Schweinegeld – Tatort 746 #Crimetime 781 #Tatort #Berlin #Ritter #Stark #RBB #Schweine #Geld

Crimetime 781 - Titelfoto © RBB, Christine Pausch

Eine Schweinewirtschaft, dem System entsprechend

Berlin, wie es sich offenbar selbst gerne sieht. Dynamisch, verwirrend, ausdrucksstark in seinen Bildern und voller tückischer, höchst gefährlicher und außerdem betrügerischer Geschäftsbeziehungen.

Das Thema ist interessant, wenn auch bezüglich der Gammelfleischgeschichte sehr eng zeitgebunden, man gibt sich überdies alle Mühe, so viel wie möglich in 90 Minuten  hineinzupacken. Auch das typisch für die Berliner Tatorte neueren Datums, die Tendenz zur Überfrachtung.

Warum Till Ritter ins Krankenhaus abwandern musste, darüber kann man nur spekulieren, wir werden das in der Rezension auch tun. Dadurch ist mindestens ein  halber Ermittlerplatz für Weber mit dem Kleber freigeworden. Ein Klebeband gibt’s dieses Mal auch, aber wird von Entführern verwendet.

Stark kommt stark, man vergisst beinahe, wie klein er ist und dass er in der Realität immer eine Hundertschaft dabei haben muss, um osteuropäische Mafiosi zu beeindrucken. Man hat das hier aber so gelöst, dass es erst am Ende eine direkte Konfrontation gibt – mit Hundertschaft oder Zehnschaft, das sieht man nicht so genau.

Ein Tatort mit vielen Elementen, die uns unterschiedlich gut gefallen haben, sodass am Ende keine Wiener, sondern eine Berliner Melange herauskommt und die schmeckt etwas undefiniert und damit nur durchschnittlich.

Handlung

m Kühlhaus seiner Fabrik wird der Berliner Fleischkönig Hans Merklinger tot aufgefunden. Der Tote war bereits seit mehreren Tagen verschwunden, wurde aber nur von seiner Geliebten Kathi als vermisst gemeldet.

Als Ritter und Stark in die Fleischfabrik kommen, sind keine Arbeiter aufzufinden. Der Sohn des Chefs, Maximilian, behandelt die Kommissare mit kühler Überheblichkeit, steht er doch gerade in Vertragsverhandlungen mit den ukrainischen Brüdern Litvin. Sie wollen in die Firma Merklinger und stören sich nicht daran, dass das Unternehmen vor Jahren in einen Gammelfleisch-Skandal verwickelt war.

Christa Merklinger nimmt die Nachricht vom Tod ihres Mannes gelassen auf, während Kathi, die schon die Hochzeit mit Merklinger plante, zusammenbricht.

Ritter und Stark erfahren von Merklingers langjähriger Sekretärin Frau Balthasar, dass Merklinger bulgarische Hilfskräfte mit einem Trick und der Hilfe des Subunternehmers Joachim Kahle zu legalen EU-Arbeitern machte. Zu diesen Bulgaren gehört auch Kahles junge Freundin Liljana. Als sie mit ihrem Bruder Victor fliehen will, nehmen Ritter und Stark die Verfolgung auf. Doch dabei wird Ritter zusammengeschlagen und muss mit einer schweren Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Stark führt nun notgedrungen mit Weber die Ermittlungen fort. Was hat Liljana mit dem Tod Merklingers zu tun? Warum hat Maximilian der Polizei verschwiegen, dass sein Vater seit Tagen verschwunden war? Stark muss ein Geflecht von Subventionsbetrug, dunklen Geschäften in der Fleischbranche und einer privaten Tragödie entwirren. Ritter darf seinen Kopf eigentlich nicht anstrengen, aber auch im Krankenhaus lässt ihm der Fall keine Ruhe.

Rezension

  1. Flap, Flap, Flap – Die Bildsprache

Dass man versucht, in Berlin eine art optische Erkennung für Tatorte zu entwickeln, ist unübersehbar. Blasse Farben, mal grünlich, mal mehr ins Grauweiß oder Weißgrau drehend, wie in „Schweinegeld“, aber dieses Mal auch mit der Heraushebung von Rot, weil’s zum Schlachthaus gut passt, wo gammeliges und anderes Fleisch herumhängt und zersägt wird.

