Das verschwundene Kind – Tatort 1083 / Crimetime 222 // #Tatort #NDR #Hannover #Göttingen #Goettingen #Lindholm #Schmitz #DasverschwundeneKind #Tatort1083 #Furtwängler #Kasumba

Titelfoto © NDR, Christine Schroeder

Eine neue Hoffnung?

So lautete bereits der Titel der Vorschau und wir belassen es dabei. Entweder schreibt man über diesen Tatort lieber gar nichts oder eine Abhandlung über menschliche Abgründe. Womit man den Fall meinen könnte, aber in einem Tatort muss es ja menschliche Abgründe geben, sonst entstünde kein Verbrechen. Einen Mord gibt es lange Zeit auch gar nicht, aber vielleicht ist in Göttingen die Polizeidirektion eine Art Einheits-Dienststelle, bei der alles, was mit Blut zu tun hat, sofort mit dem „großen Besteck“ bedacht wird. Wir schreiben keine Abhandlung, die Rezension wird aber trotzdem etwas länger. Unter anderem, weil wir die Vorschau fast unverändert übernehmen. Sie gehört dazu, wenn man unsere Haltung verstehen will und diese erläutern wir in der -> Rezension.

Handlung 

Charlotte Lindholm hat mit den Konsequenzen ihres letzten, misslungenen Einsatzes zu kämpfen. Als dessen Folge wurde sie vom LKA Hannover zur Polizeidirektion Göttingen strafversetzt. Nun versucht sie den Spagat zwischen ihrer Arbeit und ihrem Familienleben in Hannover. Außerdem muss sie mit einem neuen Team klarkommen, obwohl ihr gerade mangelnde Teamfähigkeit attestiert wurde.

Besondere Reibungspunkte gibt es zwischen Charlotte Lindholm und ihrer neuen Kollegin Anaïs Schmitz, die sich in ihrer Arbeit ähnlich dominant wie sie verhält. Ihr Fall geht den beiden Kommissarinnen an die Nieren: In der abbruchreifen, verdreckten Umkleidekabine eines Schul-Sportplatzes wird entdeckt, dass hier eine Frau unter mysteriösen Umständen entbunden hat. Manches deutet auf ein Verbrechen hin. Wo sind Mutter und Kind, leben sie noch?   

Rezension

Es hat und sehr interessiert, was die anderen zu diesem Lindholm-Fall sagen. Deswegen haben wir zunächst in der Rangliste des Tatort-Fundus nachgeschaut, in der man sehen kann, was einzelne Fans über den Film denken. Zugegeben, wir waren über die hohe Bewertung von „Das verschwundene Kind“ überrascht. Viele bekannte Namen aus der Fanszene haben noch keine Meinung abgegeben und die Begründung denjenigen, die schon Punkte vergeben haben, ist noch nicht sichtbar.

Wir liegen also unter dem gegenwärtigen Durchschnitt von 6,89 / Platz 293 von 1083?

Das verraten wir an dieser Stelle schon. Wir haben wieder einmal schlechter bewertet. Das ist nicht bei allen Lindholm-Tatorten so gewesen, wir geben uns immer größte Mühe, einen Fall für sich zu betrachten und die Ablehnung einer Figur wie Charlotte Lindholm nicht zu sehr als Ballast von einem zum nächsten Film mitzuschleppen. Aber dass wir sie genau beobachten, lässt sich nicht vermeiden. So schwer war das dieses Mal aber wirklich nicht. Es springt ja alles so ins Auge.

Hat Lindholm dem Tatort wieder ihren Stempel aufgedrückt, anstatt sich zu integrieren?

