Über den Todespass (The Far Country, USA 1954) #Filmfest 38

Filmfest 38 A

Wann wird der Mensch wertvoll?

Der Einzelgänger, der am Ende zu einem nützlichen Mitglied der Gemeinschaft wird, ist ein Anti-Held, weil er allein nicht weiterkommt? Nein, in diesem klassischen Film von Anthony Mann und mit James Stewart als Hauptdarsteller. Hier ist die Lage etwas komplizierter – auch wenn der Protagonist am Ende eine freiwillige Entscheidung für die soziale Integration fällt.

In dieser typischen, geradezu dialektisch angebotenen Fragestellung, die nicht nur diesen Mann-Stewart-Western auszeichnet, steckt ein universeller Kern, der auch in den bereits im neuen Wahlberliner gezeigten Rezensionen zu „Nackte Gewalt“ und „Meuterei am Schlangenfluss“ den philosophischen Hintergrund abgibt. Wie dieser Hintergrund anhand von Landschaften und Charakteren illustriert wird, erläutert die -> Rezension.

Handlung

Der Film spielt 1896 in Alaska zur Zeit des legendären Klondike-Goldrauschs. Jeff Webster kommt mit einer Herde Rinder von Wyoming in die Stadt Skagway. Diese kleine wilde Stadt ist überfüllt mit Goldgräbern, die alle an den Fluss Klondike möchten. Regiert wird die Stadt von dem korrupten Geschäftemacher Gannon, der sich selbst zum Richter gemacht hat. Websters Kuhherde stört zufällig eine von Gannon durchgeführte Hinrichtung, woraufhin die Herde aus purer Willkür von Gannon beschlagnahmt wird. Auch Webster soll zunächst hingerichtet werden. Davor bewahrt ihn die Saloonbesitzerin Ronda Castle, die allerdings mit Gannon liiert ist. Hier entwickelt sich die Basis für die Konkurrenz von Webster und Gannon. Webster wird von Ronda Castle eingestellt, um deren Herde in die rasant wachsende kanadische Goldgräbersiedlung Dawson zu führen. Zuvor holt er sich jedoch seine Rinderherde zurück. Gannon schwört ihm Rache, kann aber nichts unternehmen, da Jeff schon über die kanadische Grenze ist. Gemeinsam mit ihm und Ronda reisen sein langjährige Kumpel Ben Tatum und die blutjunge Französin Renee Vallon, die sich in Jeff verliebt hat und Ronda als Konkurrentin betrachtet.

Der schnellste Weg nach Dawson ist die Überquerung der Berge über den Todespass. Da Jeff diesen aber für zu gefährlich hält und stattdessen einen sichereren Umweg einschlägt, trennen sich die Wege von ihm und Ronda kurzzeitig. Als Ronda und ihre anderen Begleiter aber am Todespass von einer Lawine verschüttet werden, eilt Jeff zurück, sie zu retten. Im abgelegenen Dawson angekommen, kann Jeff seine Rinder für Höchstpreise verkaufen und so die Schürfrechte für eine Goldmine erwerben. Ronda eröffnet unterdessen in Dawson einen erfolgreichen Saloon, der dem Restaurant der drei in Dawson ansässigen, altjüngferlichen Damen Hominy, Grits und Molasses Konkurrenz macht. In den folgenden Monaten erarbeiten Jeff und sein Partner Ben sich ein Vermögen, gleichzeitig kehrt aber Unfriede in das von immer mehr Goldsuchern bevölkerte Dawson ein. Morde werden immer mehr zur Tagesordnung, und schließlich erscheint auch „Richter“ Gannon aus Skagway, der seinen unheilvollen Einfluss auf Dawson ausweiten will und den Goldsuchern schrittweise ihr erworbenes Land wegnimmt.

Rezension

Integriert man sich und stellt sich in den Dienst des Ganzen, oder geht man seinen Weg allein und verlässt sich, vertraut man nur auf sich selbst und allenfalls auf ein paar besonders gute Kumpels? Ist man Einzelgänger und damit sehr unabhängig, aber auch anfällig in Situationen, in denen Hilfe unausweichlich ist, aber dann möglicherweise nicht gewährt wird, weil man selbst keine Hilfe gewährt? Oder sichert man sich Teilhabe durch Teilnahme?