Die Großstadt ist kalt, manchmal auch konservativ-düster-dunkelbraun, wie in Hause Merklinger. Eine Szene ist etwas wärmer getont, das ist die zwischen Joachim Kahle (Ole Puppe) und Liljana (Ana Stefanovic), dem Liebespaar im Film, als er Tod der Tochter von Liljana entschlüsselt wird. Alles sehr schön differenziert, mit den Farben.

Und dann gibt’s noch richtige CSI-Effekte, wie anfangs den Keller, vorne die Silhouette des Entführten, dahinter fällt ein Licht von draußen, in dem sich ein Ventilator dreht, flap, flap. Amerikanisch-japanische Thriller lassen grüßen. Die dicke Luft wird durch das Drehen des Ventilators zerschnitten, Unruhe kennzeichnet die Szene und Dramatik. Wo in einem alten, aber offenbar trockenen Keller soviel Dampf für so viel dicke Luft herkommt, ist unwichtig. Als der Keller später nochmal betreten wird, sind diese Effekte folgerichtig nicht mehr vorhanden.

Die Schnittfolge, vor allem zu Beginn, darf man nicht vergessen. Jede neue Szene ein neuer Verdächtiger, damit der Zuschauer denkt, jetzt kommt aber Action rein. Dabei ist das nur eine optische Vortäuschung von Rasanz. Verkauft sich das gut? Natürlich gilt für einen Film auch, was für ein Buch gelten kann – gerade im Krimigenre. Ohne megacoole Eröffnung ist alles verloren.

Wir sind uns aber nicht sicher, ob das bei Tatorten stimmt. Jene, welche ruhiger anfangen, sind nicht unbedingt diejenigen, die weniger gemocht werden. Denn Tatorte sind für Fans gedreht, nicht für Zufallsgucker, die gerade mal beim Zappen hängenbleiben. Wäre ein ziemlicher Zufall, wenn sie das gerade in den ersten beiden Minuten tun würden.

Nein, die Bildsprache hat etwas Aufgesetztes, zumindest stellenweise. Im Verlauf nimmt dieser Effekt  ab und man ist froh darüber.

  1. Gutes, Schlechtes und Seltsames im Drehbuch

Das Drehbuch  hält den Film allerdings zusammen und fügt auch das zusammen, was durch den exaltierten Schnitt anfangs fetzenhaft erscheint. Manches überprüfen wir hier nicht, wie die EU-Subventionsregelungen. Anderes ist okay, wie zum Beispiel die Arbeit unterhalb des Mindestlohnes. Was wir uns aber fragen ist, ob 2009, als der Film herauskam, Osteuropäer unter polnischer Flagge wirklich schon auf diese Weise in Deutschland arbeiten durften, wie es hier gezeigt wird. Vielleicht schon, gesteuert gemäß Entsendegesetz, nicht komplett freizügig auf eigene Faust, wie seit Mai 2011.

Nehmen wir an, alle Fakten stimmen, dann ist das Drehbuch also gelungen. Die vielen Stränge machen es schwierig, aber wir haben keine Logikfehler entdeckt und eine komplett unstimmigen Motive der Figuren. Die eine oder andere Figur versickert, wie die Geliebte des älteren Herrn Merklinger, andere Figuren werden nicht ausdifferenziert – wie auch, bei so viel Inhalt. Das ist der Hauptvorwurf, dass man mal wieder gemeint hat, weil Berlin eine große Stadt ist, muss man viel reinstecken. Mittlerweile eine Krankheit und auch wieder typisch – die neuen Berliner Tatorte verraten mehr über die Stadt, als sie eigentlich wollen: Nämlich, dass man immer etwas mehr will, als geht. Und lieber zu viel Effekt und Hektik und dafür alles nur halb, als solide vom Anfang zum Ende hin zu arbeiten.

