Die Apokalypse ist leider auserzählt – Kommentar (Johannes Schneider, DIE ZEIT) / #Umweltschutz #Klimawandel #climatechange #Polizei #DIEZEIT #Tagesspiegel #Klimaschutz #Ökosozialismus #ApocalypseNow #Blockbuster #Klimahysterie #Klimawandelleugner #Wissenschaft

Von alten Mythen bis zu aktuellen Blockbustern: Die Menschheit hat sich zu allen Zeiten gern mit ihrem Ende befasst. Deshalb bemerkt sie nicht, dass es jetzt so weit ist.“

So steigt Johannes Schneider in seinen Essay ein. Vieles, was in der ZEIT steht, ist gesellschaftlinkes Spaltungs-Mimimi, da suchen wir lieber in etwas mehr alternativen Medien nach neuen Eindrücken und Inspiration, aber hier hat mal jemand wieder etwas weiter ausgeholt und dadurch wirkt all der Quatsch, mit dem wir uns immer wieder spalten lassen, ein Stück kleiner, tritt zurück, wir kommen zum Wesentlichen. Das versuchen wir ja in diesem Kleinmagazin immer, auch wenn wir uns mit der Mieter*innenbewegung näher befassen und enger verbunden fühlen als mit einigen anderen gesellschaftlichen Gruppen. Wir sehen diese Bewegung auch eher als Teilmenge einer Klasse denn als exklusiven Cluster an.

Der Essay wirkt in Teilen, als sei er für eine Gruppe von Menschen geschrieben, die wir ganz gut kennen – diejenigen, die ihre vorgebliche oder tatsächliche wissenschaftliche Methodenkenntnis dazu verwenden, alles zu negieren, was doch so offensichtlich ist – nur, weil die Zukunft noch nicht geschrieben wurde und jede Messmethode Unschärfen aufweist. Wie die Geier stürzen sie sich auf jede kleine Inkohärenz, jeden Zweifel – und das Ganze bekommt irgendwann etwas Verzweifeltes. Bloß nicht anerkennen, dass sich etwas ändern muss. Dass wir uns ändern müssen. Dass weitermachen wie bisher dafür sorgen könnte, dass wir uns hier bald nicht mehr um des Kaisers Bart streiten können, um mal einen Ausdruck für Nebbich zu verwenden, welcher aus der politisch noch nicht korrekten Zeit stammt.

Natürlich werden die sozialen Medien wieder gebasht, weil die traditionellen Medien ihren EInflussverlust nicht verknusen können, aber wenn sie öfters Essays wie diesen bringen würden, sogar für diejenigen zugänglich, die nicht die Paywalls aller wichtigen Medien per Abo niederreißen können, dann wäre der Einflussverlust nicht so groß. Und was sind Autorität und Scheinautorität? Die meisten Social-Media-Posts beanspruchen gar keine Autorität, sondern sind klar als Meinungen und Kommentare erkennbar. Nun gut. Medienkritik muss mit Medienkritik beantwortet werden. Richtig ist, dass es ganz viele Medienmacher gibt, kleine Medienmacher wie uns, die einfach was machen, ohne von der ZEIT und anderen vorher daraufhin überprüft worden zu sein, ob sie deren Lied immer mitsingen möchten.

Kontrollverlust muss man durchstehen können. Außerdem könnten wir uns darauf vereinbaren, ganz ohne ideologische Scheuklappen auch mit der ZEIT und anderen ins selbe Horn zu stoßen, wenn wir wirklich davon überzeugt sind, dass sie richtig liegen. Wie Johannes Schneider mit diesem Essay. Er hat ja Recht, wenn er hervorhebt, dass in den sozialen Medien auch viele schräge Weltsichten verbreitet werden, die uns vor allem nichts nützen, wenn es zu konstruktiven Ideen und Aktionen für die Zukunft kommen muss. Das ist es vor allem, was uns nervt – nicht, ob jemand ein beinharter Ideologe ist oder glaubt, die Erde sei eine Scheibe. Wie Johannes Schneider ausführt: Ist sie nicht. Sie ist auch nicht ein bisschen gekrümmt, wie einige neuere Flachbildfernseher, die, so gesehen, gar nicht mehr flach sind, sondern fast rund.

