Atemlos (Breathless, USA 1983) #Filmfest 229

Filmfest 229 A

 

2020-08-14 Filmfest AUmgekehrte Vorzeichen

Glücklicherweise ist es noch nicht lange her, dass ich für das Filmfest das Vorbild „Außer Atem“ (1960) von Jean-Luc Godard rezensiert habe. Daher fällt es relativ leicht, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Filmen herauszustellen. Was ich dabei entdeckt habe, steht in der -> Rezension.

Handlung (1)

Der Kleinganove Jesse Lujack fährt in einem gestohlenen Porsche von Las Vegas nach Los Angeles. Dort will er die Architekturstudentin Monica Poiccard besuchen, mit der er in Las Vegas einige Nächte verbrachte. Unterwegs hält ihn ein Polizist an. Um sich Gelegenheit zur Flucht zu verschaffen, schießt Lujack mit der im Auto gefundenen Waffe auf den Polizisten und trifft zufällig tödlich. Die Waffe lässt er am Tatort zurück.

Jesse findet Monica während einer mündlichen Prüfung, die sie ablegt. Er stört die Prüfung, Monica ist verärgert. Später erklärt sie, sie sei nur kurz im Urlaub mit ihm zusammen gewesen, und fragt, was er von ihr wolle. Monica und Jesse versöhnen sich und lieben sich. Danach geht sie zu einem für ihre akademische Karriere wichtigen Universitätstermin.

Die Polizei identifiziert Lujack. Er nähert sich Monica, die von einem Polizisten beschattet wird. Sie warnt Jesse, indem sie den Polizisten laut anspricht. Jesse stiehlt ein Auto, fährt den Polizisten an und überredet Monica, einzusteigen. Nach kurzem Zögern steigt sie in den Wagen.

Jesse versucht Monica dazu zu überreden, mit ihm nach Mexiko zu fahren. Sie fragt immer öfter nach ihrer Zukunft. Schließlich ruft sie die Polizei und will, dass Jesse alleine nach Mexiko flieht. Jesse trifft einen Freund, der ihm Geld und eine Waffe gibt. Jesse will die Pistole nicht, sein Freund wirft sie auf den Boden. Von mehreren Seiten rücken Polizisten an und nehmen ihn mit ihren Waffen ins Visier. Jesse provoziert die Polizisten durch eine Tanzdarbietung zu einem imaginären Soundtrack (Breathless von Jerry Lee Lewis). Dabei greift er aus einer schnellen Drehbewegung heraus nach der auf dem Asphalt liegenden Waffe und richtet sie auf die Polizisten. Das Bild friert ein – das Ende des Films bleibt offen.

Rezension

Ein anderes Land, eine andere Zeit, eine andere Art zu filmen. Da versteht es sich fast von selbst, dass die Unterschiede mehr ins Auge fallen als die Gemeinsamkeiten. Einiges hat man einfach umgedreht, aus einer amerikanischen Studentin in Paris hat man eine französische Studentin in Los Angeles gemacht, aus dem französischen Kleinganoven einen amerikanischen und die Nationalität der beiden Darstellerinnen jean Seberg Seeberg und Valerie Kaprisky entsprechend den jeweiligen Rollen gewählt.

Gemeinsamkeit entsteht natürlich daraus, dass sich jeweils ein amerikanisch-französisches Duo ergibt. Jean Paul Belmondo spielt im Original einen Typ namens Michel Poiccard, Richard Gere in der Neuverfilmung einen Mann, der sich Jesse Lujack nennt. Die Typen sind sowohl bei den Frauen wie bei den Männern zwischen Original und Remake sehr verschieden. Gleiches gilt für die Art, wie sie ihre Rollen interpretieren.

Das Beste von Regisseur Jim McBride, der „Atemlos“ gemacht hat , sollten vier Jahre später kommen: „The Big Easy“. Einer der der schicksten Polizeithriller der 1980 er, der in New Orleans spielt und wirklich vom prallen Leben erzählt. Ein echtes amerikanisches Original.

