Fette Krieger – Tatort 474 #Crimetime Vorschau 15.07.2020 SWR 22:00 Uhr #Tatort #Ludwigshafen #Odenthal #Kopper #SWR #Krieger #fett

Crimetime Vorschau - Titelfoto © SWR

Fette Herausforderung

In der Tatort-Folge „Fette Krieger“ muss Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) in der Hip-Hop-Szene Ludwighafens ermitteln. Bei dem vermeintlichen Mordopfer in diesem Fall handelt es sich nämlich um den bekannten Rapper MC Fett. MC Fett ist Teil des sehr erfolgreichen Rap-Dous „Fette Krieger“, deren neueste CD zu Beginn des Tatorts im Rahmen einer großen Party vorgestellt und veröffentlicht wird. Gleichzeitig kündigt MC Fett bei der Feier an, aus dem gewinnbringenden Projekt auszusteigen und statt mit seinem bisherigen Partner Krieger, stattdessen mit seinem Bruder Rocco weiter Musik zu machen. Diese solle weniger kommerziell ausgelegt sein. (…) (Redaktion Tatort Fans)

Erinnert sich noch jemand an die frühen 2000er? Es war die große Zeit der großen Raves, die Technomusik und der Hip-Hop waren Mainstream geworden und Fragestellungen wie die Kommerzialisierung in der Tat wichtig und wurden heiß diskutiert. Sehr gut lässt sich das z. B. anhand der Entwicklung der Loveparade nachzeichnen.

Auch der Begriff „fett“ als Beinahe-Synonym für „krass“ war en vogue („Fettes Brot“ etc.). Viele Veranstaltungsportale wurden damals gegründet, die das Wichtigste aus der Rave- und Clubszene zusammenfassen sollten – nur wenige haben die Corona-Krise in bekannter Form überlebt. MC Fett spielt übrigens noch auf den regionalen Ausdruck „Leck fett!“ an, der in der Pfalz und im Saarland vorkommt und in etwa bedeutet: „Leck mich am A****!“, gemeint im Sinne einer ausgedrückten Verwunderung, eines erheblichen Erstaunens.

Ich bin im Moment auch erstaunt. Darüber, dass die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland mich noch so herausfordern kann. Aber in der zweiten Juliwoche sind sie dazu übergegangen, eine ganze Reihe von Tatorten aus dem Mesozoikum, manchmal auch aus der Frühzeit der Reihe auszugraben, die ich noch nicht gesehen habe. Innerhalb von fünf Tagen werden es fünf sein. Gerade hatte ich es geschafft, den Media Receiver auf Zweidrittelbelegung herunterzufahren, jetzt dies – neben weiteren Polizeirufen – vier sind schon zur Aufzeichnung vorgesehen; mit der Parallelreihe bin ich noch nicht ganz so weit wie mit den Tatorten. Zumindest die Nachwendezeit betreffend. Zuletzt war das Aufzeichnen unsicher, wegen eines Elektronikdefekts, den mir ein verrückter Elektriker eingebrockt hat, aber mit nun teilweise ausgetauschter Technik sollte die Herausforderung der nächsten Tage sich meistern lassen. Wir schaffen das, oder? Wir haben schon ganz andere Dinge geschafft, als ein paar Tatorte anzuschauen und zu rezensieren.

Sicher wird Lena Odenthal es auch schaffen, den Fall auszuermitteln, denn Open Endings waren zu Beginn der 2000er die große Ausnahme. Um die Szene auszuloten, schmeißt Lena  sich in bauchfreie Clubwear und trägt die Kurzhaarfrisur, mit der sie als junge Kommissarin zwölf Jahre zuvor bekannt geworden war (bzw. die Haare auf dem obigen Titelbild noch etwas kürzer als 1989). Da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen und ich bin gespannt auf den Film. Allerdings gibt es schon eine Art Vorbelastung oder auch eine weitere Form von fetter Herausforderung, neben den vielen noch nicht gesehenen Tatorten, die in nächster Zeit anstehen:

Die Nutzer der Plattform „Tatort-Fundus“ bewerten den Film megaschlecht mit durchschnittlich 3,75/10 und stellen ihn gegenwärtig auf Platz 1136 von 1149 Filmen. „Getoppt“ wird er, Lena Odenthal betreffend, vom neueren Fall oder Fail „Babbeldasch“, den ich kürzlich angeschaut und rezensiert, aber nicht so grundsätzlich abgelehnt habe wie viele Fans, die ihre Bewertung auf „Tatort-Fundus“ abgeben. Vielleicht ist das ja bei „Fette Krieger“ auch so. Es kommt schon mal vor, dass ich etwas kultig finde und mich mit etwas amüsieren kann, wofür viele kein Verständnis haben. Jedenfalls ein Dank an den SWR für den Mut, diesen Film wieder zu zeigen. Demnächst wird die Rezension dazu im Wahlberliner erscheinen.

Handlung

Mit einer großen Release-Party stellt das Rap-Duo ?Fette Krieger? in Ludwigshafen seine neue CD vor. Zur Überraschung von Bandmitglied Krieger, von Manager Thilo und von Freundin Mona verkündet MC Fett, dass er aus dem Erfolgs-Projekt ?Fette Krieger? aussteigt. Er will raus aus dem Kommerz, zurück zur Credibility und mit seinem Bruder Rokko neu anfangen. Bevor sich herausstellen kann, ob Fett es wirklich ernst meint oder nur provoziert, stirbt er nach einem Sturz vom Dach.

Rokko ist überzeugt, dass der enttäuschte Krieger seinen Bruder umgebracht hat und schwört, ihn zu rächen. Er bedroht DJ Krieger, der sofort abhaut und untertaucht. Die Digicam, mit der Fett kurz vor seinem Tod noch Aufnahmen gemacht hat, bleibt verschwunden und mit ihr mögliche Hinweise auf den Täter. Für Lena Odenthal und Mario Kopper sind alle, die Fett zurückgewiesen hat, verdächtig. Während Kopper den Spuren Kriegers folgt, lässt Lena sich von Mona hinter die Kulissen des HipHop führen. Denn die Motive aller Beteiligten sind mit den Gesetzen des Musikbusiness verquickt.

Besetzung und Stab

Kommissarin Lena Odenthal – Ulrike Folkerts
Kommissar Mario Kopper – Andreas Hoppe
Krieger – Oliver Harris
Kriminalrat Wolf – Wolfgang Hepp
MC Fett – Bernd Gnann
Mona – Sandra Borgmann
Rokko – David Scheller

Regie – Dominik Reding
Buch – Dominik Reding, nach der Vorlage von Peter Lennartz
Kamera – Hans-Jörg Allgeier
Schnitt – Alexandra Freisler
Musik – Thomas Schmidt

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