Der Western als Genre bietet wunderbar exemplarische Situationen, weil die  Zivilisationen Grundlinien des menschlichen Verhaltens noch nicht relativiert. Heute kann ein Einzelgänger zum Beispiel auch gut durchkommen, weil es staatlich gewährte Ansprüche auf Hilfe gibt, insbesondere im Gesundheitswesen, das in „Über den Todespass“ eine nicht unerhebliche, auch symbolische Rolle spielt.

Der Starke ist vielleicht am mächtigsten allein, wozu auch eine vernünftige materielle Ausstattung gehört, wie Webster sie sich durch verschiedene Transaktionen im Vieh- und Goldgeschäft während des Films verdient. Aber ausgerechnet der Mensch, dem er als einzigem vertraut, reitet ihn in buchstäblich in den Dreck. Daraus könnte man schließen, dass das Einzelgängertum nicht konsequent genug war. Man kann die Klimax des Films aber auch anders auslegen, und das Ende, das Webster als in Dawson angekommen zeigt, legt eine andere Auslegung nahe (ebenso wie der Vergleich mit anderen Mann / Stewart-Western, die demselben Grundschema folgen).

Unabhängigkeit ist etwas sehr Schönes, sie übt eine magische Faszination aus. Heute ist wohl niemand so unabhängig wie jene legendären Westerner, und selbst die, wenn sie Vieh züchten, sind auf einen erreichbaren Markt als Abnehmer und damit auf Interaktion angewiesen, und sei sie nur ökonomischer Natur. Unabhängigkeit schützt vor Enttäuschungen und macht kreativ, das sieht man an Webster, der immer wieder gute Ideen hat.

Ebenso wie sein Gegenspieler, der Richter-Gauner Gannon, der allgegenwärtig scheint und sich immer wieder mit Webster anlegt und versucht, sich in den Besitz zunächst von dessen Rinderherde, dann seiner Goldmine zu bringen. Dabei verliert Webster seinen einzigen Freund und damit ist das Prinzip der Unabhängigkeit endgültig in Frage gestellt, das er zuvor gegenüber Stadtbewohnern, die ihn zum Sheriff machen wollen und Frauen, die ihn für sich gewinnen wollen, erfolgreich verteidigt.

Die Mann-Stewart-Western lassen sich wunderbar analysieren, weil ihre Figuren erstklassig gezeichnet sind. Man  muss nur noch überlegen, ob Sachlogik und Figurenlogik eine Einheit bilden und man sich dadurch nicht nur gut unterhalten fühlt, sondern auch Authentizität spürt, die weniger durch die Ereignisse als durch das Handeln der Charaktere während dieser Ereignisse gekennzeichnet sind.

Wir haben also Jeff Webster, der schon vor dem Beginn der Handlung zwei Viehtreiber erschossen hat, die sich mit seinem Vieh davonmachen wollen und als Mörder angeklagt werden soll. Das hindert ihn nicht daran, das Vieh auf einen Dampfer zu verladen, jedem Versuch der Festnahme zu widerstehen und nach Skagway zu gelangen, wo er und seine Rinder dann dem ruchlosen Gannon in den Weg geraten, der gerade eine Hinrichtung vollziehen will und dabei vom durch die Stadt jagenden Vieh gestört wird. Das Duell, das dem Film seine Spannung verleiht, ist eröffnet.

Die Spannung wird verstärkt durch die Saloonbesitzerin Castle, die Gannon verbunden ist (geschäftlich im Sinn gleichgerichteter Interessen, von einer Liaison ist nicht ausdrücklich die Rede), der Webster gefällt, die ihn aber auch für ihre Zwecke einspannen will. So clever sie ist, der Einzelgänger dreht den Spieß um und benutzt sie, um seine Rinderherde aus der Stadt zu bekommen. Die Logik stimmt. Er hätte das Vieh zwar alleine bzw. mit den Kumpels Ben  und Rube aus der Umzäunung, in die Gannon es hat verbringen lassen, in Richtung Dawson treiben können, so groß ist die Herde nicht.  Aber Webster ist pleite und darauf angewiesen, Lebensmittel für diesen Viehtrieb zu bekommen – die stellt ihm Ronda Castle zur Verfügung als Gegenleistung für die Führung ihres eigenen Warentrecks nach Dawson.

