Der Tod spielt mit – Tatort 366 #Crimetime Vorschau #Tatort #Dresden #Ehrlicher #Kain #MDR #Tod #mitspielen

Crimetime Vorschau - Titelfoto © MDR, Laue

American Football im postsowjetischen Osten

Die Leipzig-Filme der Kommissare Ehrlicher und Kain liegen mir mehr, das ist vor allem durch die etwas weniger von Trauer wegen der untergegangenen DDR dominierte Grundstimmung bedingt, die Leipziger Filme sind heller und alle schon in einen weiteren Horizont vermittelndem Bildformat 16:9, wenn auch selten progressiv. Dazu waren Ehrlicher und Kain nicht die Typen. Der 15. Tatort der beiden zeigt sie aber noch in Dresden, entstand im Jahr 1997 und ist – voilà, schon in 16:9 gedreht,  zumindest steht es so im Tatort-Fundus. Interessanterweise hat der MDR zur selben Zeit seine Polizeirufe noch in 4:3 gemacht.

Es kommt wieder vor, dass ich einen Ehrlicher-Kain-Tatort noch nicht gesehen habe, immerhin gibt es 44 davon und auf Rang 27 in der internen Liste findet sich „Der Tod spielt mit“. Beim American Football offensichtlich. Kennen Sie den Tod? Das ist ein lustiger Geselle, der eine Sense dabeihat, um Gürkchen zu schneiden. Der Film trägt den Tod offenbar aus gutem Grund im Namen, es kommt zu nicht weniger als vier Einsätzen der Sense in Ausübung ihrer Zweitfunktion, nämlich, das Dasein von Menschen umzumähen, von denen man dachte, sie seien noch gar nicht dran. In den 1990ern waren vier ausgelöschte Leben noch ein Wort, der Wettlauf um den höchsten Bodycount, gegenwärtig steht er bei etwa 40, kreiert in einem Murot-Tatort, hatte noch nicht eingesetzt. Trotzdem befand die Kritik:

„Das Dresdener Duo benötigt mal wieder vier Leichen, um den Krimi (mehr Inhalt) einigermaßen auf Kurs zu halten. Das spricht nicht für Autor Christian Limmer. Und die Inszenierung? 90er-Jahre-post-DDR-Look, eine Verschnarchtheit, die nicht zu dieser brachialen Leichen-und-Vergewaltigungs-Geschichte passt…“

Rainer Tittelbach: tittelbach.tv[2]

„Vier Leichen, eine Vergewaltigung – das Drehbuch ist arg überfrachtet. Fazit: Viele Tote und zu wenig Herzblut.“

Der Film wird am Mittwoch, 22.07.2020, um 22:10 Uhr im MDR nach langer Zeit wieder einmal ausgestrahlt. Wenn die Technik mitspielt, werde ich ihn aufzeichnen und demnächst wird die Rezension dazu im Wahlberliner erscheinen. Allerdings kann ich mich sehr wohl an einen Fall mit einem zerstörten Imbissstand erinnern – und wo sonst als in Dresden oder Leipzig sollte sowas passieren?

TH

Handlung

Maskierte überfallen nachts einen Imbißstand. Zurück bleibt ein ausgebrannter Wagen und ein Toter. Und es gibt keine Zeugen und keine brauchbaren Spuren. Kommissar Ehrlicher und sein Assistent Kain vermuten Schutzgelderpressung. Warum verweigert Bachmann, der Bruder des Toten und Mitinhaber des Imbißstandes, die Zusammenarbeit mit der Polizei? Kennt er die Täter, oder gibt es andere Gründe für sein Schweigen?

Die Ermittlungen führen die Kommissare in den Kreis jugendlicher Footballspieler und ihrer Cheerleaders. Sie sind jung und wollen mehr vom Leben. Der Polizei sind sie nicht unbekannt. Doch dann wird einer von ihnen ermordet. Kommissar Ehrlicher und sein Assistent Kain vermuten einen Zusammenhang zu dem Überfall. Der Verdacht scheint sich zu bestätigen, als auch auf Arno ein Mordanschlag verübt wird. Doch Bachmann, der Hauptverdächtige, hat ein Alibi. Die Vermutung, daß er den Tod seines Bruders rächen will, läßt sich nicht bestätigen. Kommissar Ehrlicher beginnt zu ahnen, daß der Tod des Imbißstandbesitzers nichts mit den beiden anderen Mordanschlägen zu tun hat. Doch wer aus dem Kreis der Footballspieler hat für die beiden Anschläge ein Motiv?

Besetzung und Stab

Hauptkommissar Bruno Ehrlicher – Peter Sodann
Assistent Kain – Bernd Michael Lade
Erich – Eduard Burza
Mike – Hendrik Duryn
Andrea – Julia Brendler
Karin – Kathrin Angerer
Zacharias Bachmann – Martin Seiffert
Lothar – Christian Näthe
Arno – Joachim Paul Assböck
Annemarie Wagner – Jenny Gröllmann

Drehbuch – Christian Limmer
Regie – Peter Vogel
Kamera – Jürgen Heimlich
Musik – Reinhardt Scheuregger

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