„Es ist ein gutes Zeichen, dass sie mich hassen“ (DER SPIEGEL interviewt Greta Thunberg) // #FridaysForFuture #Klimawandel #Klima #GretaThunberg #DERSPIEGEL

2019-01-05 medienspiegel aktuelles formatEin bisschen weg vom Mietenwahnsinn? Das noch größere Thema? Der SPIEGEL  hat also Greta Thunberg interviewt. Wer nicht weiß, wer Greta Thunberg ist, sollte googeln, wir erklären das hier nicht. Wir machen das mit Selbst-Q+A, das ist eh Avantgarde, sogar die taz verwendet jetzt diesen Stil.

  • Ist das Interview gut?

Es ist okay, hätte man aber auch ohne Flug mit Videokonferenz machen können. Immerhin zeigt der SPIEGEL sowas mal.

  • Ist der Schulstreik fürs Klima okay?

Uneingeschränkt ja.

  • Wir so?

Ich war bis zur Mittelstufe kein Schulschwänzer, aber in der OS gab es mal wieder weniger wertvolle Gründe fürs Fernbleiben. Wäre ich Friedensaktivist gewesen, wäre ich dafür auch der Schule ferngeblieten.

  • Ökologie nur mit Diktatur?

Das soll ich in einem Satz beantworten? Die Menschen werden sich erst ändern, wenn sie die Nachteile massiv am eigenen Leib zu spüren bekommen. Wie auch beim Wirtschaftssystem. Einsicht in Vorgänge, die noch als eher abstrakt empfunden werden, reicht nicht aus. Es wird Verbote durch diejenigen geben müssen, die mehr Verantwortung tragen können und weiter denken, sonst wird das nichts mehr mit dem Fortbestand unserer Zivilisation. Den Widlerspruch kann Thunberg übrigens nicht auflösen, wie auch unsere Linke nicht: Wieso wählen wir nicht alle das Gute und alles wird auf demokratisch-parlamentarischem Weg besser?

  • Warum nicht?

Weil wir nach falschen Maßstäben erzogen wurden. Und das aus den Köpfen zu kriegen, wie soll das funktionieren? Wer ist da, um uns umzuerziehen? Es wird zu von oben verordneten Einschränkungen kommen, weil die Einsicht aus der Mitte heraus nicht vorhanden ist. Oder es geht weiter den Bach runter.

  • Greta Thunberg?

Es gibt immer wieder Sternstunden, in denen Ikonen geboren werden. Sie ist perfekt, in  allen Details, für das, was sie tut. Und ich bin nicht sicher, dass es bald vorbei ist. Rührend, wie sie das sagt, aber manche Menschen wirken langfristig.

  • Haben 16jährige deutsche Schüler überhaupt einen Plan?

Ich habe in der ZEIT einen riesigen Wust an Kommentaren zum #FridaysForFuture vor einer Woche gelesen. In der ZEIT sollten doch diejenigen kommentieren, die das perfekte moderne Wording drauf haben. So war es aber nicht. Dummheit, Ignoranz, Herablassung, Zeigefinger, komplett irrelvante Ansprachen, fundamentales Unverständnis dominierten. Wenn die, die da geschrieben haben, selbst Kinder haben, befürchte ich, wir leben entgegen dem, was man so denkt, in der pädagogischen Steinzeit. Vielleicht wollten aber auch nur die was loswerden, die eh kein Verständnis für Jugendprotest haben und nie jung waren.

  • Ist das nicht ein ewiger Kreislauf: Jung und idealistisch und dann geht es dahin, wenn man an die Töpfe und so richtig ins Konsumieren kommt?

Die jetzige Generation wäre die erste, auf die das nicht zutrifft. Deswegen wird es ja wohl auch nicht komplett demokratisch zugehen, beim Stopp des Klimawahnsinns. Die wenigsten sind mit solider Kapitalismuskritik im Elternhaus aufgewachsen und können das alles in einen ökonomisch-ökologischen Großzusammenhang stellen. Natürlich ist der Zugang daher beschränkt, aber auch intiuitiv. Und wir waren auch so, mit 16 und ein bisschen klugscheißerisch auch. Bis auf ein paar Ideologen, die wussten damals schon tatsächlich Bescheid bzw. wirkten so, dank extrem politisch aufgeladener Milieus, aus denen sie stammten – haben aber zur Verbesserung der Welt seitdem nichts beitragen können. Es gibt viele Varianten von politischem Bewusstsein. Aber irgendwo muss es anfangen, sich herauszubilden. Warum nicht beim Schulstreik?

  • Kann eine Aktivistin etwas ändern, wenn sie vor den Großen der Welt spricht?

Die Welt müsste wirklich zuhören lernen. Ich freue mich erst einmal, dass es eine Aktivistin wie sie gibt, denn dass es Menschen wie sie gibt, ist allemal besser, als wenn es sie nicht gäbe. Mein Tipp ist aber, das Interview wirken zu lassen, nicht unseren Kommentar in den Vordergrund zu stellen.

TH

Medienspiegel 245

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