Über den Todespass, der dem Film seinen Namen gibt, will Wesbster aber nicht, sondern lieber seine Herde gemütlich und sicher durchs Tal treiben. Der Mann, der lieber auf Nummer sicher gehen will, kommt über Kreuz mit Castle, die ihre Ware so rasch wie möglich an die Goldsucher bringen will – die beiden trennen sich und sie gerät mit ihrer Mannschaft in eine Lawine. Webster will zunächst nicht helfen, wird aber von seinem Freund Ben dazu bekniet und kann Castle retten und einige ihrer Männer.

Als den betagten Kauz Ben sehen wir Walter Brennan, der wie kein anderer mit solchen Rollen ein warmherziges Element in den Western gebracht hat. Dieses Element wollte sich auch Anthony Mann sichern, um das Panorama zu erweitern: Wie verhält sich Webster im Sinn einer engen Freundschaft, gibt es nicht doch auch für ihn eine soziale Bindung? Bemerkt er wenigstens, dass auch er einen Menschen braucht? Walter Brennan hat als einziger Schauspieler drei Nebenrollen-Oscars erhalten, er hat den Sidekick für Humphrey Bogart („To Have or Have Not“), für John Wayne (u. a. in den berühmten Western „Red River“ und „Rio Bravo“) gespielt und nun stellt er sich James Stewart in der Rolle des Webster zur Verfügung, um dessen Gesinnung und dessen seelische Verfassung zu prüfen.

Die Ben-Figur ist aber die einzige, die gewisse Schwächen von „Über den Todespass“ offenbart. Ist Websters Verhalten jederzeit nachvollziehbar, ist Ronda Castles Schwanken zwischen ihren kommerziellen Anliegen und den Gefühlen für Webster verständlich und ihre zuweilen vermittelnde Rolle damit glaubwürdig, ist Gannon ein einheitlicher, wunderbar böser Bösewicht – so ist Benn ein wenig im Schatten des Zweifels. Wie schon in „Winchester 73“ für einige Charaktere, die der Regisseur uns zeigt, haben wir in „Über den Todespass“ bezüglich dieser einen Figur Fragen. Ben und Jeff sind schon ewig zusammen und durch alle Landstriche des weiten Westens gezogen und wollen irgendwann eine Ranch aufmachen und sesshaft werden, was bei Ben aus Altersgründen immer dringlicher wird. Bis zu dem Moment, als die Kaffeesucht Ben und beinahe auch Jeff zum Verhängnis wird, kommt Ben als eine hilfreiche und emotional intelligente Person rüber – und dann macht er diesen wirkich dummen Wiederholungsfehler – dass er über den Kaffeekauf an sich und über Dinge, die er dabei ausplaudert, Gannon auf die Spur von Jeff und dem Gold bringt, das Ben und Jeff mittlerweile geschürft haben.

Jeff und Ben kennen einander so gut, dass so etwas nicht passieren dürfte. Verrat ist eine Sache, aber dieses Verhalten eine andere und man stellt sich unwillkürlich die Frage, wie es Menschen, die so gestrickt sind, so lange geshafft haben, am Leben zu bleiben: Entweder erklärt Jeff seinem ständigen Begleiter, warum dieser keinen weiteren Kaffee kaufen soll und vor allem, nichts zum Weg der beiden ausplaudern soll, um die Wichtigkeit des Dichthaltens zu unterstreichen, weil er weiß, dass Ben etwas redselig ist – oder Ben muss erkennen, dass es ausreicht, dass Jeff die Tatsache an sich für wichtig hält und kann sich den Hintergrund denken. Nämlich, dass zu viel gekaufter Kaffee schon ein Indiz dafür sein könnte, dass die beiden nicht vor Ort bleiben, sondern sich still und leise auf die Socken machen wollen.

