168.000.000 Menschen brauchen Hilfe – Kommentar. #UNICEF #OCHA

168 Millionen Menschen in Not. Das ist die Prgnose der Uno für 2020. Die ARD-Tagesschau berichtete vorgestern:

„Die Zahl der Krisen und Konflikte steigt – das bringt auch immer mehr Menschen in humantitäre Not. 2020 wird einer von 45 Menschen weltweit Hilfe brauchen, warnen die Vereinten Nationen.

Und: „Das Kinderhilfswerk UNICEF spricht von einer Rekordzahl von Kindern in Not: 59 Millionen Kinder bräuchten Hilfen, um zu überleben.

Zu den vielen Menschen, die durch Kriege in Not gekommen sind, selbstverständlich und nach Zahlen hauptsächlich in Kriegen, die unter Mithilfe der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft geführt werden – entweder durch direkte Beteiligung oder durch Waffenlieferungen oder Assistenz für verschiedene Kriegsparteien – werden immer mehr jene kommen, die durch den Klimawandel entwurzelt werden. Der zumindest nach überwiegender Auffassung ebenfalls in der Hauptsache menschengemacht ist.

Doppelt so viele Menschen in Not, wie Deutschland an Einwohnern zählt. Wenn man sieht, wie groß die Not hierzulande ist, ohne dass die Betroffenen unter die von der UN erstellten Kriterien für Hilfebedürftigkeit fallen, die vor allem bedeutet: Es ist Hilfe von außen erforderlich, kann man sich leicht ausmalen, dass weltweit viel mehr als einer von 45 Menschen in existenzieller Not ist. Was existenzielle Not bedeutet, bestimmt sich nämlich durchaus an den Standards des Landes, in dem er lebt und schließt nicht nur gerade das Nichtverhungern ein.

Telepolis geht in diesem Artikel etwas tiefer und verweist wiederum auf die ARD-Tagesschau. In einem Zusammenhang nicht auf den nachrichtlichen Text, sondern auf die Kommentare, in denen das Thema Überbevölkerung diskutiert wird und greift es selbst auf – mit skeptischem Unterton, wozu es wiederum Kommentare gibt, die erneut auf diesen Aspekt abheben. Dass dieses Thema offiziell geradezu tabuisiert wird, in einer hiesigen Gesellschaft, die schon lange nicht mehr dem Motto „seid fruchtbar und mehret euch“ folgt, ist bemerkenswert.

Denn im Sinne des weltweiten Ressourcenverbrauchs ist es richtig, wie es hierzulande läuft: Dass die Geburtenrate unterhalb der Reproduktionsquote liegt. Dadurch wächst wenigstens der immer noch viel zu große ökologische Fußsabdruck der Menschen, die hierzulande und in ähnlich aufgestellten Ländern leben, nicht mehr wesentlich an. Wer die wirtschaftliche Wachstumsideologie in Frage stellt, muss auch das immer noch fast ungebremste Bevölkerungswachstum in vielen Ländern einer kritischen Betrachtung unterziehen. Wir können keine Tipps geben, wie man dieses Problem bewältigen kann, aber Bildung und Alterssicherung und vor allem der Schutz vor Ausbeutung, gar in Form von Sklavenarbeit, wie im Telepolis-Beitrag erwähnt, gehen gewiss nicht in die falsche Richtung.

Auf den benötigten 29 Milliarden Dollar an Hilfe sind wir noch nicht eingegangen. Wir tun es in dieser Form: Würden die USA ihr gigantisches Rüstungsbudget nur um 5 Prozent senken, wären sogar mehr als diese 29 Milliarden Dollar vorhanden, um so vielen Menschen zu helfen. Das ist nur ein Vergleich, keine Aufforderung, dass etwa das Land, das für die meisten Kriege verantwortlich ist, die Lasten dafür allein tragen sollte. Wir haben ebenfalls eine Verantwortung. Aber Hilfe darf kein Ablasshandel sein, mit dem man sich von einer bellizistischen oder indolenten Haltung freikaufen kann. Und man muss ernsthaft darüber nachdenken, was Entwicklungshilfe wirklich bedeutet und was überhaupt entwickelt werden soll. Die wachsende Ungleichheit durch ausbeuterisches Verhalten der reichen Länder, das regionale Strukturen z. B. in Afrika zerstört, macht alle Anstrengungen der klassischen Projektarbeit zunichte. Der Ausverkauf, die Kriege, die Umweltzerstörung erzeugen unweigerlich Wanderungsbewegungen. In den kommenden Jahren werden wir noch höhere Zahlen von Hilfsbedürftigen sehen und noch mehr Menschen werden versuchen, dieser Not unter Einsatz ihres Lebens zu entkommen.

TH

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