Eine bessere Welt – Tatort 800 / Crimetime 242 // #Tatort #Welt #EinebessereWelt #Steier #Mey #HR #Frankfurt #TatortFrankfurt

Crimetime 242 - Titelfoto © HR, Johannes Krieg

Vorwort 2019

Heute tun wir es wieder,  zum dritten oder vierten Mal, seit die Rubrik „Crimetime“ mit dem neuen Wahlberliner im Juni 2018 eröffnet wurde. Wir zeigen eine Rezension im Original-Layout, von der Bildnennung und dem Copyright am Ende abgesehen und natürlich ex Vorwort 2019 und von Spezifika, die im abweichenden Design des heutigen Wahlberliners begründet sind.

Nicht, weil es Zeit spart. Die Minuten, die wir normalerweise brauchen, um ältere Rezensionen an die heutige Optik / Aufteilung anzupassen und kleine Korrekturen vorzunehmen, die gehen für dieses Vorwort drauf.

Diese Rezension trug in der Rubrik „TatortAnthologie“ des alten Wahlberliners die Nr. 15 und war die erste Kritik sofort nach Premiere, die einem neuen Team gewidmet war.

Gestartet waren wir mit dem Tatort 797 „Jagdzeit“ und widmeten uns hauptsächlich der Jagd nach älteren Filmen der Reihe. Es war eine spannende Zeit, Anfang der 2010er. Nach 2007, als in Leipzig und in Stuttgart gewechselt wurde, war kein neues Team mehr hinzugekommen, doch dann ging es Schlag auf Schlag. Murots Einstieg hatten wir knapp verpasst, aber der HR hatte ja noch etwas auf Lager: Die Ablösung von Sänger und Dellwo in Frankfurt.

Wir mochten die beiden sehr, aber Steier und Mey waren super spannend, wir hatten deshalb gemischte Gefühle, bevor sie starteten, doch die Erwartung überwog den Trennungsschmerz. Das trug sich knapp sechs Wochen nach dem Start des „ersten Wahlberliners“ zu. Bald zeigten Frank Steier und Conny Mey ihr Potenzial. Leider zu kurz, denn Mey, dargestellt von Nina Kunzendorf, wollte bald nicht mehr und Joachim Król alias Frank Steier machte es alleine auch nicht mehr lange.

Deren Nachfolger Brix / Janneke können die hohe Messlatte, welche die beiden Vorgänger-Duos gesetzt hatten, bisher nicht erklimmen. Was Steier und Mey aber fehlt, ist ein richtiger Klassiker wie „Wenn sie böse sind“ und „Herzversagen“, die Dellwo und Sänger Ruhm eingebracht hatten. Beinahe tragisch, dass Steier und Mey nicht länger durchhielten, denn irgendwann wäre der Kracher gekommen, dessen sind wir uns sicher. Der Einstieg war ja schon nicht so schlecht und er nannte sich „Eine bessere Welt.“  Und damit gehen wir über in eine hoffentlich bessere Welt.

Tatort 800, ARD 08.05.2011 (Erstausstrahlung) – TatortAnthologie 15

  1. Inhalt

„Ich möchte einen Mord melden“. Es ist schon spät, als ein Mann namens Sven Döring in der Frankfurter Mordkommission Einlass begehrt, um diese Meldung zu machen. Hauptkommissarin Conny Mey führt ihn in das Büro ihres Kollegen Hauptkommissar Frank Steier, den einzigen Raum, in dem noch Licht brennt. „Mein Sohn liegt seit einem Jahr im Koma, und ich weiß, dass seine Freundin Miriam versucht hat, ihn zu ermorden, und dass ihr Kollege Seidel diese Tat vertuscht hat“, klagt Döring.

Auf die beiden Kommissare wirkt er extrem gefährlich. Er scheint etwas zu planen, womöglich will er sich an der vermeintlichen Täterin rächen. Kommissarin Mey besteht darauf, zu der jungen Frau zu fahren und sie zu beschützen, doch „wir sind die Mord- und nicht die Mordverhinderungskommission“, sagt Steier. Ein klassisches Polizeidilemma.