Es ist im Grunde wie in vielen Krimis: Eine Person muss aus einem ihr als authentisch zugerechneten Muster ausscheren, damit die Handlung eine überraschende Wendung bekommen kann. Die Meisterschaft einiger Films noirs, die gerade darin bestand, das Schicksal nicht gegen, sondern wegen der Konsistenz der handelnden Figuren seinen Weg mit ihnen gehen zu lassen, die hat „Über den Todespass“ an diesem Punkt – aber auch nur an diesem Punkt – nicht.

Eine weitere wichtige Figur ist die französischstämmige, junge Renee Vallon, die in Skagway, Gannons Revier, lebt und mit Goldstaub-Abfällen, die sie sammelt bzw. auswäscht, ihrem Vater ein Medizinstudium in Wien (!) ermöglichen möchte. Das ist eine ungewöhnliche Nebengeschichte, die ihre skurrilen Züge hat. Renee steht aber auch für das altruistische Prinzip und damit so entschieden wie sonst keine wichtige Figur auf der Seite des Gemeinschaftlichen und der selbstverständlichen Hilfe für jedermann, der in Not ist, und wenn sie in Geld denkt, dann nur, um damit ebenfalls zu helfen – ihrem Vater, der ein liebenswert-versponnener Theoretiker ist und Magenkrankheiten studiert (die es, so möchte man es beinahe interpretieren, gar nicht gäbe, wenn alle den aufrechten, ethisch wertvollen Weg gingen, weil sie dann bei sich selbst und organisch gesund wären).

Bezeichnenderweise nimmt Jeff die junge Frau lange Zeit nicht ernst und wendet sich eher Ronda zu, die ihm in der Tat in ihrer verwegenen Art viel ähnlicher scheint und ihm auch altersmäßig näher ist. Dass Jeff erstaunt ist, dass Renee eifersüchtig reagiert, als er Ronda an sein Krankenbett bittet, nachdem er von Gannons Leuten verletzt wurde, sagt viel über seine Soziophobie, die es ihm unmöglich macht, sich in andere hineinzuversetzen und zu glauben, es gebe Gefühle jenseits der Eigenliebe. Eine kleine Schwäche auch hier: Im Verlauf wird erwähnt, dass eine Frau Jeff einmal Unrecht zugefügt haben muss und er deshalb zum Eremiten wurde – das haben wir auch in den anderen Western von Regisseur Anthony Mann gesehen, dass der Charakter des Mannes aus Ereignissen, nicht aus einer durch frühe Prägung und Veranlagung entstandene Disposition erklärt wird. Letzteres fänden wir schöner, denn umso beeindruckender ist dann eine Wandlung zum solidarischen Menschen. Aber die damalige Charakterisierung verlangte es überwiegend, dass die Wendung zum Guten eine Rückkehr ist, ein Kreis, kein Dornenweg, keine Wandlung im engeren Sinn.

Dahinter steckt der in den meisten Fällen diskussionswürdige Ansatz, dass ein Mensch entweder gut (wie Ben oder Renee) ist, oder schlecht ist (wie Gannon), oder, wie Jeff und wie Ronda, durch frühere Ereignisse zu Egozentrikern wurden, aber einen starken guten Kern vorweisen können, er letztlich die Oberhand gewinnt – Ronda schafft das allerdings nicht mehr und bezahlt mit dem Leben, Jeff beinahe auch. Wenn man also doch von einem Wandel sprechen kann, dann von einer Zurückverwandlung.

Was auch bedeutet, dass die Welt immer in Gut und Böse geschieden bleibt und dass es in der Mitte einige Personen gibt, die sich noch entscheiden müssen und das auch können. Konsequenterweise gibt es deshalb auch nicht das Gegenmodell: Ein Böser tut einmal Gutes und erhält dadurch auch eine Chance, die Seite zu wechseln, denn das würde eine echte Wesensänderung erfordern und damit modernen Auffassungen entgegenkommen, dass Muster, wenn auch mit viel Aufwand, durchbrochen werden können.

Das Spannendste an „The Far Country“ ist deshalb nicht, wer gewinnt – Gannon oder Webster? Wer das sein wird, ist von Beginn an klar, wie in jedem anständigen Western. Da dies aber so klar ist, muss es eine andere Story geben, die es zu erzählen gilt. Und das ist der Weg von Webster, wie er durch die Ereignisse zu Einsichten kommt oder nicht. Wird er am Ende davonreiten, in den Sonnenuntergang – allein, ganz allein, weil ihm sogar der treue Freund Ben abhanden gekommen ist? Oder wird er sich von Renee einfangen lassen und in Dawson doch noch den Interims-Sheriff machen, bis der kanadische Polizeiposten eingerichtet ist und sich anschließend niederlassen und mit der jungen Frau eine Familie gründen?

