Borowski und das Glück der Anderen – Tatort 1086 / Vorschau Sonntag 03.03.2019, DAS ERSTE, 20:15 Uhr

Titelfoto © NDR, Christine Schroeder

40 Tatorte hat die Stadt Kiel nun zu verzeichnen, die Nr. 1086 auf der Gesamtliste inbegriffen. 32 davon gehen auf das Konto von Klaus Borowski und 8 auf das jenes legendären Kommissars Finke, der im ebenso legendären Fall „Reifezeugnis“ ermittelt hat. So zurückhaltend wie Finke ist heute keine Ermittlerperson mehr, aber Borowski ist auf seine leicht kauzige Art ein würdiger Nachfolger für diesen ersten Tatort-Kommissar aus Schleswig-Holstein und zählt zu den beliebtesten aktuellen Kriminalern, unabhängig davon, mit wem er zusammen auf Tätersuche geht. Mit Mila Sahin hat er nun die dritte Teampartnerin, nach Frieda Jung und Sarah Brandt – wobei erstere keine Polizistin, sondern Polizeipsychologin war und sie alt genug und Borowski, als dies geschah, noch jung genug, dass zwischen beiden eine Affäre entstehen konnte. Unseres Wissens die einzige Liebesgeschichte in bisher 49 Tatortjahren, die sich auf einer Polizeidienststelle entwickelt hat.

Was hatten wir schon für einen Spaß mit den Borowski-Filmen, vor allem, wenn sie als Howcatchems angelegt waren und man dadurch wunderbar schräge Täter_innenfiguren zeigen konnte. Die Frau am Fenster, der Engel, der stille Gast, auch als Rückkehrer, aber auch ältere Werke mit Mädchen im Moor mit ihrer wundervollen Atmosphäre, ihrer zuweilen feingesponnenen Ironie – die Filme von Borowski sind manchmal ungewöhnlich intensiv und das ist auch dem Ermittler zu verdanken, der zwar präsent ist, aber selten mit Mätzchen die Konzentration auf Stimmung und Täter_in verhindert.

Leider spiegeln die Quoten die Qualität der Kiel-Tatorte diese Vorzüge nicht wieder und in  letzter Zeit kam auch kein großer, bedeutender Tatort mehr hinzu. Es ist eben nicht einfach, dreieinhalb Schienen mit guten Drehbüchern zu versorgen, wie der NDR das tun muss, der bekanntlich weitere Tatort-Standorte in Hannover, bei der Bundespolizei und immer wieder mal in Hamburg hat. Schade übrigens, dass die Tatort- und Krimi-Traditionsstadt Hamburg mit Nick Tschillers ebenso sporadischen wie umstrittenen Einsätzen in die Sackgasse geraten ist.

Auf Borowski und jetzt auf Mila Sahin freuen wir uns jedoch immer und die ausführlichere Handlungsbeschreibung von Tatort Fans liest sich, als sei dies ein nicht sehr spektakulärer, aber möglicherweise recht humorvoller und hintersinniger Film. Möglicherweise ist es auch ein Howcatchem, die Täterperson ist also möglicherweis von Beginn an bekannt und Borowski und Sahin müssen herauskriegen, was der Zuschauer längst weiß – und das Drehbuch stammt dieses Mal wieder von Sascha Arango, für uns einer der besten Tatort-Autoren, der unter anderem „Borowski und die Frau am Fenster“ verfasst hat, der von vielen als bisher bester Borowski-Film angesehen wird. Klingt das vielversprechend? Wir finden: ja.

Handlung

Neugierig schaut Supermarktkassiererin Peggy Stresemann ins Fenster des Nachbarhauses – das Ehepaar Victoria und Thomas Dell führt gerade einen Freudentanz auf. Offenbar sind sie Lottomillionäre geworden! Für Peggy bricht eine Welt zusammen: Warum haben sie und ihr Mann Micha niemals so ein Glück?!

Als sich die Nachbarn mit der Einlösung ihres Gewinns offensichtlich Zeit lassen, verschafft sich Peggy heimlich Zugang zu deren Haus und sucht den Lottoschein. Dabei wird sie vom Hausbesitzer überrascht. Als Kommissar Borowski und seine Kollegin Mila Sahin wenig später den Tatort betreten, bietet sich ihnen ein Bild wie in einem Gangsterfilm: Thomas Dell liegt blutüberströmt auf dem Ehebett.

Playlist

Titel Komponist Interpret
Breathe ( IN THE AIR) Waters, Roger Pink Floyd
Khachaturian: Gayaneh – Sabre Dance Wiener Philharmoniker, Aram il`yich Khachaturian Wiener Philharmoniker, Aram il`yich Khachaturian

 Besetzung und Stab

Klaus Borowski Axel Milberg
Mila Sahin Almila Bagriacik
Peggy Stresemann Katrin Wichmann
Micha Stresemann Aljoscha Stadelmann
Victoria Dell Sarah Hostettler
Ilona Schmidt Stefanie Reinsperger
Roland Schladitz Thomas Kügel
Gerichtsmedizinerin Kroll Anja Antonowicz
Thomas Dell Volkram Zschiesche
Esterhaz Jens Weisser

 

Musik: Daniel Kaiser
Kamera: Johann Feindt
Buch: Sascha Arango
Regie: Andreas Kleinert

 

 

 

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