Noch immer fragen wir uns, ob die Überzogenheit dieser Figur jetzt schon Selbstironie ist. Falls ja, kommt es nicht eindeutig genug heraus und das liegt an den begrenzten darstellerischen Möglichkeiten von Maria Furtwängler. Sie kann zwar die Überdrüber-Polizistin authentisch verkörpern, aber schafft sie auch die ironische Brechung? Wir meinen nein, weil sie zu angestrengt wirkt. Solange sie ihre Figur nicht dermaßen auf Kante nähen musste, sondern cool bleiben konnte, wirkte Furtwänglers Rolleninterpretaiton authentischer. Wie jetzt Lindholm zum Beispiel einen Riesen-Zinnober veranstaltet, um das Kind suchen zu lassen, mit Mitteln, die sie vom LKA gar nicht gewöhnt ist, weil sie oft zufällig auf dem Land über einen Fall stolperte und sich dort erstmal die Landeier in Form einer Solovorstellung zurechtlegte, ist das nun eine Anspielung auf ihre  Mutterrolle, mit der sie Probleme hat, auf ihre Position, in der sie nicht mehr ist, auf etwas, da wir noch nicht ermitteln konnten? Und so gnadenlos wie in diesem Film hat sie die ihr angeborene Effizienz und Arroganz bisher selten ausgespielt. Ganz sicher ist das eine subtile Darstellung von Unsicherheit gewesen, auf eine Befindlichkeit, die aus ihrer Degradierung resultiert.

Und wie mit ihrer neuen Partnerin Anaïs Schmitz?

Woher der deutsche Nachname kommt, wissen wir ja nun. Das erste Mal, dass eine Ermittlerin nicht nur verheiratet ist, sondern ihren Mann auf offener Szene küsst. Es gab auch nette Momente in diesem Film.

Was den deutschen Fernsehkrimi angeht, war dort, wo der NDR war, einstmals vorne …

Jetzt kommt der große Ausgriff … oder Angriff.

… war der NDR also der Sender, der die coolsten und innovativsten Sachen machte. Von diesem Sender stammt der Tatort-Vorgänger „Stahlnetz“, der erste Tatort, die Finke-Klassiker, das unvegleichliche Duo Stoever-Brockmöller, mit Cenk Batu einer der bis heute interessantesten Ermittlerfiguren, in Kiel ist immer noch Borowski am Werk, der schon viele gute Fälle hatte und die Bundespolizei-Schiene mit Falke und Grosz ist mittlerweile auch ein Plus. Aber dann solche Figuren wie Tschiller und schon lange zuvor Lindholm. Ob sie beim Sender nicht merken, was sie mit ihr für ein Menschenbild transportieren? Kaum vorstellbar. Wenn das aber Absicht ist, dann denken wir immer wieder daran, was sich alles Ungutes über die Gegend sagen lässt. Wir haben das hier stark verkürzt, weil wir ja gerade nicht von dort stammen und demgemäß andere nicht pauschal diskriminieren wollen.

Nun aber! About Schmitz!

Hoffentlich sehen wir es noch, dass Kasumba ohne Furtängler spielen darf. Dadurch, dass Lindholms Ego diesen Film so dominiert und man ihr ein ähnlich großes Ego gegenüberstellen wollte, sind die beiden Hauptdarstellerinnen so im Vordergrund und rief zumindest bei uns ihr Ding so viel Anspannung hervor, dass wir nicht eine Minute lang unsere Aufmerksamkeit und schon gar nicht unsere Empathie den unglücklichen Episodencharakteren zuwenden konnten. Da war einfach keine Möglichkeit, Luft zu holen und sich auf das traurige Schicksal von Julia, ihrem Kind, ihren Männern einzulassen. Diesen Plot und dieses Kennenlernen von Lindholm und Schmitz miteinander zu verknüpfen, war ein Mega-Fail. Die beiden hätten in einem knalligen Fall gegen die OK oder dergleichen anfangen müssen, in dem alle Figuren sehr pointiert gezeichnet sind und man wirklich mal etwas wie Humor reinbringen kann, weil die Überzeichnung der Charaktere durchgezogen wird und nicht bei den Episodenfiguren gar nicht möglich ist, weil sie das Tableau eines Sozialrama-Tatorts darstellen, wie er in Köln und einigen anderen Städten häufig inszeniert wird. In diesem Fall steckt viel drin, aber er wird komplett überlagert von den beiden Polizistinnen und deren Ding für sich und miteinander. Wir wagen die Spekulation, dass hier ein Drehbuch tatsächlich, wie in der Vorschau als allgemeine Lindholm-Handhabe beschrieben, weil Furtwängler vermutlich die Redaktion macht – das würden wir ihr wirklich zutrauen – sehr an die beiden Kommissarinnen angepasst werden musste. Immerhin schrieben ja wieder drei Personen daran mit, unter anderem die Regisseurin. Eine runde Sache ist es dennoch nicht. Die Inszenierung ist ebenso daran schuld wie das Buch selbst.