Dies aber ist „Atemlos“ nicht. Der Stil des Films ist sehr wohl komplett amerikanisch, hat also nichts von der Nouvelle Vague, aber der Film basiert nun einmal aus einem berühmten film der Nouvelle Vague, von dem manche sagen, er habe den neuen Stil in Frankreich eingeleitet. Ich sehe das nicht so strikt, es gab schon vorher Ansätze dazu, aber Jean-Luc Godard ist weiter gegangen als alle zuvor. Das hat zu einem experimentell wirkenden Stil und zu einer seltsamen Mischung aus Nähe und Distanz geführt, mal spricht Poiccard die Zuschauer direkt an und erklärt ihnen, dass sie ihn mal können, dann wieder wirken die Dialoge eher abstrakt, vor allem zwischen ihm und der amerikanischen Studentin.

Das ist vor allem einer philosophischen Unterlegung zu verdanken, die immerhin von der Kenntnis des Existentialismus zeugt und entsprechend hat das europäische Avantgarde-Publikum und hat die zeitgenössische Kritik den Film interpretiert. Aber damals und bis heute waren viele Menschen, nicht restlos begeistert von der Art, wie Jean-Luc Godard hier mit einigen Regeln des Kinos umgegangen ist. Die Abweichung war jedoch bei weitem weniger drastisch als bei einigen seiner folgenden Werke.

Die Konventionalität der Neuverfilmung cancelt bereits den Anspruch, den Godards Film hat. Kannst du unmöglich, dem amerikanischen Mainstream Publikum so etwas anbieten! Nun ja, mag sein. Aber einige Änderungen waren schlicht unnötig, unabhängig von den Konventionen, die man in den USA allesamt beachtet hat. Aus dem französischen kleinen Gangster, der sich mit Humphrey Bogart identifiziert, ohne dessen Wesen durchblickt zu haben, wird ein amerikanischer Las-Vegas-Hipster mit Rüschenhemd, der sich kurioserweise mit dem Silver Surfer identifiziert.

Ein einmaliges, von John Byrne gezeichnetes Silver-Surfer-Heft erschien im Juni 1982. Im Juli 1987 begann eine wieder regelmäßig erscheinende Reihe, geschrieben von Steve Englehart und später Jim Starlin, gezeichnet von Marshall Rogers und Ron Lim. Weitere Autoren und Zeichner folgten. Das letzte Heft dieser Serie, #146, erschien 1998. Die Graphic Novel The Silver Surfer: Parable (in zwei Teilen, 1988/89), wieder von Stan Lee geschrieben, gezeichnet von Jean Giraud, alias Moebius, gewann 1989 einen Eisner Award. (1)

Kurios vor allem, weil es zum Zeitpunkt der Entstehung des Films erst das erwähnte Einzelheft gab, anders als bei vielen anderen Marvel Superhelden-Comicfiguren, die zu jener Zeit längst gut eingeführt waren. Aber wir sind ja in Kalifornien und im Jahr 1983, da war der surfende Typ aus dem All wohl gerade das, was Regisseur Jim McBride sich unter einer sachgerechten Transformation der Vorbildstellung Humphrey Bogarts für die Hauptfigur des Films vorstellte.

Bei seinem ersten Auftreten in der Fantastischen Vier-Reihe wird der Silver Surfer zur Erde geschickt, um sie darauf vorzubereiten, von Galactus verschlungen zu werden. Die Fantastischen Vier werden von einem kosmischen Wesen, dem Beobachter (The Watcher) gewarnt, der aus einer alten Rasse stammt, die normalerweise das kosmische Geschehen nur beobachtet. Zwischen dem Surfer und den Fantastischen Vier entbrennt ein Kampf, in dessen Verlauf der Silver Surfer Alicia Masters kennen lernt. Diese überzeugt ihn davon, dass die Erde es wert sei, gerettet zu werden. Die edlen Gefühle und die hohen ethischen Werte seiner Gegner sprechen ihn an. Im anschließenden Kampf gegen Galactus gelingt der Sieg nur durch den Einsatz der Menschlichen Fackel (Human Torch), eine Superwaffe, den Ultimate Nullifier, aus Galactus’ Raumschiff zu stehlen und zu drohen, sie gegen Galactus einzusetzen.

