Mädchen im Rampenlicht (Ziegfeld Girl, USA 1941) #Filmfest 201

Filmfest 201 A

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„Mädchen im Rampenlicht, ein typisches MGM-Musical der 1940er Jahre mit melodramatischen Untertönen, entstand in den Metro-Goldwyn-Mayer-Studios in Culver City und wurde am 25. April 1941 uraufgeführt“, befindet die Wikipedia, die weiteren Angaben aus dieser Quelle:

In Deutschland lief der Film am 1. April 1947 an. Der erfahrene Choreograph Busby Berkeley gestaltete die Tanz- und Musiknummern. Die Filmbauten entwarf Cedric Gibbons, Edwin B. Willis sorgte für die Ausstattung. Adrian schuf die Kostüme. Den Ton überwachte Douglas Shearer.

Der Film kostete 1.468.000 $ und spielte laut MGM-Unterlagen in Nordamerika 1.891.000 $ und weitere 1.210.000 $ im Rest der Welt ein und erwirtschaftete einen Gewinn nach Steuern von 532.000 $.

2020-08-14 Filmfest ADamals wurden also tatsächlich noch Steuern gezahlt.

Ob es heute für „Mädchen im Rampenlicht“ noch für eine Bewertung von ca. 80/100 reichen würde? Vermutlich nicht ganz. Meine frühe Faszination für Tanz und Musik aus der Traumfabrik, für all die großen Namen, die sich damit verbinden, choreografiert von Genies wie Busby Berkeley oder Hermes Pan, hat bei der Beurteilung von Filmen in jenen Jahren eine größere Rolle gespielt als heute. Doch für ein MGM-Musical jener Tage hat der Film eine ungewöhnliche Handlung, davon weiche ich nicht ab: Die Härten des Showbusiness werden auf eine bisher so deutlich nicht ausgespielte Weise gezeigt, eines der Girls gibt auf und ein weiteres stirbt sogar einen viel zu frühen Tod durch Alkoholismus.

14 Tage vor der Uraufführung des Films war das echte Ziegfeld-Girl Peggy Shannon an dieser Krankheit im Alter von 36 Jahren verstorben, sie war eine von vielen, die mit dem Aufkommen des Tonfilms in die Filmstadt zogen, einige, wie Shannon, sogar aufgrund von Scouting-Aktionen in New York und dort teilweise steile, aber recht kurze Karrieren hatten.

Da alle drei Schauspielerinnen, welche die Ziegfeld Girls verkörpern, damals MGM-Hoffnungen für die nächsten Jahre waren, ist das umso ungewöhnlicher – offenbar wollte man besonders Lana Turner als Tragödin und Femme fatale etablieren, anders ist deren geradezu ahnungsvolles Casting als das gefallene Mädchen nicht zu erklären. Vielleicht war es auch das Vertrauen des Studios in den erstklassigen Produzenten Pandro S. Berman, das diesen Einsatz ermöglichte.

Dass Judy Garland hingegen einer der größten Musicalstars in Hollywood werden würde bzw. durch „The Wizard of Oz“ bereits diese Position erreicht hatte, war viel zu offensichtlich, um ihr nicht die Rolle des Talents zu geben, das es im Showbusiness schafft. Aber sie sollte noch häufiger eine junge Frau spielen, die den Durchbruch erst einmal erzielen muss.

IMDb-Wertung: 6,8/10

© 2020, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Regie Robert Z. Leonard
Drehbuch Marguerite Roberts
Sonya Levien
nach einer Idee von William Anthony McGuire
Produktion Pandro S. Berman
für Metro-Goldwyn-Mayer
Musik Herbert Stothart
Kamera Ray June
Joseph Ruttenberg
Schnitt Blanche Sewell
Besetzung

 

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