Dunkler Zwilling – Polizeiruf 110 Fall 380 #Crimetime Vorschau 06.10.2019 DAS ERSTE 20:15 Uhr #Polizeiruf110 #Polizeiruf #Bukow #König #Rostock #NDR #Zwilling

Crimetime Vorschau - Titelbild © NDR, Christine Schroeder

Die beste NDR-Krimischiene?

Es ist ihr runder zwanzigster Fall: Im Polizeiruf 110 „Dunkler Zwilling“ sind die zwei Rostocker Ermittler Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander „Sascha“ Bukow (Charly Hübner) einem Serienmörder auf der Spur. Viele Jahre war Ruhe, jetzt mordet der Unbekannte wieder und macht die Hansestadt unsicher. Es gibt zwei dringend Tatverdächtige, doch die entscheidenden Beweise fehlen …“ (Tatort Fans)

Der Polizeiruf sei mittlerweile besser als so mancher Tatort-Versuch, schreibt eine der beiden Redakteur*innen von Tatort Fans weiter unten. Wir haben unlängst festgehalten, dass Buckow und König für uns die „1b“ oder „2“ unter den Polizeiruf-Teams nach von Meuffels in München sind. Und, alle 22 Tatort-Teams eingeschlossen, für uns zu den Top 5 rechnen. Von den NDR-Teams stellen die beiden wohl die Spitze dar, seit Kommissar Borowski in Kiel Schwierigkeiten hat, Top-Drehbücher zu bekommen.

Was uns noch gefehlt hat, war der ganz große Beweis, denn, ehrlich: Die Fälle, in denen Buckow privat so extrem involviert ist, haben uns auch genervt. Nicht, dass wir es prinzipiell schlecht finden, wenn ein Ermittler auch mal persönlich hineingezogen wird in einen Fall, aber die Art, wie! Die ist uns bei Buckow zu extrem, vielleicht milieuseitig authentisch, aber als Hintergrund für den Leitenden Ermittler eines Kommissariats, mittlerweile über 8 Jahre gezogen, nicht glaubwürdig. Der Sohn. Der Vater. Die Dienstvergangenheit. Irgendwas ist (fast) immer. Dadurch wirken manche Filme von Buckow und König schwerfällig, wie etwa „Feindbild“, den wir im Juli rezensiert haben, die Kritik haben wir gestern veröffentlicht.

Dagegen ist die Ost-West-Fluchtgeschichte von Katrin König, die sich in „Zwei Welten“ auflöst (die Rezension ist unsere nächste Schreibaufgabe im Rahmen von „Crimetime“), ein subtiles, zart-melancholisches Symbol für alle Brüche, Verluste, Sehnsüchte nach Geborgenheit in dieser Welt.

Durch diese vielen Szenenhintergründe eines wilden Eigenlebens hingegen, mit dem Buckow illustriert wird, seine schwierige Ehe nicht zu vergessen, rückt er gegenüber König oft in den Vordergrund. Wie es laufen kann, wenn er nicht so belastet ist, haben wir ebenfalls gerade in „Zwei Welten“ gesehen – dem Beweis.

Dem Beweis dafür, dass die beiden herausragend sind, wenn man sie nicht überfrachtet. Die berührende Geschichte von Klein-Katrin und ihrem roten Koffer ist zwar eine nicht gerade glaubwürdige Entschlüsselung ihres Traumas (dass ihre Mutter dem Gepäckstück ins Meer nachspringt und dabei ertrinkt) aber emotional passt es und bestimmt einige elegische Momente lang den Ton, aber nicht durchgängig – und wir werden uns noch zu Buckow äußern, wie er rüberkommt, wenn man ihn vom Korsett seiner vielen Verstrickungen befreit oder wenigstens einiger davon.

Leider besagt das, was zum neuen Film der beiden geschrieben wird, dass man tatsächlich wieder diese Dienstgeschichte aus Buckows Berliner Zeit ausgräbt. Ist ja schön, so ein langer Atem. Einerseits. Aber nötig hat die Figur das nicht. Und dass wirklich noch Probleme aus einer so lange abgeschlossenen Periode offen sind, ist im Hinblick auf den Job kaum denkbar. Vielleicht kocht es auch auf eine vermutlich etwas an den Haaren herbeigezogene Weise erneut hoch.

Dafür wirkt es auf dem Titelbild, als kämen Momente zustande, die wir diesem Team wie wohl keinem anderen wünschen. Weil es einfach Spaß machen würde, diese überaus lebendigen Typen in einer von emotionalen Achterbahnfahrten geprägten Liebesbeziehung zu sehen. Derlei eindeutig und dauerhaft zu installieren, wäre übrigens auch eine Premiere nach 48 Jahren Polizeiruf und 49 Jahren Tatort.

Wie auch immer, wir freuen uns darauf, Buckow und König morgen Abend zu sehen und über „Dunkler Zwilling“ zu schreiben.

Handlung

Nachdem eine 16-jährige Ausreißerin in Rostock tot aufgefunden wurde, stoßen die Kommissare bei ihren Ermittlungen auf 15 Jahre zurückliegende, ungeklärte Mordfälle mit ähnlichem Muster: Die Getötete wurde entstellt, ihre Schuhe liegen auffällig ordentlich neben der Leiche.

Kurz darauf wird eine dänische Touristin ermordet aufgefunden, auch hier ist die Handschrift gleich. Königs und Bukows Verdacht konzentriert sich bald auf den Rostocker Unternehmer Frank Kern. Zeitgleich belastet die ältere Dame Elke Hansen sich und ihren 25 Jahre jüngeren Ehemann Jens schwer.

Besetzung und Stab

Katrin KönigAnneke Kim Sarnau
Alexander BukowCharly Hübner
Anton PöschelAndreas Guenther
Volker ThieslerJosef Heynert
Henning RöderUwe Preuss
KernSimon Schwarz
MarlaEmilia Nöth
Elke HansenAngela Winkler
Jan HansenAlexander Beyer
Musik:Ingo Ludwig Frenzel
Kamera:Leah Striker
Buch:Damir Lukacevic
Regie:Damir Lukacevic

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