Ausweglos – Tatort 701 #Crimetime 763 #Tatort #Leipzig #Saalfeld #Keppler #MDR #Ausweg

Crimetime 763 - Titelfoto © MDR, Steffen Junghans

Vorwort 2020: Ein Original!

Heute stellen wir wieder einmal eine Rezension so vor, wie sie ursprünglich für die „TatortAnthologie“ des „ersten“ Wahlberliners entstanden ist – in diesem Fall am 9. Juli 2011, ca. 3 Monate nach dem Start und als 59. Beitrag. Optik und Inhalt haben wir also nicht geändert, bis auf die Copyrights oben und am Ende und die Urhebernennung bezüglich des Titelbildes. Wir haben weder auf die heutige, flachere Gliederung mit anderer Abfolge umgestellt, noch auf den etwas knapperen Stil, der sich mittlerweile herausgebildet hat.

Heute hat es eigentlich keine  Zeitgründe und wir wollen auch nichts Besonderes zeigen, aber nach mehreren Hitzewochen wollen wir nicht zu lange im Schreibzimmer verweilen, das sich mittllerweile auf über 30 Grad aufgeheizt hat. Ist das ein zulässiges Hauptargument für ein „Original“? Aber ja. In ein paar Stunden ist es vielleicht wieder angenehmer, dann fällt uns möglicherweise sogar politisch etwas ein.

I. Kurzkritik

Nach dem Schlüsseltatort von Inga Lürsen (Rezension) und Klara Blum (Rezension) nun also Eva Saalfeld und Andreas Keppler mit der Folge, die den persönlichen Hintergrund der Ermittler, hier insbesondere als Ex-Ehepaar erläutert. Bei Saalfeld wird allerdings besonders viel an der Vergangenheit gearbeitet, den Vater und die DDR hatte der Tatort 804 „Nasse Sachen“ (Rezension) ausführlich thematisiert.

Natürlich ist es erschütternd und erst einmal glaubwürdig, dass die beiden nicht wegen Untreue oder Zerrüttung der Ehe auseinandergekommen sind, sondern wegen eines tragischen Ereignisses; dass sie noch Sympathie füreinander haben, sieht man während „Ausweglos“ deutlich.

Das Thema illegale Leihmutterschaft wird auf eine Weise didaktisch behandelt und führt außerdem zu großer Betroffenheit, die wir in anderen Leipzig-Tatorten mit dem neuen Team so nicht gesehen haben, die gewisse Distanz fanden wir gut, sie wurde aber in den letzten beiden Tatorten des Teams, die wir besprochen haben, aufgehoben.

Handlungstechnisch ist „Ausweglos“ konventionell und nicht besonders ausdrucksstark gefilmt, auch wenn man gerade beim vorliegenden Thema aufpassen muss, dass man nicht überdramatisiert, kann man’s auch in die andere Richtung übertreiben. Lediglich Inka Friedrich als Frau, die sich eine andere ausleiht, weil sie keine Kinder bekommen kann, überzeugte uns zum Ende hin.

II. Handlung, Besetzung, Stab

In der Leipziger Innenstadt wird am frühen Morgen eine junge Frau erschlagen aufgefunden: Susanne Körting. Ihr Mann Manuel erzählt den Hauptkommissaren Eva Saalfeld und Andreas Keppler, er habe sich vor Kurzem von Susanne getrennt.

Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass Susanne Körting wenige Tage vor ihrer Ermordung ein Kind zur Welt gebracht hat. Von einer Schwangerschaft hatte ihr Mann den Kommissaren gegenüber aber nichts erwähnt. Im Verhör behauptet er, seine Frau hätte ihm telefonisch aus dem Krankenhaus eine Totgeburt mitgeteilt.

Am Tatort gefundene Spuren könnten die eines Kinderwagens sein. Hauptkommissarin Eva Saalfeld ordnet sofort eine Hausdurchsuchung bei Manuel Körting an. Als sie das Neugeborene dort nicht finden, wenden sich die Ermittler an den letzten Arbeitgeber von Susanne, Peter Marquardt, der eine Gebäudereinigungsfirma leitet. Von ihm erfahren sie, dass es Susanne Körting mit der ehelichen Treue nicht so genau genommen hat.

