Schatten der Angst – Tatort 694 #Crimetime 760 #Tatort #Ludwigshafen #Odenthal #Kopper #SWR #Schatten #Angst

Crimetime 760 - Titelfoto SWR, Jacqueline Krause-Burberg

Wir müssen darüber reden

Aus der Sicht von 2020 würden wir sicher einige Formulierungen in dieser Rezension ändern oder bei einer erneuten Sichtung des Films andere Akzente setzen. Die Rezension wurde im Juni 2011 geschrieben, vier Jahre nach unserer Übersiedlung nach Berlin. Heute gilt das Geschriebene im Wesentlichen immer noch, aber inzwischen hat sich doch einiges verändert und einige Erkenntnisse sind hinzugekommen. Würden wir jetzt schärfer oder vorsichtiger formulieren? Gute Frage.

Ob Spannung ein wichtiges Element der Folge 694 ist, kommt auf den Blickwinkel an. Spannend ist, wie die deutsch-türkische Liebesbeziehung aufgelöst wird. Weniger spannend ist, welcher von den wenigen infrage kommenden Verdächtigen nun den Mord am Anfang des Filmes begangen hat. Mit der Auflösung anhand des kleinen Bruders der Türkin Derya kann man zufrieden sein.

Interessant ist, wie in 694 versucht wird, ein brisantes Thema zu zeigen und es doch so auszutarieren, dass politisch nicht viel passieren kann. Das ist offenbar gelungen, deswegen ist „Schatten der Angst“, im Gegensatz zu „Wem Ehre gebührt“, der kurz zuvor gedreht wurde, auch nicht im Giftschrank verschwunden, sondern darf weiterhin gezeigt werden.

Aus Berliner Sicht ist der Tatort beinahe idyllisch, denn am Ende siegt die Liebe und auch der schlimmste Typ in der türkischen Familie hat bei weitem nicht die Brachialrhetorik drauf, die man hier jeden Tag hören kann, wenn man nicht irgendwo in der Welt der Hochbeamten mit eigenem Fahrer schwebt, sondern erdnah und manchmal unterirdisch mit der BVG fährt.

Man hätte das aber nicht so zeigen können, denn eines kann man in einem Krimi, der sich auf eine ethnische Gruppe konzentriert, nicht gut vermitteln: Dass auch die Ehrensachen oft nicht so heiß gegessen werden wie gekocht, und dass Klischeesprache ganz alltäglich kommt und ihr Klischee nährt, dass sie manchmal bedrohlich wirkt und manchmal witzig – aber dass sie keine Spezialität irgendeiner ethnischen Gruppe ist, sondern eher in sozialen Milieus zu verorten. Und genau dies gilt für viele Verhaltensweisen, die in der Tatortfolge 694 gezeigt werden. Mehr dazu ist zu lesen in der -> Rezension

Handlung

Als der türkische Unternehmer Ercan Celik mit seinem eigenen Lieferwagen überfahren wird und stirbt, bekommen Lena Odenthal und Mario Kopper Unterstützung vom LKA. Dort vermutet man die Tat eines Serientäters, der seit einiger Zeit türkischstämmige Geschäftsleute regelrecht hinrichtet.

Durch Lenas Ermittlungen ergeben sich jedoch auch Anhaltspunkte dafür, dass die Tat mit der Familiensituation der Sahins zu tun haben könnte, denn Ercan Celik führte sein Geschäft gemeinsam mit seinem Schwager Önder Sahin. Während Önder danach strebte, den erfolgreicheren Schwager zu übertrumpfen, versuchte Ercans Ehefrau Derya, sich in ihrer arrangierten Ehe Freiheiten zu erkämpfen.

Und dann ist da noch Peter Bogner, der in der Nähe des Tatorts gesehen wurde und seine Zuneigung zu Derya Celik nur schwer verbergen kann.