Solange dem Mädchen nichts passiert ist, gibt es keine polizeiliche Handhabe gegen den potenziellen Täter. Mey und Steier wollen sich damit nicht abfinden, ermitteln trotzdem und stoßen auf einige Merkwürdigkeiten. Währenddessen treibt Sven Döring sein mörderisches Katz-und- Maus-Spiel mit dem jungen Mädchen und der Polizei. Die Schlinge um den Hals von Mariam zieht sich immer mehr zusammen, und ein tödlicher Wettlauf beginnt (Zusammenfassung aus dem Tatort-Fundus).

  1. Kurzkritik

Der erste Tatort des Teams Mey / Steier ist keine leichte Kost. Und er wird vermutlich polarisieren.

Auf der einen Seite ein Thriller wie selten im Tatort-Universum zu sehen, auf der anderen Seite kein Eintritt in eine bessere Welt. Eine der offensivsten und vielleicht auch attraktivste Tatort-Kommissarinnen bisher und ein Kollege, der beinahe schon am Ufer der endgültigen Lebensernüchterung steht.

Hochemotional, der Fall selbst einfach konstruiert, um dem Thriller freien Lauf lassen zu können. Auf den ersten Blick keine groben Fehler im Aufbau und in der Möglichkeit der einzelnen Handlungselemente.

Der Vater des im Koma liegenden Sohnes Döring klagt nicht, wie ob in der Zusammenfassung steht, er klagt an. Er unterstellt aufs Gröbste. Die Frage ist, ob man gegen ihn als offensichtlich pathologischen Menschen nicht hätte doch etwas mehr unternehmen können.

Am Ende muss ein richtig blöder Zufall helfen, dass er auf Rachetour mitten im Polizeipräsidium gehen kann. Nämlich, dass der Wachhabende am Eingang gerade in der Küche Kaffee kocht.

  1. Das neue Team – wir hatten einiges erwartet, aber so auch wieder nicht.
  2. Die Dame in Rot.

Wir rühmen uns jetzt, dass wir die Figur der Kommissarin Conny Mey (Nina Kunzendorf) im Preview einigermaßen richtig prognostiziert haben. Das war aber auch nicht so schwierig, denn schon das Bild, das am häufigsten vorab zur Verfügung gestellt wurde, lässt einiges erahnen. Ihre Kleidung auf dem Bild, ihr vermutlicher Gang. Alles wie erwartet und doch etwas mehr. Ob das mal nicht des Guten etwas zu viel ist und ob man bei der Polizei nicht doch an eine gewisse Seriosität als common sense, wenn schon nicht als vorgeschriebene Kleiderordnung gebunden ist. Natürlich ist es ein Fest fürs Auge, aber dahinter steckt auch eine Provokation, die wir als männliche Zuschauer fragwürdig finden. Aber schon Erin Brockovich ist damit gut durchgekommen. Die war allerdings nicht Kommissarin.

Sie trägt nicht nur gerne rot, sie fährt auch einen knallroten Golf VI GTI. Mit offensiv meinten wir in der Vorschau, dass sie ein wenig vom Typ Richtung junge Lena Odenthal tendieren könnte, aber dass man so in die Vollen greift, hätten wir dann doch nicht vermutet. Schlagfertig, um nicht zu sagen frech, nutzt ihre Attraktivität voll aus, hat ein auf der Dienststelle hinter verschlossenen Türen wirksames Verhältnis mit dem Gerichtspsychologen. Und der ist ein Idiot, wie sich im Laufe des Falls heraus stellt. Die neue Kommissarin Mey sprengt die letzten Ketten, die man einer solchen Figur bislang noch auferlegt hat, um sie realistisch wirken zu lassen. Wir hoffen, dass die Sender jetzt nicht ein Wettrennen um die attraktivste Kommissarin starten werden. Leider haben die amerikanischen Serien dazu beigetragen, dass es da offenbar keine Grenzen mehr gibt.

