„Ideologiefrei – Wie Konkurrenz das Soziale zerstört“ (Deborah Ryzska und Gunther Sosna, „Neue Debatte“)

Die in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verherrlichte Logik der Konkurrenz wirkt zunehmend toxisch auf die sozialen Systeme. Sie reduziert die Menschen auf ökonomischen Wert, löst die zwischenmenschlichen Verbindungen auf und befeuert eine Rücksichtslosigkeit, die die sozialen Strukturen zerstört. Warum wird die Dominanz des Quantitativ-Ökonomischen als Leitwert akzeptiert?“

So beginnt der Beitrag von Deborah Ryzska und Gunther Sosna in dem Magazin „Neue Debatte“. Er ist etwas länger als die Artikel von Georg Mersmann, die wir super finden, weil   sie prägnant sind, weil man sie immer weiterdenken muss und weil sie einen gemeinsamen Kern mit Wiedererkennungswert haben. Es ist also an der Zeit für ein wenig Grundlegendes, denn alles, wirklich alles, was konkret, was in unserem Leben, unserer Stadt, unserer Welt geschieht, können wir ja einordnen – so oder so. Zum Beispiel gemäß den Ansichten, die im empfohlenen Beitrag geäußert werden.

Es gibt ein paar Formulierungen, mit denen wir nicht ganz d’accord gehen, aber Sinn und Unsinn unsere digitalen Ökonomie, die nichts wirklich Innovatives hervorbringt, sondern eher Kreativkräfte abzieht, die dringend für die Entwicklung von mehr Nachhaltigkeit gebraucht würden, sind glänzend analysiert und die Analyse ist vergnüglich zu lesen. Im Grunde betrifft uns das, was da geschrieben steht, alle – und einige, die wir kennen, sind da auch wirklich enorm fixiert drauf. Bei passender Gelegenheit zitieren wir vielleicht den einen oder anderen Satz aus diesem Text, natürlich verraten wir an dieser Stelle nicht, an welche Formulierungen wir dabei gedacht haben.

Uns sollte klar sein, dass schwierige Zeiten kommen werden. Zeiten der zwangsweisen Neuorientierung, weil wir es freiwillig und vorausdenkend nicht schaffen werden, umzusteuern. Das klingt etwas pessimistisch, ergibt sich aber schlicht daraus, dass es noch nicht geschehen ist, obwohl die Notwendigkeit schon lange offen zutage liegt.

Immer wieder schön, bei solchen Beiträgen: Am Schluss noch schnell eine Empfehlung, wie es besser geht. Wären wir alle reflektiert, kritikfähig und würden wir zivilen Ungehorsam ausüben (können), wär’s ja einfach. In Wahrheit ist das eine riesige psychologische – Baustelle? Nicht einmal. Im Moment ist nicht mal die Baugenehmigung erteilt. Trotzdem gut geschrieben und wer in den sich und andere verwertenden Verwerteten nicht etwas von sich selbst erkennt, der bestellt vermutlich den Acker und hat keinen Zugang zum Internet, weil er einer besonders rigiden Sekte angehört.

TH

MS 271

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