Ebenso ist evident, dass das Klima sich rasant verändert. Es ist schon bemerkenswert, wie Menschen in der Stube sitzen und darüber theoretisieren können, während uns die Folgen jeden Tag beschäftigen. Dieses Jahr hat der Baum vor diesem Arbeitszimmerfenster die Blätter nicht vorzeitig eingerollt, wie 2018, weil er im letztjährigen Supersommer viel zu wenig Wasser bekam. Ein Effekt, den wir nie zuvor irgendwo beobachtet hatten. Immerhin, dieses Jahr sieht’s etwas besser aus. Aber das ist ja kein Gegenbeweis, angesichts von Allzeit-Rekordtemperaturen an bestimmten Tagen in diesem Sommer. Jaja, wir wissen schon, die Messungen laufen noch nicht allzu lange, gesamthistorisch betrachtet usw. Wir wissen nicht ganz genau, ob ein Juli im Jahr 10.748 vor Christus im Durchschnitt 19 oder 20 Grad hatte. Wir hatten auch mitbekommen, dass am 24. Juli das Hasthag #Klimahysterie trendete und fanden es genauso befremdlich wie der Autor des ZEIT-Essays.

Es ist dieses Jahr angenehmer in Berlin als 2018, weil es nicht diese lange Reihung von Über-30-Grad-Tagen gibt. Die wird wohl auch nicht mehr kommen. Aber trotzdem sit es im Sommer um einiges wärmer als in der Zeit, in der wir hierher gezogen sind. Und vor allem: In den Wintern weniger kalt. Das Wasser ist auch schon wieder ein Thema. Berlin gilt als eine der Regionen in Europa, in denen die Wasserversorgung nicht mehr ganz entspannt gewährleistet werden kann. Das ist, großräumig betrachtet, nur noch hoch im Norden, der Fall. Dass die Wüsten sich immer weiter ausdehnen und den bewohnbaren Lebensraum verringern, war bereits in der Schulzeit ein Thema, über das wir unterrichtet wurden. Daran hat sich nichts geändert. Interessanterweise wurde das noch nicht mit dem Begriff „Klimawandel“ als einem auch politisch gemeinten Schlagwort diskutiert. Die Sahara wanderte eben nicht nur, sie breitete sich auch aus.

Im Verlauf wird Johannes Schneider ein wenig unflätig und alle, die immer am Rumzweifeln sind, werden als Twitter-Trolle beschimpft. Wir wissen, wie es auf Twitter zugeht, aber uns kommt sein Essay eher vor wie für Menschen wie diesen geschrieben, der ein Blog namens Science Files betreibt. Wir folgen diesem Blog, weil sich immer in der eigenen Blase wohlfühlen auch irgendwann langweilig wird. Das war ein Scherz. Wenn jemand nicht in einer Bubble angesiedelt ist, sondern auf dem Pfad der Suche nach Erkenntnis, dann wir. Man soll über dasThema Klimawandel auch keine Witze machen. Manchmal muss man sich jedoch abreagieren. Hier der Link zu dem Blog, das wir meinen. Der Autor ist derzeit sehr aktiv und hat sich über wachsen Einfluss im Juli gefreut.

Mit solchen Zahlen können wir nicht prunken, aber manchmal ist weniger Einfluss besser als viel schlechter Einfluss. Außerdem konzentrieren wir uns ja im Wesentlichen auf – siehe oben. Und Crimetime und Filmfest natürlich. Und manchmal ein Kommentar wie dieser. Um gleich den Klimawandelleugnern („Klimaleugner“ ist als Begriff auch so ein – absichtlicher? – Fehlbegriff) was zun Festhalten zu geben, zitieren wir Johannes Schneider:

In einem gewaltigen zivilisatorischen Rückschritt auf der Diskursebene verweigern Twitter-Trolle ebenso wie Politikerinnen (auch grüne) die naturwissenschaftlich begründete Erkenntnis von der Notwendigkeit eines zivilisatorischen Rückschritts auf der materiellen Ebene, vom Verzicht auf oder Verbot von Flugreisen, Plastik, motorisiertem Individualverkehr. Stattdessen glaubt man an ein grünes Wachstum, das vielleicht nicht unmöglich ist, aber in Anbetracht der (sich beschleunigenden) Entwicklungen als „Rettung“ heutiger westlicher Lebensbedingungen in etwa so realistisch wie eine kriegsentscheidende Wirkung der „Wunderwaffe“ V2 im Jahr 1944.

Die V2 hat ja eine lange Karriere gemacht und ihre Nachfolger haben 25 Jahre später tolle Mondbilder geliefert. Das klingt auch etwas nach Agitation und wo sind die Fakten? Achtung: Wer Fakten darüber haben will, wie und wann und warum oder woran er gestorben ist, muss tot sein.