Mit ihrem früheren Chef Jörg Grabosch soll sie sich auf einer Betriebsfeier vergnügt haben. Doch auch Peter Marquardt, so scheint es, hatte eine engere Beziehung zur Toten: Der verheiratete Marquardt wurde mit der schwangeren Susanne Körting beim Kauf eines Kinderwagens gesehen. Auch er rückt in das Visier der Ermittler. Ist einer der beiden Männer der Vater des verschwundenen Babys und wollte sich seiner Verantwortung entziehen? Wo ist das Baby jetzt – und lebt es noch?

Es geschieht ein weiterer Mord. Die Tote, Karin Meckel, erweist sich als Angestellte von Dr. Wagner, dem Frauenarzt von Susanne Körting. Dieser will seine Patientin Susanne Körting allerdings seit über einem Jahr nicht mehr gesehen, geschweige denn behandelt haben. Von dem Baby, nach dem landesweit gefahndet wird, fehlt immer noch jede Spur. Die Befürchtung, es könne getötet worden sein, lässt Eva Saalfeld und Andreas Keppler nicht ruhen.

Besetzung:Eva Saalfeld – Simone Thomalla
Andreas Keppler – Martin Wuttke
Julia Marquardt – Inka Friedrich
Peter Marquardt – Oliver Stokowski
Jörg Grabosch – Matthias Matschke
Manuel Körting – Hinnerk Schönemann
Dr. Georg Wagner – Andreas Borcherding
Inge Saalfeld, Evas Mutter – Swetlana Schönfeld
Wolfgang Menzel, Kriminaltechniker – Maxim Mehmet
Johannes Striesow, Rechtsmediziner – André Röhner

Stab:

Autor – Andreas Pflüger
Regie – Hajo Gies
Produzent – Jan Kruse
Produktionsleitung – Ulrike Zirzow
Herstellungsleitung – Michael Schmidt
Kamera – Thomas Etzold
Musik – Günter Illi

(Handlung: DAS ERSTE, Besetzung, Stab: TATORT-FUNDUS)

III. Rezension

  1. Auf den zweiten Blick ist vieles denkbar, aber nicht zwingend

Warum zum Beispiel hat die ermordete Susanne Körting wirklich den Arbeitsplatz gewechselt? Um näher an dem Mann zu sein, für den sie Leihmutter spielte? Oder, damit man noch einen Verdächtigen hatte? Der ehemalige Arbeitgeber Grabosch (Matthias Matschke) wirkt hineinkonstruiert, um den Plot fülliger wirken zu lassen.

Das ist ja häufig bei den falschen Fährten so, aber der Mann kommt nicht zum Zuge und außerdem merkt man immer wieder, was doch der Kommissar Keppler für ein subjektiver Typ ist. Er hält es rein gefühlsmäßig nicht für möglich, dass Susanne Körting mit dem sehr wohlhabenden und nicht schlecht aussehenden Grabosch etwas hatte, wohl aber mit Marquardt (Hinnerk Schönemann) verbunden ist. Manchmal sind Dialoge genauso unglaubwürdig wie die Bauchgefühle, die durch sie beschrieben werden.

Schade für Keppler, der überhaupt ein emotionaler Typ ist und auch mal daneben liegen könnte, was hier nicht der Fall ist. Auch den arroganten Frauenarzt hält er sofort nicht für einen möglichen Täter. So gesehen, bleiben eh nur die Marquardts, und das ahnt man ziemlich früh. Das Verhalten von Julia Marquardt (Inka Friedrich), dieses Anschmieren, Marquardt behauptet, der frühere Chef Grabosch hätte etwas mit Susanne Körting gehabt und Keppler rekurriert darauf auch noch sehr stark, so dass man gleich denkt, da stimmt etwas nicht.

