Babylon Berlin – Die Serie, Folge 6 / Crimetime 200/6 // #Babylon #Berlin #BabylonBerlin #Crimetime #ARD #Sky

Crimetime 200/5 - Titelfoto und weitere Bilder: ARD Degeto / X-Filme / Beta Film / Sky Deutschland / Frédéric Batier

Kurzfassung

Gereon Rath steckt mit seinen Ermittlungen in einer Sackgasse, deshalb bittet er seinen Kollegen Wolter um Hilfe. Charlotte entdeckt unterdessen eine neue Spur. Kardakow versucht mithilfe des Armeniers, dem Betreiber des „Moka Efti“, an die Fracht des Güterzuges zu kommen – mit fatalen Folgen. (ARD-Text)

Hier geht’s zurück zu Folge 5.

Folge 6

Zugegeben, der Stil von Crimetime 200/5 war stellenweise etwas launig, das lag aber an dem, was wir gesehen hatten – es forderte eine leicht ausfransende Ironie heraus.

Die fünfte Folge von „Babylon Berlin“ hat uns ziemlich gefordert, darüber schrieben wir im vorausgehenden Beitrag. Wir können schon versprechen: So füllig und unübersichtlich und auch mit so vielen offensichtlichen Fehlern wird es nicht weitergehen, daher wird auch die Beschreibung der sechsten Folge etwas kürzer ausfallen. Das gibt uns die Gelegenheit, die in ihr angesprochenen politischen Hintergründe kurz zu reflektieren.

Titelfoto: Rath und Wolter – Kollegen, Gefährten oder Gegner?

Folge 6 beginnt wieder einmal mit einer kleinen Folterung. Dieses Mal lässt der Armenier den Karakow quälen. Denkt man. Stimmt nicht. Tatsächlich ist es nämlich so, dass ein Arzt dem lädierten Kardakow den verdrehten Fuß wieder einrenkt. Gebrochen hat er sich offenbar nichts, als er vom Dachgeschoss aus in den Hof fiel, aber man hat ja auch vorsorglich Wasser eingelassen und den Hof des Hauses, in welchem sich die Wohnung der Sorokina befindet , in welcher Kardaow sich aufhielt und aus welcher er dann fliehen musste, weil die Gräfin ihn wieder mal an die Sowjets verpfiff, zu einer Zisterne umfunktioniert. Überhaupt, dieser Arzt, der Kardakows Knochen knacken lässt, ist ein Wunder, wir haben ihn ja schon als Spezialisten für suggestive Therapie kennengelernt.

Man hat sich also geeinigt. Kardakow ging der gesamten Roten Festung verlustig und ist nun darauf angewiesen, sich anderer Hilfe zu bedienen. Der gut organisierte Armenier ist dafür der passende Partner und vom Gold wird er natürlich Prozente bekommen und nicht zu knapp, wenn er Kardakow hilft, den Schatz zu heben bzw. aus dem Zug zu holen und ihn damit der Sorokina zu entwenden.

Der Journalist Kadelbach, Raths Zimmernachbar, versucht indes, ebenjenen gleichermaßen zu einem Deal zu bewegen: Er soll ihm die Wahrheit über den Ersten Mai verraten und über diese Manipulation mit dem verletzten Polizisten. Dafür kommt er auch unverhofft ins Zimmer von Rath und nachdem dieses Gespräch ergebnislos zu Ende geht, taucht unter der Decke neben Raht, den Kadelbach liegend angetroffen hat, die Witwe Behnke auf. Dafür hat man also diesen erfolglosen Versuch von Investigativjournalismus inszeniert, damit man sehen konnte, dass Rath beginnt, sich in Berlin einzuleben. Wir erinnern uns, bei uns war es ähnlich, als wir in die Stadt kamen, abgesehen von dem Journalisten, den es nicht gab und außerdem ist es doch immer so oder ähnlich. Etwas, das passiert, ist nur ein Vorwand, um etwas anderes darstellen zu können.

2019-08-11 Babylon Berlin Folge 6 Anbaden Wannsee Charlotte Greta
Ungleiche Freundinnen und ein Flirt. Greta und Charlotte am Wannsee.

Nicht unpassend, dass wir von dieser Szene in einen Ruderclub am Wannsee wechseln, es ist Mai, wie wir wissen, und Anbaden. Charlotte und Greta sind dabei und eingeladen wurden sie von dem jungen Polizeiassistenten Stefan. Auch der charmante Dunkelhaarige ist dabei mit dem Charlotte schon mal im Moka Efti geflirtet hat.

