Tödliches Labyrinth – Tatort 430 #Crimetime Vorschau 20.07.2020, RBB 22:15 Uhr #Tatort #Berlin #Ritter #Hellmann #SFB #RBB #Labyrinth

Crimetime Vorschau - Titelfoto © SFB / RBB

Loveparade und Cybercrime: Berlin an der Schwelle zum neuen Jahrtausend

Der Tatort „Tödliches Labyrinth“ ist der zweite gemeinsame Fall für die beiden Kommissare Till Ritter (Dominic Raacke) und Robert Hellmann (Stefan Jürgens) aus Berlin, bei dem sie den ungeklärten Tod eines Hackers auf die Spur kommen wollen, bei ihrer Ermittlungsarbeit jedoch vom BKA gebremst werden – doch warum?

Ikarus ist im Tatort „Tödliches Labyrinth“ sehr begabt im Umgang mit Computern, doch er nutzt seine Fähigkeiten nicht immer auf einem legalen Wege. So betätigt sich der junge Mann zwischendurch auch als Hacker, indem mit seinem PC zum Beispiel in fremde Systeme oder Netzwerke eindringt, wo er als ungebetener Gast theoretisch einen großen Schaden anrichten kann. (Redaktion Tatort Fans)

Da der Typ sich „Ikarus“ nennt, ist zu ahnen, wie’s ihm ergehen wird. Mittlerweile ist klar, welche Schäden Hacker wirklich anrichten können, aber in den späten 1990ern war Cyberkriminalität natürlich eine neue Erscheinung – fünf Jahre, nachdem das frei zugängliche Internet seine unendlichen Weiten öffnete. Das Jahr, in dem der Film gedreht wurde, war auch der Höhepunkt eines Berlin-Hypes, der erst gestern von einer ARD-Dokumentation, sagen wir mal, wohlwollend-kritisch beleuchtet wurde: Der Loveparade, die in jenem Jahr nach Angaben der Veranstalter 1,5 Millionen Besucher*innen zählte und wohl eher ein gewisses Chaos in Berlin verursacht hat als ein Hack der Leitzentrale.

Heute muss man sagen, bei allen Problemen damit – das Ende, das beinahe mit 9/11 zusammenfiel, war auch das Ende eines großen, insgesamt friedlichen, nicht wirklich politischen, sehr hedonistischen Traums und eines im Vergleich zu unserer Epoche der Krisen und Krisen-Krisen hoffnungsvollen Jahrzehnts. Zehn Jahre nach dem Mauerfall war   in Berlin also auch wieder eine Wende zu verspüren – hin zur eher bescheidenen Entwicklung in den frühen 2000ern und hin zur seitdem stattfindenden rasanten Kommerzialisierung, der keine entsprechende Kaufkraft der Bevölkerungsmehrheit gegenübersteht.

In jener Nachwende-Wendezeit operierte Kommissar Till Ritter (Dominic Raacke) zunächst mit dem Kollegen Robert Hellmann (Stephan Jürgens) zusammen im Großstadtdschungel. Einen Film mit den beiden („Der Trippler„) habe ich im Wahlberliner bereits rezensiert, demgemäß sind noch fünf offen.

Der RBB verhält sich Wiederholungen aus jener Zeit betreffend, sehr dezent, daher dauert es immer mal ein Jährchen oder zwei, bis wir einen der sechs Ritter-Hellmann-Tatorte zu Gesicht bekommen und leider zählt der RBB auch zu den Sendern, die nicht führend beim Bestücken der ARD-Mediathek mit älteren Tatorten sind. Aber man hat sich in den letzten Jahren per Restaurierung der Aufarbeitung der frühen Vergangenheit gewidmet und dabei die meisten Filme der 1970er und 1980er wieder gezeigt. Selbst einen Roiter-Tatort hat man zuletzt rausgeschickt in die 2020er, das war doch sehr ehrenwert.

Ichr werde den Film, so die Technik mitmacht, am Montagabend aufzeichnen und in den Tagen danach für den Wahlberliner besprechen.

Handlung

Die Kommissare Ritter und Hellmann werden zur Leiche eines jungen Hackers gerufen, der vom Dach des Berliner Forum Hotels gestürzt ist. Kurz vor seinem Tod ist er in den Zentralrechner der Verkehrsleitzentrale eingedrungen und hat ein Verkehrschaos auf den Berliner Straßen verursacht. War es Selbstmord oder Mord?

Das BKA schaltet sich in die Ermittlungen von Ritter und Hellmann ein. Schon bald haben die beiden Kommissare den Verdacht, dass ihnen die selbstsichere BKA-Kollegin an die Seite gestellt wurde, um den Fall zu vertuschen. Ein weit reichender Skandal soll zu den Akten gelegt werden.

Besetzung und Stab

Kommissar Ritter – Dominic Raacke
Kommissar Hellmann – Stephan Jürgens
Hanna – Nina Franoszek
Lady Cyber – Shira Fleisher
Wiegand – Veit Stübner
u.a.

Drehbuch – Fedor Mosnak
Regie – Dieter Berner
Kamera – Charles Finkbeiner
Schnitt – Kerstin Kexel
Musik – Andreas Bick

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