Pulp Fiction (USA 1994) #Filmfest 86

Filmfest 86 A

Vorwort 2020

Unser dritter Filmfest-Beitrag im Jahr 2020 widmet sich einem der bekannteste Filme der 1990er, einen „Kultfilm“ von einem Kultregisseur und es ist das erste Werk von Quentin Tarantino, das im Wahlberliner besprochen wird. Für eine Tarantino-Werkschau sind unsere Rezensionen noch nicht ausreichend, dafür zeigen wir die erste im „Original“, in der Form, wie sie am 20. Mai 2011 als „FilmAnthologie Nr. 23“ veröffentlicht wurde. Wir haben auch ein kleines Problem: Die Grundlagen-Kritik in der Suite 101, auf die wir verwiesen haben, ist nicht mehr aufrufbar und wir haben sie nicht gesichert. Ohnehin werden wir uns den Film irgendwann noch einmal ansehen und ihn richtig schön analysieren. Auch deshalb jetzt die Variante mit dem knapperen Arbeitseinsatz. 2020 anlässlich der Wiederveröffentlichung ergänzte Passagen sind kursiv geschrieben.

Hauptszene

Die Handlung besteht aus drei Episoden, die miteinander verwoben sind und in nicht-chronologischer Reihenfolge erzählt werden. Bis auf wenige Szenen, aus denen der Ort nicht näher hervorgeht, spielt sich das komplette Geschehen des Filmes im Großraum Los Angeles ab. Die Handlungsstränge werden durch die handelnden Personen und einen MacGuffin verwoben, hier einen Koffer, dessen Inhalt dem Zuschauer nie gezeigt wird.

Prolog und erste Hauptszene

In einem kurzen Prolog beschließt das Gangsterpärchen Pumpkin (Ringo) und Honey Bunny (Yolanda) in einem Diner-Restaurant, dieses auszurauben. An diesen Strang knüpft später direkt die Schlussszene an.

Es erfolgt ein Sprung zu einer Szene, die zur später fortgesetzten Episode The Bonnie Situation gehört: Jules und Vincent sind zwei Auftragsmörder. Sie führen den von Gangsterboss Marsellus Wallace erteilten Auftrag aus, sich an ehemaligen „Geschäftspartnern“ zu rächen und einen Koffer abzuholen, der Marsellus gehört. Sie betreten die Wohnung, in der sich nach Kenntnis von Jules und Vincent vier oder fünf dieser ehemaligen Geschäftspartner befinden. Um ihnen den Ernst der Lage zu demonstrieren, erschießt Jules schon nach einem kurzen Gespräch einen der Männer. Nachdem sie sich davon überzeugt haben, dass sie den gesuchten Koffer gefunden haben, erschießen sie einen weiteren Mann im Raum. Es erfolgt ein Szenenwechsel.

Vincent Vega and Marsellus Wallace’s Wife

An einem Tisch in einer verrauchten Kneipe sitzt ein Mann mit kurzen Haaren. Er ist Boxer und bekommt von Wallace Geld, damit er in der 5. Runde verliert. Vincent und er laufen sich auch über den Weg, und schon jetzt steht fest, dass Vincent ihn nicht mag. Am nächsten Tag kauft Vincent bei seinem Dealer Lance Heroin, setzt sich einen Schuss und holt Mia Wallace, die Frau des Chefs, ab. Um diese soll er sich während dessen Abwesenheit ein wenig kümmern. Die beiden gehen in ein Lokal, das Jack Rabbit Slim’s, das im Stil der 50er Jahre eingerichtet ist. Dort arbeiten Schauspieler-Doubles als Kellner. Mia nimmt Kokain und drängt Vincent, beim Twist-Wettbewerb mitzumachen, um den ausgelobten Preis zu gewinnen. In der englischen Fassung des Films kommt durch eine beiläufige Radiomeldung heraus, dass im Jack Rabbit Slim die Siegerstatue entwendet wurde.