Weniger sonnig ist es in einer katholischen Kirche im Südwesten von Berlin, denn dort beichtet Rath darüber, wie er mit der Frau seines Bruder seit zehn Jahren ein Verhältnis hat. Dieser Bruder, Arno, ist im Ersten Weltkrieg mit Gereon zusammen auf dem Schlachtfeld gewesen und seitdem verschollen. Offiziell für tot erklärt wurde er jedoch bisher nicht.

In der Nähe des Ruderclubs gibt es zwei Außenseiter, Fritz und seinen Freund, die das Geschehen beboachten und Greta, die ja auch nicht so dazugehört, wie sie bald spürt, wird von Fritz angesprochen. Charlotte hingegen fremdelt nie, ist trotz ihres nachtblassen Teints immer die farbigste Persönlichkeit around und wird gleich wieder von dem Gutaussehenden aus dem Club in Beschlag genommen.

Der Weg zur Kirche war für Rath, der doch ein Pragmatiker ist, multifunktional, denn in jener Kirche spielt Dr. Benda die Orgel und sitzt dort und übt. Rath hat also einen Termin mit ihm und lernt dabei auch Dr. Zörrgiebel, den Polizeipräsidenten, kennen – ebenfalls eine historische Persönlichkeit aus der Berliner Geschichte, wie wir schon erwähnt haben. Vermutlich auf Bendas Auftrag hin, vielleicht auch aus Eigeninteresse, begibt sich Rath noch einmal in das Haus, in dem er am Ersten Mai dramatische Momente und den Tod einer von draußen erschossenen Frau erlebt hat, die in seinen Armen starb. War er selbst nicht mehr sicher, was damals geschah? Jedenfalls schaut er sich die Spuren der Tat, besonders die Einschüsse, noch einmal an. Ein Mädchen spricht ihn an und bestätigt, was er vermutet, aber die Partei will ja keine Revolution, sagt sie. Warum Revolution verboten war?

Vielleicht, weil Stalin es nicht wollte. Die Kommunisten werden in „Babylon Berlin“ doch weitgehend als Opfer dargestellt, aber selbst eine 16teilige Serie, die nicht zentral das politische Geschehen in einem hochgradig politisierten Land zum Kernthema hat, kann die Dinge eben nur sehr verkürzt behandeln. Das gilt für die Nazis, die zu diesem Zeitpunkt der Serie noch nicht mit einer einzigen Person klar präsent sind, das gilt für deren Unterstützter in der verbliebenen Reichswehr und afür das Kapital, das wiederum mit der Reichswehr verbündet war – aber auch für die Kommunisten und deren Rolle beim Untergang der Weimarer Republik, für deren zahlreiche tatsächlich auf den Straßenkampf ausgerichtete Organisationen.

Die Weltwirtschaftskrise, die während der Zeit, in der „Babylon Berlin“ spielt, noch nicht ausgebrochen war, hatte dabei eine Funktion als Transmissionsriemen für die Radikalisierung und für einige Querfronttatbestände, die heute bewusst oder unbewusst geechot werden, wenn es um die Flügel innerhalb von „DIE LINKE“ geht. Wollte also Stalin, dem die Thälmann-KPD zu diesem Zeitpunkt schon sehr nah stand, keine Revolution in Deutschland? Das wäre ein eigens zu untersuchendes Kapitel, aber dagegen spricht in der Tat einiges, eine solche Revolution blutig durchführen zu wollen und dabei der Ordnungsmacht zu unterliegen. Die Reichstagswahlen 1932 bestätigten im Grunde, dass der parlamentarische Weg auch hätte funktionieren können, wenn die Nazis nicht alle anderen Parteien verboten hatten. Die KPD gewann im Zuge der Weltwirtschaftskrise immer weiter an Einfluss und Wählern und lag in den letzten komplett freien Wahlen bei fast 17 Prozent.