Das Drehbuch und die Regie machen es schwer, dicht an das Thema heranzukommen. Dazu gehört auch, dass der Hintergrund des verlorenen Kindes von Saafeld (Simone Thomalla) / Keppler (Martin Wuttke) recht linear gezeichnet wird. Was war genau? Ja, klar, irgendetwas, das man sich für kommende Folgen aufheben will. Es hätte aber hierher gehört, den Hintergrund und vor allem, warum die beiden sich infolge des Verlustes getrennt haben, darzustellen.

Man erfährt, dass Keppler danach etwas dem Alkohol zugesprochen hat, vielleicht hatte dies sogar dienstliche Folgen. Und es passt auch gut zu seinem rauen, rauchigen Charme und der deutlichen Melancholie, die in seinem Charakter angelegt ist. Aber die Neugier des Zuschauers wird hier nicht befriedigt und das sollte in einem abgeschlossenen Krimi nicht sein, was Fakten in der Figurenhistorie angeht. Das hat man in „Nasse Sachen“ besser gelöst.

Hingegen finden wir die Motivation von Susanne Körting, die ihr Kind plötzlich behalten will, stimmig – und auch notwendig, denn ohne diese wäre der Fall ja nicht ins Rollen gekommen.

  1. Anziehung, Abstoßung

Generell ist es aber richtig, dass man mehr über den Hintergrund von Saalfeld / Keppler erfährt, auch wenn wir uns vorstellen können, dass der Schauspieler Martin Wuttke Zweifel bezüglich der Konstruktion Ex-Ehepaar hatte.

Realistisch betrachtet, kann ein solches Spannungsfeld, das aus den Hauptfiguren heraus auf den  Zuschauer wirkt, nicht statisch bleiben. Irgendwann müssen sich die beiden wieder kriegen oder endgültig auseinandergehen, was natürlich auch deren Ende als Tatort-Team wäre. Für die Macher wäre das eine gute Ausgangslage, wenn sich herausstellen sollte, dass die beiden Figuren nicht gut ankommen, aber man nicht schon wieder das komplette Team austauschen will, wie man es mit Kain / Ehrlicher tat. Bei letzterem glaubwürdig, in Wirklichkeit war er längst im Pensionsalter, Kain hingegen ging von dannen mit einer wenig überzeugenden Einlassung, dass er vom Polizeidienst genug hat.

Gegenwärtig würde es wohl so aussehen, dass Wuttke immer noch die größeren Möglichkeiten hat, seine Figur weiterzuentwickeln, er ist nun einmal der größere Schauspieler und mittlerweile denken wir auch, der gewisse Abstand zu Thomalla wird bleiben – ohne dass uns das so stören würde wie andere, die sich zum Thema Tatort äußern.

Im Grunde passen diese unterschiedlichen Kapazitäten zu den Figuren. Keppler ist der tief grüblerisch veranlagte Einzelgänger, der in einer Welt Ordnung herstellt, die erkennbar nicht ganz die seine ist. Nur, wenn er sich einer allzu großen Portion Arroganz gegenübersieht, wie in „Ausweglos“ den Ärzten, geht er aus sich heraus und zeigt seine Empfindsamkeit, den Protest gegen die Verhältnissse. Und natürlich hat er Emotionen für seine berufliche und frühere Lebenspartnerin.

Man sollte sich nicht fragen, wie diese Beziehung, deren Ende in „Ausweglos“ begründet, deren Anfang aber nicht schlüssig wird, einst hat entstehen können, zwei so unterschiedlichen Typen als Paar. Man hat auch den Eindruck, die beiden sind beinahe eine Generation auseinander, das stimmt aber nicht, Wuttke kommt etwas älter rüber, als er wirklich ist, bei Simone Thomalla ist es umgekehrt. Man muss erst einmal dahintersteigen, dass sie eine 21jährige Tochter hat, die ebenfalls bereits schauspielert (Sophia Thomalla).