Über Schmitz wissen wir immer noch nicht viel.

Wir sind doch schon mittendrin. Schon, sie Lindholm und Schmitz sich kennenlernen, ist ein wirklich böser Gag. Und es geht weiter, indem Schmitz als „black angry Woman“ gezeichnet wird, die sich nicht unter Kontrolle hat. Am Ende kommt noch raus, dass sie ein halbes Jahr zuvor eine Fehlgeburt hatte und das erklärt vieles. Da steckt ja auch vieles drin, aber durch die viel zu offensive Herausstellung der Macken von Lindholm und Schmitz wird der Subtext fast verschüttet. Jedenfalls kann er keine dramatische Wucht entfalten. Das hat auch mit den Dialogen zu tun, nicht nur mit der Art, wie die beiden emotional aufeinander reagieren. Natürlich, das manifestiert sich in den Sätzen, aber auf eine so unglaubwürdige Weise.

Dialoge müssen gut sein, darauf bestehen wir?

Das sind sie nicht. Der Fall an sich ist noch okay und man kann solche Kämpfe auch mal pointiert und knapp schildern zwei viel offener und schneller aufeinander loslassen, als das in der Wirklichkeit je ablaufen würde, aber in dem Moment, in dem Lindholm sich so um das Kind sorgt, muss sie doch dieses Hyperventilieren des Egos mal etwas einschränken können. Außerdem darf sie Schmitz sachlich an die Wand drücken, indem sie immer die besseren Ideen hat und plötzlich ganz abgeklärt wirkt, wenn Schmitz aus der Rolle fällt ,weil jemand das Wording nicht beherrscht, wie der fiese Mitschüler Tim. Die Dialoge sind so klischeehaft wie das gesamte Verhältnis von Lindholm und Schmitz. Und innerhalb von 90 Minuten entwickelt sich dann fast Zuneigung daraus. Das passt alles hinten und vorne nicht, selten einen Tatort gesehen, der psychologisch dermaßen verschoben wirkt. Das lässt durchaus Rückschlüsse auf diejenigen zu, die ihn zu verantworten haben. Es hat auch nichts zum Positiven bewirkt, dass eine Frau Regie geführt hat, die Glaubwürdigkeit der Polizistinnen tendiert gegen Null. Eines hat natürlicih gut funktioniert – uns als Zuschauer in diesem Ding zu halten und vom Fall weg, der doch immerhin ein besonderer ist. Unter anderem, weil es zu Beginn keine Leiche gibt.

Vielleicht ist der Stil in dieser Kantigkeit gewollt.