Rezension

  1. Ein schreckliches Ereignis kurz vor der Ausstrahlung

Der Tatort 694 wäre beinahe nicht aufgeführt worden, weil in Ludwigshafen kurz vor dem geplanten Erstausstrahlungstermin  neun türkischstämmige Frauen und Kinder beim Brand eines Mehrfamilienhauses ums Leben gekommen warenBis heute sind die Hintergründe des Falles nicht aufgeklärt. Aber man hat es dann doch gewagt, wenn auch mit Zeitverschiebung. Auf der einen Seite ein Thema zu zeigen, das zweifellos real ist, auf der anderen Seite die überholenden, wahrenden Ereignisse, die eine aufgeheizte Stimmung verursacht hatten und in die sich sogar der türkische Ministerpräsident Erdogan eingeschaltet hatte, das muss eine schwierige Entscheidung gewesen sein. Ob sie richtig war und ob der Tatort 694 wichtig ist, wollen wir nicht bewerten. Dadurch, dass er kriminalistisch einfach gehalten ist, gibt er den Blick frei auf das Gesellschaftliche.

  1. Kampf der Kulturen?

Die wichtigste Analyse ist die, um was geht es eigentlich hier? Natürlich, der Film beschäftigt sich mit einer türkischen Familie und wie sozusagen das deutsche Element in Form des jungen Peter Bogner (David Rott) in sie eindringt und damit die Ordnung zu zerstören droht. Die Liebe, die zwischen ihm und der verheirateten Türkin Derya Celik (Sersede Terziyan) entsteht, ist es aber am Ende nicht, die zum Mord an Deryas Mann führte. Vielmehr ist es ihr jüngerer Bruder Baris (Ludwig Trepte), der sie vor der Gewalttätigkeit ihres Mannes beschützt. Das ist eine durchaus überraschende Durchbrechung des Schemas.

Des Schemas, das da lautet: Die Ehre der Familie steht über allem. Alle sind in das System von Ehre eingebunden, so hält eine Familie zusammen und so wird sie von außen wahrgenommen. Als in der Ehre oder entehrt. Das ist aber keine türkische Spezialität, auch wenn die Ehrenmorde immer wieder spektakulär wirken und für Schlagzeilen sorgen, weil uns die Motive so fremd scheinen, die hinter diesen Morden stehen. Aber bevor es die türkische Gemeinschaft in Deutschland gab, war das Klischee von Ehre gegen Blut bei den Süditalienern angesiedelt. Mit etwas anderer Ausrichtung, aber im Prinzip ging es um dasselbe archaische Verhalten in Familien und Sippen, die auf diese Weise versuchten, das Auseinanderdriften aufzuhalten und sich gegenüber außen abzuschotten.

Man kann hier die Religion ins Spiel bringen, wenn sie für solche Verhaltensweisen herangezogen wird, aber wirklich religiös sind diese Motive in keiner Kultur. Genausowenig wie Morde aus Rache, die in anderen Milieus vorkommen. Es heißt dann nicht Blutrache oder Ehrenmord, wenn es zu tödlichen Szenarien kommt, sondern sie werden zum Beispiel als Selbstjustiz gelabelt. Es geht vielleicht nicht um den Begriff Ehrverletzung, sondern um den Begriff Demütigung. Es geht aber immer um Repression und Aggression. Um Konflikte, die nicht auf gewaltfreiem Weg ausgetragen werden.

Und dies ist kein ethnisches Problem. Sondern eines der mentalen Verfassung einzelner Menschen.

  1. Ein ganze anderes Thema spielt hier die verdeckte Hauptrolle

Dieses andere Thema heißt Aufklärung und Bildung. Quer durch alle Ethnien ist Gewalt ein Ausfluss unbewältigter Aggressionen und von kommunikativer Unfähigkeit. Von falsch verstandenem Stolz, den man nur durch Bildung und dem Erlernen von gewaltfreien Konfliktlösungen überwinden kann.

Die christliche Ehtik des Vergebens ist dabei, wenn man sie ernst nimmt, gar kein schlechtes Prinzip, mit dem man Deeskalation bewirken kann. Man kann es auch reformpädagogisch, man kann es von allen politischen Standpunkten aus angehen, aber es geht um nichts anderes als um Respekt. Nicht um den „Respekt“, der in der Rhetorik gerade der bildungsfernen Schichten so gerne zitiert wird, der eine repressive Grundtendenz aufweist und in Wirklichkeit an der Erhaltung von Machtstrukturen orientiert ist, sondern um Respekt vor dem anders sein und in Freiheit anders handeln des Individuums. Um die Wahrung von Grenzen natürlich auch, denn wenn eines wahr ist, dann, dass die eigene Freiheit immer dort endet, wo die Freiheit der anderen beginnt. Das ist gar nicht anders möglich, wenn ein  Zusammenleben funktionieren soll. Eines, das Respekt wahrt.