Aber auf einer tieferen und vielleicht auf einer höheren Ebene, wer weiß, Gegensätze ziehen sich eben an, auch wenn diese Anziehung meist nicht für die Ewigkeit bestimmt ist. Deswegen stoßen sie sich ja auch wieder ab.

Wir gehen davon aus, dass die Macher des Leipzig-Tatortes das Ermittlerteam nicht in der Form weiterentwickeln werden, dass die beiden etwa wieder heiraten – oder dass einer geht, ohne dass es auf Druck der Zuschauer geschieht. Psychologisch ist es nicht sehr glaubwürdig, aber im Sinn einer auf Jahre angelegten Serie beinahe unabdingbar, dass diese interne Spannung erhalten bleibt, die in „Ausweglos“ besonders gut spürbar wird.

  1. Fremd und bei sich selbst

Fremd wirkt die Ostwelt, seit sie nicht mehr durch eine typischen Ostfigur wie dem Kommissar Ehrlicher (Peter Sodann) geklammert wird. Er hat die Zeit nach der Wende kommentiert, jetzt sind die Kommissare der Kommentar und die Menschen, die sonst in den Filmen auftreten, sind hinter deren Entwicklung zurück, besonders hinter Saalfeld, die bei sich selbst ist. Trotz der Brüche, die in ihrer Kindheit und durch das verlorene Kind entstanden sein müssen, wirkt sie geschlossen und kann alles abschütteln.

Man mag die mangelnde Tiefe vermissen, die ihrem Kollegen eignet, aber man muss zugeben, für eine Ermittlerin hat es Vorteile, wenn man nicht immer mitgeht, als wär’s das eigene Leben. Bei anderen Kommissarinnen und deren Haltung wundern wir uns längst, dass sie nicht im Dauer-Burnout leben.

Fremd wirkt die Welt, die wir auch hier wieder sehen, aber auch, weil die Szenen überall in Deutschland spielen könnten, weder ist eine besondere, regionale Mentalität spürbar, noch gibt es wenigstens Dialekt (außer bei dem alten Pensionsbesitzer, der immer einschläft, wenn er mit Keppler Schach spielt).

Leipzig und seine Menschen wirken ein wenig wie aus der Retorte, auch in „Ausweglos“ gibt es wieder vermehrt diese gesichtlosen Mittelstandshäuser zu sehen, die sich nach der Wende in rasender Geschwindigkeit von Baugebiet  zu Baugebiet ins vormals beackerte Land heingeschoben haben. Hier muss sich etwas tun, das würde auch den Figuren Keppler und Saalfeld helfen, weil sie durch Einbettung  in ein erkennbares Milieu oder durch Heraushebung aus einem solchen weiter an Profil gewinnen können.

  1. Nicht ausweglos, aber verbesserungsfähig

Was an „Ausweglos“ auffällt ist, dass dem Thema die Figuren teilweise zum Opfer fallen. Keppler und Saalfeld beanspruchen viel Raum, weitere Sendezeit muss der Darstellung der Lage im Familienrecht geopfert werden – wo gab es das vorher schon, dass die Ermittler sich den dicken, grauen Juristen-Palandt, der das BGB kommentiert, greifen (nicht etwa die dünne Beck-Ausgabe, in der nur das Gesetz selbst steht) und einen Paragraphen zitieren? Das ist die absolut vorlesungsorientierte, nicht gerade filmische Methode, dem Zuschauer die Sachlage nahezubringen. Auch wenn er im BGB anders lautet, als wir ihn aus dem Film in Erinnerung haben,  hier ist der wesentliche § 1592:

§ 1592. Vaterschaft

Vater eines Kindes ist der Mann,

1. der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist,
2. der die Vaterschaft anerkannt hat oder
3. dessen Vaterschaft nach § 1600d oder § 182 Abs. 1 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit gerichtlich festgestellt ist.