Und, ja, wir haben schon mehrfach kritisiert, dass auch grüne Politiker*innen kein kohärentes Transformationskonzept anbieten können. Man kann auch sagen, sie sind uns nicht radikal genug (von „radix“ = Wurzel, also nicht genug bereit, das Übel an der Wurzel zu packen). Sie müssen auf ihre Klientel achten, die zwischen ethischer Selbstveredelung, Fernflug-Urlaubsreisen, Open Society und SUV fahren mäandert. Ganz ehrlich: SUV fahren und Open Society super finden geht nur, wenn man glaubt, die Armen müssen eh wieder alles allein bezahlen und zu denen gehöre man ja nicht. Vielleicht werden die Armen das dieses Mal aber nicht mehr zulassen. Arm ohne Scham wäre dazu eine wichtige Voraussetzung.

Die Armen sind die besten Experten für die notwendige materielle Einschränkung, die uns vielleicht noch den Planeten bewahren kann. Auf sie sollten die Reichen mal hören, wenn es darum geht, wie man mit weniger auch durchkommen kann. Nicht mit ganz so wenig wie Hartz IV vielleicht, aber mit dem Mindestlohn und ähnlichen Verfestigern der Ungleichheit. Viele Arme sind arm, obwohl sie viel leisten, weil sie Gier nicht können. Wenn wir noch eine Zukunft haben wollen, müssen wir aber genau das: Gier nicht können oder verlernen. Die Armen haben als einzige den Meta-Skill, der die Menschheit bewahren kann: Eine Abneigung gegen Gier. So würden die Politiker, auch die der Grünen, auch der Linken, es wohl nicht formulieren, aber so ist es.

Wir können nicht alle hochziehen, wir müssen ärmer werden. Deswegen beobachten wir auch mit wachem Interesse, wie im Moment bisherige Nichtkapitalisten zu Kleinkapitalisten gemacht werden, um von den Großkapitalisten nicht marginalisiert zu werden. Wir zweifeln an der Nachhaltigkeit der individuellen Kapitalisierung. Wir akzeptieren sie als kleineres Übel.

Der Kern des Textes ist aber die These, dass wir mit apokalyptischen Szenarien so übersättigt wurden, dass wir den Klimawandel als Ponyhof wahrnehmen. Und wenn er doch so richtig zuschlägt, was soll schon Schlimmeres kommen als der Scheißhaufen von einer Welt, in der sich Mad Max und andere bewegen? Da die Menschen es nicht mehr so mit der realistischen Selbsteinschätzung haben, auch das eine Folge nicht nur, aber auch von faschistischem Superheldenkino, glauben einige Klimawandelleugner vielleicht gar nicht, dass das Klima sich nicht wandelt, aber, dass sie zu den wenigen Überlebenden der Folgen zählen werden.

Weil sie die Stärksten und Rücksichtslosesten sind. Da geht noch was, in der Totalwüste. Solange noch ein Wasserloch, solange kann von Apokalypse in Wahrheit gar keine Rede sein. Alles nur Zwischenstadien auf dem Weg zum technisch organisierten nächsten Sieg der Menschheit über die Natur. Vielleicht per Terraforming auf Planten, die erst noch gefunden werden müssen und zu denen man erst noch gelangen können muss. So als kleine, elitäre Minderheit, die übrig blieb vom und nach dem terrestrischen Inferno. Wie zum Beispiel Christian Lindner, auf den sich der Autor zielsicher einschießt. Was, unter uns geschrieben, nicht so schwierig ist:

Vernunft in ihrer Christian-Lindner-Variante ist damit endgültig kein Erkenntnisprinzip mehr, sondern beschreibt die Fähigkeit, die eigenen Lebensbedingungen nicht grundsätzlich zu hinterfragen oder zu verändern, bis sie tatsächlich unmöglich werden. Das wird besonders zweifelhaft, wenn man erkennt, dass das entscheidende Problem viel eher in der Gegenwart oder Vergangenheit liegt als in der Zukunft, deren Offenheit bis zum Ende der Geschichte beschworen werden kann.