Das hat nichts mit Konservativismus zu tun, was uns hier nicht gefällt, sondern mit Qualität. Denn innovativ sind diese Ansätze, alles nur anzureißen, nun wirklich nicht. Offenbar muss man raus aus der Stadt, rein ins brandenburgische Umland, um mal wieder einen konzentrierten Film  hinzubkommen wie z. B. „Dornröschens Rache„.

Dazu diese seltsame Krankenhausangelegenheit mit Till Ritter (Dominic Raacke). Die Frage, die sich sofort stellt, ist, ob man den Dreh von „Schweinegeld“ zeitlich so schlecht geplant hat, dass Raacke gerade anderweitig beschäftigt war. Oder wollte man testen, wie stark Stark (Boris Aljinovic) alleine ist? Oder gar Weber (Hans-Georg Schwill) mehr Raum geben, als Anerkennung für seine Verdienste als einzigem Schauspieler, der auch mal berlinern darf und schon in der DDR in Polizeirufen mitgewirkt hat? Die einzige Entschuldigung für diese vollkommen unmotivierte Krankenhaus-Angelegenheit wäre, dass Raacke tatsächlich krank war und man nicht den ganzen Zeitplan umschmeißen konnte.

  1. Drehbuch zieht Figuren nach

Was man ins Drehbuch hineintut, kommt bei den Figuren wieder raus. Nicht nur als Plotkonstruktion. Und weil das Drehbuch so viele Figuren und Szenen und Handlungslemente zu bewältigen hat, kommen die einzelnen Charaktere zu kurz. Keiner ist richtig ausentwickelt, dabei ist so viel Potenzial in vielen von ihnen. Undankbare Rollen für bewährte Schauspieler. Johanna Gastdorf als Chefsekretärin Frau Balthasar sticht in einigen Szenen  hervor und schafft es wirklich, ihrer reduzierten Rolle etwas wie Gewicht zu verleihen. Wir verstehen, warum sie so häufig in Tatorten besetzt wird. Sie kann sehr unterschiedlichen Figuren Präsenz geben. Aber das reicht hier nicht für den ganzen Tatort.

Gut hat uns Felix Stark gefallen. Ketzerisch muss man schreiben, Ritters geringe Präsenz hat sich entspannend ausgewirkt. Das ist natürlich subjektiv, geben wir auch gerne zu und finden diese Wirkung außerdem interessant. Der Hintergrund ist aber wohl klar. Wäre es umgekehrt gewesen, also Stark im Krankenhaus, Ritter ermittelt, hätten wir wohl ähnlich empfunden. Es ist das Team, das wir meist nicht wirklich, sondern aufgesetzt harmonisch-disharmonisch finden. Dieses Mal funktioniert es ganz gut, weil Ritters Rolle am Ende für den wenigen Humor in „Schweinegeld“ sorgt. Der Titel ist übrigens gelungen, man muss nicht um zehn bis fünfzehn Ecken denken, um ihn in Bezug zur Handlung setzen zu können.

  1. Der wilde Osten

Es gibt neben Deutschen von überwiegend schwacher charakterlicher Konstitution vor allem Bulgaren und Ukrainer, in diesem Film. Dass die ähnlich klingende Namen haben (die Bulgaren und die Ukrainer) erschwert die Sache ein wenig, aber so nach ca. der Hälfte der Handlung hat man die Unterschiede raus. Dass man am Anfang erst einmal die Fragezeichen im Kopf und vermutlich auch im Gesicht stehen hat, ist ja gewollt. Dies ist ein Whodunnit auf wuseligem Berliner Niveau, eine schöne Manipulation des Zuschauers.

Da die Bulgaren schon in der EU sind, wo, wie wir erfahren, viel Blödsinn subventioniert wird, sind sie die Guten, allerhöchstens aber Kleinkriminelle. Sie sind auch die Ausgebeuteten und die für die Emotionen zuständig, hier Ana Ivanovic (Liljana), die das auch ganz gut macht. Ihr zurückhaltendes, blickreiches und auf kleine Momente konzentriertes Spiel hat uns gefallen.

