„Verkehrswende statt Abwrackprämie – Autoindustrie jetzt radikal umbauen!“ | Sand im Getriebe | #Autoindustrie #Klimawandel #Umwelt #Nachhaltigkeit

Liebe Leser*innen,

in den Zeiten von Corona ist jedes zivilgesellschaftliche Engagement schwierig und braucht zusätzliche Aufmerksamkeit. Wir hingegen müssen hin und wieder innehalten und uns um wenige Themenfelder verstärkt kümmern, hingegen andere denen überlassen, die darin besonders bewandert sind.

Trotzdem können wir unsere Solidarität mit Menschen, Organisationen und Initiativen ausdrücken. Zum Thema Auto haben wir bisher nur kundgetan, dass wir SUVs in den Innenstädten (neuerdings sieht man, als nächste Stufe des Irrsinns, vermehrt Pickups oder Light Trucks, wie sie in den USA genannt werden). Die Sache geht aber tiefer. Der Ersatz des Individual-Massenverkehrs mit Benzin und Diesel durch selbigen mit Elektroantrieb oder gar mit Wasserstoff und was es sonst geben könnte, kann in den Städten nicht die Lösung sein. Der Raum muss endlich den zu Fuß Gehenden oder Fahrrad Fahrenden gehören und natürlich dem ÖPNV, der weiter ausgebaut werden muss.

Von „Sand im Getriebe“ leiten wir hier erstmals etwas weiter. Uns ist bewusst, dass das Auto in Deutschland ein wichtigerer Wirtschaftsfaktor ist als in Ländern, die sich leichter tun mit der Verkehrswende, dass die Autoproduktion eine größere Wertschöfpungstiefe hat als die von ökologisch hergestellten Strickwaren, aber zum Klimaschutz müssen wir alle etwas beitragen und Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Stichwort für alle zukunftsfähigen Industrien.

TH

Pressemitteilung am 24. April 2020

+++ Sand im Getriebe zum #NetzStreikFürsKlima: Verkehrswende statt Abwrackprämie – Autoindustrie jetzt radikal umbauen! +++

Homeoffice, den 24. April 2020. Das klimaaktivistische Bündnis Sand im Getriebe äußert im Rahmen des globalen #NetzstreikFürsKlima scharfe Kritik an den Forderungen der Autoindustrie nach einer Abwrackprämie. Unter dem Motto „Fight Every Crisis“ hatte Fridays For Future heute zu Online-Demonstrationen aufgerufen. Es müsse auch in Zeiten der Corona-Pandemie Druck auf die politischen Verantwortlichen aufrechterhalten werden, um der Klimakrise entschlossen zu begegnen. Dies sei besonders relevant, da Konzerne im Schatten der gesundheitlichen Lage Bemühungen zeigten, bereits beschlossene Klimaschutzmaßnahmen zurückzudrängen.

Zuletzt wurden in Politik und Automobilbranche vermehrt Stimmen laut, welche staatliche Hilfe und eine Kaufprämien für Neufahrzeuge fordern. Um eine solche Abwrackprämie voranzubringen, soll nach übereinstimmenden Medienberichten am 5. Mai ein Autogipfel mit Kanzlerin Merkel stattfinden. „Während Autokonzerne staatliche Hilfen fordern, zahlen sie weiterhin Dividenden in Milliardenhöhe an die eigenen Aktionäre aus. Gleichzeitig unterläuft eine solche Prämie alle Bestrebungen hin zu einer klimagerechten Verkehrswende.“, kritisiert Marie Klee, Sprecherin des Bündnisses.

Sand im Getriebe lehnt alle Pläne einer neuen Abwrackprämie für PKW entschieden ab und fordert stattdessen ein umfassendes Programm für einen sozial-ökologischen Umbau des Verkehrssektors und der Automobilindustrie. Das bedeute konkret eine Umstellung der Produktion auf saubere und gemeinschaftlich genutzte Verkehrsmittel wie E-Busse oder Lastenräder, verbunden mit einer demokratischen Ausgestaltung des Wandels und der sozialen Absicherung von Beschäftigten. „Auch während Corona die Schlagzeilen bestimmt, stellt die Klimakrise weiterhin eine reale Bedrohung der Lebensgrundlagen dar. Die Autoindustrie hat daran einen großen Anteil, weshalb es keine Rückkehr zum ‚business as usual‘ geben darf.“ erläutert Marie Klee. „Staatliche Hilfspakete müssen zwingend mit der Verpflichtung zu einer sozial-ökologischen Transformation einhergehen.“

Aktuell stehen in der Autoindustrie noch immer viele Produktionen still, hunderttausende Mitarbeiter*innen befinden sich in Kurzarbeit. Die Vertreter*innen der Autoindustrie äußern zunehmend die Sorge, dass die Corona-Pandemie zu einer langfristigen Krise der Branche führen könnte. Sand im Getriebe hält es für strategische Kommunikation, allein die Corona-Pandemie für sinkende Umsatzzahlen und einen möglichen Stellenabbau verantwortlich zu machen und im gleichen Atemzug Staatshilfen zu fordern. „Schon seit einigen Jahren zeichnet sich eine Absatzkrise der deutschen Autokonzerne ab, in welche sich die Branche mit den Betrügereien des Dieselskandals und dem verschlafenen Wandel selbst hineinmanövriert hat. Gerade in dieser schwierigen Situation sollten Hilfeleistungen zukunftsgerichtet vergeben werden: Für einen ökologisch nachhaltigen Umbau der Industrien, Investitionen in den Gesundheits- und Care-Bereich sowie für eine umfassende Grundsicherung für die vielen existenziell durch die Krise betroffenen Menschen! Ein reines Rettungspaket für den Status-Quo einer klimafeindlichen und veralteten Branche gehört nicht dazu.“

Sand im Getriebe ist ein Bündnis aus verschiedenen klima- und verkehrspolitischen Gruppen, welches im vergangenen Jahr durch die Blockade der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt mit über 1000 Teilnehmer*innen auf sich aufmerksam machte. Die Gruppe fordert eine radikale Verkehrswende sowie die Abkehr vom motorisierten Individualverkehr. Kernpunkte sind dabei der massive Ausbau von Fuß- und Radinfrastruktur, autofreie Städte und kostenloser ÖPNV.

Rückfragen und Interviews:
Marie Klee: 0152 276 528 06
presse@sand-im-getriebe.mobi
https://sand-im-getriebe.mobi/Pressemitteilungen/
https://twitter.com/Sand_imGetriebe

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