Dabei ist die Apokalypse doch schon passiert, als der Ottomotor erfunden wurde. Na, na, nicht alles nur auf den Individualverkehr schieben! Aber selbstredend stellt er eine wichtige Komponente dar. Die Wachstumslogik im Ganzen, die Schneider anspricht, ist das Label. Inklusive Wachstum der Zahl an Menschen. Wenn acht Milliarden konsumieren würden wie wir im Westen, wäre schon Feierabend gewesen, bevor es zu den acht Milliarden kam. Weil die Erde einfach radikal leergefressen, leergebaggert und leergemint wäre. Haben wir das schon erwähnt? Ein Hoch auf die Armen, die unser räuberisches Überleben mit ihrem Verzicht sichern!

Wenn es so weiterläuft, werden sie aber zuerst die Dummen sein, es sei denn, wir lassen sie alle zu uns kommen und spüren dann mal richtig, was es heißt, teilen zu müssen. Bisher hat ja das „System“ alles aufgefangen, von einigen edlen Freiwilligen abgesehen. Wenn wir das so machen, werden wir eben, etwas später, alle gemeinsam draufgehen, denn wir werden bis dahin nicht weniger und verbrauchen auch nicht weniger. Wenigstens herrscht dann endlich so etwas wie Chancengleichheit: Alle haben fast die gleiche Chance, auf mittlere Sicht nicht zu überleben.

Jetzt aber ein Denkfehler. Schneider spricht von:  (…) sonstige(n) ideologisch und ideell progressive Kräfte(n), die im radikalen Umweltschutz ein retardierendes Moment für die von ihnen erträumten Gesellschaften sehen, (sie) müssen sich fragen lassen, wie erstrebenswert etwa eine postmarxistische Utopie ist, wenn auf der Welt kein menschliches Leben mehr möglich ist.

Aber das ist es doch gerade. Diese Gesellschaften, zumindest die, die wir uns vorstellen, geht nicht ohne radikalen Umweltschutz (siehe oben, von „radix“, damit die Wurzeln unseres Seins erhalten bleiben). Schon klar, dass das auf eine Ökodiktatur hinauslaufen kann. Es könnte aber auch ein zumindest teildemokratischer Ökosozialismus werden. Also einer, der sicher nicht weniger demokratisch ist als die gegenwärtige Großkapitalherrschaft, aber viel mehr Spaß im Alltag und mit anderen Menschen bringt, weil man gemerkt hat, es geht nur gemeinsam, nicht egoistisch einsam. Andere übers Ohr hauen und dadurch zu Geld kommen, das ist ein sogenannter einsamer Job, aber Bäume pflanzen und sie dann besingen, das ist ein Ding, das ein neues, vernetztes Weltbewusstsein schafft. Schon klar, auch eine Baum kann man alleine pflanzen, aber warum? Ein Baum ist kein Träger von oftmals dunklen Geschäftsgeheimnissen, die man nicht mit anderen teilen möchte.

Schade, dass Greta Thunberg bisher nur eine Panikerin ist, keine Visionärin. Vielleicht plant sie aber schon den nächsten Coup, nämlich das gültige Modell für danach. Wollen wir das? Dafür, einige mehr wachzurütteln, dafür ist sie perfekt, aber am Ende steht harte, langwierige Arbeit an einem Überlebensmodell, das vielleicht kein Modell sein wird, sondern das übliche Sammelsurium. Was wir aber vielleicht noch verhindern können: Dass nur ein paar reiche Säcke sich irgendwo zusammefinden, wo man noch gerade so leben kann, während der Rest der Erde nicht mehr bewohnbar ist – und uns mit Waffengewalt daran hindern, auch dorthin zu gelangen. Die anschwellenden Migrationswellen sind bereits Vorboten für das, was noch kommen wird. Nur gehören die meisten von uns dann nicht mehr zu den Abwehren, sondern zu den anstürmenden Migranten. Das Zahlenverhältnis spielt aber keine Rolle, solange die Vernichtungswaffen in den Händen weniger Privilegierter sind.

