Babylon Berlin – Die Serie, Folge 13 / Crimetime 400/13 // #Babylon #Berlin #BabylonBerlin #Crimetime #ARD #Sky

daCrimetime 400/13 - Titelfoto und weitere Bilder: ARD Degeto / X-Filme / Beta Film / Sky Deutschland / Frédéric Batier

Vorwort

Es geht in die dritte Runde. Wir haben die Rezensionen zu „Babylon Berlin“, abweichend von der Aufteilung der Serie selbst, in drei Staffeln gepackt: Die Rezensionen 200/1 bis 200/6 für die ersten sechs Folgen der ersten Staffel, 300/7 bis 300/12 für die letzten beiden Folgen der ersten und die vier ersten Folgen der z zweiten Staffel. Die Aufteilung hatten wir nach der ersten Sichtung der Serie im Wege der Free-TV-Premiere beschlossen. Zwar endet ein wichtiger Handlungsstrang tatsächlich nach Folge 8, also mit den Ende der ersten Staffel, aber die letzten vier Folgen der zweiten Staffel lösen fast alle Verknotungen auf und enthalten daher besonders viele dramatische Momente.

Diese 4 x 45 Minuten fassen wir im Rezensioncluster 400/13 bis 400/16 zusammen. Durch diese Aufteilung wird auch deutlich, dass das Projekt, die Serie in Einzelfolgen zu beschreiben und zu kommentieren, sich über mehrere Monate hingezogen hat, denn die Wahl der „Crimetime“-Seriennummern entspricht in etwa dem, was sowieso gerade „dran“ war (gegenwärtig sind wir bei Crimetime 406 angelangt, haben aber die 400 für diesen und die drei folgenden Beiträge offen gelassen).

Die Folge 12 / Kurzfassung der Handlung

Mithilfe des belastenden Bildmaterials gelingt es, die vermeintlichen Mitglieder der Schwarzen Reichswehr zum Verhör zu zwingen – ein Erfolg für Rath und Benda, der jedoch nicht lange anhält. Charlotte befindet sich in einer gefährlichen Lage, doch sie kommt dadurch unverhofft zu neuen Informationen. (ARD-Text)

Hier geht’s zurück zu Folge 12 (Crimetime 300/12).

Titelbild: Weil der Psychiater Dr. Schmidt eine Schlüsselrolle in der Serie spielt und sich das Motiv des Aufeinandertreffens mit ihm in Szenen, die Traum und Wirklichkeit in einem sind, so oft wiederholt und weil das alles mit der unbewältigten Vergangenheit von Rath zu tun hat, zeigen wir heute dieses Bild als Titelfoto.

Handlung und Kommentar

2019-08-03 Babylon Berln Folge 13 107 Charlotte und der Typ vom Bahnhof - zur Erinnerung
Zur Einnerung. Bahnhofsezne: Charlotte trifft den jungen Mann, der später für eine Überraschung in ihrem Leben sorgen wird.

Dieses Mal gibt es zu Beginn nichts, was wir recherchemäßig anbieten können. Vielmehr steigen wir in dem Moment in eine Berliner U-Bah ein, in dem Charlotte, in jener U-Bahn sitzend, von diesem Typ, den sie vom Anhalter Güterbahnhof kennt, angesprochen wird. Damals hatten sie einen Wortwechsel im Angesicht des Zuges aus Russland, der zu Beginn der 13. Folge immer noch dort steht. Charlotte wird von dem Mann aus der Bahn genommen, weil sie sich darauf einlässt, mit ihm einen Kaffee trinken zu gehen. Aber da ist sie zur Abwechslung wieder etwas naiv, denn derjenige sorgt dafür, dass sie in einem Auto zu sitzen kommt, chloroformiert und entführt wird.

Sie wacht auf, an Ketten gefesselt, in einem unbekannten Raum, in dem sehr überraschend das Bild von jenem Trakehnerhengst angebracht ist, der ein wichtiges Motiv aus Gereon Raths Vergangenheit darstellt, und zwar aus jenem Teil seiner Vergangenheit, der sich auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs abspielt, Westfront 1917 oder 1918, darf man annehmen, denn das Pferd trägt auch eine Gasmaske.

