Babylon Berlin – Die Serie, Folge 15/ Crimetime 400/15// #Babylon #Berlin #BabylonBerlin #Crimetime #ARD #Sky

daCrimetime 400/15- Titelfoto und weitere Bilder: ARD Degeto / X-Filme / Beta Film / Sky Deutschland / Frédéric Batier

Folge 15 / Kurzfassung der Handlung

Charlotte erzählt Rath nichts von ihrem Martyrium der vergangenen Tage, berichtet ihm aber von ihrem Fund des Notizbuchs und dass ein Überfall auf den Güterzug geplant ist. Sofort machen sie sich auf den Weg zu Benda, doch unterwegs werden sie attackiert und geraten in Lebensgefahr. Ebenso Benda, der nicht ahnt, was gegen ihn im Schilde geführt wird. Er hat den Falschen vertraut. (ARD-Text)

Hier geht’s zurück zu Folge 14 (Crimetime 400/14).

Titelbild: Kommissar Rath mit Gasmaske in der Hand. Ist wieder ’18?

Wie wird es weitergehen?

Die vorletzte Folge der zweiten Staffel ist auch die vorletzte, die bisher zu sehen war. Die die dritte Staffel ist jedoch abgedreht und wird im kommenden Winter zunächst auf Sky, 2020 dann im Free-TV der ARD zu sehen sein. Die dritte Staffel wurde bereits in 35 Länder verkauft, unter anderem in die USA, wo Netflix sich die Rechte gesichert hat. Eine vierte Staffel wird es ebenfalls geben. Die Ausstrahlung der beiden ersten Staffeln auf DAS ERSTE startete in Deutschland mit sehr guten Zahlen, nach einigen Folgen sah aber sanken sie auf etwa die Hälfte dessen, was bei Tatortpremieren üblich ist. Wir haben uns alle 16 Folgen zweimal angeschaut, bevor wir die Artikelreihe gestartet haben – jeder Beitrag befasst sich mit einer Folge.

Handlung mit Kommentar zur Folge 15

2019-08-23 Babylon Berlin Folge 15 001 Charlotte Ritter nach dem Eiskeller mit dem nassen Fisch
Charlotte ist wieder frei und ziemlich durch den Wind. Der Armenier ist aber doch eher Geschäftsmann und gemordet wird nur, wenn unerlässlich.

Selbstverständlich sind einige besondere Hightlights der Folge 16 vorbehalten, dem großen, wenn auch vorläufigen Finale. Doch der Cliffhanger, der von 15 zu 16 überleitet, hat es in sich. Wir fangen aber vorne an. 

Greta sitzt in der Küche des Rath’schen Hauses. Sie hat erfahren, dass Fritz und seine kommunistischen Mitstreiter*innen „verpfiffen“ wurden und dass er bei einer Polizeiaktion ums für die Regierungsrat Benda verantwortlich ist – Gretas Arbeitgeber. Otto, Fritzens Freund, hat ihr das hinterbracht und was Fritz nicht auf Anhieb gelang, jetzt ist sie bereit dazu: Sie möchte mithelfen, einen Anschlag auf Benda zu organisieren. Dies ist aber die wiederholend-verkürzte Einführungsszene. 

Der eigentliche Beginn ist, dass Gereon Rath und Helga Sex haben. Dummerweise stört Charlotte, türklopfenderweise. Sie hat dringenden Gesprächsbedarf: Der Zug! Er soll ja aus Berlin nun nach Osten gehen! Sie reden über das Notizbuch, über Stefan, was Rath aber schon weiß. Aber da gibt es eine ganz wichtige Notiz als Novität: Die Stelle, an welcher der Zug gestoppt werden soll. Deswegen möchte Charlotte unbedingt mit Rath zu Benda fahren – das tun sie auch und hintendran, wer ist da schon wieder und beobachtet, was die beiden machen?

2019-08-23 Babylon Berlin Folge 15 106 Das spannende Dreieck Rath Wolter Ritter
Die drei prägenden Figuren der Serie: Wolter, Ritter, Rath.

Wolter natürlich. In dieser Serie beobachten sehr viele Menschen einander, aber zum Glück ist es spannender als in „French Conncetion“ bzw. wird nicht so exzessiv in überlange Sequenzen verpackt. Beobachten erspart umständlichere Formen des Ermittelns und in „Babylon Berlin“ müssen sehr viele Handlungselemente in rascher Folge abgearbeitet werden. Wir merken uns diese Technik strikt vor für unseren ersten Kriminalroman.

