Peter Ibbetson (USA 1935) #Filmfest 138

Filmfest 138 A

2020-10-22 FF 138 Peter Ibbetson USA 1935 Text

2020-08-14 Filmfest ADass wir nach 1935 zurückspringen, liegt daran, dass „Peter Ibbetson“ in „Das internationale Filmverzeichnis Nr. 8“ aus dem Jahr 1989, das wir seit einiger Zeit auswerten, versehentlich im Produktionsjahr 1936 gelandet ist.

So aber vermehrt er nun die ohnehin starke Riege der Filme aus jenem Jahr, das wir kürzlich als „Das Jahr, in dem der Tonfilm erwachsen wurde“ apostrophierten.

Mich hat dieser Film damals fasziniert aufgrund seiner unbedingten Emotionalität und der Verbindung der beiden Hauptfiguren, ihrer Schicksale, die beide aneinander gekettet sind, selbst wenn diese Menschen getrennt waren und ich hatte auch eine Art biografischen Bezug dazu. Bis Ende der 1940er gab es diese Strömung im US-Melodram, die auf starke Energien zwischen Menschen rekurrieren, auf Seelenverwandtschaft und unsichtbare Bande (ein spätes Beispiel ist „The Ghost and Mrs. Muir“ aus dem Jahr 1947).

Deswegen wird „Peter Ibbetson“ in der IMDb nicht nur als Drama und Romanze, sondern auch als Fantasyfilm verschlagwortet. Zwischenzeitlich hätte ich über die Mystik, die darin verwoben ist, vielleicht die Stirn gerunzelt und sie als zu kitschig empfunden, im Moment bin ich etwas vorsichtiger und hoffe das Beste.

Interessant, dass der Regiestuhl von Henry Hathaway besetzt wurde, den man eher wegen seiner Western und Abenteuerfilme kennt. 1936 erhielt er seine einzige Oscar-Nominierung – aber nicht für „Peter Ibbetson“, sondern für „The Lives of a Bengal Lancer“, ebenfalls mit Gary Gooper in der Hauptrolle und ist sicher einer der produktivsten Regisseure, die ihn nie erhalten haben.

„Filmhistorisch interessantes Melodram, das eine im amerikanischen Film als „naiver Transzendentalismus“ bezeichnete Strömung einleitete.“ – Lexikon des internationalen Films[1]

„Luis Buñuel und andere Surrealisten um André Breton lobten die Verfilmung des Romans von George du Maurier als perfekte Umsetzung einer „Amour fou“. Fazit: Kühn, lieblich, furios: ein geheimer Klassiker“ – Cinema[2]

© 2020, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Regie Henry Hathaway
Drehbuch Vincent Lawrence
Produktion Louis D. Lighton
Musik Ernst Toch,
William Franke Harling,
Heinz Roemheld,
Hugo Friedhofer
Kamera Charles Lang
Schnitt Stuart Heisler
Besetzung

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