Als Vincent Mia zu Hause absetzt, schwört er sich auf der Toilette, dass nichts weiter passieren wird. Unterdessen findet Mia in Vincents Mantel das Heroin, hält es für Kokain, schnupft es und kollabiert. Als Vincent sieht, was passiert ist, bringt er Mia zu seinem Drogenhändler Lance und dessen Frau Jody, der für Notfälle eine Adrenalin-Spritze parat hat. Mittels einer Adrenalininjektion direkt ins Herz schaffen sie es, Mia wiederzubeleben. Vincent bringt sie wieder nach Hause. Marsellus, so sind sich Mia und Vincent einig, soll nichts davon erfahren.

The Gold Watch

Der Boxer Butch Coolidge erinnert sich an einen Tag in seiner Kindheit, als ihm ein Kriegskamerad seines gefallenen Vaters dessen goldene Uhr überreichte. Jetzt muss er allerdings absichtlich einen Boxkampf verlieren, dafür wurde er von Marsellus Wallace bezahlt. Er hat eigene Pläne und nutzt die Situation aus, um beim Wetten zu gewinnen – er schlägt seinen Gegner nieder, dieser stirbt im Boxring. Jetzt will er eigentlich fliehen, doch seine Freundin Fabienne hat die Uhr seines Vaters in der gemeinsamen Wohnung vergessen. Als er dort ankommt, nimmt er die Golduhr an sich, entdeckt dann zufällig in der vermeintlich verlassenen Wohnung eine abgelegte größere Schusswaffe und überrascht Vincent, als dieser völlig sorglos die Toilette verlässt. Butch erschießt ihn mit dessen Maschinenpistole und macht sich auf die Rückfahrt zu Fabienne. An einer Ampel trifft er auf den die Straße überquerenden Marsellus Wallace, der Butch im Auto erkennt. Butch versucht, Marsellus zu überfahren, hat dann aber selbst einen Unfall. Beide überleben und bekämpfen sich erneut. Schließlich kommen sie in ein Pfandleihhaus. Butch will den am Boden liegenden Wallace umbringen, doch Maynard, der Ladenbesitzer, streckt ihn mit einem Gewehrkolben nieder und ruft telefonisch seinen Freund hinzu, den vermeintlichen Sicherheitsbeamten Zed.

Als Butch und Wallace erwachen, finden sie sich gefesselt und geknebelt im Folterkeller des Hauses wieder. Es stellt sich heraus, dass der Pfandleiher und Zed sich dort einen Sex-Sklaven, „Hinkebein“ (engl.: „The Gimp“), halten. Zed befördert Marsellus Wallace ins Nebenzimmer, um ihn dort zu vergewaltigen. Währenddessen gelingt es Butch, sich zu befreien. Er will zunächst fliehen, macht dann aber an der Ladentür kehrt, wählt eine Waffe aus den Beständen des Geschäfts – erst einen Hammer, dann einen Baseballschläger, anschließend eine Motorsäge und letztendlich ein Katana – und überwältigt damit die beiden Peiniger. Während Butch den Voyeur Maynard mit dem Langschwert niedergestreckt und Zed in Schach hält, befreit sich Marsellus und schießt Zed in den Schritt, um sich zu rächen.

Butch und Marsellus treffen eine Vereinbarung: Sie sind „quitt“. Butch muss aber die Stadt für immer verlassen und über die Vergewaltigung schweigen. Während Butch zu Fabienne gehen möchte, beschließt Marsellus Wallace, ein „paar eisenharte, durchgeknallte Crack-Nigger“ herzuschicken, die „Mister Der-bald-den-Rest-seines-kurzen-Scheißlebens-in-unerträglichen-Schmerzen-verbringen-wird-Vergewaltiger“ mit „einer Kneifzange und einem Lötkolben“ (blowtorch – eigentlich Lötlampe) bearbeiten sollen.

Butch fährt mit Zeds Chopper zu Fabienne, und beide fahren in eine neue Zukunft.

The Bonnie Situation

Es erfolgt ein zeitlicher Rücksprung. Nachdem Jules und Vincent die beiden Ganoven Roger und Brett erschossen haben, stürmt ein Dritter aus der Badezimmertür mit vorgehaltenem Revolver in den Raum und verschießt die gesamte Munition auf die beiden; jedoch ohne sie zu treffen. Er wird kurzerhand erschossen. Jules glaubt an ein Wunder, eine göttliche Intervention, und beschließt, seinen „Beruf“ aufzugeben.

