Geld oder Leben – Tatort 368 #Crimetime Vorschau #Tatort #Berlin #Roiter #SFB #RBB #Geld #Leben

Crimetime Vorschau - Titelfoto ©  SFB / RBB

Der Kracher des Jahrzehnts?

Heute Abend wird ein Tatort mit dem Berliner Kommissar Roiter ausgestrahlt, gespielt von Winfried Glatzeder. Glatzeder ist eines der markantesten Gesichter in der deutschen Fernsehlandschaft, aber die Roiter-Tatorte – nun, fangen wir so an: Unseres Wissens wurde keiner von ihnen ausgestrahlt, seit wir Tatorte rezensieren. Also seit Anfang April 2011. Wieso nicht?

Einer von ihnen, „Tod im Jaguar“, ist im Giftschrank gelandet, weil offenbar antisemitisch konnotiert – aber die übrigen, warum werden die nicht gesendet, wo doch Markowitz-Filme noch älter sind und der RBB in de letzten Jahren sogar die Archive des Vorgängers SFB durchgegangen ist, noch viel ältere Filme restauriert hat und dabei manches Werk auf den Bildschirm kam, das qualitativ nicht gerade zu den Highlights aus 50 Jahren Tatortgeschichte zählt? Hin und wieder mit Darstellungen, die man heute aus Gründen der politischen Korrektheit ziemlich diskussionswürdig finden kann.

Weil die Roiter-Filme als noch schwächer gelten. Vom Technischen bis zum Inhaltlichen sieht man ds, was Mitte der 1990er nach Markowitz gedreht wurde, als schwächste Phase des ohnehin immer mal wieder durchhängenden Berliner Tatorts an. Beleg: „Geld oder Leben“ steht unter den Roiter-Tatorten auf Rang 2 von 12, insgesamt aber auf Rang 923 von 1143 in der Fundus-Liste. Man weiß also, dass unter den 20 Prozent Tatorten, die am schwächsten bewertet werden, 10 von 12 „Roiters“ zu finden sein werden. Da verwundert es kaum noch, dass auch das Schlusslicht dieser langen, langen Liste aller Tatorte ein Roiter ist: „Ein Hauch von Hollywood“. Und dann heißt der Kommissar Roiter tatsächlich mit Vornamen Ernst. Deshalb auch mit „oi“. Welch ein Konzept.

Allerdings hoffen wir nicht darauf, dass wir über dieses qualitativ offenbar besonders finstere Tatort-Zeitalter umfassend instruiert werden, denn es ist nicht der RBB, der seine Vergangenheitsbewältigung nun in die Nachwendezeit hinein fortsetzt, sondern der MDR zeigt heute Abend „Geld oder Leben.“ Und das ist wirklich ein Ereignis und was immer dahintersteckt, wir finden es super, dass wir wenigstens anhand eines einzigen Roiter-Tatorts erste Einblicke in diese Schaffensphase unseres Haussenders bzw. von dessen Vorgänger gewinnen können. Wir werden den Film auf jeden Fall aufzeichnen und darüber schreiben. Erst schauen wir aber nochmal nach, ob es sich nicht um einen Irrtum handelt. Nein, der Film wird tatsächlich wiederholt. Die Handlung liest sich übrigens, als sei sie weitgehend einem DDR-Polizeiruf nachgebildet, nur dass es damals um Lohngelder ging, die in einem normalen Pkw von Mitarbeitern des VEB, der die  Gelder auszuzahlen hatte, von der Bank abgeholt wurden und auf dem Transportweg wurden die Geldkoffer vertauscht. Schade, dass uns dessen Name dieses plotseitigen Vorläufer gerade nicht einfällt.

Handlung

Bei einem Banküberfall wird der Kurier einer Geldtransportfirma von Bankräubern in der Schalterhalle erschossen. Der unscheinbare Kassierer Schubert nutzt das allgemeine Tohuwabohu und tauscht in einem vermeintlich unbeobachteten Moment die gerade angelieferten vollen Geldkoffer gegen leere aus.

Die beiden Bankräuber stürmen mit den leeren Koffern und ohne Beute davon, während Schubert die Tageslieferung von 850.000 DM verschwinden läßt und am Abend in seiner Wohnung versteckt. Doch dann bekommt er ungebetenen Besuch: Der Bankräuber Kalster dringt in Schuberts Wohnung ein, um sich die Beute zurückzuholen. Bei einem Handgemenge stürzt Kalster aus dem Fenster und schlägt auf dem Bürgersteig vor Schuberts Haus auf. Schubert nutzt die Dunkelheit der Nacht, um die Leiche Kalsters in die Spree zu werfen. Als der Tote geborgen wird, identifizieren die beiden Berliner Kommissare Roiter und Zorowski diesen als Mitarbeiter der Geldtransportfirma, die am Tag des Überfalls die Bank mit den gesuchten 850.000 DM belieferte. Doch wer war sein Komplize?

Eine Frage, die auch Schubert stark beschäftigt: Könnte nicht seine junge, attraktive Kollegin, Fräulein Schneider, die ihm, dem mausgrauen Schubert neuerdings Avancen macht, der zweite gesuchte Bankräuber sein? Doch auch die macht sich so ihre Gedanken: Könnte nicht der kreuzbrave Schubert die Bankräuber um ihre Beute gebracht haben? Beide umlauern sich – und verlieben sich ineinander. In einem Berliner Parkhaus kommt es nach einer Auseinandersetzung mit Filialleiter Steinhoff, der auch hinter der Beute her ist, zum Showdown für das ungleiche Paar: Schubert und Schneider müssen sich entscheiden – Geld oder Leben!

Besetzung und Stab

Hauptkommissar Ernst Roiter – Winfried Glatzeder
Michael Zorowski – Robinson Reichel
Schubert – Gerd Wameling
Fräulein Schneider-Inga Busch
Steinhoff – Peter Fritz
Schwandtke – Brigitte Hanelt
Schmidtke – Udo Heiland
Chef Safeway – Anton Rattinger
u.a.

Regie – Berno Kürten
Buch – Berno Kürten
Kamera – Michael Wiesweg
Schnitt – Kerstin Kexel
Musik – Rainer Lingk

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