2019-08-03 Babylon Berln Folge 13 109 Der Armenier
Der Armenier. Clubbesitzer und Mob-Boss.

Es ist der Armenier, der Charlotte in seine Gewalt bringen ließ und von seinen Bodyguards bewachen und befragen lässt. Mit diesem kahlschädeligen Schrank versucht Charlotte sich tatsächlich anzulegen, das gibt wieder einen feinen Femi-Punkt, auch wenn es an den Haaren herbeigezogen wirkt: Ein Tritt in die Eier kommt immer gut. Der Armenier glaubt, dass Charlotte etwas über das Gold weiß, das irgendwo in diesem Zug versteckt sein muss. Weiß sie denn etwas – kurzes Innhalten. Nein, woher denn? Dazu müsste sie Kontakt mit der Sorokina, mit Kardakow, mit Nyssen, mit der russischen Gesandtschaft oder mit dem rechten Zirkel gehabt haben, die mittlerweile instruiert sind aber ebenfalls nicht genau wissen, wo es sich befindet. Das weiß nach wie vor nur die Gräfin, die unter anderem als Sängerin im Moka Efti arbeitet und dort „Zu Asche, zu  Staub“ singt.

Ursprünglich wusste ja nur die Gräfin … wow, jetzt wird’s aber hart. Charlotte schlägt den Bodyguard mit einem veritablen Feuerlöscher und sprüht den anderen, den sie vom Bahnhof kennt und der ihre Vertrauensseligkeit ausgenutzt hat, mit Löschschaum an. Schade jetzt doch, dass das Anschauen der Szene schon etwas her ist, Feuerlöscher waren damals nämlich üblicherweise nicht mit Schaum, sondern mit Gas befüllt und wurden von Hand betrieben. Trotz dieser Unsicherheit über historisch korrekte Verwendung technischer Geräte gibt es noch einen Femi-Punkt extra für Charlotte für dieses Notwehrwerkzeug. Erst eine deutliche Überzahl an Männern bringt die Polizistin in spe dann doch zum Aufgeben. Auch schade: Dass wir kein Bild von der Szene gefunden haben.

Nun sehen wir Witwe Behnke, wie sie das Zimmer von Rath säubert – und dabei fischt sie unter dem Bett etwas heraus. Es ist eine Aktenmappe. Wer war noch in diesem Zimmer? Genau, Kardakow, der hatte es nämlich vor dem Kommissar gemietet und verschwand. Und in der Mappe eine Sammlung von Frachtbriefen. Was soll sie bloß mit diesem Fund anfangen?

2019-08-03 Babylon Berln Folge 13 003 Die Staatsvertreter besprechen das Bildmaterial aus Russland
Lagebesprechung mit Fotos aus Russland. Kriegen wir sie, die Revanchisten?

Derweil sichten die Staatsverteidiger das hervorragende Bildmaterial, das Rath und Graf in Folge 12 über der russischen Stadt Lipezk geschossen haben – das Ausbildungsquartier der Reichswehr für die Luftwaffe der Zukunft. Der Regierungsrat Benda, der Polizeichef Zörrgiebel, die haben Rechnungen mit der Schwarzen Reichswehr zu begleichen, aber auch der Staatsanwalt zieht mit und wird Anklage gegen die Hintermänner der illegalen Wehrertüchtigung erheben. Bei der Gelegenheit kann auch der Güterzug als belastendes Material verwendet werden. Genauer: Sein Inhalt, das waffentaugliche  Gas Phosgen.

Das muss Rath doch sehr speziell triggern, nach seinen Erlebnissen auf den von Giftgas überwaberten Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs.

In der Folgeszene wird auch gleich zur Tat geschritten: Polizisten spazieren mitten auf ein Grundstück am Wannsee und verhaften Generalmajor Seegers und Konsorten. Es handelt sich um das Anwesen der Nyssens. 