Die Ukrainer, wie auch die Russen, mit denen sie ja zwischenzeitlich sogar verwechselt werden, das sind andere Kaliber und wir waren erstaunt darüber, dass keine Marsianer hergenommen wurden, damit die politische Korrektheit nicht verletzt wird. Spätestens, wenn die Ukraine einen EU-Aufnahmeantrag stellt, was angesichts der drohenden Staatspleite des Landes nicht mehr lange dauern kann und außerdem mittlerweile ein unbedingtes Eintrittskriterium darstellt, besonders, wenn man auch gleich den Euro will, dann muss man wieder aufs echte, unverfälschte und besonders raue Russland  zurückgreifen, weil der Russe eh an allem schuld ist.

Die Russenmafia war in Berlin tatsächlich mal ein großes Thema, vielleicht hat man deshalb auch Ukrainer genommen. Einfach der Abwechslung wegen. Die Russen gibt es immer noch, sie sind aber besser integriert, der Begriff Russendisco ist mittlerweile positiv besetzt und die Geschäfte laufen viel reibungsloser als noch vor zehn Jahren, als man bei Spaziergängen in bestimmten Kiezen immer wieder über tote Mafia-Opfer in Hinterhöfen gestolpert ist, in denen man nur ungestört Petting oder Pullerpause machen wollte.

Dass Berliner Unternehmen teilweise wirklich so geführt werden, wie die Firma Merklinger, mit Raffgier und Inkompetenz als Säulen der Unternehmensphilosophie, dem wollen wir nicht grundsätzlich widersprechen. Deswegen gibt es ja auch in Berlin kaum noch Arbeitsplätze in der verarbeitenden Industrie (2010 waren’s noch 8 % der Erwerbstätigen, Tendenz weiter gegen Null fallend). Dass außerdem die Fleischindustrie nicht zu den saubersten gehört, ist ebenfalls nicht nur denkbar, sondern belegt. Eine gewisse Metzgermentalität ist von Vorteil, wenn es darum geht, Menschen auszubeuten, Tiere auzusnehmen und ein Schweinegeld mit dem Herumkutschieren von Schweinen durch halb Europa und wieder zurück zu machen. Dank der unübersichtlichen und teilweise widersinnigen EU-Regelungen geht noch mehr als früher, zumal in der übersichtlichen Berliner Inselwelt und wenn man sich dort auskennt. Zum Zeitpunkt der Republikation dieses Textes im Jahr 2020 haben wir ja gerade den Tönnies und den Gabriel und da könnte man noch einen Politthriller aus all dem machen. Kommt sicher bald.

  1. Kein Mitleid

Mit all den Figuren, die hier gezeigt werden, kann man kein Mitleid haben, zu ihnen kann man keine Nähe aufbauen – höchstens noch ein wenig zu dem Paar Liljana / Joachim Kahle (Ole Puppe). Aber auch da bleibt doch zu viel Distanz. Ebenfalls ein Berliner Markenzeichen. Dass man mit den Figuren nicht warm werden kann und daher das Tatort-Berlin so schwer in Einklang mit der wirklichen Stadt bringt, die echt in vielen Dingen etwas basic ist, aber auch voller skurriler und liebenswerter Typen.

Diese Karte wird in den neueren Berlin-Tatorten überhaupt nicht mehr ausgespielt und damit das Beste an der Stadt zugunsten eines einseitigen Bildes verschenkt. Was hier gezeigt wird, ist nicht falsch oder unmöglich, man kann das auch mal spielen, aber doch bitte nicht in jedem Tatort. Da wird geradezu am Gegenentwurf zu Wowereits Wahlspruch „Arm, aber sexy“ als Berliner Generalslogan gearbeitet. Berlin wirkt in diesen Tatorten nicht unbedingt arm, aber auch alles andere als sexy.