Galactus sieht davon ab, die Erde und seinen Boten, den Surfer, zu vernichten, belegt diesen jedoch mit dem Fluch, nie wieder zu seiner Heimat zurückkehren zu können und baut eine unsichtbare Barriere auf, die ihn daran hindert, die Erde zu verlassen. Dennoch wird der Surfer nicht von den Menschen akzeptiert und muss weiterhin als Einzelgänger durch die Welt streifen. Sein Hauptmotiv ist dabei, den Planeten zu verlassen und in seine Welt zurückzukehren, jedoch muss er immer wieder feststellen, dass er die Erdenbewohner trotz ihrer gewaltigen charakterlichen Defizite (Krieg, fehlendes Vertrauen, übermäßige Furcht vor Fremdem etc.) retten muss, um nicht selbst seine hohen Werte, die er als Norrin Radd verinnerlichte, zu verletzen. Später hebt Galactus diese Barriere wieder auf, jedoch nur, um den Silver Surfer gezielt zu täuschen, indem sich seine große Liebe Shalla Bal scheinbar auf einen Anderen eingelassen hat. Dieses Täuschungsmanöver misslingt am Ende, bindet den Silver Surfer jedoch endgültig an die Erde und somit die Menschheit, die auch weiterhin alle seine Versuche der Unterstützung mit großer Verachtung straft. (1)

Im Film wirkt es so, als ob der Silver Surfer freiwillig auf der Erde bleibt, obwohl er abhauen könnte, sinngemäß übersetzt: Lujack soll sich endlich nach Mexiko davonmachen, anstatt in L. A. zu verbleiben, wo die Cops hinter ihm her sind und aufgrund des Todes eines Kollegen, den Lujack verursacht hat, kein Pardon üben werden. Der ethische Kontext in der Beschreibung zum Silver Surfer ist im Film so gut wie gar nicht zu erkennen, kein Wunder, dass ein kleiner Junge, derin einem Zeitungskiosk bedient, sagt: Der Silver Surfer ist bescheuert, weil er nicht abhaut.

Während Belmondo seinen Gauner auch im Habitus versucht an Bogart heranzuführen, wirkt die Verbindung von Jessie Luczak zu diesem Silver Surfer ziemlich abstrakt, diese Einschätzung ändert sich auch nicht, nachdem ich mir angeschaut habe, wen der Silver Surfer in Marvels Comicwelt darstellt, wofür er steht. Denn die Kleingauner-Figur Lujack mag schon bis zu einem gewissen Grad fatalistisch sein, aber gleichwohl will der Mann weg und setzt auch dazu an. Anders wieder als Poiccard im Original, der den Weg gar nicht erst aufnimmt. 

Der Polizistenmord, der die Lage für Lujack im Remake und für Poiccard im Original so aussichtslos werden lässt, wirkt außerdem im US-Film wie ein Versehen – möglicherweise deshalb, wei man das „neue amerikanische Kinoidol“ nicht mit einem glatten Mord oder doch einer absichtlichen Tötung in Verbindung bringen wollte. Im Original war es ebenfalls kein geplanter Mord, aber eine in Panik ausgeführte mindestens den Tod des Polizisten in Kauf nehmende Handlung, ausgeführt im“Affekt“ bzw. aufgrund einer spontanen, von Panik gekennzeichneten Entscheidung.

Poiccard hat auf den Polizisten gezielt, Jessi beim Aufnehmen des Revolvers durch die verstaubte Rückscheibe seines im Wüstensand gelandeten Fluchtporsche geschossen, durch die er gar nichts sehen konnte, diese dadurch zerstört und zufällig den Polizisten getroffen, der neben seinem Streifenwagen steht.

In dem amerikanischen Film hat man die beiden Hauptfiguren zudem dichter aneinander herangeführt. Einige Dialoge sind direkt übernommen, wirken hier aber weniger stark, weniger integriert in das Spiel mit der Nicht-Integration der Figuren – manche sogar deplaziert.

Richard Gere spielt den kleinen Gauner auf eine mächtig aufschneiderische Weise, er tänzelt, grinst, er macht das Mädchen Moncia an, die Flucht wird als etwas durchaus Romantisches dargestellt. Alles das gibt es bei Godard überhaupt nicht, sein Poiccard ist wurschtig und verfranst sich schon, bevor er wieder ein Auto klauen und versuchen kann, aus Paris zu entkommen. Gerade das Herumstolpern zu Fuß ist ja auch symbolisch, wenn man bedenkt, dass er immer dicke amerikansiche Schlitten geknackt hat.

