Lakritz – Tatort 1107 #Crimetime Vorschau 03.11.2019 DAS ERSTE 20:15 Uhr #Tatort #Münster #Thiel #Boerne #WDR #Lakritz

Crimetime Vorschau - Titelfoto © WDR, Willi Weber

36 Perlen aus Westfalen

Drei Dutzend Münster-Tatorte werden Premiere gefeiert haben, wenn „Lakritz“ heute gegen 21:45 Uhr zu Ende sein wird. Das Münster-Team mit Thiel, Boerne, Nadeshda, „Alberich“, Frau Klemm und Vaddern ist das einzige, von dem man sagen kann, es hat Kultstatus. Oder: Es hat mehr davon als alle anderen.

Seit wir 2011 mit der „Tatort-Anthologie“ begonnen haben, sind wir mit Thiel und Boerne sozusagen durch dick und dünn, vor allem durch auf und nieder gegangen. Wir haben alle bisherigen 35 Münster-Krimis rezensiert und auch mit Fans diskutiert. Die vermutlich gar nicht mitbekommen haben, dass es nach dem Ende des „ersten“ Wahlberliners und dem Entr’acte namens „Rote Sonne 17“ nun das Nachfolgemagazin gibt, das sich wieder intensiv mit der Reihe Tatort auseinandersetzt. Und mit der Parallelreihe „Polizeiruf 110“, seit März dieses Jahres. In „Crimetime“ sind mittlerweile mehr Beiträge erschienen als in der „TatortAnthologie“ des ersten Wahlberliners, wir steuern strikt auf die 500 zu. Erschienen sind bisher 491 Beiträge in 497 Tagen seit dem Start des neuen Wahlberliners.

Nein, nicht alle Münster-Filme sind Perlen oder: Es sind Perlen von unterschiedlicher Schönheit. Es gab auch schlimme, extrem klamaukige und handlungsschwache Filme, die dazu geführt haben, dass das Team mittlerweile nur noch auf Platz fünf der Beliebtheitsskala liegt, die von der Plattform Tatort-Fundus erstellt wird. Das war einmal anders, wie das Bild auf der Eingangsseite indiziert – auf dem Thiel und Boerne abgebildet sind. Die Tendenz ist leider allgemein, dass die Bewertungen sinken, aber bei Thiel und Boerne ist dieser Effekt in den letzten Jahren besonders stark ausgeprägt gewesen. Wir hatten uns auch über grottige Filme wie „Das Wunder von Wolbeck“ echauffiert, aber zuletzt auch höher gewertet als der Durchschnitt. Für uns zählt jeder Film neu und wir bestehen nicht darauf, dass unsere Erzählung unbedingt richtig sein muss, die seit einigen Jahren lautet: Der Karriereverlauf von Komiktertruppen hat einen steileren Bogen als der von Darsteller*innen aus dem ernsten Fach, weil der spezielle Witz, den bekannte Komödianten mitbringen, irgendwann auserzählt ist; weil die Frische, die Treffsicherheit nachlässt.

Das ist bei Autoren-Clowns sicher noch einmal ausgeprägter als bei Teams wie Münster, deren Mitglieder in anderen Rollen auch andere Töne drauf haben, außerdem kann man durch neue Autor*innen wieder unverbrauchte Ideen austüfteln lassen. Dadurch ist man nicht so in Gefahr, betriebsblind zu werden, als wenn man a.) alles selbst macht und b.) nur Slapstick kann. Wobei die Münster-Krimis stellenweise tatsächlich Slapstick-Komödien sind.

Es ist keine Frage, dass Thiel, Boerne und die anderen liebenswert und originell sind und immer einen Platz im Herzen der Tatort-Fans haben werden. Langsam bekommen sie auch einen Nostalgie-Faktor, denn immer mehr Teams, die vor ihnen begonnen haben, legen ihre Rollen nieder oder werden dazu gezwungen. Zuletzt waren es die Bremer, die aufhörten, nachdem sie ein paar Jahre vor den Münsteranern gestartet waren. Aktuell ist nur noch Lena Odenthal (seit 1989) und sind Ballauf und Schenk in Köln (seit 1997) und Batic und Leitmayr in München (seit 1991) länger im Dienst. Klaus Bofowski aus Kiel fing etwa gleichzeitig mit Münster an (2002)

Noch viel weiter in die Vergangenheit wird es mit „Lakritz“ zurückgehen. Ins Jahr 1976, als Karl-Friedrich Boerne 14 Jahre alt war. Die Vorabkritiken zu dieser Zeitreise sind vielversprechend. Wir werden heute Abend mehr wissen und es spätestens morgen aufschreiben.

Handlung

Hannes Wagner ist in Münster eine Institution. Oder besser gesagt: Er war es. Denn am Morgen nach seinem 40. Dienstjubiläum als Marktmeister des weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Wochenmarktes liegt er mausetot in seiner Wohnung.

Und beinahe jeder der Marktbeschicker hätte guten Grund, Hannes Wagner ins Jenseits zu befördern. Gar nicht erst zu reden von denen, die Wagner in den Jahrzehnten seiner Herrschaft nicht mit einer der begehrten Lizenzen für einen Stand auf dem Markt beglückt hat.

Eine Spur führt die Ermittler zu einer kleinen Lakritz-Manufaktur, zu Monika, Boernes erster Liebe und zu einem lange zurückliegenden Fall, der aus dem kleinen Karl-Friedrich schließlich den großen Boerne werden ließ.

Besetzung und Stab

Hauptkommissar Frank Thiel – Axel Prahl
Rechtsmediziner Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne – Jan Josef Liefers
Kommissarin Nadeshda Krusenstern – Friederike Kempter
Rechtsmedizinerin Silke „Alberich“ Haller – ChrisTine Urspruch
Staatsanwältin Wilhelmine Klemm – Mechthild Großmann
Taxifahrer Herbert „Vaddern“ Thiel – Claus D. Clausnitzer
Marktmeister Hannes Wagner – Pierre Siegenthaler
seine Haushälterin Christel Bernbach – Martina Eitner-Acheampong
Inhaber von „Flying Dutchmen“ Lakritz, Cornelius Bellekom – Ronald Top
seine Tochter Jill Bellekom – Sarah Buchholzer
Jills Freund Leon – Elias Reichert
Heide Maltritz – Eva Luca Klemmt
Harald Maltritz (jung) – Sascha Tschorn
Harald Maltritz (alt) – Walter Hess
Monika Maltritz (16 Jahre) – Jamie Bick
Monika Maltritz (56 Jahre) – Annika Kuhl
Bernhard (16 Jahre) – Justus Czaja
Bernhard (56 Jahre) – Patrick von Blume
Karl-Friedrich Boerne (14 Jahre) – Vincent Hahnen
Kommissar von 1976 – Jörg Reimers
Stadtrat Mendel – Gerhard Roiß
neuer Marktmeister Sascha Bernbach – Jan Dose
u.a.

Drehbuch – Thorsten Wettcke
Regie – Randa Chahoud
Kamera – Kristian Leschner
Szenenbild – Bertram Strauß
Schnitt – Jürgen Winkelblech
Ton – Erik Seifert
Musik – Eike Ebbel Groenewold

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