Vom Ergebnis investigativer Nachforschungen zurück zu investigativen Nachforschungen. Moritz ist im Keller des Hauses, in dem sie eigentlich alle nicht mehr wohnen, Gereon, Helga und er. Und holt nach, wobei ihn Gereon Rath in der vorherigen Folge gestört hat: Er öffnet den Verschlag des Kellerabteils, das zur Wohnung von Bruno Wolter gehört. Und was findet er da? Schon wieder sind Waffen im Spiel, dieses Mal in Form moderner Gewehre, wie sie für die Auf- und Ausrüstung der größeren Reichswehr gebraucht werden. Dann sieht man, wie der Schatten eines Hutes sich über die Szene legt, wir sind im Expressionismus angekommen. Wessen Hut wird das wohl sein, der jenen Schattenwurf verursacht? Genau. Der ausgebuffte Kriminaler kann also auch gut schleichen, man hörte ihn nicht kommen. 

Die Aufklärung der Hauptsache ist ins Stocken geraten, denn nun kann Rath sich das rote Notizbuch nicht mehr von Charlotte von Steno in Vollschrift übersetzen lassen, denn sie ist weg, mitsamt dem Dokument. 

2019-07-31 Babylon Berlin Folge 12 201 Moritz und Wolter bei den Schießübungen
Vermutlich wird der Junge das Wissen zehn Jahre später noch gebrauchen können – Wolter lässt Moritz Schießübungen machen.

Wolter und Moritz: Der Kommissar hat den Jungen offensichtlich aufgefordert, ein paar Melonen mitzunehmen und sie sind in einem verlassenen Hinterhof und – es geht ums Schießen. Für mehr als nur eine Sekunde wirkt es, als ob Wolter den Jungen und nun Mitwisser umbringen wird, aber dann sind es tatsächlich Schießübungen, die Moritz mit den Melonen vollführt. Eine sehr gekonnt geschnittene Szene. Derweil tragen Männer die Kisten mit den Waffen schon wieder aus dem Wohnhaus, in dem Wolter lebt und verstauen sie auf einem Lastwagen. In dem Moment, in dem umgeschnitten wird, weiß man noch nichts über das Schicksal des Jungen, aber wir sind hier so frei, alles zu seiner Sinneinheit zusammenzufassen. 

Trotzdem erleben wir hier wieder ein sehr ambivalentes Verhalten von Wolter, denn der Junge ist ja nun einmal informiert. Da er zu  Rath aber kein besonders gutes Verhältnis hat, wird er wohl dichthalten. 

2019-08-03 Babylon Berln Folge 13 004 Generaljmajor Seegers bei Benda
Der Generalmajor und der Regierunstrat, die Stenotypistin – was wird sich bei der Vernehmung zeigen?

Die Waffen sind aber nicht nur für weit vorausliegende Verwendungszwecke bestimmt. Denn bereits am nächsten Tag soll eine Aktion stattfinden, die wir bereits als „Prangertag“ kennengelernt haben. Rath fragt der weil Major Beck, was dieser in Lipezk so gemacht hat, wo er offensichtlich für ein Jahr stationiert war. 

2019-08-03 Babylon Berln Folge 13 005 Generaljmajor Seegers bei Benda II
Der Major hat eine andere Auffassung von Staatsinteressen als Regierungsrat Benda, von dem er in dieser Szene vernommen wird.

Wir werden nun Zeugen einer Auseinanderetzung zwischen Regierungsrat Benda und Generalmajor Seegers, dem demokratischen Zivilisten und dem Militär, welcher die gegenwärtige Ordnung der Weimarer Republik ablehnt. Das ist selbstverständlich auch ein Lehrstück für den geneigten Zuschauer – welche sind die Interessen des Reiches, des Staates, der Bürger*innen? Nicht nur verbal rau geht es zwischen dem schneidigen Major Wendt und Polizeichef Zörrgiebel zu, denn Wendt schlägt den anderen tatsächlich ins Gesicht und ereifert sich darüber, dass der Chefpolizist sei sich nicht klar über das Ausmaß und die Folgen seines Handelns. Aber werden die Folgen so dramatisch sein?