Ja, es gibt, sie, die Parallelgesellschaften. Wer wollte das als Berliner ernsthaft bestreiten, der einigermaßen die Augen aufmacht? Aber sie werden instrumentalisiert, das ist weitaus problematischer als ihre Existenz. Es gibt Bilder aus den alten Vierteln von New York, damals hatte jede Nationalität ihr eigenes Städtl. Es gibt Bilder, auf denen Ladenschilder vorwiegend auf Hebräisch verfasst waren. Oder auf deutsch. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, sofort Anglifizierungsdruck auszuüben. Die USA in jenen Zeiten waren tatsächlich ein wildes, aber auch sehr freies Land. Der starke Assimilierungsdruck  zum Beispiel für die deutschen Einwanderer entstand erst durch die beiden Weltkriege. Natürlich wurden Namen anglifiziert, damit man sie nach der Landessprache besser aussprechen konnte. In Deutschland gibt es keinen Zwang, türkische Namen aussprechbar für Deutsche zu  machen. Aber es wird von Integration gesprochen, die Assimilierung meint.

Assmilierung ist aber immer etwas Freiwilliges. Es geht zwar nicht an, dass ein türkischer Ministerpräsident, der für manche undemokratische Ansicht bekannt ist, sich einen Fall wie den des Brandes von Ludwigshafen zunutze macht, um islamistischen Fundamentalisten den Rücken zu stärken, aber Assimilierung ist kein Rezept in einer interkulturellen Gesellschaft, die Freiheitsrechte ernst nimmt. Allerdings muss die freiheitliche Gesellschaft, die immer noch von einer überwiegenden Mehrheit getragen wird, von denen, die sich diesen Werten nicht verpflichtet fühlen, ernst genommen, mithin respektiert werden. Dazu gehört natürlich auch, dass Sanktionierung Sache des Staates ist und dass dafür die Regeln gelten, die der Verfassung dieses Staates entsprechen. Sie gibt die Freiheit, sich nicht assmilieren zu müssen, aber sie verlangt die Anerkennung von Grundwerten. Die Grenzen der Freiheit derer, die ihre kulturelle Identität bewahren wollen, liegen dort, wo Menschenrechte im Spiel sind, und die Menschenrechte müssen über kulturell bedingten Verhaltensweisen stehen.

Und damit beginnt ein begriffliches Problem zu wirken. Um Menschenrechte zu verstehen, muss Bildung organisiert werden. Bildung aber ist selbstredend integrativ und auch ein Stück weit assimilierend. Je besser ein junger Immigrant Deutsch kann und je mehr er von Freiheit und Gleichheit versteht, desto leichter wird es ihm fallen, die Menschenrechte zu achten und desto schwieriger, sich archaischen Verhaltensweisen in seiner Familie unterzuordnen, ohne sie zu hinterfragen. Deswegen ist aus Sicht der ängstlichen Bewahrer einer gestrigen, überaus patriarchalischen Welt auch zu verstehen, warum sie ihre Kinder höchst ungern in die Schule schicken. Denn die Schule berücksichtigt im günstigsten Fall zwar kulturelle Eigenheiten, aber sie hat auch die Pflicht, übergeorndete Werte zu vermitteln. Tut sie das nicht, versagt sie dem kulturellen Miteinander, das auf gegenseitiger Toleranz beruht, die Grundlage und macht sich schuldig an Ehrenmorden, an Unterdrückung und Gewalt. Das Gleiche gilt für Politiker, die bestehende Probleme bewusst verharmlosen. Auch sie sind Mittäter an jedem Ehrenmord und jeder archaischen Form von Gewalt.

Menschen, die nie anders denken gelernt haben, entschuldigt man eher als diejenigen, die es besser wissen, aber aus politisch-taktischen Gründen so tun, als gäbe es hinsichtlich humanistischer Aufklärung keinen Handlungsbedarf. Es geht nicht darum, in welcher Sprache Ladenschilder geschrieben sind. Wir sind sicher, wir werden zeitlebens genug Läden finden, in denen wir uns verständlich machen können. Es geht um gemeinsame Grundauffassungen zu Gewalt und Toleranz – und um Intoleranz gegenüber Gewalt. Diese Werte zu vermitteln ist ein Bildungsauftrag gegen Parallelgesellschaften, die sich letztlich selbst schaden und zerstören: Weil sie sich abschotten von einer modernen Welt, die nach individueller Freiheit strebt und nach Austausch. Die letztlich von selbst ihre neue kulturelle Identität finden wird.