Schon möglich, aber er wirkt eher grob und lässt jede Nuancierung vermissen, was Lindholm und Schmitz angeht. Und er drängt das Drama um Julia und ihr Kind auf eine Weise in den Hintergrund, die man nur als unangemessen bezeichnen kann. Uns hat es zudem leid getan, dass Florence Kasumba eine solche Klischeefigur spielen muss. Was sie wirklich drauf hat, wenn sie sich freier bewegen kann und nicht auf eine Type wie Lindholm reagieren muss, die sie ständig bis aufs Äußerste fordert, können wir dadurch leider gar nicht sehen, aber es ist mehr als wir hier sehen, sonst wären wir nicht vor Jahren schon auf die Idee gekommen, dass sie eine gute Tatort-Polizistin sein könnte. Und, ja, das ärgert uns, was sie hier an gar nicht versteckten Diskriminierungen schlucken muss. Selbst wenn es so gedacht ist, dass man das ja gerade zeigen will, dass man der Zuschauer es sogar so empfinden soll, es geht so nicht. Denn viele Tatortfans werden es eben nicht als von hinten durchs Knie geschossene Kritik am Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund ansehen, sondern einfach mal gut damit leben – auch damit, dass Schmitz sich so leicht aus der Fassung bringen lässt. Das sind dann diejenigen, die Lindholm mögen, weil sie eine herrschaftliche Attitüde hat.

Einen Vorteil hat diese sehr rasche Annäherung, die man tatsächlich in den zehn letzten Minuten durchrennen ließ: Beim nächsten Lindholm- bzw. nun Lindholm-Schmitz-Tatort können sie es nicht noch einmal so schräg bringen. Es sei denn, es wird die permanente Gegenwart auch insofern verwendet, als man die beiden immer wieder neu gegeneinander stellt, nachdem sie sich schon besser verstanden – ähnlich wie bei Thiel und Boerne in Münster, die einander am Ende eines Falls und nach vielen überstandenen Gefahren und Schwierigkeiten noch so gut sein können, beim nächsten Mal geht es mit den bekannten Frotzeleien von vorne los. Hoffentlich hier nicht, sonst müssen wir wieder mit diesen extrem aufgesetzt wirkenden, lausigen Dialogen leben und können uns wieder nicht auf den Fall konzentrieren und es wird wieder zu einer schwachen Bewertung kommen.

Fazit, Bewertung?

Da sieht man, wohin es führt, dass man zwei Cops um sich selbst kreisen lässt. Über das, was der Fall aussagt, haben wir noch gar nichts geschrieben. Wie ist es mit der Familie Petkow, in der ein Mädchen von ihrem Vater ins Unglück getrieben wird, weil er ihr eine unrealistische Rolle zurechnet und nur Heilige und Huren kennt, sie Halt beim Kampfsport sucht und der Trainer ihr ein Kind macht? Der Sex mit Minderjährigen? Schutzbefohlenen möglicherweise?  Eine Kernfrage sollte sein, wie das Schicksal von Julia hinterlegt ist. Aber die Figur wird nur knapp skizziert, ebenso wie die anderen, die mit dem verschwundenen Kind zu tun haben. Es war noch nie so, dass Lindholm ihre  Persona in den Dienst der Aufklärung stellte, alles wurde immer um sie herum gestrickt. Aber jetzt doppelt sich das und ist nicht die Form von Aufmerksamkeit auf sich ziehen, die aus Präsenz resultiert, sondern ein Zurückdrängen des Falls zugunsten zweier Personen auf eine Weise, die den Fall zum Vehikel mach. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und da Lindholm sich ja am Ende etwas eingekriegt hat, sehen wir nächstes Mal vielleicht ein Wunder – nämlich, dass sie kooperieren kann, ohne dass die Abstimmung dafür zwei Drittel der Spielzeit einnimmt.

5/10

Aus der Vorschau

Morgen Abend steht ein neuer Lindholm-Tatort an. Nicht nur für uns ein besonderes Ereignis.

Denn Lindholm wird erstmals nicht mehr solo ermitteln, sondern mit „Nick Schmitz“ (die Schwester von Nick Tschiller?, auch NDR) eine Co-Kommissarin bekommen. Diese wird gespielt von Florence Kasumba. An anderer Stelle wird sie als Anaïs genannt und das stimmt mit dem wirklichen Rollennamen überein.

