Die Pfalz von oben – Tatort 1109 #Crimetime Vorschau 17.11.2019 DAS ERSTE 20:15 Uhr #Tatort #Ludwigshafen #Odenthal #Stern #SWR #Pfalz

Crimetime Vorschau - Titelfoto © SWR, Benoît Linder

30 – noch einmal mit Gefühl?

Erinnern Sie sich an „Tod im Häcksler„, den dritten Fall von Lena Odenthal, gezeigt im Jahr 1991? Damals war der junge Ben Becker, der einen Dorfpolizisten spielte, ihr Love Interest. Jetzt trifft sie den mittlerweile zum Chef der örtlichen Polizeistation aufgestiegenen Kollegen wieder – und wie sich die Menschen und Verhältnisse verändert haben! Kann da noch einmal etwas Echtes aufkommen oder wirkt es konstruiert, wenn alte Gefühle zitiert werden oder noch etwas davon vorhanden ist?

Dieses Jahr feiert Lena Odenthal ihr dreißigjähriges Dienstjubiläum und ist damit so lange im Einsatz am Tatort wie kein*e andere*r Ermittler*in. Gleichzeitig ist „Die Pfalz von oben“ ihr 70. Film. Übertroffen wird sie bezüglich der Anzahl der gelösten Fällen nur von Ballauf und Schenk aus Köln (75, tätig seit 1997) und Batic und Leitmayr aus München (81, tätig seit 1991). Lena hat wahrhaft eine große Karriere  gemacht, alle anderen Kommissarinnen weit in den Schatten gestellt. Vielleicht wird sie die durabelste Tatort-Figur überhaupt sein, zumindest aber wird ihr den Rekord der längsten Dienstzeit einer weiblichen Ermittlerin wohl kaum jemand streitig machen können. Inga Lürsen, die 1997 begann, stand ihr von der Dienstdauer her am nächsten und hat bereits aufgehört, alle anderen, die gegenwärtig dabei sind, starteten erst in den 2000ern (Lindholm) oder noch später.

Es gibt aber auch unübersehbare Probleme. Während die Dauerbrenner Batic, Leitmayr, Ballauf, Schenk immer noch zu den beliebtesten Kommissar*innen zählen, kann man das von Lena Odenthal so nicht sagen, gemessen an den Bewertungen in „Tatort-Fundus“. Wir hatten uns damit schon vor ihrem letzten Film „Maleficius“ beschäftigt, der die Dinge nicht verbessert hat, nach Meinung der Fans, die sich auf der Plattform Tatort-Fundus bewegen.

Wir zeigen die Odenthal-Grafik noch einmal, das wir für die Vorschau zu „Maleficius“ angefertigt haben. Dieser Film ist nicht enhalten, hat aber dazu geführt, dass die Ludwigshafener Kommissarin nun bloß noch auf Rang 15 von 22 liegt – für jemanden, der so viel zur Tatortgeschichte beigetragen hat, ein sehr bescheidener Listenplatz. Ausgelöst wurde diese schlechte Bewertung durch einen nach Ansicht der Fans deutlich erkennbaren Niedergang der Qualität ihrer Fälle in den 2010ern. Teilweise für uns nachvollziehbar, bei einzelnen Filmen allerdings haben wir deutlich höher bewertet als der Durchschnitt der Fundus-Nutzer.

2019-09-08-tatorte-odenthal-bewertungskurve

TH

Handlung

Der Tod eines jungen Polizisten ruft Lena Odenthal und Johanna Stern in das pfälzische Dorf Zarten. Der Ort ist Lena nicht unbekannt, und auch die Begegnung mit dem Dienststellenleiter weckt halb verschüttete Erinnerungen in der Kommissarin. 

Ein junger aufmerksamer Polizist wird bei einer nächtlichen Kontrolle auf einer Landstraße rücksichtslos von einem Lkw überfahren und stirbt. Er ist einer der Mitarbeiter von Stefan Tries, dem Leiter des Polizeireviers in Zarten. Für Lena Odenthal ist Tries kein Unbekannter: Vor fast 30 Jahren stand er ihr bei, als sie in Zarten einen Mordfall aufzuklären hatte. Und nun gibt es in der Provinz ein neues gezieltes Tötungsdelikt. Lena Odenthal kehrt mit der Unterstützung ihrer Kollegin Johanna Stern an den Ort zurück, an dem sie einst auf den jungen, energiegeladenen Polizisten Stefan Tries traf, der inzwischen ein gealterter Provinzkönig zu sein scheint und auf ganz eigene Weise für Recht und Ordnung in der Region sorgt.

Für Lena Odenthal ist die Frage, was aus Kollege Tries geworden ist, eine persönliche. Alte Gefühle werden geweckt, das gelebte und das ersehnte Leben von einst, die vergebenen Träume werden nebeneinandergestellt. Es geht um Abhängigkeit und Korruption, Lebenslügen, Vertuschung, eiskalte Gewalt. Und um ein Opfer, einen sympathischen, engagierten jungen Polizisten, der wie einst Tries aufbrach, seine Heimat zu einer besseren zu machen.

Ulrike Folkerts, Lisa Bitter und Ben Becker spielen die Hauptrollen im SWR „Tatort: Die Pfalz von oben“ (AT), zu dem die Dreharbeiten in der Westpfalz begonnen haben. Autor Stefan Dähnert greift darin Motive aus dem dritten Lena-Odenthal-Tatort „Tod im Häcksler“ auf, dessen Schauplatz ebenfalls das fiktive Zarten war. Damals war der von Ben Becker gespielte Stefan Tries ein Nachwuchspolizist, heute steht er Lena als Dienststellenleiter gegenüber. In weiteren Rollen spielen Thomas Loibl, Maria Dragus, Till Wonka, Max Schimmelpfennig und David Bredin in der Regie von Brigitte Maria Bertele.

Besetzung und Stab

Hauptkommissarin Lena Odenthal – Ulrike Folkerts
Ermittlerin Johanna Stern – Lisa Bitter
Kriminaltechniker Peter Becker – Peter Espeloer
Sekretärin Edith Keller – Annalena Schmidt
Stefan Tries, Leiter der Polizeidienststelle Zarten – Ben Becker
stellvertretender Dienststellenleiter Ludger Trump – Thomas Loibl
Polizist Nicolay – Till Wonka
Polizist Benny Hilpert – Max Schimmelpfennig
seine Ehefrau Zoe Hilpert – Jana McKinnon
Polizistin Britta Fies – Maria Dragus
Charly Metzger – David Bredin
Bauer Meurer – Matthias Breitenbach
sein Sohn Tommy Meurer – Moritz Knapp
Herr Tan, Pensionsleiter – Nick Dong-Sik
u.a.

Drehbuch – Stefan Dähnert
Regie – Brigitte Maria Bertele
Kamera – Jürgen Carle
Szenenbild – Anette Reuther
Schnitt – Sabine Garscha
Kostümbild – Stefanie Jauß

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