„Häuserkampf“ – ein außergewöhnlicher Beitrag vom @Tagesspiegel und eine Empfehlung von uns // @plateauton @KLompscher @SenSWBerlin @RegBerlin @SenIAS_Berlin / @HeimatNeue @Mieterproteste @SusanneHoppe2 @KiezinAktion @BGemeinwohl @BMieterverein @22Marion_Noiram @Kiez_Web_Team #Berlin #AirBnB #WG #Ferienwohnung #Zweckentfremdungsgesetz #Zweckentfremdung #Tagesspiegel #Häuserkampf #Verdrängung #Gentrifizierung #unten #oben #WemgehoertdieStadt #Tourist/en

2019-01-05 medienspiegel aktuelles format

Serie und Dossier „Mieter, kämpft um diese Stadt!“

Es ist nicht so, dass in Berlin die Eleganz Purzelbäume schlägt, auch nicht die journalistische. Aber diesen Beitrag, liebe Leser_innen, den sollten Sie sich in einer ruhigen Stunde gönnen. Er trägt den Titel „Häuserkampf“, ist schon mehr als drei Jahre alt und stammt von mehreren Autoren, die für den Berliner Tagesspiegel arbeiten.

Man kann ihn auch in drei mittelgroßen Etappen lesen, denn er besteht aus den Teilen „Die Kammer“, „Die Illusion“ und „Die Vertreibung“. Zentral ist diese Trilogie der bekannten Ferienwohnungs-Plattform AirBnB gewidmet, aber es mehr darin. Eine ganze Berliner Welt und eine Befindlichkeit findet man, die es zu einer Zeit gab, bevor 2RG sich daran machte, die Stimmung in der Stadt neu zu modellieren und die Mieter_innen wieder anfingen, Hoffnung zu schöpfen – während gleichzeitig die Preise fürs Wohnen und Kaufen immer weiter stiegen und noch immer steigen.

Doch allein, dass sich etwas tut, dass man einen politischen Willen dahingehend erkennt, sich mit der Stadtgesellschaft wenigstens partiell zu solidarisieren, das ist eine Menge wert.

Nein, wir leben nicht im Zeitalter der Eleganz oder gar des gepflegten Miteinanders. Die neuen Bauten in Berlin sind eher klotzig als schön, die Methoden am Immobilienmarkt rüde wie je. Das Kapital merkt nun ein wenig auf, lädt mit seinen wenig inspirierenden Reaktionen auf jüngste Ideen zur Rückeroberung der Stadt durch ihre Bewohner erwartungsgemäß nicht zur Kooperation, sondern zur Konfrontation ein.

Ein bisschen entschädigt dieser Beitrag dafür, dass es sonst nur rau zugeht.

Wunderbares Erzählen, vereint mit vielen Fakten, auf eine Weise vorgetragen, die berührt und erzürnt, traurig und wütend macht – und zumindest bei uns viele Erinnerungen geweckt und Assoziationen hervorgerufen hat. In nicht weniger als 13.600 Wörtern erzählen uns hier auf eine bittersüß-ironische Weise vier Autoren, wie Berlin so ist, wenn man hier landet, in einer WG lebt, lange in der Stadt wohnt und verdrängt wird oder auch nicht, mit anderen solidarisch ist oder zumindest mitbekommen möchte, was sich abspielt.

Bei uns kam hinzu, dass wir einen der genannten Geschäftemacher, wahlweise seine hier benannte Firma kennen und eine eigene Sub-Story beisteuern könnten. Aber wir sind nicht durch ein großes Medium vor juristischen Wechselfällen gesichert und könnten die Story leider nicht beweisen. Sie stammt aus dem beruflichen Umfeld. Wir sind sicher, alles stimmt, aber schriftlich haben wir’s nicht. Hallo, Correcitv & Co.? Ach, wer weiß, ob das nicht alles Schnee von gestern ist oder noch viel älter.

Dieser Dreiteiler im Tagesspiegel schützt nicht vor Wintermelancholie und dem Gefühl, recht allein gegen die Macht zu stehen, wenn’s denn mal hart auf hart kommen sollte. Es ist darin eine Menge von dem, was wir beobachten, benannt und formt sich zur Melodie einer Metropole oder zu einem Song, der eine Interpretation und einen wichtigen Aspekt dessen enthält, was diese Metropole ausmachte zu einem bestimmten Zeitpunkt – als der Mietenwahnsinn schon in vollem Gange war, aber kaum Gegenwehr möglich.

Das alles weist über AirBnB hinaus und dies ist nicht bloß dem Inhalt, sondern auch dem famosen Stil geschuldet, in dem dieser ziemlich konzeptionell wirkende Beitrag zum Berliner Mietenwahnsinn gestaltet wurde.

Trotz der Tatsache, dass mehrere Verfasser zugange waren, wirkt er zudem recht einheitlich geschrieben, sodass die besondere Stimmung, die er bei uns schon kurz nach dem Einstieg ins Lesen erzeugt hat, bis zum Ende erhalten blieb. Es fand eine Verschiebung hin von den Illusionisten und Machern und allen Menschen, die hier leben hin zu den Tätern statt – im dritten Teil vor allem. Aber so ist der dritte Akt: Der Schleier hebt sich nun vollends. Es wird  zwangsläufig hoch politisch für den, der politisch denkt.

Das journalistische Tagesgeschäft kann sich so großartig nicht lesen lassen, aber es wird einen Grund haben, dass wir beim Tagesspiegel häufiger als bei jedem anderen Medium landen, wenn es darum geht, etwas zum Berliner Immobilienmarkt im Ganzen und en détail zu finden.

Es ging heute also mal nicht darum, eine Information zu unterlegen oder einen Satz zu zitieren, sondern wir sprechen eine Empfehlung aus. „Häuserkampf“ lesen, hebt vielleicht nicht gleich die Laune, aber nach etwas setzen lassen vielleicht die Moral für den – genau, für den Häuserkampf. Sollen wir jetzt noch einen Appell anhängen, kontra Elegie-Modus?

Aber ja: Endlich das verschärfte Zweckentfremdungsgesetz rigoros anwenden! Es muss weitergehen mit dem Mieter_innenschutz!

TH / Ein Dank für den Hinweis auf den Beitrag an die Mieterinitiative IG HAB Habersaathstraße 40-48, Berlin-Mitte

Medienspiegel 258

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