Außerdem wurde Lindholm vom LKA Hannover zur Polizeidirektion Göttingen strafversetzt – Buße für den misslungen vorherigen Einsatz.

Dadurch verbinden sich Freude und Abneigung für uns auf eine Weise, die wir schon jetzt sehr spannend finden. Florence Kasumba ist kein Tatort-Neuling, sie hatte bereits mehrere Episodenrollen. Und in der Rezension zu einem Tatort, bei dem sie mitgemacht hat, schrieben wir: Warum macht man sie nicht zur Kommissarin? Das würden wir uns  wünschen. Dieser Wunsch ist nun in Erfüllung gegangen und natürlich freuen wir uns darüber. Warum man ihrer Figur unbedingt einen deutschen Nachnamen verpassen musste? Das sehen wir differenziert.

Aber dann hat man sie tatsächlich mit Lindholm zusmmengesteckt, der letzten Einzelgängerin, die wir außerdem als einzige Tatortfigur komplett ablehnen. Wir haben das anhand einer Rezension ausführlich begründet, die hier aber noch nicht veröffentlicht ist und an dieser Figur faschistische Züge ermittelt. Den Hintergrund, dass sich jemand diese Figur auch noch selbst schreiben durfte, der mehr durch die Medienmacht der Familie als durch schauspielerisches Talent zu einer so prominenten Rolle gekommen ist,  haben wir dabei mit Mühe außen vor gelassen, aber hier muss das mal nebenbei erwähnt werden.

Ganz sicher gibt es irgendwo ein Interiview, in dem man nachlesen kann, wie Maria Furtwängler sich mächtig auf die neue Kollegin freut. Müsste sie eigentlich, wenn sie das Image von der modernen, weltoffenen Frau weiter aufrecht erhalten will, das wir, die Lindholm-Figur betreffend, für Unsinn halten und diese Einschätzung leider auf die Darstellerin übertragen mussten, weil wir wissen, dass sie großen Einfluss auf ihre Rolle genommen hat („Nach einer Idee von Maria Furtwängler“) steht deshalb im Vorspann einiger Lindholm-Tatorte zu lesen.

Wir spekulieren nun nicht darüber, ob die neue Konstellation eine Idee von Furtwängler gewesen ist oder der NDR etwas Nachhilfe gegeben hat, weil ihre Figur so auffällig undemokratische Züge trägt und vielleicht sogar gesagt hat, wir manchen nur weiter, wenn es eine Korrektur gibt. Zumindest die Versetzung betreffend, ,war diese Korrektur durch den vorausgehenden Lindholm-Tatort vorbereitet worden.

Das Spannende für uns ist nun vor allem: Macht Schmitz Lindholm erträglicher oder stört Lindholm den Genuss, Florence Kasumba in der Rolle sehen zu dürfen, die wir uns für sie gewünscht haben? Nie ist mal was einfach. Der Fall wird schon passen, denn Probleme, gute Drehbücher zu bekommen, hatte Lindholm nie – und auch das könnten wir jetzt wieder bewerten, weil die Drehbücher an ihr Herrenmenschinnen-Auftreten angepasst werden mussten, was zu unendlich vielen diskriminierenden Dialogen und Handlungen führte, während die Plots meist passabel oder besser waren.

Charlotte Lindholm hat in der Rangliste des Tatort-Fundus nicht nur die höchste Bewertung einer weiblichen Ermittlerin, ihre Filme erzielen auch gute Quoten; die besten, von Sonderfällen wie Münster oder (anfangs) Hamburg-Tschiller abgesehen, wo es einerseits riesige Kohorten von Fans, andererseits viel Neugier oder auch Sensationsgier zu beachten gibt bzw. gab. Das müssen wir fairerweise erwähnen, wobei wir selbstverständlich sofort nachschieben: Unser Verdacht ist nun einmal, exemplarisch beschrieben anhand der Kritik zum Tatort mit dem passenden Titel „Schwarzes Herz“, dass vor allem Typen mit autoritären Charakterstrukturen, solche, die stark hierarchisch denken, etwas mit Lindholm anfangen können, und von denen gibt es in diesem Land immer noch sehr viele und sie sind politisch nicht alle rechtsorientiert.