Doch die Familie Benda ohne ihr Oberhaupt, Mutter und zwei Kinder, soll in Urlaub fahren, weil der Junge eine Art chronischen Keuchhusten entwickelt hhat – Landluft! Rath kann bei Benda nichts erreichen und ihm wird angedeutet, es sei besser, sich nicht mit der geballten Staatsmacht anzulegen. Soll der Zug also seiner Wege ziehen und den Verschwörern anheimfallen, die ihn unterwegs aufhalten möchten? Aber was wird Wolter denken, der den Besuch von Gereon und Charlotte bei Rath mitbekommt? Rath will es auf eigene Faust machen und wer weiß, welche Rolle Charlotte bei diesem Entschluss spielt, die bekanntlich zu jedem Risiko bereit ist. 

Frau und Kinder Rath fahren also ab in den Urlaub und es wird Zeit für eine Schandtat. Greta wird Otto ins Haus lassen und der wird den Schreibtisch von Herrn Rath so präparieren, dass bei Öffnen einer bestimmten Schublade eine Explosion stattfinden wird. 

Bewegung kommt nicht nur in diese Sache, sondern auch in den Zug. Nach vielen Folgen, in denen er im Anhalter Bahnhof steht, fährt er nun in Richtung Osten ab. Mit all dem Giftgas, denn das wurde ja offensichtlich nicht entnommen. Und natürlich mit dem Gold. Dem Gold der Sorokins. Dem Gold der Sorokins? Abwarten. 127 ist ab jetzt eine magische Zahl. Bei Kilometer 127 östlich von Berlin soll der Zug gestoppt werden. 

Der Abschied der Rath-Kinder von Greta war durchaus rührend, das Mädchen hat eine Puppe dagelassen, damit die junge Frau nicht so allein ist. Dass sie geweint hat, fällt ihrem Dienstherrn auf, aber sie behauptet, es sei halt, weil die Kinder nicht mehr da seien. Um was es noch geht, um einen riesigen inneren Konflikt, kann sie ihm natürlich nicht verraten. Wir haben uns wirklich gewünscht, dass sie es tut, aber – die Dinge nehmen ihren Lauf und das Böse halten weder Ochs noch Esel auf. Und schon gar nicht die Esel, die sich zu Handlangern des Bösen machen lassen und die ethische Peilung verlieren. Greta ist auch ein typisches Kind ihrer Zeit, leicht verführbar im Sinne von beeinflussbar, ein symbolischer Charakter für die furchtbare und äußerst folgenreiche Naivität vieler Menschen damals. Aber die Deutschen sind bis heute mit einer unterentwickelten politischen Analysefähigkeit „gesegnet“ und die Folgen werden wir sehen. Ob die Filmer diese Parallele ziehen wollten, die ja nicht mehr so offensichtlich ist wie an der Schwelle zur Nazi-Herrschaft, werden wir in sehen. Immerhin hat die Demokratie im zweiten Anlauf schon viel länger gehalten. Eines der Reisegepäckstücke hat einen Zipper. Gab’s die damals schon? Ja, gab es, sie waren aber waren Ende der 1920er noch nicht weit verbreitet. Sagen wir mal: ein avantgardistisches Accessoire.

Derweil sehen wir kurz, wie Gereon Rath und Charlotte Ritter immerhin schon aus Berlin raus sind und am Kilometerstein 16 vorbeikommen. Zurück zu Greta.

Sie drückt ihre Bedenken aus, hindert Otto aber nicht daran, die besagte Sprengvorrichtung anzubringen. Dieser erklärt ihr, was sie noch zu tun hat, in dem Moment, in dem Benda zurückkehrt: Die Höllenmaschine scharf stellen, bitte. Greta ist verzweifelt. Und will doch noch vom der Beteiligung an einem politischen Mord zurücktreten – indem sie im Polizeipräsidium, der Roten Burg, anruft und fragt sich zur Mordinspektion durch. Doch niemand dort kennt eine Charlotte Ritter. Sie hat ja geflunkert, ist noch gar nicht offiziell bei der Polizei. Typisch Berlin. Außerdem unterwegs mit Rath. Jetzt rächt es sich, dass die Mobiltelefone noch nicht erfunden sind. Wer weiß, ob mit forciertem Handybetrieb die Nazis nicht doch noch hätten verhindert werden können. Ein Hoch auf die demokratiefördernde Wirkung der Zellfonie. Vermutlich wird bzw. bleibt doch alles gut, oben haben wir zu viel Pessimismus gezeigt. 