Poiccard biedert sich nicht an, sondern verlangt Abstand, redet von Flucht nach Italien mit der Studentin Patricia. Dass sie ihn nicht erschließen kann, ihn nicht durchschaut, wirkt sehr logisch, während Lujack zu mainstreamig gestrickt ist, um das Krytpische glaubhaft machen zu können, das Monica ihm ebenso wie Patricia dem Poiccard zumisst. Dieses penetrante Bestehen darauf, dass Jessi Luczak nicht in die Zukunft blicken will, wirkt kindisch, nicht immerhin ansatzweise philosophisch bzw. mit einer Philosophie hinterlegt, wie bei Poiccard. Nicht, dass dieser eine sehr elaborierte Type ist, aber man spürt etwas wie einen sozialen Hintergrund, eine typische LmaA-Haltung für eine Klasse von Kleingangstern, die man auch in anderen französischen Filmen der Zeit sieht. Da ist eine Verzweiflung und Getriebenheit, die der Sonny Boy, der Lujack alles in allem ist, nicht in sich trägt.

Und anders als Jean Seberg, die sich den kleinen Stadtgauner nie ganz öffnet, muss Valerie Kaprisky es hinbekommen, erst etwas skeptisch zu bleiben, aber körperlich ungeheuer von Lujack angezogen zu sein, sogar mit ihm durchzubrennen – obwohl sie gerade vor einem Karrieresprung als Assistentin eines Starachitekten steht – um ihren Lover schließlich auf genau dieselbe Weise zu verraten, wie Seberg es tut. Aber Lujack und Monica wirken dabei weit mehr als Team, die typisch amerikanische Verfahrensweise eben, die den Aspekt der jederzeitigen Einsamkeit der Figuren in „Außer Atem ,“ enge Grenzen setzt.

Es wirkt am Schuss wie ein schnöeder, selbstverliebter Test von Monica, quasi aus dem Nichts kommend, der in einem Verrat endet, nicht wie ein kulturelles Missverständnis, wie eine Unverträglichkeit der Persönlichkeiten und der Hintergründe. Beide Frauen wollen nicht aus den jeweiligen Ländern ausgewiesen werden, indem sie einem Polizistenmörder helfen, diese Gemeinsamkeit gibt es immerhin.

Die eine studiert Architektur und wird von ihren Dozenten zur Schnecke gemacht, woraufhin Lujack eine auch als Slapstick komplett unwitzige Aktion bringt, die andere will Journalistin werden oder Kunstkritikerin und Poiccard bleibt dieser Welt komplett fern. Bei Monica wirkt daher der Bezug auf William Faulkner weiter hergeholt als bei der Literatin. Diese Wahl zwischen leiden und alles oder nichts wird in beiden Filmen dargestellt, aber in Letzterem eben leider stark banalisiert.

Hinzu kommt, dass die Dialoge, die nicht vom Original übernommen wurden teilweise grottenschlecht sind. Sie wirken uninspiriert, was sicher nicht nur an der deutschen Übersetzung liegt. Dazu noch mit richtigem Quatsch, wie z.b., dass jemand der Beihilfe an einem Mord bezichtigt werden kann, nur weil er den zeitweiligen Aufenthaltsort des Mörders nicht verrät. Es sei denn, es gäbe im amerikanischen Strafrecht etwas wie eine nachträgliche Beihilfe oder ein kommendes Verbrechen sei dringlichst zu verhindern. So sieht es aber bei Jesse nicht aus. Er war bisher zwar schon auffällig geworden aber doch eher ein kleiner Gauner eben. Die Suche nach dem Mörder in der Zeitung, die Anteilnahme der Presse, die Gefahr, aufgrund eines Fotos in der Zeitung erkannt zu werden, das gibt es in beiden Filmen.

Das Ende des Originals ist traurig oder schrecklich, das des Remakes dämlich. Man hat sich nicht einmal getraut, das Nichts durchzuziehen, oder eben den ganzen Hollywood-Schwenk zu machen und es in ein Happy-End umzuwandeln. Es gibt dadurch auch nicht dieses letzte Unverständnis zwischen den beiden Hauptfiguren, als Michael sterbend zu Patricia sagt: „Du bist zum Kotzen.“ Das sind tatsächlich seine letzten Worte. Patricia kennt das Wort kotzen nicht einmal.