  1. Der ganz andere: Kommissar Frank Steier

Da hat man wieder ein Paar voll auf Gegensatz konstruiert. Frank Steier (Jochim Król), bereits eine andere Generation, wirkt müde und desillusioniert, kennt keine eigenen Beziehungen mehr und ist wütend über den Einbruch der Kollegin Mey in seine abgedunkelte Welt, in diesem Büro, in dem man nicht einfach das Licht anknipsen kann, wenn man reinkommt. Das würde normalerweise auch niemand tun, der jemanden in seinem Reich besucht, einfach die Lichtverhältnisse ändern – außer natürlich der wilden Kommissarin Mey. Król ist ein sehr guter Schauspieler. Wir hatten zwar erwartet, dass seine Rolle defensiver ausgestaltet sein wird als die der jüngeren Kollegin, aber nicht, dass er so – kaputt dargestellt wird. Klar, er kann solche Typen wie Frank Steier überzeugend spielen und sehr differenziert.

Aber man wünscht ihm geradezu, dass er tatsächlich den Glauben an eine bessere Welt wiederfindet, denn wie will er noch jahrelang an der Seite dieser vor Leben sprühenden, vergleichsweise jungen Kommissarin ermitteln? Am Ende hält sie seine Hand, als er beinahe draufgegangen ist und im Krankenhaus liegt.

  1. Zwei auf ungleicher Spur

Sie ist ein taktiler Typ, ganz eindeutig, und sie sagt es selbst, als die beiden im kalten Auto sitzen und die Wohnung von Miriam Sert beobachtent. Er hingegen kann keine Berührung ertragen. Sie hat eine Karriere, er wird als Sonderling in Ruhe gelassen. Sie verträgt keinen Alkohol, während er sich im Dienst ganz gerne mal einen Schluck aus dem Flachmann genehmigt.

Diesen Part halten wir nicht gerade für hilfreich. Nicht, weil wir nicht verstehen, dass jemand, der eine bessere Welt kaum im Konzept hat, die Welt, wie sie gerade ist, mit kleinen Hilfen besser ertragen kann, sondern, weil es wieder einer von diesen Tatbeständen ist, die im Grunde nicht gehen. Dass Polizisten im Dienst nicht alkoholisiert sein dürfen, das ist immer noch ein Grundtatbestand und darauf wird auch in Tatorten immer wieder rekurriert, wenn jemand den Ermittlern ein Glas anbietet, oft ohne böse Absicht. Wir sind gespannt, ob künftig Steier jedes Mal mit sich kämpfen  muss, wenn ihm das widerfährt. Hoffentlich nicht.

In diesem Team steckt eine solche Brisanz und sind so viele Entwicklungsmöglichkeiten angelegt, dass es für viele Tatortfolgen reichen wird, das ist jedenfalls klar. Das nächste ungewöhnliche Duo in der Stadt Frankfurt, nach Sänger / Dellwo. Offenbar mag man es beim HR gerne besonders kontrastreich und – plakativ. Die leisen Töne sind srstmal Schnee von gestern.

  1. Schnee und anderes in Frankfurt und anderswo

Aktueller Schnee hingegen im Krimi, der im Winter 2010/2011 gedreht wurde. Und der Wind pfeift beinahe ständig. Eine kalte Welt, das wird suggeriert und kommt immer wieder durch.

Wie die Leute auf der Polizeiwache miteinander umgehen, wie die letzten alten Männerfreundschaften in Verwicklungen und dienstlich untragbaren Handlungen verdampfen, das ist schon großes Kino des moralischen Zerfalls. Man hat im Verlauf immer mehr das Gefühl, jeder, der dort schon etwas länger arbeitet, und das sind alle, außer Conny Mey, hat eine oder mehrere dienstlich-private Leichen im Keller. Eine radikale Männerwelt außerdem, mit Mey als einziger Frau.

Die zwischenmenschliche Kälte wird jederzeit spürbar, selbst das gemeinsame Bowling der alten Polizistengarde wirkt kaum beruhigend. Eher hat man den Eindruck, das Ganze bricht auseinander. Steier macht eh schon nicht mehr mit, ist Einzelgänger geworden.

Dann tragen die Leute solche auffälligen roten Shirts und einer von den Rothemden wird vom in Räuberzivil auftretenden Kollegen Leistner gestellt auf der Bowlingbahn gestellt, weil er ein Verhältnis mit einer alkoholisierten Autofahrerin angefangen hat – und seine Frau bekommt zufällig das Gespräch zwischen Leistner und dem Kollegen mit. Gleich zwei Beziehungen in einer Sekunde zerstört.