  1. Türken und die Deutschen im Film und anderswo

Es gibt Türken, es gibt deutsche Türken, es gibt türkischstämmige Deutsche, es gibt halbe Türken wie Kopper in diesem Film (eine leicht am Ziel vorbei gegangene Art der Solidarisierung), es wir im Lauf der Zeit Menschen geben, die unterschiedlichste Ethnien zu ihren Wurzeln zählen. Das ist nicht aufzuhalten. Deswegen sehen wir auch der Gefahr einer Islamisierung insgesamt gelassen entgegen. Nichts ist stärker als die Freiheit und ihre Verlockungen. Das hat sich erwiesen, als Millionen Menschen unterschiedlichster Ethnien sich in den USA zu einer neuen Nation vereint haben, das wird in Deutschland zu einer sich stets verändernden und erneuernden Gesellschaft mit immer neuen Varianten von ethnischen Verbindungen führen.

Wichtig ist, dass möglichst viele Menschen in diese chancenreiche Gesellschaft mitgenommen werden. Deswegen der oben angesprochene Bildungsauftrag, der ihnen diese Teilhabe ermöglichen soll.

Die im Tatort 694 geschilderte türkische Familie ist konstruiert. In der Realität wird irgendetwas wird immer anders sein. Sie ist bewusst gegen Klischees kontruiert. Sie ist kein Extremfall, sie ist aber auch keine aufgeklärte Familie. Sie liegt auf einer Skala von Möglichkeiten, jedes einzelne ihrer Mitglieder betreffend.

Die deutsche Familie des Peter Bogner ist ganz eindeutig im oberen Mittelstand angesiedelt. In diese Familie wird die junge Türkin Derya also aufgenommen werden. Und darin liegt offenbar auch die Botschaft, wenngleich sie aus Besorgnis vor Entrüstung der üblichen Verbände sehr versteckt angebracht wurde: Diese junge Frau wird künftig alle Möglichkeiten haben, ein aufgeklärtes, modernes Leben zu führen. Und es ist nicht so, dass sie nun keine Familie mehr hat. Sie wird sich auf ihre Freundin, Peters Schwester Franziska (Marleen Lohse), stützen können, wenn es Probleme geben sollte beim Übertritt in eine neue Zeit, und auf Peters Eltern.

  1. Eine Hypothek der Lösung

Es gibt allerdings ein Problem, das in Peter Bogner selbst angelegt ist. Offenbar hat er mit Deryas Bruder Oender (Ferhat Kaleli) illgeale Geschäfte nach dem BtMG gemacht. Am Ende wird das überhaupt nicht mehr thematisiert. Ist das vergessen worden, oder hat Lena Odenthal sich gesagt, wir lassen ihn laufen, damit Derya eine neue Heimat mit ihm als Mann haben kann? Dann wäre es wieder eine dieser typischen Klitterungen, wo aus sozialen Gründen die Botschaft, die man gerade so schön, so subtil aufgebaut hat, auch gleich wieder verwässert wird.

Gleich, warum das Ende verkürzt wurde, es gibt dafür einen Abzug in der Bewertung des Films, weil dieser ganze Handlungsteil hätte weggelassen werden können. Man hätte falsche Fährten konstruieren können, die nicht solch ein schiefes Licht auf die Figur wirft, die nun fürsorglich darüber wachen muss, dass eine Frau ein neues Leben beginnen kann. Man könnte die Botschaft nun sogar drehen, wäre nicht auch der Bruder von Derya ebenfalls in die Sache verwickelt gewesen. Da ist der Film im Bemühen, bloß nicht zu einseitig zu wirken, indifferent geworden und damit auch bis zu einem gewissen Grad beliebig. Das macht ihn nicht wertlos, wertet ihn aber ab.