Das Vorgehen gegen die Verschwörer wird nämlich adjustiert – es darf keine Verhöre mehr geben, bis Hindenburg von einer Auslandsreise zurückkehrt. 

Rat hat einige Mitarbeiter ausgeschickt, um Charlotte zu suchen, aber sie kommen unverrichteter Dinge zurück. Auf die Idee, im Kühlkeller des Moka Efti nachzusehen, ist leider niemand gekommen. Hängen da Haie, gehäutet? Miethaie sind es nicht, das lässt sich aus der Form der blutigen Körper erschließen. Jedenfalls weidet jemand nun einen feuchtglänzenden Fisch aus und wir wissen nun, woher die Buchvorlage „Der nasse Fisch“ seinen Namen hat. Ah, wie schön die Eingeweide zwatschen. Nein, dieser Serie ist nicht dezent, alles wird exploitiert. Deshalb passt „Babylon Berlin“ auch so gut zu Berlin. 

Kultivierter geht es aber im Untersuchungsgefängnis Moabit zu, da sitzen alle  inhaftierten Militärs im Hofgarten beisammen und lassen es sich gutgehen. Nun stößt auch Wolter hinzu, stellt eine gute Flasche Wein als Mitbringsel auf den Tisch. Er hat auch eine Mappe dabei und meldet dem Generalmajor diensteifrig, die Verteilung der Waffen sei abgeschlossen abgeschlossen – und alles bereit für die Aktion Prangertag. Wolter breitete einen Plan aus, den man als Operationsplan bezeichnen kann. Wir sind wieder im Krieg, die Lage wird besprochen, die Strategie ist aber schon ausgearbeitet, der Gegner wird vollkommen überrascht sein. Wolter hat diese Strategie offenbar sogar ausgearbeitet. Sinnigerweise soll der Prangertag seinen Höhepunkt während eines gemeinsamen Besuchs einer Aufführung der Dreigroschenoper von Gustav Stresemann und Aristide Briand  stattfinden. Am Ende des ersten Aktes findet auf der Bühne eine Schießerei statt, das ist der Moment, an dem alles zum Höhepunkt tendiert. Nicht im Stück, trotz des Schießens, sondern in der Realität.

An was erinnert uns diese Art einer geplanten Mordausführung? An Hitchcocks „Der Mann, der zuviel wusste“, den es gleich in zwei Versionen gibt (1934 und als Remake vom selben Regisseur 1956). Die berühmte Szene mit dem Beckenschlag, der den Schuss übertönen soll. 

Wenn das Attentat nach Plan gelaufen ist, soll die deutsche Flagge auf Halbmast gesetzt werden, Major Wendt die wichtigen politischen Persönlichkeiten festnehmen. Ernst Ludendorff, der Chef der Obersten Heeresleitung während des Ersten Weltkriegs, wird die Republik für beendet, die Monarchie als wieder eingesetzt proklamieren. Im Grunde hätte es sich um eine Militärdiktatur gehandelt. Hätte das Attentat funktioniert – wäre dann die Geschichte ganz anders verlaufen? Ludendorff stand durchaus den Nazis nah, es gibt viele Verbindungen, aber auch Differenzen, u. a. ab etwa 1927 mit Hitler. Wir wissen es nicht, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das Militär und ein formal wieder regierender Kaiser Wilhelm, der zu jener Zeit im holländischen Exil weilte, die Geschichte des NS-Staats zumindest später hätten beginnen lassen. 

Etwas mehr in die Niederungen des Alltags. Greta sehen wir in einem offensichtlichen Arbeiterquartier, rote Fahnen hängen an Fassaden, Plakate, ein Leierkastenmann spielt das Lied von Mackie Messer, das wir nun als zum zweiten Mal hören – nach einer Plattenaufnahme, die ein Mieter auf der anderen Seite des Hinterhofs gespielt hat, auf den hinaus die Ritterschen Behausung geht. 

