Lass den Mond am Himmel stehn – Tatort 1135 #Crimetime Vorschau 07.06.2020 DAS ERSTE 20:15 Uhr #München #Muenchen #Batic #Leitmayr #BR #Mond #Himmel

Crimetime Vorschau - Titelfoto Bavaria Fiction GmbH / BR, Hendrik Heiden

In ganzen Sätzen, bitte

„Mit dem Tatort 1135 „Lass den Mond am Himmel stehen“, eine Produktion des Bayerischen Rundfunks, verabschiedet sich die Krimireihe nach der geplanten Erstausstrahlung (Sonntag, 7. Juni 2020, 20.15 Uhr im Ersten) in die Tatort-Sommerpause 2020.

Wer den Polizeiruf 110 als „kleine Schwester“ aus dem ostdeutschen Raum ebenso gerne schaut, der darf sich in der darauffolgenden Woche über eine weitere neue Folge freuen: Die Kommissare Alexander Bukow und Katrin König von der Kripo Rostock ermitteln im Fall „Der Tag wird kommen“ am 14.06.2020. Dann ist aber – vorerst – endgültig Schluss. Und zwar für längere Zeit, denn je.“

Danke für den Hinweis auf die tatsächliche letzte Premiere vor der Sommerpause an die Redaktion von Tatort Fans. Selbstverständlich schaue ich den Rostock-Krimi mit Buckow und König. Und wie ist die Meinung der beiden Redaktionsmitglieder zum 1135. Tatort? Einmal volle fünf Sterne und einmal drei für einen Film, der eine jüngere Tendenz fortsetzt: Die zu Titeln, die mehr oder weniger aus ganzen Sätzen oder zumindest aus mehreren Wörtern bestehen, die eine Sinneinheit ergeben. Am besten eine, die sich nicht sofort erschließt.

Man merkt, dass die Einwort-Titel, die sich für Krimis einigermaßen eignen, nach über 1.100 Tatorten alle durch sind und länger wirkt es viel individueller. Zigtausend Episoden ohne zwei gleiche Titel sind mit sechs Wörtern denkbar. Zur Einstimmung haben wir ein Foto ausgesucht, in dem Ivo und Franz tatsächlich im Mondlicht unterwegs sind. Im Wald. Und wie gut ihnen das steht. Es gibt weitere Stills, auf denen Teile der Crew sichtbar sind. Von wegen Mondlicht. Aber man darf seinen Augen heutzutage eh nicht mehr trauen. Und dass die Titel länger werden, heißt, nicht, dass sie auch mehr erklären. Manchmal kommt man bis zum Schluss nicht dahinter, was sie bedeuten sollen.

Es ist ein schockierender Film, weil die Leiche erst 13 Jahre alt ist und der Film lebt von beeindruckenden Darstellern, meint der SWR 3-Tatortcheck und vergibt vier von fünf Elchen.

Christian Buß vom Spiegel haut wieder eine seiner tollen Überschriften raus: „Der diskrete Schmarrn der Bourgeoisie.“ Und weiter: „Ungezähmte Natur und optimierte Wohnlandschaften: Der „Tatort“ erzählt von einem Schülermord am gutbürgerlichen Münchner Stadtrand – klug, subtil und grausam.“ Was ist besonders grausam? Dies:

„Batic fühlt sich beim Gang über die Flure des Gymnasiums an seine eigene Schulzeit erinnert und sagt mit bangem Blick: ‚Dieser Geruch, diese Mischung aus Angst, Schweiß und Liebeskummer!'“

Mir wird auch schon ganz anders, wenn ich an die Zeit zurückdenke. Bis auf den Liebeskummer, der kam später. Der Film sei exzellent komponiert, inszeniert und offensichtlich besticht er durch gute Dialoge. Selbst ohne die übrigen Aspekte, mit guten Dialogen hat ein Tatort bei mir schon die halbe Miete zur vollen Punktzahl eingefahren. Einige Dialogteile sind offenbar „Empathielosigkeit, ummantelt von Fürsorgefloskeln.“  Es scheint sich die eine oder andere Text-Bild-Schere zu öffnen, das ist natürlich sehr spannend und die Bewertung geht auf 9/10. Das ist die höchste Punktzahl, die Christian Buß vergeben hat, seit wir unsere Vorschauen als kleine Kritiken-Übersicht anlegen und den Spiegel regelmäßig zu Wort kommen lassen.