Davon kann DIE LINKE heute nur träumen, obwohl sie, den aktuellen Verhältnissen angepasst, die nicht so dramatisch sind wie damals, nicht einmal zehn Prozent der Radikalität der damaligen Kommunisten vorweist. Und natürlich gibt es auch keine Frontkämpfer mehr, die sich rechts oder links einsortierten und für ein militaristisches Gepräge der kämpfenden Arbeiterklasse sorgen könnten, wie bei den Kommunisten die in jenen 1920er Jahren die „Rotfront“. Ob diese wirklich nicht am 1. Mai 1929 zugegen war und die Demo kämpferischer auffasste, als es im Film dargestellt wird, so tief sind wir dann doch nicht in die Hintergründe des historischen Rahmens eingestiegen, in den „Babylon Berlin eingebettet wurde. Jedenfalls wurden diese paramilitärischen Organisationen im Lauf des Jahres 1929 verboten, weil sie als staatsgefährdend eingestuft wurden.

2019-08-11 Babylon Berlin Folge 6 Lars Eidinger ist Alfred Nyssen
Lars Eidinger ist Alfred Nyssen.

Wir wechseln auf die andere Seite. Wir betrachten das Kapital und es wird in „Babylon Berlin“ so unsympathisch dargestellt, wie es tatsächlich ist. Was immer man also über die Glattbügelung auf der anderen, der linken Seite sagen mag, diesen Teil halten wir für ziemlich realistisch, auch wenn die Vorgänge natürlich pointiert und vereinfacht dargestellt sind. Dass der Industrielle Nyssen für Thyssen und damit für die Rüstungsindustrie steht, wird nicht verborgen, sondern stark herausgestellt und wie Lars Eidinger diesen Typ spielt, ist famos.

So sehen wir also, wie Nyssen den weitläufigen Park des Familienanwesens den schon bekannten Protagonisten von der Reichswehr, besonders dem Generalmajor Seegers als treibender Kraft, nicht nur als Revier zum Schießen auf das Wild und dies symbolisch, sondern auch der Reichswehr für Übungen zur Verfügung stellt, an denen so viele Soldaten teilnehmen, wie es offiziell wohl gar nicht erlaubt wäre. Was es noch alles gibt, um die Reichswehr aufzurüsten, neben solchen Manövern und Giftgastransporten aus der Sowjetunion, wird uns noch erzählt werden. Die Zeitumstände werden allerdings auch hier verkürzt wiedergegeben, die Hintergründe betreffend: Dass der Remilitarisierung durch das Verhalten der Siegermächte nicht gerade der Boden entzogen wurde, wird peinlichst nirgends erwähnt, hingegen die Zusammenarbeit mit der Sowjetunion bei diesem Unterfangen gut dokumentiert.

Alle Folgen von „Babylon Berlin“ sind sehr politisch, aber auf Folge sechs mit ihrer Konfrontation von Rechts und Links auf verschiedenen Ebenen und noch unter vermeintlichem Ausschluss der Nazis, weil noch niemand als NSDAP-Mitglied oder -Agitator sichtbar wird, trifft das besonders zu.

Gehen wir wieder vom Allgemeinen weg, wenden wir uns den Figuren zu, die uns durch 16 Folgen und zwei Staffeln von „Babylon Berlin“ begleiten, die dritte Staffel wird übrigens derzeit gedreht.

Rath trifft zuhause ein und dort auf seinen Polizeikollegen Wolter, denn der war in derselben Kompagnie wie der seinerzeit gefallene Herr Behnke bzw. war deren Chef und an jedem Jahrestag dieses traurigen Ereignisses, Behnkes Tod im Felde, vollzieht Wolter den Besuch bei der Witwe. Was erst einmal wie einer der Zufälle wirkt, die uns besonders in Folge fünf dann doch aufgrund ihrer Häufung etwas genervt haben, ist aber logisch, denn Wolter kennt die Behnke ja ganz gut, hat dem Berlin-Neuling Rath auch das Zimmer bei ihr vermittelt. Der Mann aus Köln, Rath, hatte also kein Problem mit dem Mietenwahnsinn. Manch einer wäre heute froh für Logis und Gesellschaft und bekocht werden.

Rath muss Bruno Wolter bitten, ihm beim Auffinden des Krajewski zu helfen, da er sonst mangels bei den Geyer-Werken erhältlicher Filmkopie nicht weiterkommt mit dem Anliegen, das ihn nach Berlin geführt hat. Für Wolter mit seinem Netzwerk, das keine dudelnden Apps benötigt, um super zu funktionieren, kein Problem. Man treibt Krajewski in einer Junkie-Höhle auf, aber der will über den Film nicht sagen, so fertig er auch wirkt; man merkt, die Angst muss mächtig sein. Diese Weigerung bringt ihm eine Einzelzelle ein. Und als man versucht, den Krajewski dort zum ersten Mal zum Reden zu bringen, bekommen wir etwas sehr Beunruhigendes mit:

Nämlich, dass Wolter offenbar weiß, dass nicht nur Krajewski ein Zitterer oder Wackler ist, sondern auch Rath ein Trauma aus dem Krieg mit sich schleppt, welches dazu führt, dass es ihm nur unter Einnahme von Drogen möglich ist, die Glieder still zu halten. Aber woher weiß Wolter das, verdammt noch eins? Rath ist darüber ratlos, hat noch nichts über den Film rausbekommen, ist selbst enttarnt, hält lieber den Mund and so do We.