Zurück zu ebenjener Charlotte, die von ihrer Freundin in Not nicht erreicht werden kann. Rath will nun den totalen Informationsaustausch, keine Zurückhaltung mehr seitens Charlotte.

Doch in den Moment, als forderte das Insistieren aufs Informationsrecht immer schon höhere Mächte heraus, kommt ihnen ein Lastwagen entgegen. Sie werden von der Straße abgedrängt und der Wagen rauscht ins naheliegende Wasser. Na, wer hat wohl den Lastwagen gesteuert? Gerne hat er das nicht getan, der Wolter, aber seine Spießgesellen werden ihm da keine große Wahl gelassen haben. Nun hat er angehalten und sitzt nachdenklich auf dem Trittbrett des Fahrzeugs und raucht erst mal eine zur Beruhigung.

2019-08-23 Babylon Berlin Folge 15 002 Wolter am See nach getaner Tat
Wolter. Nach der Tat. Der Man im Zwielicht, mal so, mal so nehmen wir ihn wahr. Nun doch der dunkle Schatten über der Demokratie. Ohne den fähigen Mittelbau, der ebenso grausam wie sentimental sein kann, wäre alles anders gekommen.

Erstaunlich, wie dieser Mann immer so schnell überall hinkommt. Aber jetzt ist sein Bewegungsdrang erst einmal erloschen. Er will ja sich ja auch vergewissern, ob die beiden wirklich abgesoffen sind. Das braucht ein paar Minuten. Gereon und Charlotte waren erst einmal bewusstlos – wieso eigentlich, es gab doch keine Kollision, keinen Aufprall? Schnell dringt das Wasser ins Auto ein. Rath hilft nach, indem er ein Fenster runterkurbelt und durch das Fenster aussteigt. Die Türen lassen sich wohl wegen des Wasserdrucks nicht öffnen, verzogen ist das der Rahmen des Autos jedenfalls nicht.

Wolter sitzt immer noch da. Er bemerkt aber nicht, das Rath, sichtgeschützt durch einen Baumstumpf, auftaucht und sich anschauen kann, wer den Lastwagen fährt. Immerhin ist dem Kommissar nun vollends klar, was gespielt wird. Als ob es noch eines Beweises bedurft hätte. Da kann und muss Rath nun wieder abtauchen, denn unten sitzt Charlotte noch im Auto. Eine nette Szene, wie er ihr quasi per Kuss einen Teil des geschöpften Sauerstoffs abgibt. 

Wolter lösst sich schließlich vom Ort seiner Tat und fährt davon. In jenem Moment taucht der junge Kommissar wieder auf und sucht nach einem Stock, dem er offensichtlich das Wagenfenster auf Charlottes Seite einschlagen will. Er findet aber nichts Passendes und muss wieder zurück und die Sauerstoffübertragungsszene wiederholt sich. Es wirkt dann irgendwie, als ob sie es da unter Wasser miteinander – kann das sein? Man soll nicht jeden Quatsch glauben, der in der Zeitung steht oder im Fernsehen gezeigt wird. 

Glockengeläut. Welch passende Überleitung: In einer Berliner Kirche sind viele Kriegerwitwen versammelt, denn die Nyssen-Stiftung hält Hof unter geweihtem Dach.

2019-08-23 Babylon Berlin Folge 15 003 Nyssen, der scheinheilige Kapitalist in der Kirche
Alfred Nyssen spricht zu den Kriegerwitwen. Im Hintergrund der gekreuzigte Christus. Dieser leidet stumm.

Alfred, wir erinnern uns, obwohl er zuletzt nicht so häufig im Bild war, ist ja von seiner Mutter zum Vorsitzenden jener Stiftung, sagen wir es mal freundlich, degradiert worden, nachdem klar ist, dass er das operative Geschäft des Konzern nicht leiten kann und nur Unsinn reaktionären Unsinn macht. Besser wäre übrigens gewesen, man hätte die Sache nicht so dargestellt, dass die ehrenwerte Mutter gar nichts weiß. Das passt nicht zum realen Szenario: Selbstverständlich waren nicht nur eine paar schwarze Schafe, sondern alle wesentlichen Industriellen eingeweiht, wenn auch nicht alle gleichermaßen dafür. Die Rüstungskonzerne waren sicher dafür. Für das, was kommen sollte. Sie sind dann auch durch den nächsten verlorenen Krieg nicht ärmer geworden, sondern noch reicher. Warum wir das hier angemerkt haben? Einen Moment bitte noch.