Es ist beklemmend, da ist nichts mehr von der Kumpelhaftigkeit auf den Polizeiwachen und Morddezernaten von einst, da ist auch nicht die humorige gegenseitige Frotzelei wie etwa in Münster. Da ist es verdammt kalt. Und, so ungern wir’s sagen. Es passt. Es passt zur Stadt Frankfurt nach unseren Kenntnissen von deutschen Großstädten wie zu kaum einer anderen (Hamburg ausgenommen) und zu einer Welt, in der alle irgendwo an den Grenzen ihrer Möglichkeiten sind. Die Polizisten, das sieht man an Leistner und dem Kollegen Seidel mit dem Verhältnis, am verquasten Psychologen. Die jungen Polizisten, und davon kommen viele im Film vor, wirken blass, bis auf einen, der sich gegen den älteren Kollegen stellt und sich im wörtlichen Sinn vor ihm aufbaut. Niemand macht Mediation, alle in der Kantine kommentieren die Szene nur – das ist auch jene Stelle, an der wir uns über die auf ihrer Mittagspause mit vollem Mund und Kraftausdrücken insistierende Kommissarin Mey ärgern.

  1. Keine bessere Welt?

Der Titel „Eine bessere Welt“ ist vielschichtig präsent und erstklassig-hintergründig gewählt. Es geht nicht nur um die Mentalität der beiden Ermittlerfiguren und um eine Welt, in der vielleicht durchgeknallte Typen Schwächere andere ständig bedrohen können, es geht auch um die interne Welt der Dienststelle, die kein Bessere-Welt-Block mehr ist. Einstmals strahlten diese Dienstellen Ordnung und das gute Prinzip aus und sie standen furchteinflößend der Welt. Wer dort hin musste, war an sich schon einen Kopf kleiner als im Leben draußen. Man griff sich die Täter mit der Pinzette wie böse Zecken aus einem sonst gesunden Gemeinschaftswesen. Die Situation veränderte sich.

Dienststellen wurden mehr zu Inseln in einer immer schlechteren Welt und immer mehr stürmte die schlechtere Welt gegen sie an, wurde es schwieriger für die Kommissare, gut und böse zu trennen und einfacher für die Verdächtigen, großspurig in den Dienststellen aufzutreten. Nun hat man beinahe den Endzustand erreicht. Das Böse kommt mehr und mehr in der Struktur selbst an, die es im Zaum halten sollte. Nicht, dass der hier involvierte Kommissar Seidel böse wäre, aber die Versuchungen, die sind auch irgendwie böse für solche Menschen wie Seidel, die ihnen nicht widerstehen können.

Der Kommissar Frank Steier, das glaubt man gerne, hat diese ganze Entwicklung mitgemacht, resigniert und wird erst durch Conny Mey aufgeschreckt aus seiner routinierten Lethargie. Aber noch geht etwas. Solange eine Kommissarin Mey auf den Putz haut und auf die Karriere … pfeift, wenn sie gerade auf ihrem Gutmenschen-Trip ist und solange Steier sich davon sogar mitziehen lässt, so lange könnte die Hoffnung auf eine bessere Welt noch existent bleiben. Und für einen vermutlichen Existenzialisten wie Steier eine Hoffnung auf Erweckung der längst verschütteten, idealistischen Triebe. Man sieht schon Ansätze, in der ersten Folge des neuen Teams.

  1. Dynamische Figuren, das wäre doch etwas

Wir sind sicher, Steier wird auch seinen Krankenhaus-Aufenthalt überleben und der alt wirkende Mann im neuen Team wird uns noch manche Überraschung bereiten. Das hat er seiner Kollegin Mey voraus. Sie ist als Figur schon ziemlich so, wie sie vermutlich bleiben wird. Oder? Wir wünschen uns endlich ein Team, das dynamisch angelegt ist, und das konsequent, und nicht statisch bleiben muss, nur um eine Balance zu erhalten, die immer und immer wieder neu ausgespielt wird. Wir wünschen uns wirklich, dass Kommissar Steier ins Leben zurückgeholt und aus seiner angehörigenlosen Einsamkeit. Dann kann er vielleicht auch mehr aus sich heraus und Król kann zeigen, was er wirklich draufhat.