Jules und Vincent nehmen Marvin, den einzigen Überlebenden und Informanten, in ihrem Auto mit. Während der Fahrt und einer Diskussion über die „göttliche Intervention“ schießt Vincent Marvin versehentlich in den Kopf. Um die blutigen Spuren des tödlichen Unfalls schnellstmöglich zu beseitigen, fährt Jules mit ihnen zu seinem Freund Jimmie. Dort können Jules und Vincent jedoch nicht bleiben, da Jimmies Frau Bonnie bald nach Hause kommen wird. Marsellus schickt deshalb Mr. Wolf, einen Cleanerund Organisationsgenie für problematische Situationen, um die Sache zu bereinigen. Mr. Wolf lässt Jules und Vincent das Innere des Wagens säubern und mit Decken auskleiden, bevor er die völlig verschmierten Auftragskiller im Garten mit dem Schlauch abspritzt und sie abgelegte Kleidung von Jimmie anziehen lässt. Dann fahren alle drei zu Monster-Joes Abschleppdienst, auf dessen Schrottplatz das Problemauto mit der Leiche entsorgt wird.

Jules und Vincent besuchen anschließend ein Restaurant, das, während Vincent auf der Toilette ist, von den beiden unerfahrenen Ganoven Pumpkin (Ringo) und Honey Bunny (Yolanda) überfallen wird – hier knüpft die Handlung direkt an den Prolog an. Pumpkin geht herum und raubt die Gäste aus. Bei Jules angekommen, fordert er den Koffer. Es gelingt Jules jedoch, die Oberhand zu gewinnen. Da er aber gerade eine „Entwicklung“ durchmacht, überlässt er Pumpkin all sein Geld ($ 1500, er kauft damit Pumpkins (Ringo) Leben, damit er ihn nicht töten muss) und lässt Pumpkin ( Ringo )und Honey Bunny (Yolanda) gehen. Jules und Vincent verlassen das Restaurant.

Chronologie

Die zeitliche Verknüpfung der einzelnen Stränge wird an einzelnen Motiven wie dem Koffer oder der Kleidung von Vincent und Jules erkennbar. Der Koffer wird in der ersten Hauptszene abgeholt, auf der Weiterfahrt geraten die Protagonisten in die „Bonnie Situation“, in der sie ihre Kleider wechseln müssen, mit dem anschließenden Frühstück im Restaurant (Prolog und Schlussszene). In dieser Behelfskleidung liefern sie zu Beginn der Episode „Vincent Vega and Marsellus Wallace’s Wife“ den Koffer bei Marsellus Wallace ab, nachdem der gerade mit Butch Coolidge die Schiebung beim Boxkampf ausgehandelt hat, die wiederum die Grundlage für die Episode „The Gold Watch“ bilden wird. Wie schon in der ersten Hauptszene erwähnt Vincent, dass er sich am nächsten Tag um Wallace’s Frau Mia kümmern soll; die Episode „Vincent Vega and Marsellus Wallace’s Wife“ findet also am Tag nach „The Bonnie Situation“ statt. Chronologisch am spätesten liegt die Episode „The Gold Watch“, bei der Vincent ums Leben kommt.

II. Kritik bei Suite101

III. Hauptrezension

Dank der Kritik, auf die wir unter II. verwiesen haben, können wir uns hier auf besondere Aspekte und auf die  Vertiefung konzentrieren.

1. Hat „Pulp Fiction“ eine Botschaft?

Die Handlung ist schräg, die Sprüche sind kultig. Auf den ersten Blick wirkt der Film nicht gerade als ein Werk mit Tiefgang. Und kann man einen Film, der den Subtext vermissen lässt, als einen der zehn besten aller Zeiten einordnen, wie derzeit eine halbe Million User der IMDb das tun?

Determinismus kontra Selbstbestimmung?