2019-08-23 Babylon Berlin Folge 15 004 Helga und Moritz in der Kirche hören Nyssen zu
Helga, hier noch im Publikum. Sie wird gleich aufstehen und Bemerkenswertes vortragen.

Nyssen hält eine typische salbungsvolle Rede und wie doch solche Stiftungen auch ein gutes Werk sind, das sich um Hinterbliebene des letzten Kampfes kümmert, der den Kapitalisten genützt hat. Und Helga Rath ist auch anwesend, sie ist ja nun Kriegerwitwe, nachdem Gereons Bruder für tot erklärt wurde. Und sie hält tatsächlich eine aufrüttelnde, pazifistische Rede, während Nyssen dasitzt und sichtlich unangenehm berührt ist. Sie hat das Prinzip verstanden. Eine brave, tapfere Frau. Sie kriegt erstmals einen Femi-Punkt, nachdem sie bisher doch sehr am Kommissar orientiert war und im Grunde nur dafür lebte, mit ihm zusammenzukommen.

Jetzt will sie sich nicht einmal von Nyssen zum Essen einladen lassen. Ein Mensch, der sich nicht privilegiert fühlt, sondern weiß, dass er manipuliert wird, wenn Kapitalisten ihn umgarnen. Das bringt einen weiteren Pluspunkt. Sie weiß ja nicht, was Nyssen wirklich für Geschäfte betreibt, sonst hätte sie ihm vielleicht noch andere Dinge offen ins Gesicht sagt. So spricht sie nur die Rolle der Rüstungsindustrie im Allgemeinen an. Oder hat Rath ihr davon erzählt und sie begrenzt ihre Ansprache, um ihm nicht zu schaden? Das ist eine der Unklarheiten im Film, ob er ihr Dienstgeheimnisse anvertraut. Vermutlich begrenzt wiederum er solche Infos aufs Notwendige. Für den Austausch ist Charlotte zuständig, auch wenn diese eine recht eigenwillige Auffassung davon hat, an wen sie dies oder jenes weitergibt.

Zu Greta im Hause Rath. Es ist klar, dass der Film jetzt in der Phase ist, in der die Echtzeit gedehnt wird, denn, was wir hier sehen, kann sich unmöglich alles abspielen, während Gereon im See, im Auto, um Charlottes Leben kämpft. Greta sitzt auf den Stufen, im Treppenhaus. Bange Erwartung. Regression: Sie wiegt das Püppchen im Arm, das die kleine Rath-Tochter ihr dagelassen hat. Dann deckt sie den Tisch. Eine Uhr schlägt. Auch bei Bendas gibt es die sehr beliebte Variante, die den Big Ben imitiert. Offenbar gab es damals mehr Haushalte mit solchen Uhren als solche, in denen „Mein Kampf“ Pflichtlektüre war. Dann fängt sie hastig an, ihre Siebensachen zu packen. Die  Zeit, die Puppe ins Bett zu legen und zuzudecken, findet sie dabei noch. Erdgeschoss, Schreibzimmer. Sie fügt die Drähte zusammen, damit die Sprengvorrichtung später auslösen kann. Es gibt kein Zurück mehr. Sie will schon weg, da kommt Benda und schlägt vor, sie macht Essen und er kümmert sich um die Getränke. Gemütlich zu zweit ohne stressige Familie. Das verstehen wir. Schade, dass dieses Verhältnis zwischen Dienstherr und Dienstmädchen von unguten Nebengeräuschen bestimmt ist. Mal zusammen essen und plauschen? Wird das noch? Benda setzt sich an den Schreibtisch. Warum eigentlich gerade jetzt? Ist der Schlüssel für den Keller mit dem Wein da drin? Hm. Beim ersten Anschauen hatten wir in diesem Moment gehofft, es kommt noch was dazwischen. Ach nein, der Wein wird im Schreibtisch selbst aufbewahrt. Und nichts geschieht. Die Lebensuhr des Regierungsrats tickt weiter. Küchengespräch nun doch. 