Jetzt hat man der Kommissarin, die aufs Land fuhr, um die dortigen Bewohner zu bashen, also eine Frau zur Seite gestellt, die viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Ist das ein Teil der echten oder inszenierten Buße, die spätestens mit dem vorherigen Lindholm-Tatort „Der Fall Holdt“ begonnen hat, in dem Furtwängler ihre Figur geradezu demontierte? Der Versuch, sich verletzlicher, menschlicher zu geben, ist schon länger zu beobachten und dass jemand daran arbeitet, seine eigene Arroganz zu besiegen, wenn auch mit für ihn doch wieder typischen, recht theatralischen und das Ego immer sichtbar lassenden Mitteln, erkennen wir an.

Mit der Co-Ermittlerin Schmitz / Kasumba findet dieser Prozess vielleicht seinen vorläufigen Abschluss. Also freuen wir uns jetzt doch erstmal: Auf eine starke Persönlichkeit und eine Person, die durch etwas mehr Team Spirit und einem  Hauch von Demut und Respekt anderen gegenüber vielleicht zu wirklicher Stärke findet. Es muss ja nicht gleich im ersten gemeinsamen Fall perfekt funktionieren.

Rolle Darsteller
Charlotte Lindholm Maria Furtwängler
Anaïs Schmitz Florence Kasumba
Nino Brehmer Emilio Sakraya
Julija Petkow Lilly Barshy
Ralf Schmölke Oliver Stokowski
Vater Petkow Merab Ninidze
Johannes Grischke Steve Windolf
Polina Petkow Zora Müller
Gerd Liebig Luc Feit
Nick Schmitz Daniel Donskoy
Tim Bauer Oskar Belton
Jochen Kunkel Roland Wolf
Musik: Johannes Kobilke
Kamera: Konstantin Kröning
Buch: Franziska Buch
Jan Braren
Stefan Dähnert
Regie: Franziska Buch

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

Gentrification Blog

Nachrichten zur Stärkung von Stadtteilmobilisierungen und Mieter/innenkämpfen

- Sascha Iwanows Welt -

Wir können die Gegenwart nur verstehen, wenn wir die Vergangenheit studiert haben, die in einer Klassengesellschaft vorhandenen Gesetzmäßigkeiten kennen und unser Handeln darauf ausrichten. Um die Zukunft gestalten zu können, muss man also die Vergangenheit und die Gegenwart kennen!

AutismusJournal

Perspektiven und Reflexionen

Carolin Schnelle

Jungjournalistin

thomas post

Alternativen

Telepolis

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

ScienceFiles

Kritische Sozialwissenschaften

Zusammen gegen #Mietenwahnsinn

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

KuBra Consult

Acta, non verba

Nachrichten: ZEIT ONLINE Newsfeed

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Meike K.-Fehrmann (Autorin)

Frieda - Ein Demenz-Krimi / Warum Herr Hagebeck sterben muss / Kakerlaken-Schach / Die Rache stirbt zuletzt

SPIEGEL ONLINE - Politik

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Testkammer

Testen macht süchtig: Filme, Spiele, Bücher etc. im Fokus

Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino

„Film is a disease. When it infects your bloodstream, it takes over as the number one hormone. As with heroin, the antidote to film is more film.“

SPD erneuern

Unfrisierte Gedanken zur Wiedergewinnung von Relevanz

Ein Parteibuch

Noch ein Parteibuch

Jan Josef Liefers

Die offizielle Fanseite

%d Bloggern gefällt das: