Menschlichkeit – Sozialismus – Ökologie: Das nunmehr getestete Mindset des Wahlberliners. #Socialism #ClimateChange #Humanism #Mindset

Vielleicht entwickelt sich die Welt nach der Corona-Krise zurück in den vorindustriellen Stand. Vielleicht entwickelt sich der Wahlberliner während der Corona-Krise schon zum Selbstbetrachtungs-Medium? Beides wollen wir nicht hoffen, es gibt bessere Entwicklungsmöglichkeiten, um den Anforderungen der Zeit gerecht zu werden.

Aber hin und wieder die eigenen Einstellungen zu checken, kann doch keine Sünde sein. Zumal dieses Jahr wenig Wahl-O-Mate zur Verfügung stehen werden, die uns immer wieder eine Überprüfung erlauben. Gestern haben wir gesehen, dass ein Facebook-Freund für sich den Fragebogen von „Political Scales“ ausgefüllt hat und dachten, nun gut, lasst uns der eigenen Wahrheit ebenfalls ins Gesicht schauen. Was dabei herauskam, zeigen wir in der Grafik links.

Okay, das Ergebnis entspricht weitgehend den Erwartungen. Dass wir dagegen sind, die Wirtschaft einfach weiterlaufen zu lassen, bis die Normalbevölkerung wieder am Ausgangspunkt totaler Armut angelangt ist, also der Zeit vor der Arbeiterbewegung, das ist wohl selbstverständlich. Daher der lange grüne Streifen bei „Marktregulierung“ und der fast ebenso lange bei „Kommunismus“, wobei hier sicher keine klare Trennung zwischen Sozialismus und Kommunismus gezogen wird. Sei’s drum, es kommt auf die Inhalte an. Beides liegt eng beieinander und greift ineinander.

Worauf wir ein bisschen stolz sind: Dass wir auch ökologisch Kurs halten, in einer Zeit, in der das Kapital versucht, sich vieler Beschränkungen mit dem Vorwand der Corona-Krise zu entledigen. Wir werden das noch bei den Arbeitsrechten sehen, erste Sonderregelungen mit 12-Stunden-Tag etc. gibt es ja schon, aber auch bei Umweltauflagen. Wir werden auch weitere Angriffe auf die ohnehin niedrigen Sozialstandards sehen. Dabei ist das genaue Gegenteil richtig: Wir würden zur Auflage machen, dass Wirtschaftshilfen in der Krisenzeit auch nach dem Umwelt-Standing von Unternehmen vergeben werden und Gemeinwohlorientierung prämieren – und danach auf diesem Weg weitergehen.

Internationalismus fassen wir umfassend auf. Deutschen Nationalismus durch einen kaum besser reflektierten EU-Patriotismus zu ersetzen, der sich ohnehin in jeder Krise als Chimäre zeigt und entlarvt, wie sehr die EU durch Wirtschaftsinteressen, nicht durch gemeinsame Werte definiert wird, ist nicht das, was wir unter Internationalismus verstehen. Wir setzen uns ein für den fairen Umgang mit allen Menschen auf der Welt. Davon sind wir gegenwärtig meilenweit entfernt. Aus der Corona-Krise, aus der Flüchtlingskrise lassen sich diesbezüglich viele aktuelle Beobachtungen ableiten, die jede Skepsis rechtfertigen, aber wir wollen nicht an dieser Stelle wesentlich detaillierter werden als im übrigen Text.

Bei einigen Punkten fällt die relativ große weiße Zone auf – das sind die Fragen, bei denen wir auf „neutral“ geklickt haben. Wir fanden z. B. den Katalog zu menschlichen Dispositionen etwas zu umfangreich. Wir tolerieren manche Ansichten, weil wir wissen, wie wichtig, manchmal überlebenswichtig sie für viele Menschen sind. Wir können dem weit entgegenkommen, stoppen vor allem dort, wo wir einen Grundmangel an Welteinbindung und Fähigkeit zur Empathie und Solidarität erkennen, der sich aus einem sehr exzeptionalistischen und egozentrischen Weltbild ergibt. Dann gehen wir auch mal in die Diskussion. Ansonsten hoffen wir, alle treffen sich auch mal wieder dort, wo es um gemeinsame Interessen geht; darum, Gemeinsamkeiten zu erkennen und diese Erkenntnis als Motivationsgrundlage für die Beteiligung an wichtigen Aufgaben zu verwenden, die über das eigene Mikrosystem hinausweisen.

Witzig fanden wir den unteren Balken, obwohl wir auch da viele Fragen vorsichtshalber im Unentschieden belassen haben. Trotzdem ist die Linie recht klar zu erkennen: Wir glauben nicht daran, dass man die verkrusteten Strukturen des Systems ohne Mut zur Aktion und zum aktiven Widerstand wird verändern können. Durch periodisches Tapern zur Wahlurne etwas bewirken zu können, ist zu wenig: Dafür sind die gegenwärtigen Säulen des neoliberalen Profitmodells viel zu sehr durch tatsächliche Macht abgesichert. Die Verschiebung unserer Positionen innerhalb des linken Spektrums setzt sich damit fort: Die Ungeduld wächst, angesichts dessen, was selbst in der Corona-Krise von den üblichen Verdächtigen noch an Menschenfeindlichkeit in die Welt gebracht wird und wenn man sieht, wie sich z. B. DIE LINKE entwickelt, die froh sein kann, wenn sie wenigstens als reformistisch gelten darf.

Es ist daher wichtig, über den Tellerrand der Parteipolitik zu blicken. Denken ist nicht Handeln, das wissen wir, aber wir sind ganz sicher, dass alles, was wir denken und wonach wir handeln könnten, sich innerhalb der FDGO verwirklichen ließe – wenn es denn politisch im Sinne der Menschen gewollt wäre.

TH

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