Havarie – Tatort 480 #Crimetime Vorschau #Tatort #Frankfurt #Brinkmann #HR #Havarie

Crimetime Vorschau - Titelfoto © HR, Jacquelin Krause-Burberg

Brinkmanns Letzter

„Nach 28 Fällen in 15 Dienstjahren war Schluss: Tatort-Kommissar Brinkmann, der Mann mit der Fliege, trat im Jahr 2001 seinen wohlverdienten Ruhestand an. „Havarie“ lautet der Titel des letzten Einsatzes von Schauspieler Karl-Heinz von Hassel in der Rolle von Edgar Brinkmann. – Und der letzte Fall hat es noch einmal in sich: der Frankfurter Fahnder geht für die Ermittlungen, die ihn bis nach Marseille führen, ein hohes Risiko ein.“ (Redaktion Tatort Fans)

Obwohl ich seit 10 Jahren zunächst an der TatortAnthologie, jetzt am Feature „Crimetime“ arbeite, habe ich „Havarie“ noch nicht gesehen. Im Osten hat das Wort eine viel umfänglichere Bedeutung, wie ich aus meiner Verwaltungspraxis weiß: Jeder technische Störfall kann eine Havarie sein. Aber wir sind in Frankfurt am Main, und hier erfährt, zumindest im Jahr 2001, der Begriff noch die Verwendung, die ich von früher kannte: Es handelt sich um ein Schiffsunglück oder zumindest um einen Tatbestand, der nach einem Unglück aussieht.

Brinkmann-Tatorte gelten allgemein nicht als besonders progressiv, das liegt schon am Auftritt des Kommissars. Er trägt Trenchcoat, zwar keinen Hut, wie Bienzle, Markowitz, Stoever (manchmal), dafür eine Fliege. Immerhin ist das ein Alleinstellungsmerkmal, auf Anhieb fällt mir kein weiterer Tatort-Ermittler mit dieser Querkrawatte ein. Der am besten bewertete Film des Frankfurt-Kommissars liegt aktuell auf Platz 322 von 1149 in der Gesamtrangliste des Tatort-Fundus („Der Tod fährt Achterbahn“).

„Havarie“ hingegen erreicht auf der internen Brinkmann-Rangliste nur Platz 24, was insgesamt Platz 1040 bedeutet. Das ist sehr wenig, zumal für einen Abschiedsfall, denn für die Ausstände hat man sich bei renommierten, langjährigen Ermittlern zuweilen etwas Besonderes einfallen lassen („Bye, bye, Tatört“, Stoever & Brockmöller) und das Publikum vergibt gerne auch ein paar Nostalgiepunkte. Bei Brinkmann war das offensichtlich nicht der Fall, auch wenn der Trip nach Marseille sich aufwendig liest – und, wenn man ehrlich ist: Der Sprung nach vorne, hinein in die Moderne, den der Hessische Rundfunk nach Edgar Brinkmanns Abgang mit dem Duo Charlotte Sänger / Fritz Dellwo vollzogen hat, ist einer der augenfälligsten der Tatortgeschichte.

Kommentare von Menschen, die den 480. Tatort gesehen haben, weisen darauf hin, dass Karl-Heinz von Hassel wohl anders könnte als so konservativ, wie man ihn den Brinkmann regelmäßig spielen ließ, dies  zeige sich in der Marseille-Sequenz.

Der Film wird am Freitagabend, 03.07.2020 im ERSTEN wiederholt. Ich werde ihn aufzeichnen und demnächst erscheint die Rezension dazu im Wahlberliner.

Handlung

Windecker, Mitte 50, Chef der in Frankfurt ansässigen FOM („Family of Man“), einer Hilfsorganisation für die Dritte Welt, bekommt aus Marseille die Mitteilung, dass ein Frachter mit Hilfsgütern der FOM gesunken ist. Doch die Nachricht der Reederei Leman scheint Windecker nicht sonderlich zu beeindrucken. Sehr viel nachdenklicher reagiert er, als ihm der Besuch von Löwberg, einem Freund aus früheren Tagen, angekündigt wird. Einige Stunden später wird die Leiche Windeckers auf dem Golfplatz gefunden.

Kommissar Brinkmann und sein Assistent Robert Wegener entdecken hinter der Fassade des großen, anerkannten Geschäftemachers und charmanten Mannes eine ganz andere Welt: Amelie, Windeckers Ehefrau, die von ihm zerstört wurde, sein Sohn Max, der immer im Schatten des Vaters stand, und auch seine langjährigen Mitarbeiter Kemmer und die Sekretärin, Frau Miersch, haben Windecker nicht gerade geliebt. Als einer der Verdächtigen verschwindet, reist Kommissar Brinkmann auf eigene Faust hinterher. In Marseille vermutet er, eine Spur zu finden. Zu spät bemerkt Brinkmann, dass er sich in allergrößte Gefahr gebracht hat.

Besetzung und Stab

Kommissar Brinkmann – Karl-Heinz von Hassel
Assistent – Günter Waidacher
Tatjana – Jessica Stockmann
Amelie – Daniela Ziegler
Helga Mirsch – Renate Becker
Max – Stephan Kampwirth
Löwberg – Manfred Zapatka
Dr. Kemmer – Alexander Radzun
Windecker – Hans Peter Hallwachs
Ältere Dame/Hilde – Monika Hohn

Musik – Robert Sattler
Regie – Sylvia Hoffman
Kamera – Peter Hoffmann
Szenenbild – Klaus Wischmann
Buch – Sylvia Hoffman

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