Vincent ist nicht der Hellste, muss er deswegen am Ende sterben? Und Jules geht davon und fängt ein neues Leben an? In dem Film ist wenig zu spüren vom Fatalismus, der vor allem die Films noir ausgezeichnet hatten. Aber auch nicht viel von der Beständigkeit des Bösen. Jules (Samuel L. Jackson), der zu Anfang ein Bibelzitat missbraucht, um seinen Liquidierungen den passenden dramatischen Touch zu verleihen, erweckt sich selbst. Weil ein Gangster, den die beiden während eines Auftrages übersehen haben, auf unglaubwürdige Weise an ihm und Vince vorbeischießt, entschließt er sich  zur Umkehr. Vince sieht ihn als Penner enden. Auch wenn man die Herleitung mit einem Augenzwinkern sehen muss, man kann sagen: Anhand von Jules sieht man, Umkehr ist möglich. Und dann muss  auch nicht für die bisherigen bösen Taten gebüßt werden. Zumindest wird das im Film nicht dargestellt. Allerdings muss man eine gewisse mentale Stärke  dafür haben. Die hat Jules erkennbar, Vincent nicht.

Man kann auch den Tod von Vincent auf zwei Ebenen sehen. Sachlich ist es klar. Wäre Jules noch an seiner Seite, wäre er im Appartement des Boxers Butch nicht alleine gewesen, als dieser dort überraschend auftauchte und die Sache wäre anders ausgegangen. Mit Jules und dessen Wandlung hat ihn auch das Glück verlassen, auf das er sich bisher verlassen konnte, wenn er etwas verbockte. Was im Film ja mehrmals vorkommt.

Das Thema Macht

Gangsterboss Marsellus Wallace (Ving Rhames) ist anfangs kaum zu sehen. Doch alle Figuren sind von ihm abhängig. Er ist die Macht, erinnert an Darstellungen der  ultimativen Bösewichte in den James-Bond-Filmen oder die dunklen Figuren in den Star-Wars-Märchen. In der zweiten Episode wird er verletzt, gedemütigt, rächt sich und in dieser Szene, in der er neben Butch auf dem Stuhl sitzt, gefesselt und mit einer aufgesetzten Clownsnase, doch so ein Normalmensch, der nur noch Angst hat. Macht ist situativ. Jeder kann seine Macht verlieren und auf Hilfe angewiesen sein und der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Die Clinton-Lewinsky-Affäre war erst zwei Jahre nach dem Kinostart von „Pulp Fiction“, aber wie nahe unvorstellbare Macht und allzu viel Normalität beieinander liegen können, das erinnert an diese Affäre. Aber es gab schon vorher viele davon und danach weitere und bis heute hält die Entzauberung von Macht durch allzu banale Fehler und Zufälle an.

Auch wie Marsellus den Boxer Butch kleinmacht und dieser dann seinen Stolz findet, als er an die goldene Uhr denkt, die ihm unter Gefahren und Opfern über Generationen vererbt wurde und die Schiebung platzen lässt, die Marsellus mit ihm vorhatte, das scheint eine Anspielung auf die Relativität von Macht zu sein und wie man aus ihrem Dunstkreis treten kann, um frei  zu sein. Dass Butch am Ende die Stadt verlassen muss, empfindet man als Befreiuung für ihn. L. A. ist ein Tempel der Macht, im Outback oder irgendwo auf einer symbolischen Tropeninsel herrscht die Selbstbestimmung, so scheint es.

Auch das Handeln von Jules folgt diesem Schema. Er löst sich von Marsellus ganz locker, weil er einer größeren, wahren Macht folgen will: Dem Wort Gottes, impliziert: Dem Gebot von christlicher Nächstenliebe. Ein Leitmotiv fürs eigene Handlung, das strukturell machtfeindlich ist. Im Grunde ist Macht auf Repression gebaut und es liegt an einem jeden, inwieweit er sich davon einfangen lässt und abhängig macht. Es gibt also durchaus zu billigende Mächte des Guten. Der Film ist nicht so anarchisch orientiert, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Die Darstellung ist selbstverständlich idealisiert, vor allem aus europäischer Sicht. Hier ist eher als in den USA akzeptiert, dass der Staat immer das letzte Wort hat. Es sei denn, man handelt wiederum illegal und stellt sich dadurch außerhalb der staatlich festgesetzten Regeln.