Obwohl wir aufgrund der Tatsache, dass wir alle 16 Folgen gesehen haben, während wir die Wiederholungssichtung zum Rezensieren verwenden, etwas besser instruiert sind. Weil das so ist, fühlen wir in diesem Moment mit dem jungen Kommissar, der tapfer gegen so viele widrige Umstände kämpft. Vielleicht cheaten wir Sie, liebe Leser, auch ein wenig, weil sich Wolters Wissen sehr bald erklären wird – noch innerhalb der laufenden Folge 6. Das wäre angesichts dessen, was wir bisher über die Konstruktion von Babylon Berlin mitbekommen haben, recht überraschend, aber gerade diese Folge braucht auch etwas wie eine innere, eine in 45 Minuten zum auflösenden Höhepunkt drängende Dramaturgie, weil sie viel weniger mit Höhepunkten gespickt ist als die bisherigen fünf Teile.

Wir notieren, dass Wolter nun endlich, da war ja schon lange drauf aus, etwas über Rath in der Hand hat und dass es fair wäre und Waffengleichheit restituieren würde, wenn Rath auch über Wolter das eine oder andere herausfinden würde. Nun preschen wir nicht vor, aber dass Wolter ein hintergründiger Charakter ist, vermutet mann doch, weil er sich heimlich mit den antidemokratischen Militärs trifft und dabei von seinem Assistenten nicht zufällig beobachtet, sondern geradezu ausgespäht wird.

Szenenwechsel, Anhalter Güterbahnhof. Der Zug wird gerade von den Männern des Armeniers gecheckt, aber die finden das Gold nicht, denn die Gräfin hat ja die Wagenschilder vertauscht. Stattdessen strömt aus dem Wagen, der nun NY 3221 heißt, Giftgas aus, was für böse Gesundheitsschäden bei den in der Nähe befindlichen Personen sorgt.

Es hat sich unterdessen herausgestellt, dass Charlottes Strandbadflirt ein Student der Rechtsmedizin ist und sie überredet ihn, mit ihr in die Pathologie zu gehen, damit man dort schauen könne, wo Kardakow abgeblieben sein könnte, dessen spurloses Verschwinden viele Menschen beschäftigt. Nur wir Zuschauer wissen, in Wirklichkeit ist er ein Zweckbündnis mit dem Club- und Restaurantbesitzer eingegangen, den wir nur als „Der Armenier“ kennenlernen. Man stelle sich vor, es würde eine Jetztzeit-Serie über Clan-Berlin gedreht, in dem die Protagonisten „Der Tschetschene“ oder „Der Libanese“ heißen. Das ginge gar nicht, auch wenn deutlich würde, dass jene Charaktere pars pro toto stehen sollen.

Nun werden aber Charlotte und ihr Partner in Crime-Nachforschung gestört, weil der Pathologe reinkommt, denn ein Giftgasopfer wird angeliefert. Die jungen Detektive verstecken sich schnell in einer der Leichenkammern. Natürlich erlauschen sie von dort aus, dass es zu diesem Giftgas-Unfall kam, was sich Charlotte auf der anschließenden U-Bahn-Fahrt ins Notizbuch schreibt.

Und am Abend im Club Moka Efti. Wolter ist dort zugange und lässt sich dafür verwöhnen, dass er diesem Etablissement ein hervorragendes Zeugnis ausstellt, alle Damen sind registriert, alles wird ordnungsgemäß geführt, wir erinnern uns: Er ist ja bei der Sitte, nicht bei Mord, wie auch Rath zu dem Zeitpunkt noch.

Aber zwischen ihm und Charlotte besteht auch ein Band, denn sie war es, die ihm die hinter die Fußleiste vom WC vom Polizeipräsidium gefallene Ampulle übergeben hat, die Raths Geheimnis enthält. Im Gegenzug enthält sie ein sauberes Führungszeugnis, in dem ihr Zweitjob nicht vermerkt ist. Ist das logisch? Wird eine Tätigkeit, die nicht verboten ist, im Führungszeugnis erwähnt? Wenn man bei der Polizei arbeiten will, gelten vielleicht erhöhte Anforderungen.