Von den kritischen Tönen, die Filmstarts.de gerne anschlägt, müssen wir uns wohl leider verabschieden – zum dritten Mal nacheinander ist auf der Seite keine Pressekritik für einen neuen Tatort nachzulesen. Ich überlege, welche Stimme als regelmäßiger Ersatz in Frage kommt, zunächst aber, wie gewohnt, die Meinung von Tittelbach.TV. Für Tilmann P. Gangloff erweckt der Titel Assoziationen an Gemälde von C. D. Friedrich, ich dachte derweil an „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius, zu dem Lied gibt es aber schon den passenden Odenthal-Krimi („Der Wald steht schwarz und schweiget“) aus der Pfalz, einer sehr waldreichen Region. Die Kritik dazu ist im neuen Wahlberliner noch nicht republiziert. Der Mond und die langen Tatort-Titel, da geht noch was. Ein Film mit Mond muss visuell etwas bieten, das rechnet ihm Gangloff auch zu und befindet, die Werke des österreichischen Regisseurs seien visuell herausragend. Immer mehr Tatorte sind allerdings visuell herausragend, sodass man die Messlatte fürs Herausragende wohl immer höher legen muss – wenn die Reihe ein aktuelles Problem hat, dann ist es ohnehin nicht das Filming, sondern nach wie vor, dass viele Filme konsequent am Geschmack des Publikums vorbei konzipiert werden. Nicht unbedingt an meinem, aber eine Einzelperson und deren Meinung kann nun einmal nicht repräsentativ sein, denn niemand ist „der Durchschnitt“.

Gangloff hält dem Film für einen (klassischen) Dreiakter, ich werde beim Anschauen versuchen, das nachzuvollziehen, bescheinigt den beiden Kommissaren, dass sie sich ihrer üblichen Frotzeleien enthalten (weil so düster die Welt, in Nr. 1135) und kommt auf 4,5/6 Punkte. Da in der Kritik kaum Kritik geäußert wird, hätte ich eher 5/6 erwartet.

Ich glaube, es wird darauf hinauslaufen, dass wir die Meinung von TV Spielfilm ins Programm nehmen, auch, weil sie insofern das Gegenteil zu den Kritiken von Tittelbach.TV bildet, als sie kurz ist und mit einem Symbol arbeitet, das sofort ins Auge fällt. Dem Daumen. Dieses Mal geht er nach oben und meine Vorfreude auf den morgigen Abend wächst von Kritik zu Kritik.

TH

Handlung

Die beiden Familien Kovacic und Schellenberg sind eng befreundet. Als ihr Sohn Emil tot aufgefunden wird, zerbricht die Welt der Kovacics. Emils Handyspur endet an einem Parkplatz, der als Treffpunkt für anonymen Sex bekannt ist. Seine Leiche wird etwa 20 Kilometer entfernt in der Isar gefunden. Wie kam der Junge dorthin und warum wurde er getötet?

Da sein Handy verschwunden ist, vermutet die Polizei, dass er auf dem Parkplatz etwas Kompromittierendes gefilmt hat. So sehr in diesem verstörenden Fall ein Motiv auf der Hand zu liegen scheint, so tief ist die Wahrheit verborgen. Die Hauptkommissare Batic und Leitmayr schlagen sich bei ihren Ermittlungen durch ein Dickicht aus Lügen und Täuschung.

Besetzung und Stab

Hauptkommissar Franz Leitmayr – Udo Wachtveitl
Hauptkommissar Ivo Batic – Miroslav Nemec
Kommissar Karl-Heinz „Kalli“ Hammermann – Ferdinand Hofer
David Kovacic – Lenn Kudrjawizki
seine Ehefrau Judith Kovacic – Laura Tonke
der Adoptivsohn Emil Kovacic – Ben Lehmann
Martin Schellenberg – Hans Löw
seine Ehefrau Antonia Schellenberg – Victoria Mayer
der Sohn Bastian Schellenberg – Tim Offerhaus
die Tochter Hannah Schellenberg – Lea Zoe Voss
Klassenlehrerin – Anja Klawun
Tina, Mitschülerin von Emil und Bastian – Elisa Marlene Kopecky
Parkplatzbesucher – Daniel Holzberg
Mann in Lederjacke – Gerhard Georg Jilka
Mann mit Basecap – Meikel Engelmann
Bankdirektor – Herbert Forthuber
Portier – Josef Ludwig Pfitzer
Kanufahrer – Markus Hofmann
u.a.

Drehbuch – Stefan Hafner, Thomas Weingartner
Regie – Christopher Schier
Kamera – Thomas W. Kiennast
Szenenbild – Marlen von Heydenaber
Schnitt – Nils Landmark
Ton – Jan Piepenstock
Musik – Markus Kienzl

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