„Digitalisierung“ – Sirenengesänge oder Schlachtruf der „Kannibalistischen Weltordnung“ – Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie in Berlin am 6. und 7. März 2020 #Psychologie #Wirtschaft #Economy

Nach dem gewollten und positiv begründeten Lockdown des Wahlberliners vom 25. Februar bis zum 1. März 2020, 12 Uhr, kommen wir langsam und leise wieder ins Laufen und haben uns zunächst ein Thema ausgesucht, das uns immer wieder beschäftigt: Wie stellen sich Menschen, die sich um die menschliche Seele kümmern, zum digitalen Wandel? Welche Gefahren, welche Perspektiven sehen sie?

Die Grundhaltung der Gesellschaft für Neue Psychologie ist kritisch und das zeichnet sie aus.

Hingegen lässt sich die Realität nicht beschönigen. Auch die meisten Angehörigen der Berufe für Seelenheilung müssen im System arbeiten und haben nicht die Möglichkeit, es so zu verändern, dass mehr Harmonie in Menschen, zwischen ihnen und zwischen ihnen und der Umwelt entsteht.

Den jetzigen Zustand einer aggressiven, neoliberal entgleisten Gesellschaft zu verändern, ist eine zivilgesellschaftliche und politische Aufgabe. Selbstverständlich sind auch Psycholog*innen und Angehörige verwandter Berufe Teil der Zivilgesellschaft, leider aber sind sie eher selten in führenden politischen Positionen zu finden. Der Grund liegt für uns auf der Hand: Um in diese Positionen zu gelangen, sind oft genau jene Eigenschaften erforderlich, die unter anderem zu Eckhart von Hirschhausens Buch „Irre – Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen“ geführt haben. Gleiches gilt für die Wirtschaft, nach unserer Ansicht besonders für diejenigen, die in Hierarchien großer Unternehmen nach oben kommen oder in besonders ellenbogenorientierten Branchen wie der Immobilienwirtschaft das ihrer Persönlichkeitsstruktur entsprechende Betätigungsfeld gefunden haben.

Die Individualisierung von Problemen, besonders in der Arbeitswelt, die durch die Entwicklung des Wirtschaftssystems bedingt sind, stellt selbst ein großes Problem dar, denn auf individueller Ebene zu beheben, was durch falsche Zielsetzungen und die Privilegierung negativer Charaktereigenschaften politisch gewollt ist, kann immer nur Behelfscharakter haben, auch wenn es im Einzelfall glücken mag, eine vollständige Reintegration zu erzielen. Die Frage, ob eine solche wünschenswert ist, stellt sich außerdem: Wenn immer wieder mit viel Aufwand an einem fehlerhaften Konstrukt herumrepariert werden kann, verhindert oder verzögert dies nicht das dringend notwendige Umdenken, die Veränderung des Settings, in dem viele Menschen ihr tägliches Leben zubringen müssen?

Die Digitalisierung hat bereits zu verändertem Sozialverhalten bei vielen Menschen geführt, dieser Trend wird sich wohl fortsetzen. Digitalisierung, die abhängig macht, nicht befreit, lässt sich hervorragend für Ausbeutungsstrukturen einsetzen, diese Sorge ist evident und sie wächst. Angesichts der politischen Aufreger dieser Tage ist es umso wichtiger, sich mit Themen zu befassen, die über den Tag hinausweisen. Daher unsere heutige Einleitung mit dem Kongress, der am kommenden Wochenende in Berlin stattfindet und sich mit den Herausforderungen befasst, welche die Digitalisierung an uns heranträgt:

“ „Digitale Revolution“, „Digitalisierung‘, „Digitalpakt“ und „5G-Mobilfunk“, „Internet der Dinge“, „Künstliche Intelligenz“ (Blockchaining, Abschaffung des Bargeldes, autonomes Fahren et cetera) lauten die Refrains des Sirenengesangs, die von den Eliten in Politik und Wirtschaft angestimmt werden.

So leitet „Neue Debatte“ den Hinweis auf den Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie am kommenden Wochenende ein. Zu den Details hier. Weiter heißt es:

„Digitalisierung ist Staatsaufgabe höchster Priorität. Das Feld ist bereits gut vorbereitet. Dennoch regen sich Kritik und zum Teil auch Widerstand gegen einen weiteren, intensivierten Ausbau der Digitaltechnologie: Die Möglichkeit einer digitalen Totalüberwachung wird ebenso vorstellbar, wie der Verlust von immens vielen Arbeitsplätzen, von Privatheit, persönlicher Freiheit und demokratischer Teilhabe, psychischer und physischer Unversehrtheit.

  • Telematik und Digitalisierung der Psychotherapie,
  • Digitalisierung der Arbeitswelt,
  • des Gesundheitswesens,
  • der Schule und des Bildungswesens,
  • Digitalisierung der militärischen Einsätze,
  • Überwachung und soziale Kontrolle,
  • und die Perspektiven des Widerstands dagegen.

Mehr Informationen zum Kongress sind auf www.ngfp.de verfügbar. Das Programm ist als PDF-Dokument auf NGfP_2020_Programm hinterlegt.“

TH


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