Mentale Unterschiede, die im französischen Film, wechselnd mit Reflektionen Michels über die Franzosen, sichtbar werden, spielen US-Remake überhaupt keine Rolle. Wie die Figur, die Valerie Kaprisky spielt, könnte sich auch jedes All American Girl Verhalten, das zwischen der konservativen Haltung seines Elternhauses, seiner Prägung also und dem Kennenlernen eines Outlaws in einen Konflikt gerät. Es gibt dutzendweise Filme, die auf dieses Muster abheben, denen hat man nun auch „atemlos“ angenähert, schon im Film noir, dann noch einmal in der Roadmovie-Welle der späten 1980er und 1990er.

Auch in den frühen 1980ern gab es in den USA durchaus einige interessante Filme wie „Die Outsider“,  die eher Studiencharakter haben als ein Film, den man auch als Vehikel für Richard Gere bezeichnen kann. Das Remake werde ich mir wohl nicht noch einmal anschauen – was interessanterweise für die meisten Richard Gere Filme gilt, die ich bisher gesehen habe. Ich habe eigentlich nichts gegen ihn, finde ihn als reale Persönlichkeit sogar recht sympathisch, aber die Werke in denen er zu sehen ist, überzeugen mich oft nicht so sehr.

In den meisten agiert er wesentlich mehr gentlemanlike und zurückhaltender als in atemlos. Man stellt sich häufig zu sehr auf seine Präsenz, vielleicht mit der Ausnahme von Pretty Woman, wo Julia Roberts das Geschehen auf mehr als ebenbürtige Weise gestaltet. 

Kritiken und Kritiken-Kritik

„Eine Reflexion über die Unmöglichkeit wahrer Liebe in einer gewalttätigen Umwelt und eine Variation des ‚amour fou‘-Themas. Der Film lebt von der Präsenz seines hervorragenden Hauptdarstellers und vom Rock’n’Roll-Musik- und Zeitgefühl.“ – Lexikon des internationalen Films[3]

 

„Daß schöne Menschen in gepflegter Umgebung sich heftig suchen und heftig umarmen, macht noch keinen Kultfilm. Den Belmondo-Part spielt das neue Hollywood-Idol Richard Gere, und es ist anzunehmen, daß sich McBride seinetwegen auf das ‚Atemlos‘-Abenteuer eingelassen hat. [..] Als überdrehter Autoknacker und Herzensbrecher, der mit quietschenden Reifen zu seinem Tod kurvt und seine letzten Tage mehr durchtänzelt als durchläuft, zieht Gere eine so überdrehte Nummer ab, daß man eigentlich statt der schauspielerischen Leistung nur die Eitelkeit sieht, mit der Gere vorführen will, daß er auch noch Robert de Niro sein kann.“ – Hellmuth KarasekDer Spiegel 43/1983[4] (1)

Von einem Hotel abgesehen sind die Gegenden in dem Film nicht schön, im Gegenteil, auch wenn das Wasser im Pool der etwas ranzigen Appartementanlage, in der Monica wohnt, schön blau ist – aber vielleicht alles eine Frage der Perspektive oder relativ. Zustimmung zur Darstellung von Richard Geres Spiel.

Das Lexikon des internationalen Films, das früher mal sehr kritisch war, verkennt vollkommen den großen Abstand zwischen dem Original und dem Remake und überhöht das Remake – man kann aber ein Remake nicht ohne sein Original betrachten, wenn die Anlehnung so deutlich ist und es keine literarische Vorlage für beide Filme gibt, die man auf unterschiedliche Weise filmisch umsetzen kann, sondern wenn ein Film auf dem Originaldrehbuch eines andere beruht. Eine Amour fou ist es natürlich – mehr als im Original, wo die Liebe weiter von dem entfernt erscheint, was der Zuschauer sieht.

63/100

© 2020 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

(1) Handlung und kursive Passagen (zitiert nach der) Wikipedia

Regie Jim McBride
Drehbuch Jim McBride,
L. M. Kit Carson
Produktion Martin Erlichman
Musik Jack Nitzsche
Kamera Richard H. Kline
Schnitt Robert Estrin,
Rachel Igel
Besetzung

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