  1. Der Thriller

Die Handlung ist eine beinahe auch schon wieder klassische Thriller-Konzeption. Kein Rätselkrimi. Man weiß genau, was Sache ist, nämlich die Bedrohung von Miria Sert durch Sven Döring. Es bleibt bis um Ende unklar, wer nun eigentlich Stefan, Svens Sohn, überfahren hat und ungeklärt bleibt, was Vater Sven (Justus von Dohnanyí) mit der Katze von Miriam Sert gemacht hat. Dass die Eingangspforte ausgerechnet in dem Moment nicht bewacht ist, in dem Döring auftaucht, ist wirklich Pech, aber wie wäre anders dieses dramatische Ende möglich gewesen. Auch die Person des Sven Döring ist nicht konsequent aufgelöst, denn was nun zwischen  ihm und seinem Sohn war und ob er vielleicht in irgendeiner Form dazu beigetragen hatte, dass dieser so tapsig auf der Straße herumlief, das bleibt im Dunkeln.

Ein kleiner Pforten-Exkkurs: Von Gerichtspforten wissen wir, dass da heute ganz andere Sicherheitsauflagen gelten – Durchleuchtung der Person, Herausgabe aller Gegenstände zwecks Kontrolle, und immer mehrere Wachleute, meist Polizisten, anwesend. Zumindest ist das in Berlin schon bei den Amtsgerichten so, und in Frankfurt dürfte es kaum weniger gefährlich und kaum weniger notwendig sein, alles gut zu sichern. Irgendwie reizt es uns, für diese etwas plumpe Situation Abzüge zu geben. Dann erinnern wir uns aber, dass es auch andere Handhaben gibt. Wir nennen sie selbstverständlich nicht, aber wir kennen Polizeidienststellen, in denen kann man durchaus von der Wartezone aus schön weiter durchs Gebäude spazieren kann. Zumindest könnte man plötzlich aufspringen und losstürmen. Denn weiter vorne, da sitzt auch nur eine Person am Eingang, die alles Mögliche zu tun hat. Wir geben die Sache für gut, weil sie möglich ist. Nicht, weil so ein Zufall üblich ist, dass gerade Unaufmerksamkeit herrscht.

Der Thriller liegt hier auch in der Person, deswegen können wir die dritte Hauptfigur Döring sozusagen in der Handlung unterbringen. Klasse, wie er tricky, gefährlich, drohend, manipulativ redet und immer und überall ist. Wie er zuhause nicht einmal einen Computer hat, sondern in irgendeiner Werkstatt aufs Internet zugreifen muss, um das Handy von Frau Sert zu orten. Das macht ihn dämonischer. Auch diese altmodische, kleine Wohnung. Alles so schön freaky. Wenigstens hat er ein ganz neues E-Klasse-Taxi als Arbeitsplatz. Ein schönes Symbol dafür, dass er immer und überall ist und Miram Sert ständig bedroht, wenn sie durch die Gegend läuft oder ihrem Job als Briefzustellerin der Post nachgeht.

Mit der Handy-Ortung gibt es allerdings ein Problem. Normalerweise wird die Ortung dem georteten Mobiltelefon gemeldet. Das scheint bei Miriam Sert nicht funktioniert zu haben, gehört aber dazu, damit solche Ortungsdienste überhaupt als legal gelten können.

III.             Fazit

Ein Einstand des neuen Frankfurt-Teams mit großem Applomb und mit noch größeren Chancen. Aber es wäre besser, nicht zu sehr überziehen. Die Kommissarin Mey kann auch in etwas konventionellerer Kluft noch punkten, und Frank Steier muss noch einmal auf den Trip zum Glauben an eine bessere Welt, um als Partner dieses Energiebündels einen gleich starken Gegenpart abzugeben. Und man darf die Fälle nicht zu flach, zu simpel gestalten, sich nicht zu sehr auf die Wirkung der Figuren und auf den Thrill +verlassen. Starke Teams alleine machen noch keinen Top-Tatort. Wie zuletzt bei 799 zu sehen war.

Da ist Vieles angelegt, was man gut entwickeln kann – aber es gibt auch ein paar Übertreibungen, die man glätten sollte. Wohlwollend-abwartende 7,5/10.

dWB/TH/11-05-08

© 2019, 2011 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

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