Letzteres ist der Fall. Da zeigt sich, dass die Zufriedenheit mit dem Ende, die wir durchaus empfanden, etwas mit dem eigenen Sozialverhalten zu tun hat: Man reitet nicht ins Ungewisse, weil die Freiheit anziehender ist als alles andere, sondern bringt sich ein. Selbst, wenn man sich ebenfalls für einen möglichst eigenständigen Weg entschieden hat und diese Entscheidung immer wieder durch die Realität herausgefordert wird, man daher also den Konflikt, in dem Webster steckt, gut nachvollziehen kann, ist eine manchmal gar nicht unterschwellige Sehnsucht nach Anbindung und Geborgenheit vorhanden.

Nach vielen menschlichen und finanziellen Verlusten wird also der vom Weg abgekommene Jeff geläutert und begibt sich in die Arme einer Frau und damit zurück in den Schoß der Zivilisation.

Alle Schauspielleistungen sind wundervoll, es ergibt sich ein sehr ausgeglichenes Panorama interessanter Typen, das unser Interesse weckt – und einige gut ausgespielte Situationen, die Timing und Gespür für Dramaturgie beweisen. „Über den Todespass“ hat keine sehr große Amplitude zwischen lyrischen Momenten, die gibt es aufgrund der straffen Dramaturgie kaum, und aktionsgeladenen Szenen, sondern geht geradlinig vorwärts und befindet sich sozusagen immer diesseits der spannungsseitigen Mittellinie.

Für damalige Verhältnisse beeindruckte „The Far Country“ mit schönen Naturaufnahmen, die in der von uns gesehenen Kopie allerdings nicht restauriert waren, Farben und Schärfe des Films waren verbesserungswürdig. Für die Publikation ergänzen wir noch eine wichtige Anmerkung zum Landschaftlichen, das in diesem Western eine besonders große und symbolische Rolle spielt:

„Das Treffendste ist bereits gesagt: Anthony Mann, so hieß es bei J. H. Fenwick in Sight & Sound, spüre und nütze ‚die Möglichkeiten einer Landschaft auf die gleiche Weise, wie ein Scharfschütze das tun würde.‘ Und man kann das nirgends besser sehen als in The Far Country, wo die Weite des Raums weniger ein Versprechen als eine stete Bedrohung darstellt. Ein Blick hinauf in die verschneite Kulisse über dem Todespass – und es ist klar, dass der Treck unter einer Lawine begraben werden wird. Kein anderer Regisseur hat so illusionslos illustriert, dass es bei der Eroberung des Westens immer auch um Ausbeutung geht und jeder Blick stets auch schon eine unsichtbare Grenzziehung bedeutet.“

Michael Althen, 2003[1]

Es geht sozusagen vom Fluss des Lebens über das große Hindernis der Berge zum Settlement in einer Stadt. Das ist gut verständlich und erstmals in einem Film von Anthony Mann in Vistavision dargestellt.

Fazit

„The Far Country“ ist natürlich ein Western, den man gesehen haben muss, wenn man über die Mann-Stewart-Kooperation informiert sein will, aber er gehört auch ohne diesen Sonderaspekt zu den guten Western der 1950er Jahre. Die Figurenzeichnung und der Plot überzeugen fast immer, es gibt einige originelle Ideen in Form von Handlungselementen, Settings und Accessoires zu bewundern und spannend ist der Film auch. Nicht ganz so blutig und zugespitzt wie „Bend of the River“ und nicht ganz so dramaturgisch ausgefeilt wie „Winchester 73“, aber recht ausgewogen.

75/100

© 2020 (Entwurf 2014) Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Regie Anthony Mann
Drehbuch Borden Chase
Produktion Aaron Rosenberg
Musik Henry Mancini
Frank Skinner
Kamera William H. Daniels
Schnitt Russell F. Schoengarth
Besetzung

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