Nur dadurch erfahren wir von einem Fall von Privatisierung, wie wir ihn kennen: Benda erzählt Greta davon, wie er gerade mit der Überwachung der Krankenhausverwaltung befasst ist.  Die Versorgung der städtische Kliniken mit Material sei outgesourced worden, vor vier Jahren, mit der Billigung des Oberbürgermeisters natürlich. Und nun ist zu beklagen, dass es offenbar bei Lieferungen zu Schmu mit überhöhten Rechnungen gekommen ist. Wir wir gerade dadurch lernen, dass wir mit den Polizeirufen der älteren Jahrgänge arbeiten: Sowas gab es auch im Sozialismus. Aber nicht in diesem Maß natürlich, denn dafür hätten ja die Kollektive mehrerer Betriebe zusammenarbeiten müssen und außerdem gab es weniger zu verteilen.  Wir wissen ja, dass ein Ausrüster, vermutlich derselbe, auch bei der Polizei falsch abrechnet. Greta ist untröstlich. Aber nicht wegen des Betrugs, sondern – nun ja. Das bemerkt der Chef natürlich: Sie soll ihm den Namen des Typs nennen, der ihr solchen Liebeskummer macht und er lasse den dann ins Gefängnis stecken. Das ist einer der besten Momente zumindest dieser Folge, denn einerseits ist es ja nett gemeint, andererseits ruft es bei Greta die Assoziation wach, dass der Mann wirklich jemanden einfach in den Knast stecken kann. Nach dem Essen rennt Greta aus dem Haus, in dem Moment kommt, viel früher als geplant, die Familie Benda zurück. Die Ereignisse überschlagen sich beinahe. Nur beinahe, denn Ereignisse können sich nicht überschlagen, es gibt lediglich etwas wie überholende Kausalität. Greta löst am Bahnhof eine Karte nach Usedom und da findet gerade ein Auftrieb von Braunhemden statt. Gleichzeitig wird ein Extrablatt ausgerufen: Skandal, Bestechung beim städtischen Krankenhaus! Wir waren ja exklusiv bei Benda, wir wissen schon Bescheid. Aber nicht über die SA-Männer, die sich hier versammeln.

Einer von ihnen dreht sich um und Greta und er schauen einander in die Augen. Es ist niemand anderes als Fritz. Und Otto ist auch dabei. Oh, oh. Wir haben es ja gewusst, weil wir die Serie vor dem Schreiben über schon einmal angeschaut haben, aber das arme Mädchen! In dem Moment erfahren wir aber auch, dass die Nazis da sind, um den Außenminister anzugehen, der mit ebenjenem Zug eintrifft, der Pöbel sorgt dafür, dass der Politiker, den wir schon als Gustav Stresemann kennen, Herzprobleme bekommt. Wir müssen kurz korrigieren. Greta geht tatsächlich rüber und tippt Fritz an, um sich zu vergewissern, bis jetzt hatte sie ihn nicht richtig von vorne gesehen. Die Polizei versucht derweil, die Lage am Zug in den Griff zu bekommen. Jetzt rennt Greta wirklich und rennt und rennt. Das Einzige, was sie nun aber hätte noch tun können oder müssen ist, das allernächste Telefon suchen und bei den Bendas anrufen. Stattdessen eilt sie weiter planlos durch die Stadt. Nee, nee. Es ist alles nur schrecklich.

Benda wieder am Schreibtisch. Seine kleine Tochter ist zu ihm gekommen und hat sich zwischen die Seitenkästen gesetzt. Nicht das auch noch! Bisher hat uns ja die Contenance nicht verlassen, aber diese Folge 15 hat es in sich. Aber die Mutter holt das Kind zu sich und als die Explosion geschieht, ist Benda allein im Raum. Jetzt hätte „Zu Asche, zu Staub“ besonders gut gepasst. Aber dieses Mal gibt es nur etwas wehmütige Klaviermusik zum Abspann. 

© 2019 Der Wahlberliner, Thomas Hocke 

Rolle Darsteller
Gereon Rath Volker Bruch
Charlotte Ritter Liv Lisa Fries
Wolter Peter Kurth
August Benda Matthias Brandt
Greta Leonie Benesch
S. Sorokina / Nikoros Severija Janusauskaite
Kardakow Ivan Shvedoff
Alfred Nyssen Lars Eidinger
Jänicke Anton von Lucke
Krajewski Henning Peker
Armenier Misel Maticevic
Elisabeth Behnke Fritzi Haberlandt
Katelbach Karl Markovics
General Major Seegers Ernst Stötzner
Dr. Schmidt „Anno“ Jens Harzer
Dr. Völcker Jördis Triebel
Gräf Christian Friedel
Zörgiebel Thomas Thieme
Trochin Denis Burgazliev
Musik: Johnny Klimek
  Tom Tykwer
Kamera: Frank Griebe
  Bernd Fischer
  Philipp Haberlandt
Buch: Tom Tykwer
  Hendrik Handloegten
  Achim von Borries
Regie: Tom Tykwer
  Achim von Borries
  Hendrik Handloegten

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