Im Wesentlichen geht es im Film um § 1592 Abs. 1: Da ist nämlich dann Herr Körting, der das Kind quasie verkauft hat und von den Marquardts nun weiter Geld zu erpressen versucht, weil er weiß, dass sie seine Frau auf dem Gewissen haben, der gesetzmäßige Vater des Kindes, um das geschachert wird, und das seine Frau als Leihmutter zur Welt gebracht hat. Ihm, und nicht den Marquardts, fällt das Kind also  zu – am Ende wird das alles wegen des Tötungsdelikts aber sowieso hinfällig, und das Baby wird erst einmal vom Jugendamt „verwahrt“ bis sich eine gute Pflegefamilie findet.

Verbesserungsfähig ist nicht nur die filmische Implementierung von Normen. Wir haben oben schon einige Punkte genannt, aber einen nicht, und der hängt mit dem Kind selbst zusammen. Ab dem Moment, in dem die Familie Marquardt ins Visier der Ermittler gerät, hätten diese angesichts der Sachlage, besonders der beiden Kinderwagen, untersuchen müssen, ob Julia Marquardt wirklich die Mutter ist, ob es sich also um zwei Kinder handelt, von denen eines verschwunden scheint, oder eben nur um eines. Das hätte allerdings die Ermittlungen um einiges verkürzt.

  1. Leihmutterschaft

„In Deutschland verbietet das im Januar 1991 in Kraft getretene Embryonenschutzgesetz (ESchG) jegliche ärztliche Leistung bei Leihmutterschaften, nicht bestraft wird das Vorgehen der Leihmutter oder die den Auftrag erteilenden Personen.[1] Diese ärztlichen Handlungen sind Straftaten und werden mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet, § 1 Abs. 1 ESchG. Die Vermittlung von Leihmüttern ist in Deutschland nach dem Adoptionsvermittlungsgesetz gesetzlich verboten. Nicht hingegen bestraft werden die Leihmutter oder die Bestelleltern bei der Adoptionsvermittlung.

Das ist eine der strengsten Regelungen weltweit, aber konsequent ist sie nicht. Denn da sowohl Leihmütter als auch die Auftraggeber (-innen) straffrei bleiben, wird faktisch das Recht kinderloser Menschen anerkannt, dem auf diese Weise Abhilfe zu schaffen. Nur dürfen Ärzte dabei nicht mitmachen, das ist im Film richtig dargestellt. In der Regel wenden sich betroffene Paare also an Institutionen im Ausland, da die technischen Hilfsleistungen von Medizinern unabdingbar sind, von der Samenbank bis zur evtl. Einpflanzung von Embryonen, bei Frauen, die zwar gebär- aber nicht zeugungsfähig sind.

Der Film bezieht Position, auch wenn die Mediziner seltsam unsympathisch dargestellt werden, die illegal handeln. Vielleicht geschah das, um mögliche Proteste von einschlägiger Seite in Grenzen zu halten und nicht zu deutlich werden zu lassen, dass dieser Tatort auch bezeugen soll, zu welchen Verwerfungen die gegenwärtige Gesetzeslage in Deutschland führt.

IV. Fazit

„Ausweglos“ ist ein wichtiger Tatort, wenn  man Saalfeld / Keppler verstehen will, er behandelt auch ein wichtiges Thema so, dass man es versteht. Blass bleiben hingegen die Figuren außerhalb des Ermittlerteams und die Handlung ist nicht nur konventionell, sondern ermittlungstechnisch auch nicht besonders präzise konstruiert. Wenn es nicht möglich wäre, das alles besser zu verknüpfen, zu vertiefen und auch darstellerisch zu einer runden Sache zu  machen; wenn wir nicht schon gesehen hätten, wie man das in einem Tatort schafft, würden wir nun schreiben, alles etwas zu viel für 90 Minuten – und man kann nicht alles haben. Aber einige Längen, die der Film durchaus hat, hätte man sich sparen können zugunsten einer straffen, komplett durchdachten Konstruktion. So aber ist „Ausweglos“ der schwächste der Schlüsseltatorte, die wir bisher zu rezensieren hatten und wir hängen fest bei 6,5/10.

© 2020, 2011 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

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