Zum Ende hin nimmt Schneider einen Weg, der uns zu etwas führt, das wir uns auch schon oft gefragt haben: Da die vermittelte Demokratie ein System des mühsamen Aushandelns ist, wie man zum Beispiel an der nur scheibchenweise besser werdenden Mieterschutzgesetzgebung sieht – wir müssen mal aus dem Thema – und die 1990er, der vielleicht letztmögliche Zeitpunkt, etwas zum Guten zu wenden, klimatechnisch vorbei sind – wer soll es nun überhaupt reißen? Auch da können und dürfen Politiker, die demokratisch auf dem klassischen Weg gewählt werden wollen und ihre Ochsentour durch die Parteien schon in ebenjenen 1990ern begann, in denen „Das Ende der Geschichte“ jedes Problembewusstsein nach Ansicht von Schneider marginalisiert hat, da dürfen jene Politiker*innen leider nicht ehrlich sein. Denn für sie persönlich würde eine Umstellung auf radikale, schnelle, direkte Wege um Schutz bedeuten: Alles für die Katz. Was haben wir davon, wenn die Zivilgesellschaft alles alleine macht? Wir haben es gerade wieder gelesen: Immer schön darauf hinweisen, dass nur alle zusammen, jene Zivilgesellschaft und die Politiker, die bisher nicht viel erreicht haben. Wir vertehen das. Persönlich. Psychologisch. Emotional. Aber ob diese Art von Kooperationsmodell noch lange tragen wird? Tragen darf? Bei den Problemen? Selbst im progressivsten Berliner Bezirk Kreuzberg wird über Parklets gestritten und jeden Stein, jeden Poller, jedes Auto, das da nicht mehr fahren oder stehen darf. Wenn wir noch was reißen wollen, müssten von heute auf morgen komplett alle ihre Protzkisten abgenommen kriegen. Egal, was das für ökonomische Folgen hat. Das ist nur ein Herunterbrechen auf Berlin, auf einen Bezirk. Es gilt weltweit. Es gibt eh keinen Wohlstand für alle in einer toten Welt. Also lasst uns lieber den Bürgerkrieg gegen die apokalyptischen Reiter und ihre Jünger riskieren. Eine Armee der Willigen und Klugen müsste sofort nach Brasilien aufbrechen, die dortige Regierung stürzen und den Raubbau am Amazonas komplett stoppen. Undsoweiter. Und so viel weiter.

Aber DIE ZEIT wäre nicht DIE ZEIT, wenn sie es bei dieser Erkenntnis beließe. Am Ende steht da wirklich, dass halt jeder nur sein eigener Klimaschützer sein kann, mehr geht halt nicht. Wir mussten so lachen. Im Grunde ist der Beitrag für die Katz, denn das haben wir eh schon gewusst, dass wir persönlich immer das beeinflussen können, was wir persönlich tun und für uns, als kleine Individuen in einer großen Welt, in der die Mehrzahl der Individuen anders tickt als wir, sonst hätten wir ja nicht solche Regierungen, immer sagen können: Nö, jetzt ist Schluss, wie verweigern uns und werden Fruktarier, die nur noch barfuß zu Fuß gehen. Und dieses Blog geben wir natürlich auch auf, denn seine Verfassung verbraucht Ressourcen und Energie.

Wir haben den Artikel nur zur Hälfte „vorgelesen“, fanden ihn interessant und kommentieren jetzt quasi stückweise beim Durchackern bis zum Ende und sind – ja, amüsiert oder entsetzt? Klar, das Wunder kann noch kommen, wir nur alle selbst das Wunder sind und die anderen ein bisschen anprangern. Das ist aber nicht cool, sondern driftet genau in das Metaphysische hinein, was vorher so verwundert als mitbestimmender und die Zukunftsfäigkeit nicht unbedingt fördernder Faktor gegen die wissenschaftlich fundierte Weltsicht zur Kenntnis genommen wurde.

Schade, dass das Niveau des Textes am Ende so niedergeht. Kein Mut auch beim Autor. Keine Diskussion über die Voraussetzung wirklich globaler Veränderungen. Wir sind eben bei der ZEIT. Und die hat, wenn man genau hinschaut, immer Zeit. Das hat man davon. Aber natürlich, wenn die großen Fehler eh schon in der Vergangenheit liegen und irreversibel sind, warum sollte man dann noch über radikale Veränderung des Systems nachdenken. Das wird wohl nix, mit dem Wurzelbusiness. Viel Anlauf genommen, hoch abgesprungen, mitten in der Luft gemerkt: Konsequenzgefahr. Im journalistischen Treibsand gelandet. DIE ZEIT als SPIEGEL unserer Zeit.

Zufällig haben wir gerade auf der Suche nach Material zu einem anderen Thema diesen aktuellen Tagesspiegel-Artikel gefunden, der sich mit der Umrüstung der Berliner Polizei und der Berliner Feuerwehr auf CO²-emissionsarme Fahrzeuge beschäftigt. Tipp: Bei solchen Texten immer auch die Kommentare lesen!

Noch Fragen?

© 2019 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

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