2. Das Ranking des Films

Es muss eine Relativierung geben, welche die nachherige Bewertung verständlich macht, die von der der User auf der IMDb abweicht, die ihn gegenwärtig auf Platz 5 der besten Filme aller Zeiten sehen (2020: Rang 8 bei einer Durchschnittswertung von 8,9/10). Selbstverständlich hat der Film superbe Charaktere, ist großartig gespielt und der Plot ist genial konstruiert. Das Wort „genial“ schleudern wir nicht inflationär durch die Gegend. Das alles macht ihn zu einem außergewöhnlich gut gemachten Vergnüge.

Die Alltime-Highs haben aber noch etwas anderes. Einen emotionalen Impact, der uns das Gefühl gibt, wir waren zugegen, als etwas Großes geschehen ist. Sei das Große eine Liebe oder ein Dämon, die Klassiker haben allesamt ein Element, das über vollkommen überdimensional ausgeprägt ist.

In „Casablanca“ ist es die romantische Liebe, die in heorischem Verzicht endet. In „Der Pate“ ist es das gewaltige Familienepos mit der tatsächlich und nicht nur scheinbar dominierenden Figur des Don Vito Corleone. In „GWTW“ ist es die unerfüllte, tragisch verstrickte Romanze, in „Schindlers Liste“ die unfassbare, inselhafte Moralität und Humanität in einem aus der aus den Fugen geratenen Welt von Gewalt und Terror, in „Citizen Kane“ der monumentale, faszinierende, nie ganz erklärte und erklärbare Charakter der Hauptfigur.

Natürlich sind die Sprüche in „Pulp Fiction“ vor allem für junge Leute absolut cool. Hätten wir beinahe mit drei oder vier „o“ geschrieben. Natürlich sind die Menschen hier im Grunde sehr menschlich und ist Gewalt mehr ein ironisiertes Stilelement als dass der Film ihr wirklich huldigen würde.

Doch es gibt nicht die faszinierende Einlassung auf ein einzelnes, menschliches Schicksal und die erzählerische Kraft von „Forrest Gump“, gegen den „Pulp Fiction“ antrat – und der die Oscars bekam, die man „Pulp Fiction“ verwehrt hat. Und natürlich nicht den totalen Thrill von „Das Schweigen der Lämmer“ oder die totale Komik von „Manche mögen’s heiß“.

Wir könnten weitere Filme anführen, die herausragen und allesamt verschiedene, meist in extremer Form ausgeprägte Alleinstellungsmerkmale aufweisen, die auch eine emotionale Bindung des Zuschauers verursachen, die „Pulp Fiction“ nicht gewährt.

Europäische Meisterwerke, die ihre speziellen Meriten haben, lassen wir hier ganz außen vor, nichtamerikanische (und ältere) Filme sind in der IMDb generell unterbewertet, was nicht verwunderlich ist. Ein besonders augenfälliges Beispiel dafür ist „Inception“ aus 2008, der hier unter den zehn besten Filmen der Welt geführt  wird und für uns nicht einmal zu den Top 100 oder 250 zählt.

Ein weiteres Indiz, warum man den Film ein wenig distanzierter sehen kann, kann man am Demographic Breakdown der wertenden IMDb-Nutzer*innen erkennen. Die Gruppe, die wir für am besten geeignet halten, einen Film in all seinen Dimensionen zu erfassen, ist die der „älteren“ Frauen (über 45 Jahre), weil sie Emotionalität und Erfahrung am besten in ihr Urteil einfließen lassen können. Und gerade diese Gruppe hat den Film vergleichsweise niedrig bewertet, nicht etwa ältere, traditionelle Männer, die mit der Sprache Probleme haben könnten, die hier gepflegt wird. Die Gruppe der Frauen ab 46 wird am besten erkannt haben, dass dem Film der Unterbau fehlt, der ihn zu einem der ganz Großen machen würde.

Ähnlich denkt wohl das AFI (American Film Institute), das ihn gemäß der revidierten Liste von 2007 auf Platz 94 der amerikanischen besten Filme aller Zeiten führt (um einen Platz verbessert gegenüber der Liste von 1998).

85/100

© 2020, 2011 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Posted in: 03. Filmwelt2. Kultur

Regie Quentin Tarantino
Drehbuch Quentin Tarantino,
Roger Avary
Produktion Lawrence Bender
Kamera Andrzej Sekuła
Schnitt Sally Menke
Besetzung

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