dass wieder mehr Menschen das verstehen und sich für Belange einsetzen, die sie als gemeinsam erkennen sollten.

Schon möglich, dass die „Wir haben es satt“-Demo im neunten Jahr ihres Bestehens mehr ein Ritual als radikal ist, aber auch Rituale, die immer wieder Menschen aktivieren, sind wichtig für die politische Willensbildung. Und weil es um die Menschen geht, haben wir viele Promis, die heute natürlich auch wieder zu sehen waren, hier nicht gezielt herausgestellt, denn sie sind ja auch die die Adressaten des Protestes, nicht nur seine Begleiter.

TH

SMH 222-236

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