Kein Mitleid, keine Gnade – Tatort 1117 #Crimetime Vorschau 12.01.2020 DAS ERSTE 20:15 Uhr #Tatort #Koeln #Köln #Ballauf #Schenk #WDR #Mitleid #Gnade

Crimetime Vorschau - Titelfoto © WDR, Thomas Kost

77 in Köln

Nein, Max Ballauf ist keine 77 Jahre alt. Freddy Schenk auch nicht. Klaus J. Behrendt, der Darsteller von Max, wird im Februar 60 Jahre alt, Dietmar Bär, der Gestalter von Freddy, 59 Jahre. Ihre Geburtstage liegen nur zwei Tage auseinander: 7. und 5. Februar. Vielleicht harmonieren die beiden Wassermänner auch so gut, weil sich die Aufrichtigkeit, die sie als Polizisten zumindest im moralischen Sinn ausstrahlen, mit dem in Einklang stehen, was man denen zurechnet, die im ihnen gemeinsamen Sternzeichen geboren sind.

Kein anderes Duo kann so ernsthaft und dialektisch soziale Themen behandeln wie die beiden Kölner. Auch im neuen Tatort „Kein Mitleid, keine Gnade“, gibt es sicher wieder viel zu besprechen:

Der WDR-Tatort „Kein Mitleid, keine Gnade“ behandelt das Thema Cybermobbing, welches in diesem Fall von Schülern des fiktiven Robert-Görlinger-Gymnasiums in Köln-Bocklemünd ausgeht – und sich ausgerechnet gegen Hauptkommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär) richtet. Sein Freund und Kollege Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) sowie Assistent Jütte (Roland Riebeling) unterstützten und verteidigen das Mobbingopfer so gut es geht. Parallel gilt es, den brutalen Mord an einem 17-jährigen homosexuellen Teenager aufzuklären. (Tatort Fans)

Was sagen die Vorab-Rezensenten zum neuesten Köln-Tatort?

„Ob in der Schule, im Beruf oder im Privatleben – Mobbing kann jeden treffen. Der neue Kölner „Tatort“ zeigt erschreckend realistisch, wie die Opfer plötzlich unverschuldet in eine schier endlose Spirale von Demütigungen geraten. (…) Dementsprechend nüchtern fällt nach Auflösung des Falls das Fazit der Kommissare aus. „Diese Welt ist nicht für uns gemacht. Wir sind für sie gemacht“, sagt Ballauf. „Reinpassen muss man“, fügt Schenk an. (Focus)

„Kein Mitleid, keine Gnade“ (WDR / Bavaria) ist ein sehenswerter, gut gespielter und ausgezeichnet fotografierter „Tatort“ aus Köln, in dem Schenk zum Opfer von Cybermobbing wird. Zunächst suchen die Kölner Ermittler jedoch den Mörder eines homosexuellen Jungen. Als sie dessen Mitschüler befragen, bezichtigt eine junge Frau den Kommissar der sexuellen Belästigung. Umgehend kursiert ein entsprechendes Video im Netz, heißt es bei Tittelbach-TV und die Eigenart des WDR, mit den Köln-Tatorten immer wieder aktuelle gesellschaftliche Themen aufzugreifen, wird hervorgehoben, auch die visuelle Gestaltung und die Inszenierung kommen bei Tittelbach-TV gut an.

Filmstarts.de“ hat sich bei uns innerhalb kurzer Zeit, so lange scannen wir deren Analysen noch nicht, einen Namen durch seine oft sehr kritischen Anmerkungen gemacht, wobei wir noch eruieren müssen, ob diese Haltung verstärkt bei Produktionen der Öffentlichrechtlichen auftritt. Jedenfalls haben wir uns nun für den Newsletter angemeldet:

Was es wirklich für einen angehenden Abiturienten heißt, sein Outing zu erleben und Schultag für Schultag von seinen Mitschülern gemobbt zu werden, ergründen die Filmemacher ohne nennenswerten Tiefgang – dass man es mit einem streng gläubigen Muslim als Vater dabei wahrscheinlich ebenso schwer hat wie als Spieler einer unterklassigen Fußballmannschaft, erfordert wenig Phantasie. Die Vorwürfe gegen Schenk hingegen wirken dermaßen konstruiert und an den Haaren herbeigezogen, dass sich wohl nur wenige Zuschauer ernsthaft Sorgen um die Reputation des Kommissars machen dürften – da haben Freddy und Max in ihren mehr als 20 gemeinsamen Dienstjahren schließlich schon ganz andere Krisen durchgestanden.

Aber auch Kommissare werden älter und die Stressresistenz lässt irgendwann nach. Irgendwann wird eine Krise vielleicht eine zu viel sein. Wir werden es heute Abend sehen oder zumindest aufzeichnen und in den nächsten Tagen anschauen und ausführlicher darüber schreiben. Die Darstellung von Schüler*innen empfinden wir in den meisten Tatorten ein wenig schematisch, aber es ist auch schwierig, sie in der vorgegebenen Spielzeit so zu individualisieren, dass sie aus der Sicht von Menschen, die jahrelang im Thema drin waren, authentisch und hinreichend differenziert wirken. Obwohl – rückblickend lässt sich alles ganz gut in bloß zwei Kategorien gliedern, das gilt auch für die Lehrkräfte: Arschlöcher und nette Menschen. Alphabetisch gereiht, nicht nach Häufigkeit. Die Handlungsangabe der ARD fällt dieses Mal sehr kurz aus, vielleicht hätte man anders zu viel verraten.

Handlung

Die Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk ermitteln im Mordfall eines 17-jährigen Schülers. Seine Leiche wurde nackt an einem Seeufer bei Köln gefunden.

Erste Ermittlungen in seiner Schule ergeben schnell, dass es innerhalb der Schülerschaft rumort und einige Mitschüler überhaupt nicht traurig über Jans Tod sind, offensichtlich wurde er gemobbt. Kurz nach der Befragung an der Schule taucht im Internet ein Video von Freddy Schenk auf, das ihn in Erklärungsnot bringt.

Max BallaufKlaus J. Behrendt
Freddy SchenkDietmar Bär
Norbert JütteRoland Riebeling
Dr. RothJoe Bausch
Lennart BillsteinMoritz Jahn
Nadine WilckeEmma Drogunova
RobinJustus Johanssen
PaulThomas Prenn
Frau WesselInes Marie Westernströer
Farid SlimaniKarim Düzgün Günes
Rosi WilckeNicole Johannhanwahr
Frau Prof. BillsteinEva Krautwig
Salah SlimaniHusam Chadat
MeikeAnke Retzlaff
Musik:Sven Rossenbach
Florian van Volxem
Kamera:Gunnar Fuß
Buch:Johannes Rotter
Regie:Felix Herzogenrath

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