Finale

Ein Tatort, über den man viel nachdenkt, ist dies nicht, obwohl viele wichtige Aspekte unseres modernen Wirtschaftens angesprochen werden. Viele negative Aspekte. Gier, mangelnder Charakter, Schwäche in Führungspositionen, Ausbeutung von armen Menschen, EU-Schweinewahnsinn, Ostmafia, Entführung mit Todesfolge, Gammelfleisch und Tod durch Gammelfleisch, kranke Ermittler, Schein-Amnesie, Familiendrama, emotionale Entfremdung  – wir haben noch einiges nicht auf dieser Liste. Man merkt, woran der Tatort „Scheinegeld“ wohl kranken könnte.

An dem riesigen Bogen, den man wieder über ganz Berlin spannen wollte und der spannungsmäßig so flach geraten ist, dass er nur knapp die Altberliner Traufhöhe übersteigt, was ein ungünstiges Verhältnis von Länge und Höhe bedeutet.  

6,0/10.

© 2020, 2011 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Besetzung
Till Ritter – Dominic Raacke
Felix Stark – Boris Aljinovic
Maximilian Merklinger – Lucas Gregorowicz
Joachim Kahle – Ole Puppe
Christa Merkliner – Maren Kroymann
Frau Balthasar – Johanna Gastorf
Ronny Maurer – Aaron Hildebrand
Sergej Litvin – Lenn Kudrjawizki
Kommissar Weber – Ernst-Georg Schwill
Liljana Selkova – Ana Stefanovic
Kathi Dambrowski – Alexandra Finder
u.a.

Stab
Drehbuch – Thorsten Wettke, Christoph Silber
Regie – Bodo Fürneisen
Kamera – Nicolai Kätsch
Musik – Rainer Oleak 

One Response “Schweinegeld – Tatort 746 / TatortAnthologie 59” → thosefacesinthecrowd Oktober 2012

Kein schlechter Tatort

Nur hat der Bärliner eben eh keine Wahl, wenn es um Dinge im fetten Filmformat geht.
Was hindurchleuchtet: Diese dauernd dräuende Traufe der Bärliner Tristesse – wie laaangweilig, aber darum leider immer noch nicht weniger wahr; Die Dreckssekretärin mit dem sauberen Blick und aufgeräumter Fassade, die sich ja immer schon für den Chef hält, der sie in ihrem properen Leben ist wie in ihrer Firma und dem ihrer Tochter, und die so nüchtern und sachlich über Leichen gehen könnte,- wer kann, der kann eben – bis nach Ausschwitz und darüber hinaus, ohne den Hauch eines Zweifels.
Typisch und ja, – der Sub Sub Unternehmer, der nur als Einspringer vorhält für den Dreck
zwischen den Schuppen des fetten Fisches.
Wir würden diese Banalität des Bescheißens ja gerne mal auf James Bond schieben,
aber leider ist es doch nur der deutsche Schlachthofalltag, der hier täglich grunzt. Wahr auch das und deswegen nicht schlecht . Nur der Rest dieses Tatorts ist Feigheit vor dem eigenen Mut. Diese Geschichten nicht als das zeigen zu dürfen, was sie wirklich erzählen, sondern uns als Bärliwood glauben verkaufen zu müssen. Nichts ist anrührender als die Geschichte des kleinen Subunternehmers Arsch, der die Tochter seiner Ostproletenfreundin liebt, als wäre es seine eigene, und daraus die Konsequenzen glaubt ziehen zu müssen und zu können. Welch ein Fehler im infamen Hauptstadtland. Und nichts am Ende jämmerlicher als der verständnis- und trauervolle Bulle Arsch – ein Kollege leidet gar sehr -, der sich zum verstehbaren Schluss plötzlich doch in den tumbdeutschen Greifer verwandelt, der er vorher nicht war. Und nur, um noch ein paar coole Sprüche anzubringen: Geil die Krankenschwestern eben, haste die alle kennengelernt? Bärliwoods Pimpfentraum nach Arbeitsschluss. Als wären die anerzählten Geschichten vorher alle nichts gewesen,
nur Füllstoffe für ein echt provinzielles cooles Bärliwoodending eben eines Tatorts, der anmutet, als wäre das Drehbuch von zwei gründlich verschiedenen Autoren geschrieben. Schade eigentlich. Ganz uneigentlich.

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