„As Wall Street attacks labor unions, CEO pay is exploding“ (Richard Trumka, EPI) #workers #unionists #EPI #USA #EU #workersrights #unions #labour

Wir haben bisher noch nie einen Beitrag des amerikanischen EPI kommentiert oder weitergeleitet. Die Wenigsten in Deutschland werden wissen, was das „Economic Policy Institute“ ist. In den USA gibt es kaum linke Thinktanks von Bedeutung, das EPI ist einer davon. Wir lesen schon länger mit, welche Positionen das EPI bezieht und halten es für sozialdemokratisch und keynesianisch orientiert und an den Rechten der Arbeitenden, in Deutschland vielleicht in der Ausrichtung am besten mit dem Berliner DIW vergleichbar und gewerkschaftsnah.

Das Interessante an den Artikeln und Studien, die es publiziert, ist nicht, ob man für den Klassenkampf etwas fundamental Neues lernen kann. Wohl aber erfährt man viel über die Situation der Arbeitnehmer*innen in den USA und die Art, wie dort die Kämpfe gegen den Neoliberalismus geführt werden. Dabei spiegeln sich auch Diskussionen, die uns durchaus nicht fremd sind. Jedesmal im Januar, also bald, kommt der „Fat Cat Day“, der Tag, an dem die mittlerweile hochgradig überbezahlten Manager so viel verdienen wie normale Arbeitnehmer*innen in einem ganzen Jahr. Im heutige kommentierten Beitrag geht es aber darum, wie Firmen auf illegale Weise die Bildung von Arbeitnehmervertretungen behindern.

Wir schwierig gesellschaftliche Arbeit in dern USA ist, sehen wir unter anderem daran, dass das EPI mit jeder Nachricht einen Spendenaufruf verschickt – in Deutschland in den Newslettern eines Wirtschaftsinstituts undenkbar, aber viele zivilgesellschaftliche Akteur*innen werden es kennen: Idealismus stößt an seine Grenzen, wo es darum geht, den Laden am Laufen zu halten. Oder er verbleibt, wie der Wahlberliner, im Status eines Freizeitprojekts und kann die Wirkung nicht entfalten, die möglich wäre, wenn er beispielsweise für die kapitalistische Seite eintreten und entsprechend gesponsert würde. Es wäre für uns organisatorisch und technisch kein Problem, diese Publikation bei anderer Aufstellung auf ein professionelles Niveau zu heben. Spendenaufrufe für das EPI haben wir aber aus dem Beitrag entfernt, wer es für sinnvoll hält, von Deutschland aus die Arbeit eines US-amerikanischen Wirtschaftsinstituts zu unterstützen, kann dies z. B. über den Link zum neuen Report (s. u.) tun.

Wer sich des Kampfes auf der Seite der Ausgebeuteten annimmt, hat solche Möglichkeiten nicht. Daher muss der Kampf von dieser Seite aus vor allem durch die Beteiligung vieler gestärkt werden. In Deutschland ist beispielsweise das Gewerkschaftswesen trotz eines stetig zurückgehenden Organisationsgrades immer noch stärker ausgeprägt, als es in den USA jemals war. Deswegen ist alles, was zum Beispiel von Autor*innen des EPI geschrieen wird, so zu lesen, dass man in den USA noch viel weniger vor den Durch- und Übergriffen geschützt ist als in Europa. Europa hat sich bezüglich der Arbeitnehmerrechte stark rückwärts enwickelt, zuletzt noch einmal durch die Krise von 2008-2009, wobei damals besonders südliche Länder der Union betroffen waren.

Mitteleuropa hat den neoliberalen Kurs viel früher vollzogen. Wie schwierig aber Gewerkschaftsarbeit in den USA ist, davon gibt der folgende, in Auszügen wiedergegebene Beitrag, in einem ein neuer Report verlinkt ist, beredt Zeugnis. Er beleuchtet auch, warum in den USA basierte, in Europa tätige Unternehmen oft überhaupt keinen Zugang zum hiesigen Arbeitsrecht haben, vor allem, wenn sie hier noch nicht seit dem Industriezeitalter tätig und in die üblichen Tariffindungsgepflogenheiten inkorporiert sind – sondern der besonders neoliberalistischen Digital Economy zuzurechnen sind, wie etwa Amazon. Der Aufruf, sich zu organisieren, ist aber für uns alle wichtig – und uns darüber Gedanken zu machen, wie traditionelle Organisationsmacht auf das digitale Zeitalter zu übertragen ist; mithin, wie man der fragmentierten und individualisierten heutigen Arbeitswelt gerecht werden kann, ohne sämtliche Arbeitnehmerschutzrechte zu verlieren.

Richard Trumka vom EPI schreibt:

For over 30 years, the wages of U.S. workers have been largely flat, even while productivity has grown substantially.

This was no accident. Over the last few decades business interests and their allies in government pushed through a series of policy decisions designed to take power away from workers and concentrate even more wealth at the top.

That is why we saw an explosion in CEO pay, growing from 20 to 30 times the average worker’s pay in the 1960s and 70s to nearly 300 times today. This level of inequality has not been seen since just before the Great Depression.

In order to build an economy where working people can support themselves and their families, we need to give workers the right tools to fight for fair wages, benefits, and the safe working conditions they deserve. (…)

EPI research has shown that stronger unions mean better pay for all working people ― union and nonunion alike.  (…)

EPI has outlined a comprehensive policy agenda to increase worker power and promote real wage growth, make smart public investments, promote good jobs with benefits, refocus trade agreements to benefit workers not corporations, and provide safeguards against corporate abuses of power.

EPI also understands the need to strengthen workers’ rights to form a union and collectively bargain for better wages and working conditions.

EPI research has repeatedly shown that unions are an essential partner to working people in representing their interests and making sure they have a voice―at work and in the political system. Wall Street understands this dynamic, which is why corporate interests go to great lengths to prevent workers from organizing.

A new EPI report outlines the outrageous and often illegal tactics employers use to prevent workers from forming a union. Companies spend $340 million annually on “union avoidance” consultants and rely on a combination of illegal conduct and legal coercion to intimidate workers against banding together.

Workers face threats, harassment, and coercion in nearly one-third of all union election campaigns.

One out of every five union election campaigns involves a charge that a worker was illegally fired for union activity.

This is not right.

We cannot let Wall Street win. Together, it’s up to us to stand up for the rights of workers to organize. Together, we must advance a policy agenda that lifts up working people, reins in excessive CEO pay, and invests in U.S. families. (…)

TH

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