Berliner Tagesspiegel macht ein „Innovation Lab“ für „datengetriebenen Journalismus“ // @HeimatNeue @Tagesspiegel #Journalismus @kressZwitscher #Berlin #Mietenwahnsinn

Medienspiegel 238

Der Berliner Tagesspiegel ist nach Zahl der ausgewerteten Beiträge das Berliner Medium, das wir am häufigsten heranziehen, um Vorgänge in der Stadt zu kommentieren oder Informationen aufzunehmen / zu vervollständigen. Jetzt will man interaktiver werden und den Leser_innen das Auswerten von Daten erleichtern – und sie an Recherchen beteiligen.

Dass wir den Tagesspiegel so häufig nehmen, liegt vor allem an seinem Aufbau: Regionales und Überbau sind ziemlich klar erkennbar getrennt und auch von der Ausrichtung deutlich unterscheidbar. Die Stadtteiljournalist_innen liefern uns bedeutende Infos, Einblicke und Storys zu unserem mittlerweile zentralen Thema „Mietenwahnsinn“, wirken dabei meist den Aktiven der Stadtgesellschaft gegenüber sehr aufgeschlossen und die manchmal etwas kritischeren Beiträge kommen gemäß der mittigen Ausrichtung des Blattes von der höheren Ebene.

Dieses Konzept ist variantenreich, gut durchschaubar und daher vertrauenswürdig. Aber bei den interaktiven Darstellungen ist in Berlin ganz klar die Morgenpost vorne, sie hat uns 2016 eine der ersten wichtigen Großdatensammlungen zugänglich gemacht: Die Mietpreisentwicklung der vorausgehenden acht Jahre in allen einzelnen Lagen der Stadt – u. a. anhand einer beeindruckenden Liniengrafik mit unzähligen Auswahlmöglichkeiten. Sicher spielt bei solchen Sammlungen und Aufbereitungen die gute Vernetzung der MoPo im Immobilienbereich eine fördernde Rolle, aber die Art der Darstellung ist ebenfalls ein wichtiges Plus gegenüber anderen Medien.

Daten sind allerdings nicht neutral und die Art ihrer Erhebung und vor allem ihre Zusammenstellung und Interpretation kann man so steuern, dass Wunschergebnisse erzielt werden. Leider tun das z. B. viele Studien in einem Maß, das man nicht als seriös bezeichnen kann. Gleiches gilt für Umfragen. Wir wünschen uns vor allem, dass wir mehr Daten schneller und sicherer bewerten können als bisher und dass die KI fürs schlaue Finden von Fakten, nichts fürs Schreiben von Beiträgen eingesetzt wird. Kleiner Scherz, muss auch mal. Oder doch nicht so abwegig?

Eine große interaktive Aktion hatte der Tagesspiegel schon mit „Correctiv“ zusammen, als er versuchte, die Eigentumsstruktur der Immobilien in  Berlin zu ermitteln („Wem gehört Berlin?“).

Wir freuen uns über mehr vergleichende, vergleichbare Daten aus Berlin und wünschen dem „Innovation Lab“ viel Erfolg.

TH / Dank an Daniel Diekmann, IG Hab für den Ausgangstweet zum Beitrag.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s