Otto, der Freund von Fritz, erzählt Greta, sie seien verpfiffen worden, da taucht Fritz auf und just wird auf ihn geschossen. Er geht zu Boden. Ist dies das Ende der Romanze zwischen Fritz, dem, der sich als Kommunist zeigte, und Greta, dem nunmehr Dienstmädchen im Haus des Regierungsrats Benda? 

Gereon Rath wendet sich an Wolter, weil er befürchtet, dieser habe Charlotte entführen lassen. Die beiden liefern sich eine hübsche Schlägerei. Wolter hat den Kollegen gerade im Schwitzkasten, da taucht Frau Wolter im Türrahmen auf, dadurch ist die Gewalt erst einmal beendet, denn die Frau hat genug am Hals mit ihren Depressionen und ihrem Alkoholismus und wir wissen ja, dass Wolter sie sehr respektvoll behandelt. 

Das ist aber die Gelegenheit, wieder auf Charlotte zurückzukommen. Sie wird dem Armenier vorgeführt. Das Ganze beginnt an das Hornberger Schießen zwischen Rath und Wolter auf der einen Seite und Krajewski auf der anderen zu erinnern – es kommt nichts heraus. Damals über die Pornos, jetzt bezüglich des Goldes. Sie wird wieder zurück in den Kühlraum gebracht, man hört jetzt, wie eins höher, im Club, die Musik spielt. Der Typ vom Bahnhof, obwohl von ihr kürzlich attackiert, schiebt ihr immerhin einen Mantel zu. Klar, ihr Überleben soll nicht zu unrealistisch wirken.

Und sie hat immer noch das Notizbuch. Durchsucht wurde sie also nicht. Fängt sie nun, bibbernd in der Kälte, an, Stefan Jänickes Steno zu übersetzen? 

Etwas ramponiert sitzen Wolter und Rath im Auto. Offenbar konnte Rath davon überzeugt werden, dass Wolter Charlottes Verschwinden nicht zu verantworten hat. Charlotte hingegen liest unter anderem, wie Stefan das Treffen im Café Josti protokolliert hat, anhand der Lippenablesungen, die so gut sind wie jede Wanze, nur technisch viel weniger aufwendig, also eine solche im öffentlichen Raum zu platzieren. Es wird ein Lied gespielt, das hießt: Du triffst nun deine Wahl zwischen Glück und Qual. Zumindest kommt diese Zeile darin vor. Ob das mal immer so ein bewusster Vorgang ist? Wer würde sich dann für die Qual entscheiden? Sicher weniger Menschen als sich dann doch eher durchs Leben quälen. 

Die beiden Kriminaler suchen jetzt zusammen nach Charlotte und es wird ganz schön warm, denn sie gelangen dabei auch an deren ehemaligen Arbeitsplatz unter dem Club. Witzig, wie die beiden auf einmal wieder zusammenarbeiten, als sei das Kollegiale das neue Misstrauen. 

Es ist schön, dass es Aufzeichnungsbücher gibt. Fast so gut, als wenn der Kommissar Zufall eingreift. Wir erfahren von einem Treffen zwischen der Sorokina und Alfred Nyssen, wie die Nummer des Waggons ausgetaucht wurde und welcher der ist, in dem das Gold nun sein müsste bzw. welche Nummer er nun trägt. Ein schöner Blick von ihr auf das Plakat mit Nico, damit klar ist, wer wessen Alter Ego dastellt. Hat Rath, aus dessen Perspektive das gefilmt ist, es auch verstanden?

Nach einem Besuch von Nyssen in ihrer Garderobe passt Rath sie ab und sie erzählt ihm, wie der ganze Besitz der Familie in Gold getauscht wurde, um ihn vor der russischen Revolution zu sichern. Dann fährt er U-Bahn. Ein Fahrgast, der neben ihm steht, liest in einem Buch: Betreibt die Schattenarmee des Deutschen Reiches Aufrüstung? Von Samuel Katelbach. Ah ja. Den kennen wir. Rath geht also zu Katelbach, da er nun ahnt, Katelbach weiß wohl mehr. 

2019-08-03 Babylon Berln Folge 13 002 Rath überrascht Journalist Katelbach im Bett
Ein Journalist, der sich seines Lebens nicht mehr sicher fühlt und einer, der ihn aushorchen will. Alle sind hinter was her, jemand ist hinter ihnen her, die Lage ist angespannt.