Jedenfalls sind wir nicht nur entsetzt darüber, dass Charlotte, um den Job zu kriegen, Raths wichtigstes Geheimnis einfach mal so an Wolter verpfeift, obwohl sie Rath ausdrücklich Verschwiegenheit zugesichert hatte – wir verstehen auch nicht ganz, warum das notwendig war. Wolter konnte doch nicht wissen, dass sie etwas derlei Brisantes verschwieg. Oder ist das besonders ausgefuchst, weil er sie und Rath am Zeitungskiosk beobachtet hat, wo sie noch einmal dieses Zeichen von wegen „Ich sage nichts, mein Mund ist zugesperrt“ machte (überflüssigerweise) und sie dann aufforderte, doch mal zu erzählen, was damit gemeint war?

Das ist angesichts der Handlungsfülle der Serie schon ziemlich subtil, zumal die Kioskszene nicht in der laufenden Folge angesiedelt ist. Wie auch immer, es bleibt ein bitterer Moment für jeden, dem Loyalität ein Begriff ist. Dadurch können wir aber einen Knoten rausnehmen, den wir uns einige Minunte zuvor erst ins Taschentuch gemacht hatten, denn Charlotte wird ihr gutes Führungszeugnis gegen diesen Dienst bekommen. Offenbar hat sie Wolter sogar die Ampulle physisch übergeben, wie wir zuvor in der Verhörszene mit Krajewski feststellen konnten, in der Wolter dem Rath andeutet, ich weiß was über dich, Kollege, was besser nicht ans Licht kommt und ich hab da ein Fläschchen.

Nun die Schlussszene, die hat man sich schön aufgespart. Oder: Sie ist eine Art freies Element, das man an verschiedenen Stellen hätten einfügen können, weil es nicht strikt an die Continuity gebunden ist – und hier passt es doch. In der Halle des Instituts für suggestive Psychotherapie werden alle die Kriegsversehrten, die dort in Behandlung und wohl auch untergebracht sind, zusammengerufen zum Appell und es erklingt „Ich hatt‘ einen Kameraden.“ Das ist nun doch eine ergreifende Freakshow.

Eindruck: Ganz anders als der vonFolge fünf. Die Sechs ist die bisher ruhigste gewesen und alle Stränge werden geduldig weitergeführt. Charlottes Verrat wird auch nicht als Cliffhanger für Folge sieben verwendet, sondern findet hier Anfang und Ende. Deswegen hat Folge sechs auch nicht diese massiven Verstopfungsprobleme, in ihr musste nicht alles gequetscht und gedrückt werden, damit die komplexe Handlung noch irgendwie im Griff bleibt. Man baut im Wesentlichen auf dem auf, was schon da ist. Lediglich Raths nun offenliegendes Gesundheitsproblem bildet eine Art Binnenhandlung, eine Erzählung innerhalb der Erzählung und wir warten jetzt darauf, dass es Rath gelingt, auch den Wolter irgendwie dranzukriegen, damit keine einseitige Machtstellung perpetuiert wird.

© 2019 Der Wahlberliner, Thomas Hocke 

Rolle Darsteller
Gereon Rath Volker Bruch
Charlotte Ritter Liv Lisa Fries
Wolter Peter Kurth
August Benda Matthias Brandt
Greta Leonie Benesch
S. Sorokina / Nikoros Severija Janusauskaite
Kardakow Ivan Shvedoff
Alfred Nyssen Lars Eidinger
Jänicke Anton von Lucke
Krajewski Henning Peker
Armenier Misel Maticevic
Elisabeth Behnke Fritzi Haberlandt
Katelbach Karl Markovics
General Major Seegers Ernst Stötzner
Dr. Schmidt „Anno“ Jens Harzer
Dr. Völcker Jördis Triebel
Gräf Christian Friedel
Zörgiebel Thomas Thieme
Trochin Denis Burgazliev
Musik: Johnny Klimek
Tom Tykwer
Kamera: Frank Griebe
Bernd Fischer
Philipp Haberlandt
Buch: Tom Tykwer
Hendrik Handloegten
Achim von Borries
Regie: Tom Tykwer
Achim von Borries
Hendrik Handloegten

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