  1. Kurz: Die Ermittler

Weil es zu einem Tatort gehört, aber kurz, weil wir uns in der Hauptsache dem Hintergrund widmen wollten: Odenthal und Kopper sind gut. Kopper erstaunlich dezidiert, im Vergleich zu anderen Fällen. Keine Mätzchen, keine ausführliche Darstellung des Privatlebens der Ermittler, auch nicht des Miteinanders. Kein Running Gag mit Kopper, wie in vielen anderen Folgen. Man hat das alles bewusst rausgenommen, um den Fokus auf die türkische Familie Sahin zu legen. Da folgen wir absolut und finden es viel besser, als wenn es Nebengeräusche gibt, die nicht zum Hauptthema passen, wie wir das z. B. in den Frankfurter Krimis oft geradezu zwangshandlungsmäßig geboten bekommen.

Finale

Wir sehen den Film als Plädoyer für eine moderne, offene Welt, in der Kulturen und Traditionen sich nicht gegeneinander abschotten, sondern angstfrei interagieren dürfen. Natürlich haben viele Menschen mit Migrationshintergrund, zumal, wenn sie eine andere Religion haben, Angst genau davor. Die Politiker mit ihren wohlfeilen Parolen in der einen oder anderen Richtung, so unser Gefühl, werden ihnen diese Angst nicht nehmen und damit die Spannungen nicht abbauen können, die sich aus den unterschiedlichen Prägungen ergeben. Es ist kein Großkonzept erkennbar. Damit Fundamentalisten und Gewaltprediger keinen Erfolg haben, sind sowohl die Migranten als auch die, die schon lange in Deutschland leben, darauf angewiesen, dass es im Kleinen funktioniert. In den Schulen, in der Stadtteilarbeit, in vielen Projekten.

Aber der Hintergrund der Arbeit sollte sein, dass Frauen wählen dürfen, wie sie leben, und dass Frauen und Männer so viel Bildung erhalten, dass sie verstehen, wie wichtig es ist,  wählen zu können. Wer sich dann bewusst für ein traditionelles Leben entscheidet, obwohl er die Wahl hat, ist ein weitaus zuverlässigerer Verfechter seines Glaubens und seiner in den verfassungsmäßigen Grenzen und der Freiheit der anderen anzuerkennenden Werte als jemand, der gefangen ist in einer archaischen Welt, weil er keine andere kennt und nur das glaubt, was Leute mit weit überlegenem Wissen manipulativ von der Kanzel herab verkünden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Kanzel in einer Kirche, in einer Moschee oder in einem  politischen Versammlungsraum steht.

Natürlich setzen wir schlussendlich und auf eine gute Zukunft für alle hoffend darauf, dass Menschen, die aufgeklärt sind, aber trotzdem religiös und kulturell verwurzelt bleiben möchten,  respektieren, dass andere Menschen andere Lebensentwürfe haben und dass es keinen Grund gibt, diesen Menschen Hass und Gewalt entgegenzubringen. Und dass niemand sein überlegenes Wissen ausnutzen kann oder in die Versuchung gerät, dies zu tun. Aufklärungsarbeit und Bildung sind in allen Kulturen eine bleibende Aufgabe, auch bei den alteingesessenen Einwohnern des Landes, die nicht selten zu einfachen und wenig durchdrungenen Ansichten tendieren und damit dazu beitragen, dass das kulturelle Klima nicht so vorankommt, wie es notwendig wäre, um gemeinsam die Zukunftsaufgaben zu lösen. Wir haben ein wichtiges Thema zu bewerten, das in einem unauffälligen Fall mit einer auffälligen Schwäche behandelt wird.

7,5/10

© 2020, 2011 Der Wahberliner, Thomas Hocke

Hauptkommissarin Lena Odenthal – Ulrike Folkerts
Hauptkommissar Mario Kopper – Andreas Hoppe
Peter Bogner – David Rott
Baris – Ludwig Trepte
Vater Sahina – Orhan Güner
Mutter Sahina – Lilay Huser
Herr Yilmaz – Tim Seyfi
Franziska Bogner – Marleen Lohse
Frau Keller – Annalena Schmidt
Peter Becker – Peter Espeloer
Ebru – Anna Tarkhanova
Oender – Ferhat Kaleli
Derya Celik – Sesede Terziyan
u.a.

Drehbuch – Annette Bassfeld-Schepers, Martin Eigler
Regie – Martin Eigler
Kamera – Christoph Schmitz
Musik – Oliver Kranz

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