Dabei begegnet er zwangsläufig der Witwe Behnke, sagt dieser aber ziemlich kühl, er sei nur wegen des Journalisten hier. Den findet er derangiert im Bett und Katelbach richtet sogar die Pistole auf Rath, bis er seinen Besucher erkannt hat. Rath erfährt dann, dass am Vortag ein Schlägertrupp in die Redaktion eingedrungen ist und wie die Neandertaler alles mitgenommen haben, was sie für wichtig hielten – unter anderem eine Liste der Mitarbeitenden, auf welcher natürlich auch er, Katelbach, vermerkt ist. Rath wüsste gerne, wer die gute Infoquelle von Katelbach ist, die ihm zu dem Enthüllungsbuch verholfen hat. Katelbach fragt erst einmal zurück, will Namen wissen und warnt danach den Kommissar: Dieser lege sich mit dem Staat höchstselbst an. Er rät ihm, alles, was er tut, öffentlich zu machen, denn nur Öffentlichkeit könne ihn schützen. Wichtiges Prinzip bei Enthüllungsjournalismus über gefährliche Gegner! Andererseits – 13 Folgen lang haben wir gesehen, 1929 war keine Mimimimi-Ära und politische Morde nicht so selten wie heute. 

2019-08-03 Babylon Berln Folge 13 001 Rath trinkt einen Kaffee bei Witwe Behnke
Noch einmal mit Gefühl. Fast. Gereon Rath und die Witwe Behnke beim Kaffee. Schön mit Untertasse unter der Tasse, damit nichts auf den Boden tropft. Trotzdem hält man das Tellerchen doch nicht so ganz unterfasst, oder? Manches wichtige Wissen geht immer mehr verloren.

Dann trinkt Rath doch noch ein Käffchen mit der Witwe. Auf die alten, kurzen, die schon vergangenen Zeiten, sie Wirtin, er Einzelzimmermieter. Es war fast wie heute bei AirBnB. Wohnen bei Freunden. Nur, dass das Sharing der Bleibe echt war und nicht vorgegaukelt, um ungestört Zweckentfremdung betreiben zu können. Es ist Frau Behnke so heimelig zumue, dass sie vergisst, Rath die Kladde mitzugeben, die sie kürzlich unterm Bett gefunden hat. Sie erinnert sich gerade noch rechtzeitg: Rath hat die Wohnung schon verlassen. Sie schmeißt ihm das Buch vom Balkon aus nach. Wie man sich von der Vergangenheit befreit und physisch mit ihr abschließt.

Derweil liegt Charlotte im Keller und friert. Die Folge ist zu Ende. Kein „Zu Asche, zu Staub“? Vielleicht fand man es wegen der abschließenden Kühlkeller-Szene als unpassend.  

© 2019 Der Wahlberliner, Thomas Hocke 

Rolle Darsteller
Gereon Rath Volker Bruch
Charlotte Ritter Liv Lisa Fries
Wolter Peter Kurth
August Benda Matthias Brandt
Greta Leonie Benesch
S. Sorokina / Nikoros Severija Janusauskaite
Kardakow Ivan Shvedoff
Alfred Nyssen Lars Eidinger
Jänicke Anton von Lucke
Krajewski Henning Peker
Armenier Misel Maticevic
Elisabeth Behnke Fritzi Haberlandt
Katelbach Karl Markovics
General Major Seegers Ernst Stötzner
Dr. Schmidt „Anno“ Jens Harzer
Dr. Völcker Jördis Triebel
Gräf Christian Friedel
Zörgiebel Thomas Thieme
Trochin Denis Burgazliev
Musik: Johnny Klimek
  Tom Tykwer
Kamera: Frank Griebe
  Bernd Fischer
  Philipp Haberlandt
Buch: Tom Tykwer
  Hendrik Handloegten
  Achim von Borries
Regie: Tom Tykwer
  Achim von Borries
  Hendrik Handloegten

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